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Samstag, 22. April 2017

Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark

Torsten Ehrenmark kam am 22. April 1919 als Sohn eines Schauspielerpaares in Lindesberg zur Welt, wuchs jedoch bei seinen Großeltern väterlicherseits in Örebro auf, wo er auch zur Schule ging, im Gegensatz zur Schwester, die bei der Mutter in Stockholm aufwuchs. Nach seiner Hochschulreife begann Ehrenmark ein Jahr lang bei der Nerikes Allehanda zu arbeiten, wechselte dann zur Sundsvalls Tidning, dem Östgöta Corresondenden, um schließlich 1942 bei der Stockholms-Tidningen zu landen.

Ab 1955 arbeitete Torsten Ehrenmark als Auslandskorrespondent für das Aftonbladet in London, wo er jedoch vom Journalismus mehr und mehr zu Plaudereien überging, die bisweilen mit einem gewissen Thema begannen, dann jedoch mit einem völlig anderen Thema endeten. Diese Fähigkeit mit sehr viel Ironie über jedes Thema zu plaudern, führte letztendlich auch dazu, dass Ehrenmark ab 1966, bis zu seinem Tod am 10. März 1985, jedes Jahr ein Buch mit seinen jährlichen Plaudereien veröffentlichte und sein Verlag auch nach seinem Tod weiterhin Sammelbände veröffentlichte. Die Arbeit als Journalist in Paris, London und New York wurde mit der Zeit aus diesem Grund nahezu zur Nebentätigkeit.

Die Bücher und Plaudereien Torsten Ehrenmarks spielen sehr häufig in Örebro, wobei auch seine Familie häufigt eine Rolle spielt, so dass sich seine ironischen Betrachtungen auch auf sein Privatleben erstrecken. Seine jährlichen Plauderei-Bände wurden in der Regel von Poul Ströyer illustriert, was den Humor Ehrenmarks sogar verstärkte. Torsten Ehrenmark, der seine Sommer in einer Stuga in Schweden verbrachte, gehörte zu den beliebtesten Personen Schwedens, was dazu führte, dass er auch 50 Sommersendungen im schwedischen Rundfunk hatte in denen er über alle Themen sprach, die ihm nur in den Sinn kamen. Der Schriftsteller und Journalist wollte unterhalten, so dass man die Tiefe seiner Gedanken zwischen den Zeilen suchen muss.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Januar 2017

Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme

Olof Palme kam am 30. Januar 1927 als Sohn eines Versicherungsdirektors in der Stockholmer Nobelgegend Östermalm zur Welt uind erhielt daher auch von den jüngsten Jahren an eine ausgezeichnete Ausbildung. Man sagt, dass bereits der vierjährige Palme mit seinem Kindermädchen Französisch sprach, mit seiner Mutter Deutsch und seinen Geschwistern Schwedisch. Mit sieben Jahren begann Palme seine Schulbildung mit der zweiten Klasse des Beskowska Schule und als er zehn Jahre alt war, begann er mit dem Gymnasium. Nach der Hochschulreife im Jahre 1944 begann Palme für das Svenska Dagbladet zu schreiben und machte einen vierjährigen Militärdienst bevor er in den USA seine Studien begann. Als Olof Palme 1951 nach Schweden zurückkehrte, schrieb er sich an der Universität Stockholm ein um dort Jura zu studieren, parallele hierzu setzte er jedoch auch seine militärische Karriere fort und 1956 wurde er Leutnant der Kavallerie.

Obwohl Olof Palme in der bürgerlichen Schicht Schwedens aufgewachsen war, wurde er ab den 50er Jahren bei den Sozialdemokraten politisch aktiv. Nach eigenen Aussagen hatten ihn drei Ereignisse von der Politik der bürgerlichen Parteien entfernt. Zum einen die Steuerdebatten im Jahre 1947, zum anderen sein Aufenthalt in den USA, als der Politiker mit den Klassenunterschieden konfrontiert wurde, und zum dritten eine Asienreise im Jahre 1953, als Palme die Folgen des Kolonialismus mit eigenen Augen gesehen hatte. Olof Palme vertrat daher die Sozialdemokraten an 1958 im Parlament und hatte unter Ministerpräsident Tage Erlander auch mehrere bedeutende politischen Aufgaben. Dieser politische Wandel und die elitäre Herkunft Palmes ist nahezu einmalig in der schwedischen Politik und verhalf dem Politiker sicher auch teilweise zu seinem besonderen Ruf, nicht zuletzt deshalb, weil er als Nicht-Arbeiter der Politik Schwedens teilweise auch eine andere Richtung geben konnte.

Am 1. Oktober 1969 wurde Olof Palme zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokraten gewählt und am nur zwei Wochen später wurde er zum Ministerpräsidenten ernannt. Bereits während seiner ersten Phase als Ministerpräsident zeigte sich Palme mit einer deutlichen sozialistischen Linie, denn er kritisierte die USA auf Grund des Vietnamkrieges, er erreichte ein Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und er schwächte den Einfluss der Monarchie, da er dem König jeden Einfluss bei Regierungsbildungen nahm. Aber auch während seiner zweiten Phase als Ministerpräsident konnte Palme die schwedische Politik sehr deutlich prägen, auch wenn er sich nun mehr in der Verteidigung seiner Ideologie sehen musste, denn die bürgerlichen Parteien zeigten seine Verhandlungsbereitschaft mit der Sowjetunion als Schwäche und seine Kritik an Israel auf Grund des Palästina-Konflikts  wurden nicht als Friedensgedanke betrachtet, sondern als Angriff auf Israel. Die Israelkritik Palmes wird heute von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström weitergeführt, wenn auch weitaus aggressiver als durch Palme. Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 in Stockholm ermordet.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 5. Dezember 2016

Der Dichter und Journalist Johan Nybom

Johan Nybom kam am 5. Dezember 1815 als Sohn eines Schuhmachers und Zollbeamten in Uppsala unter sehr bescheidenen Verhältnissen zur Welt. Da Nyblom sich als sehr intelligent zeigte, unterstützten ihn mehrere Bekannte des Vaters und ermöglichten ihm die Kathedralschule Uppsalas zu besuchen und, nach seiner Hochschulreife, die Universität Uppsala zu besuchen. Während Nybom seinen Traum Priester zu werden mangels seiner Leistungen aufgeben musste, zeigte er eine außerordentliche Fähigkeit als Dichter. Bereits als Student trat Nybom daher immer wieder als Repräsentant der Studentenschaft an die Öffentlichkeit, zeigte jedoch seine Fähigkeiten auch bei einigen Reisen durch Schweden.

Das neue Ziel Johan Nybloms war daher Dichter zu werden. Die ersten romantischen Gedichte veröffentlichte Nybom in verschiedenen Zeitschriften und Kalendern, wobei ihn jedoch auch in dieser Zeit nur die Unterstützung von Gönnern vom Leben in der Armut retteten. Um als Dichter Anerkennung zu finden, nahm Nyblom auch mehrmals an den Wettbewerben der Svenska Akademien teil, wo er jedoch 1838 für Sista Natten i Alhambra nur den Zweiten Preis erhielt, der ihm einige Jahre später erneut für ein späteres Werk verliehen wurde. Der Erfolg Nyboms als Dichter lag vor allem daran, dass er immer in der Zeitströmung blieb und die Sprache bis zur Perfektion meisterte.

Zwischen 1844 und 1848 veröffentlichte Johan Nyblom seine gesammelten Gedichte in vier Bänden und lebte vor allem von öffentlichen Vorträgen seiner Gedichte, aber auch davon, dass er jährlich eine gewisse Summe von der Svenska Akademien erhielt die an die bedeutendsten Dichter der Zeit vergeben wurde. Als Nyblom, der am 23. Mai 1889 in Västerås starb, im Jahre 1860 von Uppsala nach Västerås zog, folgte ihm zwar sein Ruhm, aber die Zeit als Dichter war vorbei. Nyblom begann daher als Journalist bei der Westmanlands läns tidning zu arbeiten, wo einer seiner Freunde aus Uppsala Chefredakteur war. Auch wenn Nyblom dort immer mehr dem Alkohol verfiel, konnte er bis zu seinem Tod als Journalist arbeiten.


5. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
5. Dezember 1934: Alva und Gunnar Myrdal mit Kris i befolkningen
5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1954: Die schwedische Schauspielerin Dagmar Ebbesen
5. Dezember 1969: Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt
5. Dezember 2013: Vom Kallax zum Luleå Airport 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. Juli 2016

Der Schriftsteller und Journalist Carl-Adam Nycop

Carl-Adam Nycop kam am 24. Juli 1909 in Helsingfors (Helsinki) zur Welt und begann seine journalistische Karriere beim Huvudstadsbladet, zog dann jedoch bald nach Schweden um bei verschiedenen kleineren Zeitungen zu arbeiten. Sehr schnell machte Nycop Karriere und 1936 war er im Auftrag mehrere schwedische Zeitungen Reporter bei den Olympischen Spielen in Berlin. Seine Berichtserstattung war so geschätzt, dass Nycop bereits zwei Jahre später den Auftrag erhielt die Zeitschrift Se zu gründen, die vor allem auf Bildmaterial baute, und damit eine neue Art der Berichtserstattung einnahm, die eine Sensation visuell ausdrücken konnte.

Sehr schnell erkannte Carl-Adam Nycop die Bedeutung der bebilderten Berichtserstattung, da Se mit den Berichten über den Zweiten Weltkrieg eine immer bedeutendere Leserschicht anziehen konnte. In diesen Jahren kam Nycop auch mit Albert Bonnier in näheren Kontakt, der ihm bereits 1941 den Auftrag gab die Wochenzeitschrift Allt zu gründen, die, im Gegensatz zu Se weniger auf Bildjournalismus setzten sollte, sondern die die Reportage als Hauptziel hatte. Drei Jahre später beendete Nycop seine Arbeit als Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift Se und gründete, gemeinsam mit Albert Bonnier und Ivar Harrie die Abendzeitung Expressen, die er jedoch 1962 verließ, da er mit der politischen Richtung, die die Zeitung immer mehr nach rechts setzte, nicht einverstanden war.

Allerdings blieb Carl-Adam Nycop auch nach 1962 weiterhin beim Mediakonzern Bonnier und gründete dort noch mehrere andere Zeitschriften, die jedoch weitaus weniger politisch waren, da er persönlich mehr der Politik der Sozialdemokraten folgte und ein Fürsprecher der journalistischen Unabhängigkeit war und von Journalisten zudem ein hohes moralisches Gefühl forderte. Nachdem Nycop den Expressen verlassen hatte, arbeitete er auch zeitweise als Lehrer für Journalistik und er schrieb mehrere Werke zum Zeitgeschehen und zur Journalistik. Carl-Adam Nycop, der am 4. Juli 2006 in Kristianstad starb, gilt heute als einer der großen Visionäre des schwedischen Journalismus, da er Strömungen erfassen konnte und seine Zeitschriften so aufbaute, dass sie immer den aktuellen Wünschen des Publikums entgegen kamen, noch bevor diese Strömmungen allgemein erkannt wurden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Mai 2016

Der Schriftsteller und Zeitungsverleger Victor Hugo Wickström

Victor Hugo Wickström wurde am 29. Mai 1856 als Sohn eines Schuhmachers in Hedemora geboren. Nach seiner Hochschulreife studierte Wickström erst an der Universität Uppsala und anschließend der Universität Lund Philosophie. Auch  wenn er sein Studium mit einem Doktorat abschloss, so waren seine Leistungen nicht überragend und er musste sich mit einer Arbeit als Lehrer in Östersund zufrieden geben, einer Stadt, die damals gerade einmal 3000 Einwohner hatte.

Bereits im ersten Jahr in Östersund wurde Victor Hugo Wickström auch zum Redakteur und Herausgeber der liberalen Jämtlandsposten, was den 30-jährigen weitaus mehr interessierte als der Schuldienst, was sich auch daran zeigt, dass Wickström die Jämtlandsposten fünf Jahre später aufkaufte. Diese doppelte Position verhalf dem Journalisten und Lehrer auch als Politiker in den Reichstag gewählt zu werden, obwohl er dort nur eine Nebenrolle spielte.

Victor Hugo Wickströms Erfolg als Journalist lag zum einen an seiner Fähigkeit zu schreiben, zum anderen daran, dass selbst seine Interviews sehr persönlich gefärbt waren und bisweilen dem Klatsch nahe kamen. Als Schriftsteller arbeitete Wickström unter mehreren Namen, wobei er seine Werke alle im Eigenverlag herausbrachte und in der ihm gehörigen Druckerei druckte. Wickström, der für seine Zeit sehr bereist war, war als Schriftsteller extrem produktiv, denn insgesamt schrieb er, nach den bisherigen Literaturverzeichnissen, knapp 50 Bücher, die vom Roman und dem Reisebericht bis zu Poesie, Schauspielen und populärwissenschaftlichen Werken reichten. Das letzte Werk Wikmans hieß Sanningen om Stockholm. Am 29. Dezember 1907, nur wenige Tage nach der Herausgabe des Buches beging Victor Hugo Wickström in Östersund Selbstmord.


