Donnerstag, 13. Oktober 2011

Harry Martinson, das Schicksal eines schwedischen Dichters

Am 13. Oktober 1956 kam das Epos Aniara von Harry Martinson erstmals auf den Markt, das Werk in 103 Gesängen, das als das Hauptwerk des Dichters angesehen wird und maßgeblich dazu beitrug, dass er im Jahre 1974, gemeinsam mit Eyvind Johnson den Nobelpreis für Literatur erhielt. Harry Martinson dominierte in der Poesie, verfasste jedoch auch vier autobiografische Romane, einige Essays, ein Theaterstück, einige Hörspiele und ein Filmmanuskript, die allerdings wenig bekannt wurden als seine Poesie.

Harry Edmund Martinson wurde am 6. Mai 1904 in Jämshög in Blekinge geboren und lernte es ab seinem siebten Lebensjahr im untersten Niveau der Gesellschaft zu leben, denn als er sechs Jahre alt war starb der Vater und ein Jahr später wanderte die Mutter, ohne ihn, nach Amerika aus, was Harry Martinson dazu verurteile ein Balg des Dorfes zu werden, der von einem Hof zum anderen geschickt wurde. Seine Bildung beendete er daher nach sechs Grundschuljahren.

Mit sechzehn ging Harry Martinson auf See, musste jedoch 1927 aus Krankheitsgründen wieder an Land bleiben, was dazu führte, dass er zu schreiben begann und zwei Jahre später sein Gedichtband Spökskepp erschien. Ab seiner Gedichtsammlung Vagnen im Jahre 1960 wurde Martinson immer mehr von den Kritikern angegriffen, etwas später nicht zuletzt auch deswegen, weil er einen Stuhl in der Svenska Akademien (von 1949 bis 1978) inne hatte als er den Nobelpreis erhielt. Harry Martinson verkraftete diese Kritik sehr schlecht und beging, nur vier Jahre nachdem er den Nobelpreis erhalten hatte, im Karolinska Krankenhaus in Stockholm mit einer Schere Harakiri auf japanische Art.

13. Oktober 1924: Harry Schein, der Gründer des Svenska Filminstitutets (SF)
13. Oktober 1968: Svensktoppen, die Hitliste des schwedischen Staatsfunks

Copyright: Herbert Kårlin

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