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Freitag, 19. Januar 2018

Der Hutnadelschutz in der Stockholmer Straßenbahn

Etwa zur gleichen Zeit als in Stockholm die Straßenbahnen ihren Einzug hatten, kam auch eine Damenmode auf, die sehr bald zu Problemen in genau diesen Straßenbahnen führten, nämlich Hutnadeln, die die Hüte der Damen an den Haaren festhielten, und bei einer Länge von bis zu 50 Zentimeter und einem sehr spitzen Ende eine regelrechte Gefahr ausmachten, da es in den Wagen der Straßenbahnen teilweise sehr eng wurde und nahezu jede Frau in Stockholm, die der Mode folgen wollte, eine dieser Nadeln trug, also eigentlich einen Sicherheitsabstand einhalten sollte.

Ab 1912 häuften sich dann die Artikel in der Presse Stockholms, die auf die Gefahr der Hutnadeln aufmerksam machten und so manches Mal wurden die Hutnadeln auch mit gefährlichen Waffen verglichen, die man verbieten sollte. Dass die Straßenbahngesellschaft in Stockholm dann eine eigene Lösung suchte, war ein Ereignis, das sich am 13. Januar 1913 zutrug, denn an diesem Tag verlor ein Angestellter, der einer dieser mit Hutnadel bewaffneten Frau lediglich beim Einsteigen behilflich sein wollte und dabei durch einen Stich der Hutnadel verletzt wurde, fast sein Augenlicht. Auch wen dies nicht der erste Unfall dieser Art war, so sah sich die Straßenbahngesellschaft nun dennoch gezwungen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Ab dem 19. Januar 1913 konnte man daher in allen Straßenbahnen der schwedischen Hauptstadt einen Hutnadelschutz kaufen, den die Gesellschaft für fünf Öre von der Nordiska Kompaniet, die allerdings erst zwei Jahre später ihren heutigen Namen erhielt, gekauft hatte und zum gleichen Preis an die Frauen weiterverkaufte. Der Verkaufserfolg ließ nicht auf sich warten, denn in relativ kurzer Zeit wurden 24.000 dieser Schutzvorrichtungen verkauft, was jedoch das Problem lediglich minderte, denn bis die Mode dann so langsam abklang, trugen dennoch nur etwa die Hälfte der Frauen in den Straßenbahnen den empfohlenen Schutz und die andere Hälfte ließ den Hutschmuck zu Hause liegen, wo er dann wenig Nutzen brachte.


19. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte SkaldeSchwedens 
19. Januar 1826: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter 
19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultarn
19. Januar 1925: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon
19. Januar 1937: Die schwedische Prinzessin Birgitta von Hohenzollern
19. Januar 1943: Die HMS Älvsnabben auf großer Fahrt
19. Januar 1966: Die schwedische Popsängerin Lena Philipsson 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. November 2016

Der schwedische Verein der Inserenten

Am 15. November 1924 trafen sich im Restaurant Gillet in Stockholm 36 Vertreter größerer schwedischer Firmen, die die Zukunft in der Werbung sahen, alles Persönlichkeiten, die bereits um diese Zeit sehr viel Geld für Anzeigen ausgaben und der Meinung waren dass das Geschäft mit Werbung immer unseriöser wurde und daher eine Organisation nötig sei, die sich für eine seriöse Werbung in der Presse einsetzt, allerdings nicht nur in Fragen von seriösen Anzeigen, sondern sie willen auch die Tagespresse zu einem seriösen Verhalten zwingen, die um diese Zeit der wichtigste Anzeigenträger Schwedens war.

Das erste Ziel des Vereins der Inserenten war die korrekte Auflagezahl der damals rund 200 existierenden Tageszeitungen zu erfahren damit die zu bezahlenden Insertionspreise auch mit der Menge der Zielgruppe verbunden werden konnte. Es sollte knapp zwei Jahre dauern bis die gewünschten Zahlen vorlagen, da selbst die unseriösen Zeitungen bald verstanden dass von diesen Zahlen auch ihre eigene Zukunft abhing. Bereits 1926 entstand daher das erste Handbuch für Inserenten, das sich heute zum einem Datenbuch der Mediafakten Schwedens entwickelte und ein relativ deutliches Bild der schwedischen Presse zeigt.