29. Mai 1766: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
29. Mai 1772: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. Mai 1856: Edvard Hedin, der Gründer der Freikirche Helgelseförbundet
29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1940: Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden
29. Mai 1956: Långholmen, ein Gefängnis wird zum Hotel
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. März 2016

Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér

Auch wenn Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, heute kaum noch bekannt ist, so spielte er während seines Lebens eine wichtige Rolle im literarischen Leben Schwedens, denn Regnér war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Übersetzer und Journalist, wobei er selbst einige Lehrbücher veröffentlichte, die man noch heute in mehreren wissenschaftlichen Literaturangaben finden kann. Aufsehen erregte Regnér allerdings vor allem als Literaturkritiker, als er in einem monatelangen öffentlichen Disput gegen die Meinung von Carl Gustaf af Leopold auftrat.

Gustaf Regnér war am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt gekommen und schrieb sich 1767 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Laufbahn als Staatsdiener vorzubereiten, wobei er allerdings auch unmittelbar im Verein Apollini Sacra aktiv wurde. Nach Abschluss seines Studiums begann Regnér 1774 seine Laufbahn im Kanzleikollegium und arbeitete sich bis zum Expeditionssekretär hoch. Eine Änderung in Regnérs Leben sollte jedoch im Jahre 1784 eintreten, als er Redakteur der Stockholms post tidningar und der Inrikes tidningar wurde.

Ab diesen Jahren arbeite Gustaf Regnér nicht nur als Redakteur, sondern er verfasste auch zahlreiche Gedichte, für die er 1788 auch den Großen Preis der Svenska Akademien erhielt, und zwischen 1784 und 1786 gab er auch den Svenska Parnassen heraus, ein Sammlung damaliger Gegenwartsdichtung im Gustavianischen Stil. Regnér galt, trotz seines etwas zurückgezogenen Wesens, in seiner Zeit als literarischer Revolutionär, denn er wollte die Gesellschaft vom klassischen Denken abbringen und zum gefühlsbetonten Naturalismus führen, was sich sehr deutlich in seinen Schriften zeigt, insbesondere aber bei seinen Übersetzungen, da er sich dabei vom damaligen französischen Vorbild abwandte und, zum Beispiel, deutsche Autoren der Zeit übersetzte, aber auch Horaz und Vergil modernisiert.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 14. Februar 2016

Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson

Majgull Axelsson wurde am 14. Februar 1947 in Landskrona geboren, wuchs jedoch in Nässjö im Småland auf, wo sie auch zur Schule ging. Nach ihrer Hochschulreife besuchte Axelsson die Poppius Journalistenschule in Stockholm und wurde insbesondere in der schwedischen Arbeiterbewegung aktiv, wobei sie die ersten Jahre für den Gewerkschaftsbund LO arbeitete und sich auf Handelspolitik und den Arbeitsmarkt spezialisierte. In diesem Rahmen übernahm die Schriftstellerin auch einige politische Aufträge, unter anderem im Außenministerium.

Nach einigen Jahren als Journalistin im Gewerkschaftsbereich begann Majgull Axelsson ab 1978 Sachbücher zu unterschiedlichen aktuellen Themen zu schreiben, unter anderem über die Dritte Welt, Kinderprostitution und auch die Probleme Asiens. Erst in den 90er Jahren ging Axelsson dann auf Belletristik über und 1994 erschien mit Långt borta från Nifelheim ihr erster Roman, der zwar Beachtung fand, aber noch keine bedeutenden Verkaufsziffern aufwies. Erst als Axelsson drei Jahre später Aprilhäxan veröffentlichte, kam der literarische Durchbruch. Für Aprilhäxan wurde die Schriftstellerin auch mit dem begehrten Augustpriset belohnt, einem Preis, dem bald andere folgen sollten.

