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Mittwoch, 30. November 2016

Der samische Schriftsteller Johan Turi

Johan Turi, dessen Familienname auch Thuuri und Thuri geschrieben wird, starb am 30. November 1936 im nordschwedischen Jukkasjärvi. Wer im dortigen Friedhof seinen Grabstein sucht, kann darauf lesen „Samernas författare“, der Schriftsteller der Samen, eine Aussage, die die Leistungen Turis für die samische Kultur kaum besser beschreiben könnte, denn Turi gilt als der Nationalskalde der Volksgruppe und ist der erste Schriftsteller der Samen, der zum einen in der samischen Sprache schrieb, zum anderen über das Leben dieses Volkes schrieb, das Zeit seines Lebens nur diskriminiert wurde und für schwedischen Autoren ein Randthema war.

Johan Turi war am 10. März 1854 im norwegischen Kautokeino zur Welt gekommen und kam, wie viele andere Samen zu Beginn der 80er Jahre nach Schweden, nachdem die Russen 1852 die Grenzen nach Finnland auch für Rentiere geschlossen hatten, und er ließ sich im Samendorf Talma nieder. Obwohl Turi keinerlei Schulbildung hatte, hatte er sehr früh den Wunsch ein Buch über das Leben der Gebirgssamen zu schreiben. Diesen Wunsch konnte sich Johan Turi erst 1910 erfüllen, denn erst musste Turi das Schreiben erlernen und anschließend auch noch mit den Vorurteilen der eigenen Volksgruppe kämpfen, denn die Idee ein Buch zu schreiben, fand man absurd, da man ein Buch über das samische Leben um diese Zeit kaum in Schweden veröffentlichen konnte und die Idee daher geradezu als unsinnig betrachtet wurde.

Johan Turis erstes Werk, Muitalus sámiid birra, wäre vermutlich für immer ein Traum geblieben, wenn er nicht 1904 die dänische Schriftstellerin Emilie Demant-Hatt kennengelernt hätte, denn Turi half der Schriftstellerin dabei ein Jahr lang unter den Samen leben zu können, und sie versprach ihm dafür ihm bei seinem Buch zu helfen. 1907 zog die Schriftstellerin dann für einige Monate zu Turi und half ihm nicht nur bei der Arbeit an seinem Buch, sondern sortierte auch die unzähligen Aufzeichnungen und bat Hjalmar Lundblom, einen ihrer Freunde, das Buch, dem sie eine dänische Übersetzung beifügte, zu veröffentlichen. Diesem Werk, das Johan Turi auch bebilderte, sollten noch zwei weitere Bücher folgen, die dabei halfen die samische Kultur besser zu verstehen und späteren samischen Schriftstellern den Weg öffnete.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1888: Die Markthalle auf Östermalm in Stockholm
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois
30. November 2010: Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. November 2016

Das Begräbnismuseum in Ljungby

Der Ort Ljungby im Småland zählt heute rund 15.000 Einwohner und niemand weiß genau wann sich dort die ersten Menschen niederließen, denn historisch gesehen weiß man nur dass hier im elften Jahrhundert ein Runenstein aufgestellt wurde und im 12. Jahrhundert die erste Steinkirche errichtet wurde. Und obwohl man weiß dass die Anwohner Ljungbys im 13. Jahrhundert um die Stadtrechte kämpften, zählte man selbst 1828 nur fünf Landgüter in Ljungby, was mit Sicherheit ein bedeutender Rückschritt in der Entwicklung des Ortes war, auch wenn uns die Gründe dafür heute unbekannt sind.

Am 4. November 2004 sollte Ljungby dann jedoch erneut Geschichte machen, denn in einer kleinen Kirche im Waldfriedhof öffnete das erste Begräbnismuseum Schwedens, das einen Teil der Kulturgeschichte Schwedens erzählt, die nahezu unbekannt ist, da der Tod für viele kein Gesprächsthema ist. In der Tat geht es bei diesem Museum natürlich ebenfalls nicht um den Tod, sondern die Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mit der Beerdigung verbunden sind. Jeder Besucher des Museums ist erstaunt welche Veränderungen dabei allein während der letzten 200 Jahre zu verzeichnen sind.

Das Begräbnismuseum in Ljungby führt den Besucher in Form von mehreren Räumen zu den verschiedenen Traditionen und erklärt nicht nur die Zusammenarbeit von Familie und Nachbarn bei der Vorbereitung einer Beerdigung, sondern zeigt auch frühere Särge, einen gedeckten Kaffeetisch und alle Gegenstände, die in dieser Epoche für kirchliche und private Zeremonien dienten. Beim Besuch des Museums, das im Sommer täglich geöffnet ist, versteht man auch, dass sich nicht nur die Art der Beerdigung innerhalb von 200 Jahren stark veränderte, sonder auch die Gesellschaft hat sich verändert und ging von einem gemeinsamen Handeln und Denken zum Individualismus über.


