Donnerstag, 19. September 2013

Mauritz Björck und 50 Jahre volkstümliche Erzählungen

Mauritz Björck wurde am 19. September 1882 in Vallerstad im Östergötland geboren und verbrachte die ersten 13 Jahre seines Lebens in Altorp bei seinen Großeltern mütterlicherseits, die bei ihm vermutlich den Kern für seine spätere Tätigkeit als Erzähler setzten. Als Björk dann mit 13 zu seiner Mutter nach Norrköping zog, begann er in einer Baumwollspinnerei zu arbeiten. In Norrköping traf er einige andere Jugendliche, die seine Liebe zu Erzählungen im Volksmund teilten und bald reifte daher bei ihm der Plan öffentlich damit aufzutreten.

Am 6. September 1903 mietete die kleine Gruppe dann die Bühne des Templerorden der Stadt und Mauritz Björck stand erstmals vor einem größeren Publikum und erzählte Geschichten aus dem Östergötland, natürlich in der dortigen Mundart. Der Erfolg kam unmittelbar und im Sommer 1906, anlässlich der Norrköpingausstellung, wurde Mauritz gebeten die Rolle eines Kleinbauern zu spielen, der in einem eigens dafür angeschafften Torp (kleinster Bauernhof, der oft nur gepachtet war) auftrat. Dieser Auftritt brachte Björck anschließend seinen Künstlernamen Anners Annersa på Hultet, denn der Bauernhof hatte den Namen Hultet.

Mit diesem Auftritt war Mauritz Björk einer der ersten, die in Schweden ein „Museumsdorf“, in diesem Fall nur einen kleinen Hof, zum Leben brachten, eine Aktivität, die heute hunderttausende von Touristen zu schwedischen Museumsdörfer zieht. Mauritz Björck trat anschließend noch fast 50 Jahre lang, oft mit seinen Freunden Josef Alm und Jan i Grebo, in den Volksparks in ganz Schweden auf, spielte 1909 bei einem Spielfilm mit und nahm etwa 50 Schallplatten auf. Der Autodidakt gehörte mit seinen Erzählungen in Mundart jahrelang zu den am besten bezahlten Künstlern Schwedens und starb am 26. Oktober 1961 im Alter von 79 Jahren in einem Altersheim in Varv.


19. September 1883: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit 
19. September 1955: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Keine Kommentare:

Kommentar posten