Die Romane von Majgull Axelsson beleuchten nahezu alle die menschliche Psyche und die Bedeutung des Verhältnisses zwischen Kindern und Eltern, was in der Regel den unterhaltenden Charakter ihrer Romans teilweise nimmt. Majgull Axelsson gehört mit zu den bedeutendsten Gegenwartsautorinnen Schwedens, wobei ihre Aprilhäxan in 23 Sprachen übersetzt wurde. Im Jahr 2002 zeigte sich Axelsson auch erstmals als Dramatikerin mit LisaLouise, einem Theaterstück, das 2007 im Dramaten in Stockholm Uraufführung hatte. Die Schriftstellerin lebt und arbeitet heute auf Lidingö bei Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. September 2015

Der Skandalschriftsteller und Spion Gustaf Ericsson

Gustaf Ericsson wurde am 6. September 1900 in Örebro als Sohn eines Polizisten geboren und gilt als extrem intelligent und unerhört belesen. Obwohl er selbst mit 16 Jahren die Schule abbrach, mit der Aussage, dass es für ihn sinnlos sei noch etwas zu lernen, da er ohnehin alles wisse was man für das Abitur benötige, schrieb er mit verstelltem Schreibstil die Prüfungsaufgaben und Abschlussarbeiten mehrerer seiner Mitschüler. Zur gleichen Zeit begann Ericsson, der sich bis gegen 1925 Eriksson schrieb, als Journalist zu arbeiten, allerdings nur,weil er sich bei den Redaktionen um fünf Jahre älter machte. Sein erwachsener Schreibstil erlaubte ihm jedoch für so renommierte Zeitungen wie Nerikes Allehanda, Stockholms-Tidningen oder Folkets Dagblad zu schreiben.

Auch wenn Gustaf Ericsson eine schnelle journalistische Karriere machte und bedeutende Aufträge erhielt, musste er schon nach wenigen Jahren ins freiberufliche Lager wechseln, da sich Ericsson in keiner Weise in die Redaktionen integrierte und auch sehr wenig von Presseethik hielt. Schon zu Beginn der 20er Jahre begann sich der mittlerweile freiberufliche Journalist auch nach anderen Einkommensquellen umzusehen. 1922 befand sich Ericsson in den USA, spielte eine Nebenrolle in einem Buster Keaton Film und veröffentlichte sein erstes Buch. Nach seiner Rückkehr aus Russland Ende 1923 erschien dann sein zweites Werk Bland fångar och filmhjältar i U.S.A., das vor allem in Russland in mehreren Auflagen erschien, aber auch in Schweden Aufsehen erregte.

Gustaf Ericsson, der auch unter zahlreichen Pseudonymen schrieb, arbeitete auch am Manuskript des Filmes Panik mit, der eine jüdisch-bolschewistische Konspiration gegen Ivar Kreuger zeigt, einem Mann, der ihn am meisten stützte. Inwieweit Ericsson auch als Spion arbeitete, ist bis heute offen, auch wenn er selbst mehrmals versicherte sowohl für den russischen als auch den englischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Seine Provokationen und sein eigenwilliges Verhalten, das sowohl eine extrem linke Neigung als auch einen faschistischen Einschlag zeigte, brachte Ericsson immerhin zwei Gefängnisstrafen ein, einmal wegen Spionage und ein anderes Mal wegen einem Verstoß gegen das Pressegesetz. Als Ericsson am 24. Februar 1967 starb, war er jedoch in Schweden kaum noch bekannt, da er sich nach  dem zweiten Urteil überwiegend im Ausland aufhielt und Schweden gerne in ein negatives Licht rückte.


6. September 1815: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
6. September 1868: Axel Anders Teodor Hägerström, der Gründer der Uppsala-Schule
6. September 1893: Stefan Oljelund und die Arbeiterbewegung Schwedens
6. September 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden
6. September 1965: Die schwedische Sängerin Louise Hoffsten 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 12. Januar 2015

Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa

Der Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa wurde unter dem Namen Levi Eriksson am 12. Januar 1868 in Almby bei Örebro geboren und änderte seinen Familiennamen Eriksson später in Rickson. Zum Pseudonym Jeremias i Tröstlösa kam der Dichter als er innerhalb weniger Minuten einen Namen finden musste den die Zeitung für die er um diese arbeitete unter eines seiner Gedichte setzen sollte. Nach der Veröffentlichung des Gedichtes war es jedoch nicht mehr sinnvoll einen anderes Pseudonym zu finden. Jeremias i Tröstlösa passte vom Namen her zwar zu seinem Gedicht Ja ä så ledsen, aber letztendlich blieb dies der Name unter dem der Schriftsteller wirklich bekannt wurde.