4. November 1520: Kristian II. wird in Schweden zum König gekrönt
4. November 1842: Olof Arborelius und die Landschaft Dalarnas
4. November 1925: Die schwedische Schauspielerin Kjerstin Dellert
4. November 1954: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
4. November 1954: Stig Dagerman, der depressive Schriftsteller Schwedens
4. November 1970: Die schwedische Opernsängerin Malena Ernman

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Die Akademie der Mahlzeiten (Måltidsakademien) wird gegründet

Am 19. Oktober 2000 wurde in Schweden eine weitere Akademie gegründet, die Akademie der Mahlzeiten (Måltidsakademien). Das Ziel dieses quer-wissenschaftlichen Forschungsinstituts soll sein die Mahlzeiten unter allen Aspekten zu untersuchen und, als Zusatz zur universitären Forschung, den Weg zu einer sinnvollen, gesunden und haltbaren Ernährung zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in die Akademie die unterschiedlichsten Berufsgruppen gewählt, die die Ernährung aus möglichst unterschiedlicher Perspektive beleuchten können.

Die Måltidsakademien beschäftigt sich natürlich nicht nur mit der Qualität des Essens und einer gesunden Ernährung, sondern untersucht auch wie der Mensch das Essen mit seinen Sinnen empfindet, warum jede Person einen anderen Geschmack hat und welche Rolle hierbei erbliche Faktoren spielen. Ein weitere Ziel ist die Kalorienforschung, denn die Mitglieder der Akademie der Mahlzeiten will auch wissen warum man von gefährlichen und ungefährlichen Kalorien sprechen kann und warum das gleiche Essen eine Person zunehmen lässt während andere keinerlei Gewichtsveränderung spüren.

Neben der Empfehlung von Büchern zum gesunden und sinnvollen Essen interessiert sich die Måltidsakademien auch für die kulturellen Aspekte des Essens und vergleicht die verschiedensten Mahlzeit-Traditionen weltweit und ihre globale Veränderungen, mit dem Ziel eine Tradition weitgehend zu fördern oder zumindest diese Kenntnisse zu erhalten. Auch die Veränderungen der Ernährung durch Import und Export spielt für die Akademie eine Rolle, da dadurch nicht nur Lebensmittel neue Abnehmer finden, sondern in den Lebensmittel auch verschiedene Gifte landesübergreifend verbreitet werden.


19. Oktober 1072: Der deutsche Bischof Egino stirbt in Lund
19. Oktober 1758: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman
19. Oktober 1821: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
19. Oktober 1917: Ministerpräsident Nils Edén und der Parlamentarismus
19. Oktober 1928: Das Chinateatern (Chinatheater) in Stockholm
19. Oktober 1975: Der schwedische Sänger und Musiker Lars Winnerbäck
19. Oktober 1979: Homosexualität keine Krankheit mehr in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Oktober 2015

Der samische Künstler Lars Pirak

Als der samische Künstler Lars Pirak am 2. Oktober 2008 an einem Herzinfarkt im Krankenhaus Sunderby in Luleå starb, fand man Werke des Künstlers bereits in den Museen der ganzen Welt, obwohl nur eine Gruppe Eingeweihter Piraks Werke wirklich kannte und die Bedeutung dieses Künstlers aus dem schwedischen Norden erfassen konnte. Lars Pirak hatte es verstanden die samische Tradition und das nördlichste Kunsthandwerk mit modernen Techniken aufrechtzuerhalten und er gilt als jener Künstler, der der samischen Kunst den Weg in die Zukunft öffnete, mit Motiven, die weit in die Geschichte der Samen zurückreicht.

Lars Pirak war am 27. Juli 1932 in Kvikkjokk im nördlichen Lappland zur Welt gekommen und wuchs mit der samischen Kultur und dem Luleåsamisch als Muttersprache  auf. Als der Künstler mit 17 die samische Volkshochschule in Jokkmokk besuchte, wurde sein Interesse für das Kunsthandwerk seines Volkes geweckt, was letztendlich auch dazu führte, dass Pirak 1957 an der gleichen Schule samisches Kunsthandwerk unterrichtete. Pirak hatte sehr früh erkannt, dass die Kunst und das Kunsthandwerk seines Volkes nur überleben können, wenn sich Vergangenheit und Zukunft verbinden. Aus diesem Grund vervollständigte der Künstler seine Ausbildung mit Studienaufenthalten in Nääs, in Stockholm und in Italien.