Nach diesem ersten Erfolg ging es dem Inserentenverein vor allem um die Anzeigen als solches und der Verein veröffentlichte ein Verzeichnis von Ausdrücken und Zitaten, die man bei Anzeigen vermeiden sollte, zum einen weil sie irreführend sein können, zum anderen aber auch weil sie werbemäßig als wirkungslos betrachtet wurden. Als dann auch jede unsinnige Werbung vom Verein der Inserenten verbannt wurde, wuchs die Anzahl der Mitglieder innerhalb von nur wenigen Jahren auf 62 Firmen an. Heute ist der schwedische Verein der Inserenten mit 600 Mitgliedsfirmen weltweit der größte Verein dieser Art und bietet den Mitgliedern selbst Ausbildung im Reklamewesen.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1817: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
15. November 1849: Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist 
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Juli 2016

Die Tageszeitung Ystads Allehanda

Am 2. Juli 1873 erschien die erste Nummer der Ystads Allehanda, die allgemein nur als YA bezeichnet wird, eine Zeitung, die kurz zuvor der Buchdrucker Axel Fredrik Bjurström gegründet hatte. Das Geschlecht Bjurström sollte die damals liberale YA anschließend bis 1997 behalten, dann jedoch an den Medienkonzern Bonnier verkaufen. 2011 ging die Ystads Allehanda dann jedoch an Gota Media über, an der die Stiftung Barometern  maßgeblich beteiligt ist, eine Stiftung, die sich für die Demokratie und die freie Berichtserstattung einsetzt. Die Gesamtstruktur der Ystads Allehanda ist allerdings so komplex, dass man nur noch sehr sehr eingeschränkt von einer echten Lokalzeitung reden kann.

Natürlich war die Ystads Allehanda nicht die erste Zeitung im Kreis Ystad, denn bereits 1832 erschien dort der Skånska Mercurius, der während seiner rund zehnjährigen Existenz mehr ein Werbeblatt als eine Zeitung war, in der der Stadtrat zu Sitzungen geladen wurde und wirtschaftliche und politische Informationen an die Oberschicht Ystads weitergegeben wurden. Später entstanden auch der Skånska Telegrafen und die Ystads Tidning, die jeweils eine gewisse politische Schicht ansprachen und daher eine deutliche Konkurrenz zur YA waren, die sich in jener Zeit extrem liberal zeigte, entgegen des Zeitstroms Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Grundeinstellung der Ystads Allehanda brachte dem Chefredakteur Johan Mikael Sjöström auch mehrere Probleme, denn 1885 wurde er schwer misshandelt, weil er sich bei einem Treffen der Gutsbesitzer weigerte auf den König anzustoßen und im folgenden Jahr lehnte sich der Priester der Stadt gegen die für ihn zu moderne Zeitung auf und verurteilte sie öffentlich als verabscheuenswert. Allerdings stieg dadurch lediglich die Auflage, da sich sehr viele Bürger von der konservativen Kirche bevormundet sahen und den Mut des Chefredakteurs eher bewunderten. Im Jahre 1889 fand man in der Ystads Allehanda erstmals auch ein Bild, nämlich den Eiffelturm mit einem Bericht über die Weltausstellung in Paris. Heute ist von den Zeitungen Ystads nur noch die YA vorhanden.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1859: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. April 2016

Der Beginn und das Ende des Smålands Folkblad

Bereits am 15. November 1901 erschien in Jönköping die erste Nummer der Lokalzeitung Smålands Folkblad, erst unregelmäßig, dann täglich, schließlich vier Tage pro Woche und ab 1919 erneut endgültig als Tageszeitung. Trotz lokalem Inhalts hatte die Zeitung, die jeweils am Nachmittag erschien, immer wieder finanzielle Probleme und lag mehrmals knapp vor dem Konkurs. Die höchste Auflage in ihrer Geschichte verzeichnete das Smålands Folkbald mit einer Auflage von 16.100 Exemplaren im Jahre 1949.

Trotz der hohen qualitativen Leistung des Smålands Folkblad gelang es der Zeitung nicht  aus den roten Zahlen zu geraten, was dazu führte, dass die Tageszeitung ab 1980 nur noch sechs Tage die Woche erschien und 1990 auf vier Ausgaben die Woche reduziert werden musste. 1991 war die Durchschnittsauflage dann auf 9700 Exemplare geschrumpft und nur ein Jahr später übernahmen Angestellte des Småland Folksblad um aus der Tageszeitung eine Wochenzeitung zu machen. Der Erfolg war jedoch gering und 2010 wurde auch diese Zeitschrift zu Grabe getragen.

Aber noch immer gab es eine Gruppe, die das Småland Folkblad wieder zum Leben erwecken wollte und mit Hilfe eines Partners, dem ETC-Verlag, erschien am 29. April 2011 erneut die am Freitag erscheinende Wochenzeitung Smålands Folkblad mit einer sozialdemokratischen Linie. Erneut scheiterte die Zeitung an den Abonnenten, denn als das Småland Folkblad im Januar 2015 immer noch an 1500 Abonnenten kratzte und 40 Abonnenten zu wenig hatte um vom Staat eine Presseunterstützung zu erhalten, verschwand die Zeitung dann erneut von den Verkaufsstellen in Jönköping und wurde kurzfristig eingestellt.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1805: Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. März 2016

Die Kinderzeitschrift Kamratposten

Am 16. März 1892 gründete die Lehrerin und Frauenrechtlerin Stina Quint die Zeitschrift Folkskolans barntidning, die in einem Rhythmus von drei Wochen erschien und sich an die Altersgruppe zwischen acht und 15 Jahren richtete. Nach der Idee von Quint sollte diese Zeitschrift eine Art unendliches Buch sein, denn beim Inhalt handelte es sich, neben Rätseln, vor allem um Erzählungen bekannter Schriftsteller, die die Kinder im Gottesglauben stärken sollten, aber zur Liebe zur Heimat und dem Tierschutz anhalten sollte, und natürlich die Gefahr von Alkohol hervorzuheben hatte. Sehr wichtig war Quint auch die Sparte mit Leserbriefen, deren Antworten alle mit Nisse tidningstomte unterzeichnet waren.

Stina Quant und ihre Nachfolger gaben die Folkskolans barntidning bis 1930 mit Unterstützung des Königshauses heraus, verkauften sie dann jedoch an den Verlag Åhlén & Åkerlund, der später im Zeitschriftenkonzern Bonnier aufging. Unter dieser Regie wurden bald die ersten Seiten farbig und gleichzeitig begann auch Astrid Lindgren regelmäßig für die Kinderzeitschrift zu arbeiten, die bis 1950 das ursprüngliche Konzept aufrecht hielt, sich dann allerdings den moderneren Strömungen anpasste und auch den Namen vom Folkskolans barntidning in Kamratposten änderte.

Kamratposten, die heute ein relativ bescheidenes Dasein führt und Kindern mittlerweile vor allem von Eltern und Verwandten geschenkt wird, hatte seinen größten Erfolg ab 1969, als die Zeitschrift Kamratposten die Sexologin
Maj-Briht Bergström-Walan für eine regelmäßige Spalte gewinnen konnte, die bedeutend zur Aufklärung in dieser Altersgruppe beitrug und heute unter Kropp & Knopp weitergeführt wird. Kamratposten richtet sich heute vor allem an die Altersgruppe zwischen sechs und dreizehn Jahren, kann sich jedoch auch mit neueren Konzepten nur noch schwer durchsetzen. Kamratposten gehört zu den wenigen Zeitschriften Schwedens in denen man keine Werbung findet, wobei Bonnier die Rentabilität zum einen im Verkauf von Abonnements, aber auch im Angebot von Produkten, die die entsprechende Altersgruppe ansprechen, sieht.

16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. Oktober 2015

Die Strömstads Tidning, ein Sprachrohr im Bohuslän

Am 17. Oktober 1866 erschien die erste Nummer der Strömstads Tidning, die älteste und heute noch existierende Tageszeitung des Bohuslän. Dass der Buchdrucker Karl Fredrik Blomberg und der Papierhändler Lars August Larsson in Strömstad eine Zeitung gründeten, war natürlich kein Zufall, denn um diese Zeit verwandelte sich der Ort in einen bedeutenden Badeort, was natürlich mit den regelmäßigen Besuchen des Königs Oscar  I. zusammenhing. Mit dem wachsenden Tourismus kam der Handel und das Handwerk und Strömstad entwickelte sich in jenen Jahren zu einer der wichtigsten Städte des Bohuslän. Der Erfolg einer Zeitung war mit dieser Entwicklung garantiert.

Bis zur Gründung der Konkurrenzzeitung Norra Bohuslän im Jahre 1894 durch Carl Hall konnte man die Strömstads Tidning als das meinungsbildende Organ der Stadt bezeichnen, was die neue Zeitung natürlich in Frage stellte. Dennoch konnten sich die beiden Konkurrenzzeitungen bis 1934  in Strömstad halten, wurden dann jedoch zusammengelegt und zur Strömstads Tidning Norra Bohuslän. Erst als diese Zeitung im Jahre 1969 von der Bohusläningen AB in Uddevalla gekauft wurde, war die Unabhängigkeit der Lokalzeitung teilweise zu Ende, da der neue Besitzer die Linie der Zeitung seinem Gesamtkonzept anpassen wollte und sich zum medialen Marktführer des Bohuslän entwickelte.

Seit dem 1. Juni 2008 geht die Strömstads Tidning in die Stampen Gruppe ein und verfolgt offiziell eine ungebundene liberale Politik, die sich jedoch in den letzten Jahren immer weiter rechts davon ansiedelt. Die Strömstads Tidning, die heute wieder ihren ursprünglichen Namen trägt und Norra Bohuslän nur sehr klein im Titel vermerkt, erscheint dreimal die Woche mit jeweils 4800 Exemplaren und erreicht damit etwa 17.000 Leser im Bohuslän. Die Webausgabe, die seit 2010 erscheint,  wird täglich aktualisiert und berichtet dominant über das Geschehen der rund 6000-Einwohner-Stadt Strömstad.


17. Oktober 1796: Bernhard von Beskow und die konservative Literatur Schwedens
17. Oktober 1842: Gustaf Retzius, der bedeutendste Rassenbiologe Schwedens
17. Oktober 1904: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte
17. Oktober 1956: Die schwedische Sängerin Anne-Lie Rydé
17. Oktober 1969: Die Eisenhütte in Nykroppa wird stillgelegt
17. Oktober 1991: Ester Lindin und der vergessene Bestseller

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. September 2015

Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten

Am 24. September 1838 erschien die erste Nummer des Östgöta Correspondenten, einer Zeitung, die in kürzester Zeit eine der berüchtigsten und am meist gelesenen Zeitungen Schwedens wurde, zumindest unter jenen die außerhalb Stockholms erschienen. Dies lag natürlich an seinem Herausgeber und Chefredakteur Henrik Bernhard Palmær, der schon vorher wegen seiner spitzen Feder bekannt geworden war und in seiner Zeitung schonungslos, wenn auch nur verbal, auf alle seine Feinde losging. Wenn man damals in einer Zeitung auf einen Skandal warten konnte, so war es im Östgöta Correspondenten.

Allerdings zeigte sich die Sprunghaftigkeit und das Streben nach immer Neuem bei Palmær auch als Herausgeber des Östgöta Correspondenten, denn bereits 1840 wurde Carl Fredrik Ridderstad zum zweiten Mann und Mitteilhaber der Zeitung und 1842 übernahm dieser die damalige Wochenzeitung ganz. Zwischen der Übernahme und 1886 machte Ridderstad den Corren, wie die Zeitung noch heute allgemein genannt wird, zur vielleicht einflussreichsten Zeitung Schwedens, auch wenn sie weitab vom Geschehen in Stockholm entstand. Ridderstad hatte es verstanden den aggressiven Stil seines Vorgängers zu behalten, aber er verzichtete auf persönliche Angriffe, ohne sich jedoch je von der Bürgerschicht abzuwenden.

Als auch Ridderstad den Östgöta Correspondenten verließ, wurde aus dem bis dahin liberalen Blatt eine extrem konservative Zeitung, die den Protektionismus in Schweden propagierte, wobei sich der Corren 1892 dann auch in eine Tageszeitung verwandelte, die sechsmal die Woche erschien. Ohne den aggressiven Journalismus von Palmær und ohne die Feder Ridderstads verlor der Östgöta Correspondenten allerding eine Teil seines Einflusses und viele Leser. Erst als die Tageszeitung im Jahre 1995 mit einer Netzauflage begann, stieg die Anzahl der Leser wieder stark an und der Ruf der Zeitung verbesserte sich erheblich. Nur ein Jahr nachdem der Corren dann 2007 zur besten schwedischen Tageszeitung gekrönt worden war, wurde sie jedoch an die Norrköpings Tidningar verkauft und gehört nun zum NTM-Konzern. Auch wenn der Inhalt des Östgöta Correspondenten heute bürgerlich konservativ ist, bezeichnet er sich selbst als liberal.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal

Die Upsala Nya Tidning, kurz UNT genannt, wurde von einigen Mitgliedern der studentischen Vereinigung Verdani im Jahre 1890 gegründet und erschien bereits am 3. Dezember 1890 zum ersten Mal. Allerdings erschien die UNT damals nur jeweils am Nachmittag, dreimal die Woche. Erst 1898 ging man dann auf vier Ausgaben die Woche über und 1901 entschied man sich sechs Mal die Woche als Morgenzeitung auf den Markt zu kommen. Diese Möglichkeit verdankte man natürlich der ständig steigenden Auflage und dem großen Interesse, das man im Raum Uppsala der Zeitung entgegenbrachte.

Auch wenn die Upsala Nya Tidning von Beginn an als politisch liberal zu betrachten war, so bekam sie ihren tatsächlichen Stempel erst durch Axel Johansson, der ab 1900 Redakteur der Zeitung wurde, drei Jahre später zum Chefredakteur aufstieg und in den folgenden Jahren die Aktienmehrheit der Zeitung übernahm. Nach dem Tod von Johansson ging der Besitz in drei von Johansson gegründete Stiftungen über in denen er festgelegt hatte, dass die UNT liberal bleiben muss und in keinem Fall von Verbänden, Freikirchen oder den Sozialdemokraten beeinflusst werden darf.

Die Situation sollte sich für die Upsala Nya Tidning, die mit ihrer Auflage von rund 50.000 Exemplaren immer noch zu den zehn größten Zeitungen Schwedens gehört und nur die kostenlosen Zeitungen Metro und Uppsalatidningen als Konkurrenz hat, erst 2009 etwas ändern, denn die UNT schloss sich dem NTM-Konzern an, was bedeutete dass die Hälfte der Aktien von der Norrköpings Tidningars Media AB aufgekauft wurde. Die rein liberale UNT neigt nun mehr und mehr in Richtung einer moderaten Berichtserstattung.


3. Dezember 1864: Die schwedische Künstlerin Anna Boberg
3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Januar 2014

Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten

Die Tageszeitung Norrländska Socialdemokraten (NSD), oft auch nur Norrländskan genannt, erschien am 4. Januar 1919 mit seiner ersten Nummer und war als Sprachrohr der regionalen Gruppe der Sozialdemokraten gedacht. Die Entstehung dieser Zeitung war, in den Augen der Partei, notwendig geworden, da die Norrskensflamman, die bis dahin als Parteiorgan gesehen wurde, bei einer Aufsplitterung der Partei zu Sveriges socialdemokratiska vänsterparti übergegangen war.

Der Inhalt des Norrländska Socialdemokraten war bis Ende 2006 vollkommen von der Linie der Sozialdemokraten Schwedens geprägt und gehörte zu 51 Prozent der Arbeiterbewegung und zu 49 Prozent dem norwegischen Orkla, das 2006 in den britischen Medienkonzern Mecom Group überging. Aus finanziellen und strukturellen Gründen übernahm dann jedoch Ende 2006 der moderate Zeitungskonzern Norrköpings Tidningar 51 Prozent der NSD und die Sozialdemokraten, vertreten durch die Piteå-Tidningen und die regionale Arbeiterbewegung, mussten sich mit der Aktienminorität begnügen.