Levi Rickson, alias Jeremias i Tröstlösa, begann bereits sehr früh Gedichte und einfachere Prosa zu schreiben, denn bereits als Schüler in Örebro war er Mitglied der Literaturvereinigung Brage. Nach seiner Hochschulreife begann Rickson bei der Tageszeitung Nerikes Allehanda zu arbeiten, der er anschließend 26 Jahre die Treue hielt. Während dieser Zeit veröffentlichte der Dichter, der die ersten Jahre überwiegend humoristische Gedichte im lokalen Dialekt schrieb, in der Zeitung in der er als Journalist tätig war, was ihn auch im Raum Örebro zum Ruf eines Lokaldichters verhalf.

Als Jeremias i Tröstlösa im Jahre 1916 die Nerikes Allehanda verließ, widmete er sich nicht nur ganz der Schriftstellerei, sondern er begann seine Gedichte auch in Hochschwedisch zu schreiben um ein breiteres Publikum anzusprechen. Die Stärke des Dichters, dessen Werke teilweise auch von vertont wurden, war allerdings die Mundart, denn die späteren Werke wirken eher konstruiert als gefühlt. Die Schreibstube Ricksons, der am 29. November 1967 in Örebro starb, findet man heute im Freilichtmuseum Wadköping, denn man sagt, dass zahlreiche seiner Gedichte im Obergeschoss der dortigen Jeremiastugan entstanden. Dies ist auch der Grund, warum die einstige Bäckerei nach dem Dichter benannt wurde.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. September 2013

Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens

Lennart Hyland wurde am 24. September 1919 in Tranås geboren und wurde vor allem ab den 60er Jahren als der bedeutendste Fernsehjournalist und Fernsehmoderator Schwedens betrachtet, der insbesondere mit seiner Sendung Hylands Hörna, die, mit einigen Unterbrechungen, von 1962 bis 1983 ausgestrahlt wurde die Volksmassen vor den Fernseher zog. Diese Sendung kann als die erste Talkshow Skandinaviens bezeichnet werden, auch wenn dieser Begriff in diesen Jahren noch gar nicht existierte.

Lennart Hyland begann seine journalistische Karriere im Jahre 1945 mit einem Vertrag beim damaligen Radiotjänst, der heute als die staatliche Radioanstalt Sveriges Radio (SR) bekannt ist. Eigentlich wurde er dort in Nachrichtenredaktion angestellt, was beinhaltete, dass er bisweilen auch als Sprecher einspringen musste. Schon bald brachten ihn seine Interessen und seine Leistungen dann jedoch zum Unterhaltungsprogramm und zum Sport. Zahlreiche Jahre lang teilte er die beiden Interessen und machte sich schließlich in beiden Bereichen nahezu unentbehrlich.

Als Publikumsliebling im Radio kam Lennart Hyland dann ab der Stunde Null im Jahre 1956 auch zum schwedischen Staatsfernsehen, wo er bereits 1961 mit seiner Talkshow Hylands Hörna begann, die vorher noch ausschließlich im Radio übertragen worden war. Nach dem großen Erfolg in Schweden entstanden dann unter Hyland auch vier der Sendungen für ein britisches und ein amerikanisches Publikum, was sich jedoch als Flop zeigte, da der Humor Hylands außerhalb Schwedens nicht verstanden wurde.


24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke 
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Oktober 2012

Ulf Ivar Nilsson und die gezeichnete Gesellschaftskritik

Der Journalist, Schriftsteller und Karikaturist Ulf Ivar Nilsson, geboren am 16 oktober 1946 in Bollnäs, arbeitete von 1966 bis 1989 beim Arbetarbladet in Gävle, einer Stadt, die er in gewisser Weise nie verlassen hat, obwohl er mittlerweile in Stockholm wohnt und eine Medienfirma betreibt. Ulv Ivar Nilsson zeichnet aber weiterhin für Gävle und das Gästrikland, eine Tätigkeit, der er ursprünglich nur neben seiner Arbeit als Journalist und Reporter nachging.

Seine Karriere als Karikaturist begann der Journalist indes gleichzeitig mit seinen ersten journalistischen Schriften, auch wenn Ulf Ivar Nilssson damals noch nicht ganz klar war, dass ihm gerade diese Zeichnungen den großen Erfolg bringen sollten, denn bereits nach wenigen Jahren an Veröffentlichungen im Arbetarbladet kamen auch Anfragen vom Svenska Dagbladet, von der Norrskensflamman und schließlich auch Aufträge von Verlagen, die von ihm Illustrationen für Märchenbücher wollten.