Lars Pirak, der neben kunsthandwerklichen Gegenständen auch Gemälde in Öl und Aquarell hinterlassen hat und als Sänger von Joiks bekannt war, gilt als der erste samische Künstler, der das Kunsthandwerk der Samen erneuerte, und Pirak ist der erste samische Künstler, dem die Ehrendoktorwürde der Universität Umeå verliehen wurde. Während Pirak bei seinen kunsthandwerklichen Arbeiten häufig zum Horn der Rentiere griff, repräsentieren seine Gemälde vor allem das Leben in den samischen Dörfern, der Rentierzucht, der Jagd und der alten samischen Religion, die Natur und Geistlichkeit vereint.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 23. Juni 2015

Karl Tirén und die Welt der Samen

Karl Tirén wurde am 23. Juni 1869 in Oviken im Jämtland als Sohn eines Priesters geboren und wurde in seiner Jugend stark von seinem älteren Bruder beeinflusst, der als Künstler vor allem Samenmotive malte. Tirén begann daher ebenfalls damit die nordschwedische Natur und Samen in ihrer  Umgebung zu malen, was ihm vor allem deswegen ermöglicht wurde, da er ab 1889 als Stationsvorsteher der schwedischen Eisenbahn in den verschiedensten Städten Nordschwedens, vor allem Lapplands, beschäftigt war und damit in engeren Kontakt mit der Lokalbevölkerung kam.

Bereits ab Beginn des 20. Jahrhunderts bereiste Karl Tirén dann das gesamte Lappland, allerdings nicht nur auf der Suche nach Motiven für seine Gemälde, sondern mehr und mehr als Sammler von Joiks, die er anfangs schriftlich und mit Noten versehen aufzeichnete, bald jedoch mit einem Phonograph aufnahm. Mit dieser Arbeit war Tirén nicht nur ein Pionier in der Tonaufzeichnung von Volkstraditionen, sondern er konnte dabei altes Volksgut bewahren, zumal im Jahre 1945 der Hugo Gebers Verlag einen Großteil seiner Aufzeichnungen veröffentlichte und damit einem breiten Publikum zugänglich machte.

Unter den künstlerischen Arbeiten Karl Tiréns wurden vor allem die Landschaftsgemälde und ein Altarbild mit samischen Motiven von größerer Bedeutung. Einige seiner Werke kann man heute im Länsmuseum in Östersund finden. Seine Archive zu Volkstraditionen und Dialekten liegen im Archiv DAUM in Umeå und die meisten seiner musikalischen Aufzeichnungen und Aufnahmen findet man im Schwedischen Liederarchiv (Svensk visarkiv). Tirén, der am 1. September 1955 in Stockholm starb, kämpfte auch um seinen einzigartigen Grabplatz bei seiner Stuga Nuoljalid bei Kiruna, der ihm nur mit Sondergenehmigung des damaligen Königs und durch die Unterstützung der Samen genehmigt wurde.


23. Juni 1743: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
23. Juni 1869: Karl Tirén und die Welt der Samen
23. Juni 1875: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens
23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus wird eingeweiht
23. Juni 1950: Carl Zetterström, bekannt unter der Signatur Carl Z
23. Juni 1952: Mittsommer (midsommar) in Schweden
23. Juni 1981: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
23. Juni 1982: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 19. März 2015

Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg

Als Ottilia Adelborg am 19. März 1936 im Alter von 80 jahren in Gagnef in Dalarna starb, war sie eine der bekanntesten Künstlerinnen und Kinderbuchschriftstellerinnen Schwedens, die Elsa Beskow beeinflusst hatte und deren Texte zum Teil von Alice Tegnér vertont wurden. Heute ist Adelborg nahezu in Vergessenheit geraten, obwohl ihre Blumenzahlen immer noch als Postkarte verkauft werden und sich in Gagnef das Ottilia Adelborg Museum befindet, in dem man sehr viele Werke der Künstlerin finden kann, die dem Kinderbuch Schwedens ein neues Gesicht gab.

Ottilia Adelborg war am 6. Dezember 1855 als Tochter eines Kapitäns zur See in Karlskrona geboren worden. Als Künstlerin machte sich Adelborg erstmals 1896 bemerkbar, als sie in der Lundgrens Kakelfabrik in Stockholm Dekorationen für Tonservice entwarf und, parallel dazu, Designs für Vasen, Leuchter und anderen Tonwaren in Höganäs zeichnete. Die Zeit zwischen ihrer Ausbildung an der Akademie der Freien Kunst, die sie 1884 abschloss, und dem Beginn ihrer künstlerischen Aktivität liegt etwas im Dunkeln, wenn man davon absieht, dass Adelborg bereits 1892 ihr Plakat Blumenalphabet (Prinsarnes blomsteralfabet) gezeichnet hatte, das später zum ABC-Lesebuch und noch später zu einem Adventskalender (julkalender) wurde.

In erster Linie muss man Ottilia Adelborg als Pionierin der gezeichneten Serien für Kinder sehen, die bei ihren Zeichnungen zu Aquarellfarben griff. Aber auch wenn die Bilderbücher Adelborgs als ihre bedeutendsten Werke betrachtet werden, so war sie ab 1903, als sie sich in Gagnef niederließ, auch in anderen Bereichen sehr aktiv, denn sie illustrierte Bücher für Erwachsene, zeichnete Tapetenmuster und gründete dort eine Klöppelschule. Ihre Interessen galten jedoch auch der Kulturgeschichte der Bewohner, die die Künstlerin in Wort und Bild festhielt. Einige Werke von Ottilia Adelborg kann man heute auch im Zornmuseum in Mora finden.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus 
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus 
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs 
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius 
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ 
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens 
19. März 1922: Der erste Vaslauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Samstag, 13. Dezember 2014

Lucientag und Lucienfest in Schweden

Der 13. Dezember jeden Jahres gehört in Schweden zu den wichtigsten Tagen des Jahres, auch wenn der Lucientag erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts in ganz Schweden zur Tradition wurde und erst 1973 die Zeitschrift Året Runt offiziell die Lucia des Jahres wählte. Man nimmt allgemein an, dass dieser Brauch in Westschweden oder im Värmland entstanden ist und von dort aus das Land erobert hat. Das was man heute als Lucienfest betrachtet, geht auf jeden Fall auf das Jahr 1927 zurück, als das Stockholms Dagblad in einem Wettbewerb Schwedens Lucia suchte. Die Belohnung war, dass die junge Frau mit einer elektrischen Lichterkrone auf dem Kopf in einem Umzug durch Stockholm ging. Ab dem 13. Dezember 1927 verbreiteten sich dann diese Wettbewerbe auch in anderen Teilen Schweden und jede junge Frau und jedes Mädchen träumte davon einmal die Lucia ihres Ortes zu sein.

Natürlich gab es den Lucientag als solches in Schweden nachweislich bereits im  18. Jahrhundert, allerdings in anderer Weise, denn die Reichen des Landes feierten diesen Tag mit einem reichhaltigem Essen und viel Alkohol und die Bauern verbanden diese Nacht mit der Macht übernatürlicher Wesen und waren überzeugt davon dass in dieser Nacht alle Tiere reden konnten. Dass der Lucientag, wenn auch nicht unter diesem Namen, als solches sogar schon ab dem 13. Jahrhundert eine besondere Bedeutung hatte, lag an der Zeitrechnung Schwedens, denn nach dem Julianischen Kalender jener Zeit fiel der Lucientag, also der 13. Dezember, auf den Wintersonnenstand, die längste Nacht des Jahres.

Die schwedische Lucia hat daher sehr wenig mit der Heiligen Lucia auf Sizilien zu tun, denn auch wenn der Name Lucia auf die Heilige zurückgeht, so war der Lucientag in Schweden eher beim Volksglauben der Wikinger zu suchen, die den Jahreszeiten und der Sonnenwende jeweils eine mystische Bedeutung gaben. Das heutige Lucienfest, das auch in allen Kindergärten und Schulen gefeiert wird, zeichnet sich im Grunde dadurch aus, dass eine jungen Frau oder ein Mädchen, die zur Lucia gewählt wurde, mit einem weißen Kleid, einem roten Band und einer Lichterkrone singend einen Umzug anführt. Der Lucia folgen zuerst weitere Frauen oder Mädchen, die tärnor (Luciajungfrauen). Nach diesen kommen die Sternsinger (stjärngossar), die Pfefferkuchenmännchen (pepparkaksgubbar) und schließlich noch die Wichte (tomtar), wobei alle im Umzug eine brennende Kerze tragen. Am Lucientag serviert man normalerweise Glögg, eine Art Glühwein, Pfefferkuchen und natürlich die Lussebullar, die auch Lussekatter genannt werden.


13. Dezember 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
13. Dezember 1621: Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa
13. Dezember 1638: Katarina Vasa und der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
13. Dezember 1805: Der Schauspieler und Theaterdirektor Pierre Deland
13. Dezember 1810: Das Karolinska Institut in Solna bei Stockholm
13. Dezember 1881: Anders Österling, der Landschaftsdichter Skånes
13. Dezember 1939: Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Dezember 2012

Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden

Auch wenn der Heilige Abend (Julaftonen) am 24. Dezember kein offizieller Feiertag in Schweden ist, so wird er jedoch nicht nur von der Svenska Kyrka, sondern auch in der Arbeitswelt als Feiertag behandelt, was bedeutet, dass die meisten Arbeitnehmer an diesem Tag frei haben. Vormittags findet in vielen Kirchen des Landes eine Kindermesse statt und es wird die Krippe aufgebaut. Am Nachmittag findet das Julbön, die Weihnachtsmesse, statt, die oft von einem Weihnachtsspiel ergänzt wird und als die meist besuchte Messe des Jahres gilt.

Am Heiligen Abend selbst steht dann der schwedische Julbord, das traditionelle Weihnachtsessen, im Mittelpunkt, das zwar von Region zu Region etwas abweicht, aber normalerweise aus drei Teilen besteht. Das Essen beginnt mit Fisch, wobei man vor allem eingelegten Hering, Stockfisch, Strömming und Lachs ist. Anschließend kommt der Weihnachtsschinken, Fleischbällchen, Wurst und Sülze. Den Abschluss bietet ein Reisbrei mit einer versteckten Mandel. Dazu kommen natürlich verschiedene Beilagen und die Weihnachtsgetränke wie Aquavit, Weihnachtsbier und der typisch schwedische Julmust.

Der Heilige Abend, beziehungsweise die ganze Nacht zum Weihnachtstag ist in Schweden mit zahlreichen Sagen und Legenden verbunden, denn in dieser Nacht können die Tiere reden, muss man dem Haustroll ein Glas Schnaps und Reisbrei bereit stellen, den Engeln etwas Bier auf den Tisch stellen und man muss die ganze Nacht über das Licht brennen lassen, da man sonst im Laufe des Jahres eines Todesfall zu beklagen hat.  Wobei dies natürlich nur einige der vielen Weihnachtstraditionen in Schweden sind, die oft weit in die heidnische Zeit zurückreichen.


24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Der Tag des Weihnachtssterns in Schweden


Der Tag des Weihnachtsstern (Julstjärnans dag) wurde in Schweden am 12. Dezember 2010 auf Initiative des Verbandes Blomsterfrämjandet, einem Verband, der in Schweden gezüchtete Blumen fördert, das erste Mal ausgerufen und reihte sich daher sehr spät in die Gruppe der Länder ein, die dem Weihnachtsstern eine besondere Bedeutung geben wollten und damit auch an den Tod von Joel Poinsett erinnern wollte, der im 19. Jahrhundert die Pflanze in die USA brachte und am 12. Dezember 1851 starb.

Schweden führte den Tag des Weihnachtssterns (Euphorbia pulcherrima) aus kommerziellen Gründen ein, denn es gab bereits um diese Zeit nahezu 200 Blumenzüchter im Land, die sich auf Weihnachtssterne spezialisiert hatten, aber der Absatz ging seit 15 Jahren abwärts, obwohl die meisten Schweden die Pflanze nach wie vor mit Weihnachten verknüpften. Nach Einführung des Julstjärnans dag ging der Absatz wieder etwas nach oben ohne jedoch je wieder die Verkaufszahlen der frühen 90er Jahre zu erreichen, wobei mittlerweile wieder rund neun Millionen Pflanzen pro Jahr in Schweden verkauft werden.

Rund 60 Prozent der in Schweden verkauften Weihnachtssterne gehen in der Woche des 1. Advent über den Ladentisch. Der Verkauf setzt dann bis eine Woche vor Weihnachten fort und sinkt anschließend nahezu auf den Nullpunkt. Wenn man vom „schwedischen“ Weihnachtsstern spricht, so ist dies natürlich nur bedingt richtig, denn die meisten Züchter kaufen ihre Stecklinge in Deutschland oder Holland, wo sie bereits die ersten Wurzeln schlugen, jedoch ebenfalls, noch wurzellos, aus Kenia importiert worden waren. Obwohl mittlerweile etwa 100 verschiedene Arten an Weihnachtssternen gezüchtet werden, werden in Schweden zu 95 Prozent rote Sorten verkauft.


12. Dezember 1849: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
12. Dezember 1853: Henrik Menander, der Arbeiterdichter Skånes 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. November 2012

Der Tag des Stockfischs (Lutfiskens Dag) in Schweden

Da in Schweden der Lutfiskens Dag, der Tag des Stockfischs, jeweils am Tag vor dem Alla Helgons Dag gefeiert wird, fällt er dieses Jahr auf den 2. November, ein gastronomischer Tag, der bereits 1993 von den Freunden des Stockfischs gegründet wurde und traditionell an diesem Tag auch erstmals im Jahr Stockfisch in den schwedischen Geschäften zu finden ist. Die Idee diesen Tag zu feiern kam von einer Gruppe an Personen, die alle in der Gastronomie tätig waren, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen, denn sie wollten die kulinarische und traditionelle Bedeutung des Lutfisken hervorheben.

Auch wenn Stockfisch heute in ganz Schweden mit dem Weihnachtsessen verbunden wird, so aß man Lutfisk ursprünglich zu allen wichtigen Ereignissen des Jahres, insbesondere zu Ostern, Mittsommer und Weihnachten, aber auch bei Begräbnissen und Hochzeiten dachte man in erster Linie an Stockfisch, eine Tradition, die man noch heute in Teilen Skånes finden kann, wobei man natürlich wissen sollte, dass es sich bei Lutfisk sehr häufig um verschiedene Arten von Dorschen handelt, aber auch andere Fischarten in Frage kommen können.

Seit wann Stockfisch in Schweden tatsächlich zubereitet wird, ist unbekannt, aber die älteste schriftliche Quelle geht bis zum Bischof Hans Brask aus Linköping zurück, der ihn während der Fastenzeit mit Rosinen, Mandeln und Erbsen aß. Heute wird aller Stockfisch, der in Schweden verzehrt wird nur noch von norwegischen Fischern im Frühling und Sommer gefangen, denn der letzte schwedische Fischkutter, der noch Dorsche für die Zubereitung von Lutfisk fing, brach bereits 1992 zu den Shetlandinseln auf und kam mit einem Fang von zehn Tonnen Dorsch zurück.


2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. August 2012

Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden

Die Krebspremiere oder Kräftpremiären, wie sie in Schweden heißt, fällt seit 1878 jedes Jahr auf den 8. August und geht darauf zurück, dass es ab 1878 zwischen dem 1. November und dem 7. August um 17 Uhr verboten war im Hjälmaren Krebse zu fangen, ein Verbot, das sich langsam über alle schwedischen Seen ausdehnte und verhindern sollte, dass Krebse in Schweden ausgerottet werden. Auch wenn dieses Verbot am 1. Januar 1994 aufgehoben wurde, so bleibt traditionell der 8. August der Tag an dem viele Schweden erstmals im Jahr Krebse essen.

Die Kräftpremiären wird in Schweden in der Regel mit der Kräftskivan verbunden, einem Fest unter Freunden bei denen nicht nur Krebse das wichtigste Gericht sind, sondern ein Fest, das auch mit viel Alkohol verbunden ist und an dem der Tisch oft mit allen Krebsattributen geschmückt ist, denn man verwendet Servietten mit Krebsmotiv, Lampions mit aufgedruckten Krebsen, Pappteller, die mit Krebsen verziert sind, setzt „Krebshüte“ auf und vieles andere mehr. Neben Krebsen findet man auf dem Tisch auch die üblichen Gerichte eines Smörgåsbordet und zum Schnaps singt man die typischen Schnapslieder.

Die Krebspremiere und die Kräftskivan haben allerdings nichts mit den in den letzten Jahren aufgetauchten touristischen Krebsfestivalen zu tun, die nichts mit Tradition zu tun haben, sondern immer mehr zu touristischen Festen werden. Das größte dieser schwedischen Krebsfestivale findet jeweils Mitte Juli in Glommen statt, wo man auf fünf Tage verteilt rund 30.000 Besucher zählt. Dieses Festival wurde erstmals 1996 gefeiert und ist mit allen möglichen Ereignissen zum Thema Krebs verbunden, wobei selbstverständlich auch Krebse als wichtigstes Gericht angeboten werden. In den letzten Jahren werden allerdings auch in Orten wie Vadstena, Motala oder Tidaholm Krebsfestivale im August zu öffentlichen Ereignissen, die Tourismus anziehen sollen, jedoch nichts mit den traditionellen Kräftskivor zu tun haben.


8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. April 2012

Karfreitag in Schweden

Auch wenn die Bedeutung des Karfreitag, der in Schweden Långfredagen (langer Freitag) genannt wird, eigentlich bis ins 4. Jahrhundert zurückgeht, wurde er in Schweden erst ab dem 17. Jahrhundert gefeiert. Im gleichen Jahrhundert wurde der Karfreitag dann auch zu einem Feiertag erklärt an dem keine Arbeit geleistet werden durfte. Die Bedeutung des Tages stimmt zwischen der katholischen und protestantischen Kirche überein, auch wenn gewisse Traditionen voneinander abweichen.

Obwohl in Schweden das Gesetz, nach dem alle Geschäfte am Karfreitag geschlossen sein müssen, keinerlei Tanzveranstaltungen angeboten werden dürfen und selbst Rock und Pop aus staatlichem Fernsehen und Radio verschwinden müssen bereits 1969 abgeschafft wurde, so steht man am Karfreitag auch heute noch in manchen Gegenden vor verschlossenen Geschäften oder Restaurants und einige Radiostationen spielen Psalmen statt der sonst üblichen Musikmischung. Auch manche Tanzveranstaltung fällt nach wie vor aus und die eine oder andere Diskothek legt einen Ruhetag ein.

Långfredagen soll ausdrücken, dass dieser Tag sehr lang für Jesus war und mit großen Leiden verbunden war. In der Svenska Kyrkan wird noch heute um 15 Uhr eine Kreuzwegandacht gehalten, die damit in Verbindung gebracht wird, dass Jesus in der neunten Stunde starb, also um 15 Uhr. Auf dem Altar findet man am Karfreitag nur fünf rote Rosen, die die Wunden von Jesus symbolisieren. In der Regel spielt man an diesem Tag auch keine Orgelmusik und die Kirchglocken bleiben stumm.


6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Februar 2012

Der verschobene Schalttag in Schweden

Wenn man vom Schaltjahr spricht, so denkt man in den meisten Ländern auch an den Schalttag am 29. Februar, also dem Tag der nur alle vier Jahre im Kalender auftaucht. In Schweden hielt man jedoch wenig von dieser modernen Zeitrechnung, die von Papst Gregorius XIII. mit dem Gregorianischen Kalender eingeführt wurde, sondern behielt, gemeinsam mit Finnland, die alte, römische Einteilung, nach der der Schalttag der 24. Februar war und nicht der 29. Dies führte zwar das Problem mit sich, dass man jedes vierte Jahr die Namenstage ab dem 24. Februar um je einen Tag verschieben musste, aber man musste dadurch nicht dem Diktat der katholischen Kirche folgen. Erst im Jahr 2000 entschloss sich dann auch in Schweden den 29. Februar zum Schalttag zu ernennen.

