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Dienstag, 15. November 2016

Der schwedische Verein der Inserenten

Am 15. November 1924 trafen sich im Restaurant Gillet in Stockholm 36 Vertreter größerer schwedischer Firmen, die die Zukunft in der Werbung sahen, alles Persönlichkeiten, die bereits um diese Zeit sehr viel Geld für Anzeigen ausgaben und der Meinung waren dass das Geschäft mit Werbung immer unseriöser wurde und daher eine Organisation nötig sei, die sich für eine seriöse Werbung in der Presse einsetzt, allerdings nicht nur in Fragen von seriösen Anzeigen, sondern sie willen auch die Tagespresse zu einem seriösen Verhalten zwingen, die um diese Zeit der wichtigste Anzeigenträger Schwedens war.

Das erste Ziel des Vereins der Inserenten war die korrekte Auflagezahl der damals rund 200 existierenden Tageszeitungen zu erfahren damit die zu bezahlenden Insertionspreise auch mit der Menge der Zielgruppe verbunden werden konnte. Es sollte knapp zwei Jahre dauern bis die gewünschten Zahlen vorlagen, da selbst die unseriösen Zeitungen bald verstanden dass von diesen Zahlen auch ihre eigene Zukunft abhing. Bereits 1926 entstand daher das erste Handbuch für Inserenten, das sich heute zum einem Datenbuch der Mediafakten Schwedens entwickelte und ein relativ deutliches Bild der schwedischen Presse zeigt.

Nach diesem ersten Erfolg ging es dem Inserentenverein vor allem um die Anzeigen als solches und der Verein veröffentlichte ein Verzeichnis von Ausdrücken und Zitaten, die man bei Anzeigen vermeiden sollte, zum einen weil sie irreführend sein können, zum anderen aber auch weil sie werbemäßig als wirkungslos betrachtet wurden. Als dann auch jede unsinnige Werbung vom Verein der Inserenten verbannt wurde, wuchs die Anzahl der Mitglieder innerhalb von nur wenigen Jahren auf 62 Firmen an. Heute ist der schwedische Verein der Inserenten mit 600 Mitgliedsfirmen weltweit der größte Verein dieser Art und bietet den Mitgliedern selbst Ausbildung im Reklamewesen.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1817: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
15. November 1849: Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist 
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Januar 2015

Die Morgenzeitung Stockholms Dagblad

Als am 2. Januar 1824 der Polizeidirektor G. E. Lodin und der Buchdrucker E. A. Ortman die erste Nummer des Stockholms Dagblad herausgaben, handelte es sich in der Tat um eine konservative Morgenzeitung, die zum einen ausschließlich gekaufte Anzeigen veröffentlichte, zum anderen aber auch das halboffizielle Organ der Stockholmer Regionalregierung und der Polizeibehörde war. Informationen waren um diese Zeit nicht einmal vorgesehen, aber allein die Veröffentlichung von Annoncen zeigte, dass hierfür ein großer Bedarf in Stockholm herrschte.

Erst als Jonas Adolf Walldén im Jahre 1834 das Stockholms Dagblad zur Hälfte übernahm, änderte sich die Richtung des Morgenzeitung, denn Walldén machte aus der Werbezeitung eine aktuelle Nachrichtenzeitung mit einem umfangreichen politischen Teil. Sein Sohn, Wilhelm Walldén, der das Stockholms Dagblad ab 1869 übernahm, baute die Zeitung in diesem Sinne weiter aus und schuf in nur wenigen Jahren Schwedens einflussreichste Zeitung, die anschließend mehrere Jahrzehnte lang in der politischen Meinungsbildung des Landes eine sehr wichtige Rolle spielte.

Bis am 19. September 1931 die letzte Nummer des Stockholms Dagbladet erschien, war die Tageszeitung in sehr vielen Punkten ein Vorreiter der schwedischen Tagespresse,denn ab 1885 erschien wöchentlich eine siebte Nummer, die vor allem der Kunst, der Literatur, der Kultur und der Reise gewidmet war. In den 20er Jahren war dann das Stockholms Dagbladet die erste Zeitung Schwedens, die als Tabloid erschien und kaum zehn Jahre später wurden in der Morgenzeitung auch die ersten Disneyserien in Schweden veröffentlicht. Auch wenn heute kaum noch jemand vom Stockholms Dagbladet gehört hat, so bauen die meisten der heutigen Tageszeitungen des Landes noch auf die Ideen des Stockholms Dagbladet auf.


2. Januar 1296: Das Upplandslagen, schwedische Gesetze des Mittelalters 
2. Januar 1749: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin 
2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin