Samstag, 14. Juni 2014

Haquin Spegel, schwedischer Erzbischof und Dichter

Haquin Spegel wurde am 14. Juni 1645 unter dem Namen Håkan Spegel in Ronneby in Blekinge als Sohn eines Kaufmanns geboren. Da beide Elternteile Håkans sehr früh starben, wuchs der Junge unter sehr ärmlichen Verhältnissen auf und war auf die Barmherzigkeit der Einwohner des Ortes angewiesen. Spegel hatte jedoch das Glück, dass sich vor allem ein Priester um ihn kümmerte, der ihm ab 1658 auch eine Ausbildung in der Kathedralschule in Lund ermöglichte und ab 1662 ein Studium an der noch nicht offiziellen Universität Lund. In dieser Zeit arbeitete Spegel auch als Privatlehrer in adeligen Häusern und er unternahm einige Studienreisen nach Deutschland, Holland und England.

Im Jahr 1671 war Haquin Spegel dann einer der ersten, die an der mittlerweile gegründeten Universität Lund promovierten, wobei er noch im gleichen Jahr in Strängnäs zum Priester geweiht wurde um unmittelbar anschließend Hofprediger der Witwenkönigin Hedvig Eleonora zu werden. Über diesen Weg wurde auch Karl XI. auf den Gelehrten aufmerksam und Spegel nahm an seiner Eriksgatan teil um nur wenige Jahre später oberster Prediger und Beichtvater des Königs zu werden. Als Nahestehender des Königs führte Spegel auch während des Schonischen Krieges Tagebuch und gilt damit als die bedeutendste Quelle dieser Zeit.

Während Haquin Spegel im Laufe der Jahre bis zum Erzbischof aufstieg und durch seine Arbeit an einem neuen Katechismus und einer Bibelübersetzung die Linie der protestantischen Kirche des nächsten Jahrhunderts festlegte, zeigte sich der Bischof auch als Dichter. Allerdings fühlte Spegel keine Berufung zum Dichter, sondern sah die Dichtkunst als Mittel zum Zweck an. Poesie war für Spegel die Möglichkeit die Schöpfungsgeschichte einer breiteren Schicht näher zu bringen und seine moralischen Ideen zu verbreiten. Mit Gudz verk och hvila wollte Spegel 1685 das bedeutendste Epos Schwedens schreiben, eine Mischung aus religiöser Anschauung und der Lehre der Kirche. Da sich der Dichter bei seinen Werken eine große Freiheit der Auslegungen genehmigte, gehörten seine Schriften noch zu Beginn 18. Jahrhunderts zu Bestsellern. Wissenschaftlich noch heute interessant sind jedoch weniger seine religiösen Gedichte, sondern seine Kirchengeschichte und vor allem das Glossarium sveogothicum eller Swensk ordabook aus dem Jahre 1712, ein frühes schwedisches Wörterbuch.


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Copyright: Herbert Kårlin

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