Traditionell gesehen ist natürlich der 24. Februar als Schalttag logischer, denn ursprünglich begann das Jahr nicht am 1. Januar, sondern immer am 1. März, was auch erklärt, warum der Februar der kürzeste Monat im Jahr ist und mit einem Schalttag die astronomische Länge eines Jahres ausgeglichen wird. Da man im Römischen Reich den ersten Tag eines Monats „Kalendae“ nannte und man die Tage auch rückwärts rechnete, so bedeutete dies, dass „ante diem sextus Kalendas Martias“ den 24. Februar ausdrückte, und im Schaltjahr den 25. Februar. Der Schalttag konnte daher logischer Weise nur der 24. Februar sein.

Der Schalttag, unabhängig welchen der beiden Tage man nun damit bezeichnet, ist, nach einer irischen Legende aus dem vierten Jahrhundert, damit verbunden, dass Frauen an diesem Tag freien dürfen. Alle vier Jahre gibt es daher einen Tag, an dem Frauen um die Hand des Mannes anhalten können. Noch im 19. Jahrhundert konnte es für einen Mann, der zur Freierin an diesem Tag nein sagte, relativ teuer werden, da er in diesem Fall der Frau ein sehr teures Geschenk machen mussten um sich von der Ehe loszukaufen.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Januar 2012

Mit Knut endet in Schweden Weihnachten

Der 13. Januar wird in Schweden als der Tjugondedag Jul bezeichnet und gilt als der Tag, an dem Weihnachten zu Grabe getragen wird, denn am Knutdagen, dem Namenstag Knuts, wird aus der Wohnung alles entfernt was noch mit Weihnachten zu tun hat, vor allem findet auch die „julgransplundring“ statt, das heißt dass der Baum „geplündert“ wird. Die Kinder essen die Süßigkeiten, die den Baum zierten, Kugeln und anderer Christbaumschmuck werden wieder verpackt und der Baum selbst wird entsorgt.

Traditionsgemäß wird am Knutdagen (Knuttag) auch das Lebkuchenhaus gegessen und alles Essen, das noch von Weihnachten übrig ist, inklusive der Plätzchen, muss ebenfalls zu Ende gehen. Es ist daher logisch, dass dieser Tag in vielen schwedischen Familien zum letzten großen Fest der Weihnachtszeit ausartet. Da Knut eigentlich ein katholischer Heiliger ist, dessen Tag am 7. Januar gefeiert wird und die protestantische Kirche jede Annäherung an den Katholizismus vermeiden wollte, wurde dort der Namenstag Knuts Ende des 17. Jahrhunderts auf den 13. Januar verlegt und die Weihnachtszeit um eine Woche verlängert.

In zahlreichen Gegenden Schwedens findet man auch heute noch die Tradition des Knutgubbe, denn in einigen Gegenden verkleiden sich Kinder und gehen von Haus zu Haus um Süßigkeiten zu erbetteln, in anderen wird ein Knutgubbe aus Stroh von Haus zu Haus transportiert und wieder in anderen Teilen des Landes, vor allem im Uppland, findet am Abend ein maskierter Karnevalsumzug statt. Besonders bekannt wurde hier der Ort Gimo, wo nicht nur ein Umzug stattfindet, sondern wo man auch das Knutmassomuseum findet, das jedes Jahr mehr Besucher anzieht und ihnen die Tradition dieses Tages näher bringt.

13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Dezember 2011

Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan

Wenn man nach dem Ursprung des Wortes Julottan sucht, so entdeckt man dass dieser Begriff in Schweden bereits im 13. Jahrhundert angewendet wurde und den Weihnachtsgottesdienst bezeichnete. Im Jahre 1686 taucht dieser Begriff dann auch im Kirchengesetz auf, mit dem Hinweis, dass die Julottan, die traditionelle Morgenmesse am Weihnachtstag, dem 25. Dezember, jeden Jahr morgens um sechs Uhr gefeiert werden musste, ein Brauch, der auf die alten Gesetze der Westgoten zurückgeht. Diese Frühmesse, die noch heute in ganz Schweden gefeiert wird, gehört immer noch zu den meist besuchten Gottesdiensten des Jahres.

Auch wenn heute viele Kirchen in Schweden die Julottan durch die Julbönen, eine Messe am Nachmittag des Heiligen Abends, und die Mitternachtsmesse (Julnattsmässan) ersetzen, so bleibt die Julottan nach wie vor der traditionell wichtigste Gottesdienst zur Weihnachtszeit. Heute finden die frühesten Julottan in der Regel bereits morgens um vier Uhr statt und die spätesten um zehn Uhr, was vom Wort her allerdings unlogisch ist, da Ottan der Moment des Tages bezeichnet an dem die Nacht dem Morgen Platz macht. In vielen Kirchen Schwedens tritt an diesem Morgen einer der bekannteren Chöre auf, wobei der Gottesdienst seit 1819 mit dem Psalm Var hälsad, sköna morgonstund eingeleitet wird, was in den letzten Jahren leider etwas verloren geht.

Trotz der frühen Morgenstunden sind die Kirchen während der Julottan in der Regel nach wie vor ziemlich gefüllt, wobei früher grundsätzlich alle Landbewohner zur Julottan gingen, oder mit geschmückten Wagen zur Kirche fuhren, und nur jeweils eine Person im Haus zurückblieb, da jemand das Feuer unterhalten musste und das Frühstück vorzubereiten hatte. Es war daher auch logisch, dass der Weihnachtstag ein Tag war, an dem sich alle zu Hause hielten und man aus vielen Häusern kaum einen Ton vernehmen konnte.

25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Juni 2011

Mittsommer in Schweden

Am 23. Juni 1952 war es das letzte Mal, dass in Schweden der Midsommarafton (Mittsommerabend) immer auf den 23. Juni fiel, denn ab 1953 bestimmten die Politiker des Landes, dass Mittsommer jeweils am zeitnächsten Freitag und Samstag gefeiert werden muss, damit der höchste Feiertag Schwedens besser mit dem Arbeitsleben vereinbart werden kann.


>Mittsommer, oder Midsommar, wie man in Schweden sagt, besteht im Grunde aus drei Teilen, da die öffentlichen Feiern jeweils am Freitag Nachmittag statt finden, wenn die Mittsommerstange aufgestellt wird und alle Teilnehmer, begleitet von den schwedischen Sommerliedern, um die geschmückte Stange tanzen. Frauen und Kinder tragen dabei einen Kranz aus Birkenreisig, das mit Blumen geschmückt wird. Der Abend, im engeren Kreis, beginnt dann mit einem Essen, bei dem Hering (Sill), Frühkartoffeln und Erdbeeren nicht fehlen dürfen, gefolgt von einem späteren Abend mit viel Alkohol. Der Mittsommertag ist dann der Erholung gewidmet.

Das älteste Dokument, das das Mittsommerfest erwähnt, kommt aus dem 13. Jahrhundert, wobei man jedoch in ganz Schweden Steinmonumente findet, die dazu dienten die Sonnenwende festzustellen, so dass man davon ausgehen kann, dass Midsommar bis weit in die vorchristliche Zeit Schwedens zurückreicht.

Die zahlreichen heidnischen Brauchtümer, die in Schweden mit Mittsommer verbunden sind, zeugen ebenfalls davon, dass das Christentum das Fest lediglich mit dem Geburtstag von Johannes dem Täufer ersetzen wollte. Noch heute sammeln schwedische Kinder in der Mittsommernacht sieben Blumen und klettern über sieben Zäune um vom Zukünftigen zu träumen und noch weigern sich viele zu Midsommar zu baden, weil der Näcken, der Flussmann, an diesen beiden Tagen die größte Kraft hat und dem Badenden gefährlich werden kann.

23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus der Hauptstadt wird eingeweiht 

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Freitag, 25. März 2011

Der Waffeltag in Schweden

Kaum jemand denkt beim 25. März daran, dass vor genau 57 Jahren das erste Mal das Farbfernsehen in Schweden vorgestellt wurde, aber nahezu jeder Schwede denkt am 25. März an den Waffeltag (våffeldagen), nicht zuletzt deshalb, weil seit einer Woche privat, im Radio und im Fernsehen in irgendeiner Weise über Waffeln geredet wird.


Bis zu welcher Zeit der Waffeltag in Schweden zurückgeht, weiß niemand so genau. Sicher scheint jedoch, dass er mit Maria Verkündigung zusammenhängt und daher neun Monate vor dem Weihnachtstag gefeiert wird.

Früher wurde Maria in Schweden allgemein als Vår fru (unsere Frau) bezeichnet, was im Volksmund zu Vårfrudagen wurde und in manchen Gegenden des Landes im Dialekt Vafferdagen ausgesprochen wurde, was fast wie Våffeldagen klingt. Ob dies auf einer Tatsachen beruht oder eine Legende ist, bleibt indes ungewiss. Soweit sich jedoch auch ältere Leute in Schweden zurück erinnern, ist es auf jeden Fall Tradition am 25. März Waffeln zu essen, üblicherweise mit Marmelade und Schlagsahne, auch wenn man in den letzten Jahren immer mehr Abwandlungen zu dieser traditionellen Weise des Waffelessens findet.

Eine andere Legende berichtet auch dass der Waffeltag der erste Frühlingstag in Schweden ist und die hellere Jahreszeit einleitet. Die hellen Waffeln sind daher das Zeichen der Änderung, der Stärke der Natur und die Rückkehr der Zugvögel.

25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden

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Pferdesport in Göteborg