Durch diesen Verkauf wurde in Nordschweden jede Zeitungskonkurrenz ausgeschaltet, da damit die beiden größten nordländischen Zeitschriften den gleichen Besitzer erhielten, was sich ab 2007 auch deutlich am Inhalt bemerkbar machte, denn der Norrländska Socialdemokraten rückte damit in die Mitte und benutzt nun die Bezeichnung „unabhängig“, trotz des Namens der größten Zeitung nördlich von Uppsala. Nach Angaben des Herausgebers stieg in dieser Zeit die Auflage von etwa 30.000 Exemplaren auf etwas über 40.000 Exemplare an, und dies, obwohl die Norrbottens Media AB, der Haupteigner, zwei kostenlose auf Werbung bauende Zeitungen gründete, eine in Boden und die andere in Luleå.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
4. Januar 2014: Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Dezember 2013

Die Tageszeitung Dagens Nyheter

Nachdem Rudolf Wall sich beim Aftonbladet und der Göteborgs Handels- och Sjöfarts Tidning langsam hochgearbeitet hatte, entschied er sich im Jahre 1864 eine eigene Tageszeitung zu gründen, der er den Namen Dagens Nyheter gab. Die erste Nummer der Zeitung erschien nur einen Tag vor dem Heiligen Abend, am 23. Dezember 1864. Das Ziel des Verlegers war dabei eine Zeitung zu schaffen, die alle Schweden ohne Probleme lesen können und so interessant wie möglich sein sollte. Gleichzeitig sollten auch alle bedeutenden Fragen Schwedens auf neutrale Weise behandelt werden.

Diese Freiheit konnte Rudolf Wall jedoch nur bis 1888 uneingeschränkt ausüben, denn in diesem Jahr erwarb Albert Bonnier seine ersten Aktien an der Zeitung und 1909 hatte Karl Otto Bonnier die absolute Mehrheit der Aktien in seiner Hand und konnte daher den Inhalt der Dagens Nyheter beeinflussen. Bonnier wollte zwar das Prinzip des Gründers in großen Linien beibehalten, jedoch daraus eine Zeitung für die schwedische Hauptstadt machen, die das politische Geschehen des Landes beeinflussen kann.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die Dagens Nyheter zu einer Zeitung der massiven Meinungsbildung entwickelt, die mehr als einmal das politische Geschehen Schwedens beeinflusste. Das Gewicht der Dagens Nyheter war nicht nur Sensationen auszugraben und Affären aufzudecken, sondern das Ziel war einzigartige Reportagearbeit zu bieten. Auf diese Weise waren auch die anderen Zeitungen Schwedens regelmäßig dazu gezwungen auf Artikel der Dagens Nyheter zu verweisen. Seit Mitte der 90er Jahre verlieren die Dagens Nyheter diese Rolle immer mehr, da ihr Konkurrenten wie das Svenska Dagbladet und die Göteborgs-Posten, aber auch Internet, zu schaffen machen. Die Einsparungen unter den Journalisten lässt dabei auch die Qualität sinken.


23. Dezember 1943: Silvia Renate Sommerlalth wird in Schweden Königin 
23. Dezember 1980: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
 
Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Dezember 2013

Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal

Am 14. Dezember 1917 erschien die erste Nummer des Dala-Demokraten, eine Tageszeitung, die sich bis heute als unabhängige sozialdemokratische Zeitung betrachtet und sich vor allem dadurch auszeichnet sich kritisch zu den Sozialdemokraten zu verhalten und auf der Titelseite oft ein Thema zu präsentieren, das die Partei zum Nachdenken bringen soll. Obwohl selbst sozialdemokratisch eingestellt, will die Zeitung vor allem die klassischen Werte der Partei hervorheben und Fehlentscheidungen öffentlich anprangern.

