Mittwoch, 26. Oktober 2011

Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst

Am 26. Oktober 1900 wurde die Dichterin und Schriftstellerin Karin Boye im zentralen Göteborg geboren. Ihre Gedichte und Romane werden von einer tiefen Melancholie getragen, die sie in all ihren Werken eng mit der Natur in Verbindung brachte. Bereits ihre erste Gedichtsamlung „Moln“ (Wolken) spiegeln ihre eigenen Zweifel an ihrem Leben und ihrer Zukunft, was man jedoch erst Jahre später verstand, als ihre lesbische Neigung bekannt wurde, die in jener Zeit als Straftat galt.

Peter Lindes Karin Boye (Detail) an der Stadtbibliothek in Göteborg

Erst während eines Aufenthalts in Berlin in den Jahren 1932/1933 wagte es Karin Boye offen zu ihrer homosexuellen Neigung zu stehen und ließ sich von ihrem Mann, Leif Björk, scheiden. Als sie zurück in Schweden war, lud sie ihre deutsch-jüdische Freundin Margot Hanel nach Schweden ein, die sie, nach eigenen Angaben, in Berlin verführt hatte. Die beiden Frauen lebten dann bis zum Tode Karin Boyes zusammen, unabhängig von der permanenten Drohung, die damals über allen Homosexuellen schwebte.

Karin Boyes bekanntestes Gedicht ist „Ja, visst gör det ont när knoppar brister“, ihre bekanntesten Romane das autobiographische Werk „Kris“ und die Dystopie „Kallocain“. Die Autorin beging am 23. oder 24. April 1941, im Alter von 40 Jahren, Selbstmord in Alingsås. Der Stein, auf dem sie gefunden wurde, ist heute ein Erinnerungsstein, der selbst in touristischen Führern aufgenommen wurde. Ihre Freundin Margot Hanel nahm sich ein Jahr später ebenfalls das Leben.

26. Oktober 1900: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

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