Aber was macht eine Karikatur von Ulf Ivar Nilsson so einmalig? Vielleicht einfach die Tatsache, dass er sich an zeitnahen Themen heranmacht, die von nationalem und internationalem Interesse sind. Vielleicht aber auch die Tatsache, dass er mit seinen Karikaturen auch eine Geschichte erzählt, die meist mit schwedischem Verhalten zusammenhängt. Geradezu ein Sammelwerk wurde seine Geschichte Gävles in Form von Karikaturen, die seit 2002 jedes Jahr von der Stadt veröffentlicht wird und, im Gegensatz zu normalen Projekten einer Stadt, dieser sogar einen Gewinn beschert.


16. Oktober 1901: Erste schwedische Antarktisexpedition
16. Oktober 1944: Bunny Ragnerstam, Gesellschaftskritik im Kriminalroman 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. August 2012

Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman

Stieg Trenter wurde am 14. August 1914 in Stockholm geboren und hieß bis 1936 eigentlich Stig Johansson. Die Ursache zum offiziellen Namenswechsel war, dass Stieg seine Werke unter dem Pseudonym Trenter veröffentlicht hatte, einem Familiennamen, den er sich vom Kriminalroman „Trent's Last Case“ von E. C. Bentley geliehen hatte, einem Namen, mit dem er nach ersten Erfolgen, allerdings noch als Journalist, auch ständig angesprochen wurde. Es war daher nur sinnvoll diesen Namen auch tatsächlich eintragen zu lassen.

Die Kriminalromane Stieg Trenters spielen überwiegend im Stockholmer Milieu. Ab seinem dritten Roman „Farliga Fåfänge“ (1944), taucht seine Hauptfigur, der Fotograf Harry Friberg, auf, der in vielen Zügen dem Charakter eines befreundeten Fotografen des Autors entspricht. In den meisten Werken arbeitet Harry Friberg mit dem Kriminalintendant Vesper Johnson zusammen, was ein ideales Team ergibt. Erst ab dem 23. Kriminalroman ändert sich dann der Stil der Bücher in mehreren Punkten.

Nachdem Stieg Trenter sich in zweiter Ehe mit der Schriftstellerin Ulla Trenter, geborene Anderson, verheiratet hatte, entstanden ab dem 23. Roman die Kriminalromane in Kollaboration mit seiner Frau. Als Stieg im Jahre 1967 starb, führte Ulla die Serie mit den beiden Hauptfiguren fort, allerdings unter eigenem Namen und in einem Stil, der vollkommen mit den vorhergehenden Werken bricht, nicht zuletzt auch wegen ihrem persönlichen politischen Engagement in der schwedischen Zentrumspartei, deren Gedankengut in die Handlungen einfließt.


14. August 1571: Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie
14. August 1814: Die Union von Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Mai 2012

Gustav Fridolin und die Grünen Schwedens

Am 10. Mai 1983 wurde Gustav Fridolin in Önnestad in Skåne geboren, ein Politiker, der heute, gemeinsam mit Åsa Romson, Sprecher der Grünen Schwedens ist. Der kritische Journalist und Lehrer an der Volkshochschule hat diese Position seit 2011 und begann bereits als Elfjähriger seine Karriere, als er eines der jüngsten Mitglieder der Partei wurde. Seine Motivation kam allerdings durch einer Strafarbeit, die ihn dazu zwang eine Wahldebatte im Fernsehen zu folgen und darüber zu berichten, was ihm bedeutende Denkanstöße bot und ihn direkt zur grünen Politik führte.

Gustav Fridolin beschäftigte sich anschließend so stark mit der grünen Politik Schwedens, dass er bereits ein Jahr später als Sprecher des Parteikongresses in Alingsås auftrat. Sein Engagement blieb am Leben, so dass er dann 1999, im Alter von 16 Jahren, Sprecher des nationalen Jugendbundes der Grünen wurde und Gustav Fridolin mit 19 Jahren der jüngste Politiker des schwedischen Parlaments wurde, denn nie zuvor konnte dort 19-jähriger einziehen. Bei den Wahlen im Jahre 2010 wurde Gustav Fridolin, nachdem er auf eigenen Wunsch eine Periode ausgesetzt hatte, für eine weitere Wahlperiode bestätigt.

