Freitag, 13. Juni 2014

Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten

Als Erik af Edholm am 13. Juni 1817 in Stockholm geboren wurde, hatte er bereits alle Vorteile auf seiner Seite, da er auf Grund seines Vaters sowohl beruflich als auch aus persönlichen Gründen an das Königshaus geknüft war. Edholm begann daher eine militärische Karriere, ohne jedoch je die erwünschte Spitzenposition zu erreichen, da er als typischer Vertreter des Kreises Bernadotte sich mehr um das Gesellschaftsleben und das Vergnügen kümmerte als um seine Karriere. Erst nachdem Edholm über 40 Jahre alt geworden war, begann er die Oberflächlichkeit und Nutzlosigkeit seines vorherigen Lebens einzusehen.

Immerhin gehört Erik af Edholm zu den wenigen, die es auf Grund ihrer minutiösen Tagebuchaufzeichnungen, die bereits in seiner frühen Jugend einsetzen, ermöglichen das höfische Leben der privilegierten Schicht des 19. Jahrhunderts besser zu verstehen, denn neben seinen amoreusen Abenteuern, den Maskenbällen und dem nichtsnutzigem Tagesvertreib findet man unter seinen Aufzeichnungen auch 1752 Mahlzeiten, inklusive der Tischbesetzung, beschrieben. Natürlich können die Tagebücher Edholms kaum als Literatur bezeichnet werden, aber sie sind eine extrem wertvolle Beschreibung des gesellschaftlichen Lebens jener Zeit, auch wenn Edström zu jenen gehörte, die relativ wenig Nutzen aus den verschiedenen Beziehung zog, die er in diesen Jahren schaffen konnte.

Auch wenn sich Erik af Edholm selbst als politischer Ratgeber und militärischer Führer sah, so sah Karl XV. die wahren Talente seines Untergebenenund ernannte ihn daher 1866 zum Leiter der Hofkapelle, der Königlichen Oper und des Dramaten, eine im Grunde sehr undankbare Aufgabe, da diese Arbeiten grundsätzlich der Kritik von allen Seiten ausgesetzt waren. In der Tat zeigte hier Edholm jedoch seine Stärke, denn er setzte sich, so weit wie nur möglich, über Kritiker hinweg, erhöhte die Eintrittspreise und setzte auch Stücke auf den Spielplan, die nicht immer als höchste Kunst betrachtet wurden, sondern Geld in die leeren Kassen brachten. Fünfzehn Jahre behielt Edholm seine Funktion und er führte mit neuen Ideen und einem hervorragenden Stab an Schauspieler das kulturelle Leben Stockholms auf den Höhepunkt jener Epoche. Bereits 1869 ernannte Karl XV. Erik af Edholm zum Hofmarschall, eine Aufgabe von der er jedoch schon drei Jahre später vom Nachfolger Oscar II. beurlaubt wurde.


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Copyright: Herbert Kårlin

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