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Donnerstag, 19. März 2015

Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg

Als Ottilia Adelborg am 19. März 1936 im Alter von 80 jahren in Gagnef in Dalarna starb, war sie eine der bekanntesten Künstlerinnen und Kinderbuchschriftstellerinnen Schwedens, die Elsa Beskow beeinflusst hatte und deren Texte zum Teil von Alice Tegnér vertont wurden. Heute ist Adelborg nahezu in Vergessenheit geraten, obwohl ihre Blumenzahlen immer noch als Postkarte verkauft werden und sich in Gagnef das Ottilia Adelborg Museum befindet, in dem man sehr viele Werke der Künstlerin finden kann, die dem Kinderbuch Schwedens ein neues Gesicht gab.

Ottilia Adelborg war am 6. Dezember 1855 als Tochter eines Kapitäns zur See in Karlskrona geboren worden. Als Künstlerin machte sich Adelborg erstmals 1896 bemerkbar, als sie in der Lundgrens Kakelfabrik in Stockholm Dekorationen für Tonservice entwarf und, parallel dazu, Designs für Vasen, Leuchter und anderen Tonwaren in Höganäs zeichnete. Die Zeit zwischen ihrer Ausbildung an der Akademie der Freien Kunst, die sie 1884 abschloss, und dem Beginn ihrer künstlerischen Aktivität liegt etwas im Dunkeln, wenn man davon absieht, dass Adelborg bereits 1892 ihr Plakat Blumenalphabet (Prinsarnes blomsteralfabet) gezeichnet hatte, das später zum ABC-Lesebuch und noch später zu einem Adventskalender (julkalender) wurde.

In erster Linie muss man Ottilia Adelborg als Pionierin der gezeichneten Serien für Kinder sehen, die bei ihren Zeichnungen zu Aquarellfarben griff. Aber auch wenn die Bilderbücher Adelborgs als ihre bedeutendsten Werke betrachtet werden, so war sie ab 1903, als sie sich in Gagnef niederließ, auch in anderen Bereichen sehr aktiv, denn sie illustrierte Bücher für Erwachsene, zeichnete Tapetenmuster und gründete dort eine Klöppelschule. Ihre Interessen galten jedoch auch der Kulturgeschichte der Bewohner, die die Künstlerin in Wort und Bild festhielt. Einige Werke von Ottilia Adelborg kann man heute auch im Zornmuseum in Mora finden.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus 
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus 
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs 
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius 
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ 
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens 
19. März 1922: Der erste Vaslauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 28. November 2014

Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark

Gullan Bornemark kam am 28. November 1927 unter dem Namen Gunhild Bohlin in Härnösand zur Welt und war vom letzten öffentlichen Konzert Alice Tegnérs, das diese in Härnösand gab, so beeindruckt, dass sich selbst dafür entschied eine Karriere in der Musik zu suchen. Zuerst legte Bornemark an der Musikhochschule in Stockholm die Prüfung als Musiklehrerin ab und viele Jahres später in Malmö auch jenes für Kirchenmusik, auch wenn sie um diese Zeit längst im ganzen Norden für ihre Kinderlieder bekannt geworden war.

Nach ihrem Examen als Musiklehrerin und der Ehe mit Valter Bornemark, ließ sich Gullan Bornemark in Malmö nieder und gründete dort mit ihrem Ehemann eine Musikspielschule und begann ihre eigenen Lieder zu schreiben. Es kamen eigene Kinder und 1962 erschien ihr erstes Werk mit Kinderliedern. Bei der Schallplattenaufnahme dieser eigenen Sammlung saß Gullan selbst am Klavier, der Ehemann dirigierte das Orchester und die Stimmen kamen von den beiden Kindern Eva und Sven. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Familie mit ihrem Kinderchor Blåklockebarn in ganz Schweden bekannt und zahlreiche Auftritte im Radio verbreiteten die Kinderlieder Gullan Bornemarks.

Ab den 60er Jahren wirkte Gullan Bornemark dann an zahlreichen Fernsehserien mit und begann, neben ihrer Arbeit in der Musikschule, mit Tourneen im gesamten nordischen Raum. Nachdem Bornemark in mehreren Sendungen zur Verkehrserzziehung mit eigenen Liedern mitgewirkt hatte, ging sie mehr und mehr auf Kirchenlieder und Psalmen über, erneut mit Erfolg, denn ihren Psalm Mista en vän findet man auch der aktuellen Ausgabe des Psalmenbuches der Svenska Kyrkan. Einen ihrer bisher letzten großen Auftritte hatte Gullan Bornemark im Jahr 2008 beim Allsång på Skansen in Stockholm.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1773: Die Adolf-Friedrich-Kirche in Stockholm
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 12. März 2014

Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens

Alice Tegnér wurde am 12. März 1864 unter dem Namen Alice Sandström als Tochter eines Kapitäns in Karlshamn geboren. Zur Musik kam das Mädchen sehr früh über ihren Vater, der seine vier Töchter immer wieder mit auf seine Reisen auf der Ostsee nahm und ein Piano in seiner Kajütte hatte für das die junge Alice ein besonderes Interesse zeigte. Auf Grund ihrer Musikalität erhielt sie daher auch sehr früh Pianolektionen beim Organisten in Karlshamn, der Tegnér das absolute Gehör zusprach.

Da die Familie jedoch kein Geld für ein Musikstudium hatte, musste sich Alice Tegnér mit einer Ausbildung zur Lehrerin begnügen. Bei einer Studienreise nach Finnland, wo die Künstlerin ein Jahr lang als Gouvernante für die Kinder von Frans Beijer arbeitete, lernte sie den ebenfalls sehr musikalischen Jakob Tegnér kennen mit dem sie nicht nur gemeinsam Musik machte und sang, sondern den sie auch wenig später heiratete. Da ihr Ehemann in Stockholm beschäftigt war, zog das Paar in die schwedische Hauptstadt, die damals das Zentrum der schwedischen Kultur war.

Drei Jahre lang komponierte und sang Alice Tegnér in ihrem Heim Kinderlieder für die eigenen Kinder und deren Freunde, bis Fredrik Skoglund das Talent entdeckte und 1892 ihre erste Liedersammlung Sjung med oss, Mamma! Veröffentlichte, der in den folgenden Jahren weitere acht Sammlungen folgen sollten. Auf diese Weise wurde Alice Tegnér zur bedeutendsten Komponistin von schwedischen Kinderliedern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da Tegnér mit ihren Liedern den Kindern eine Zukunftsperspektive bot, wird sie oft mit Astrid Lindgren verglichen, da beide Frauen die gleichen Ideen hatten und sich literarisch und musikalisch komplettieren. Alice Tegnér starb am 26. Mai 1943 im Alter von 79 Jahren in Djursholm.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen 
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA 
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag 
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen 
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall

Copyright: Herbert Kårlin