Im Gegensatz zu manch anderen führenden Politikern Schwedens hat Gustav Fridolin auch eine solide Ausbildung, denn außer einem dreijährigen Studium orientalischer Sprachen an der Universität Stockholm schloss er in Linköping auch ein Studium als Lehrer für schwedische Volkshochschule ab, einem Beruf, den er ab 2007 mit den Fächern Geschichte und Gesellschaftskunde ausübte. Auf Grund seiner Leistungen und nach der Veröffentlichung mehrere Bücher zur Lage Schwedens wurde Fridolin auch in den Vorstand der Hochschule auf Gotland gewählt. Mit dem Regierungswechsel im Jahre 2014 wurde Fridolin am 3. Oktober 2014 zum Kultusminister ernannt.


10. Mai 1963: Rechtsverkehr in Schweden
10. Mai 2006: Nils Strinning, ein Architekt wird als Designer bekannt 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Dawit Isaak, zehn Jahre Gefangenschaft eines Journalisten

Am 27. Oktober 1964 wurde der Journalist, Schriftsteller und Dramatiker Dawit Isaak in Eritrea geboren. Während des Unabhängigkeitskrieg des Landes kam er dann als Flüchtling nach Schweden, wo er zu Beginn als Raumpfleger arbeitete. 1992 erwarb Dawit Isaak dann auch die schwedische Staatsbürgerschaft. Da er jedoch hoffte wieder nach Eritrea zurückkehren zu können, behielt er gleichzeitig die dortige Staatsbürgerschaft bei.

Als Eritrea dann seine Unabhängigkeit errungen hatte, kehrte Dawit Isaak zurück nach Asmara, wo er gemeinsam mit anderen Journalisten die erste unabhängige Zeitung des Landes gründete, Setif. Bereits 1998 brachen dann erneut bedeutende Grenzstreitigkeiten mit Äthiopien auf und Dawit Isaak kehrte nach Schweden zurück. Wenig später kam auch seine Familie nach und gemeinsam wohnten sie dann in Göteborg.

Als Dawit Isaak dann 2001 erneut nach Eritrea reiste, wurde er, gemeinsam mit anderen Journalisten festgenommen und angeklagt gegen die Sicherheit des Landes gearbeitet zu haben. Seit dieser Zeit sitzt der Journalist in Eritrea im Gefängnis, wobei er nach Tortur mehrmals ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ab Mai 2009 entstand in Schweden eine starke von mehreren Zeitungen unterstützte Bewegung für die Befreiung von Dawit Isaak, die jedoch bisher keinerlei Erfolg zeigte, da Eritrea Dawit Isaak als Bürger des eigenen Staates betrachtet und sich daher um ausländische Aktionen und Bemühungen nicht kümmert.

27. Oktober 1844: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 20. August 2011

Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter

Am 20. August 1893 starb Axel Rudolf Mauritz Wall, der Gründer der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter, der ersten Morgenzeitung, die je in Schweden erschien. Dagens Nyheter ist noch heute die größte Morgenzeitung Schwedens und ist mittlerweile vollständig im Besitz und der Leitung des Großkonzerns Bonnier AB und gilt als die schwedische Zeitung, die am meisten Einfluss auf die politische Meinung der Bürger Schwedens ausübt.

Axel Mauritz Wall, war 1864 nicht nur der Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Dagens Nyheter, sondern war auch nach 1874, als das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft verwandelt wurde, weiterhin Vorstand des Unternehmens und gab die Leitung erst mit seinem Tode ab. Dagens Nyheter bezeichnet sich selbst als liberal neutral und kritisiert sowohl rechte als auch linke Politik, was jedoch auch eine gewisse Manipulation der Leser fördert.

Das Leben von Axel Mauritz Wall hatte seine Höhepunkte und Tiefpunkte, da er in einfachen Verhältnissen aufwuchs und sich in jeder Stufe seines Lebens erneut hocharbeiten musste. Erst entwickelte er sich vom Bürojungen zum Leiter einer Druckerei, was ihm auch die Bürgerschaft in Stockholm einbrachte. Sein nächstes Unternehmen als Händler von Branntwein ging in Konkurs und schließlich arbeitete er sich erneut vom einfachen Journalist bis zum Gründer der Dagens Nyheter hoch. Seine journalistische Karriere drückte sich von Beginn an durch ein starkes politisches Engagement aus, das die Dagens Nyheter noch heute prägt.

20. August 1843: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat 

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