Zu Beginn erschien der Dala-Demokraten nur einmal die Woche, aber der Erfolg ließ nicht auf sich warten und schon ab dem 3. Dezember 1918 wurden pro Woche drei Ausgaben veröffentlicht. Heute erscheint die Zeitung von Montag bis Samstag einschließlich und zählt pro Ausgabe knapp 15.000 Abonnenten, was bedeutet, dass etwa ein Drittel aller Bewohner Dalarnas täglich zumindest einen Blick in die Zeitung werfen. Seit 1997 ist die gesamte Produktionskette des Dala-Demokraten als umweltfreundlich anerkannt.

Obwohl der Dala-Demokraten im Grunde eine regionale Zeitung ist, so gilt diese als stark meinungsbildend für ganz Schweden, da sehr viele andere Zeitungen und vor allem der schwedische Rundfunk sehr häufig auf den Dala-Demokraten hinweisen. Bis heute ist nicht klar welche Bedeutung diese Zeitung für den Ausgang der Volksbefragung zur Einführung des Euro im Jahre 2003 hatte, denn Tatsache ist, dass der Dala-Demokraten damals, im Gegensatz zu den Sozialdemokraten, zu einem Nein aufrief und das Ergebnis auch ein Nein wurde.


14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens 
14. Dezember 1988: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. Oktober 2013

Die Entstehung der Norrköpings Tidningar

Am 14. Oktober 1758 erschien in Östergötland die erste Nummer der Norrköpings Tidningar, die damals allerdings noch den Namen Norrköpings Weko-Tidningar hatten. Die regionale Zeitung ist damit die älteste heute noch existierende Tageszeitung Schwedens, auch wenn die Besitzer wechselten und heute die Erik och Asta Sundins Stiftung die Aktienmehrheit der Zeitungsgesellschaft besitzt. Die NT, wie das Blatt allgemein genannt wird, hat heute eine Auflage von etwas über 45.000 Exemplaren täglich.

Der Initiator der Norrköpings Weko-Tidningar war Johan Edman, der die Idee hatte mit Hilfe der bereits 1723 gegründeten Druckerei seines Schwiegervaters eine Wochenzeitung herauszugeben und am 15. September 1758 dafür auch eine Genehmigung erhielt. Da es um diese Zeit jedoch noch keine Pressefreiheit gab, war die Herausgabe an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Die grundlegende Voraussetzung für die Veröffentlichung war bereits, dass ein Priester der Stadt jeden der Artikel vorab genehmigen musste.

Ein weitaus größeres Hindernis war allerdings die Existenz der Posttidningen, die als einzige Zeitung Schwedens allgemeine Nachrichten und Informationen veröffentlichen durfte. Um jedes Problem zu vermeiden, entschied sich Johan Edman daher in der ersten Nummer sein Ziel deutlich zu beschreiben. Der Vorläufer der Norrköpings Tidningar sollte daher ausschließlich über die Stadt Norrköping berichten und hatte den Handel, die Seefahrt und Annoncen als wichtigste Themen. Entscheidend war dabei vor allem der Satz, dass die NT keinerlei Artikel mit allgemeinen Themen veröffentlichen wird, die für ganz Schweden von Interesse sein könnten.


14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet

Wenn man heute die schwedische Abendzeitung Aftonbladet kauft, so kauft man eine Zeitung, die zwar den Stempel linksliberal trägt, aber zu 91 Prozent dem norwegischen Mediagiganten Schibsted gehört und nur noch zu neun Prozent dem schwedischen Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige), also nur noch wenig mit einer oppositionellen linkgsgerichteten Zeitung zu tun hat, was auch der erste Blick auf die Titelseite sehr deutlich bestätigt.


Bevor jedoch am 6. Dezember 1839 das erste Aftonbladet erschiene, das als der Vorläufer der heutigen Abendzeitung gilt, gab es bereits ein anderes Aftonbladet in Schweden, das jedoch nur vom 16. September 1811 bis zum 2. Januar 1833 existierte, also zu einer Zeit, als eine Tageszeitung nur für einige hundert Personen erstellt wurde und das Mediageschehen die Volksmasse noch gar nicht erreicht hatte. Dieses erste Aftonbladet starb mit dem Tod des Herausgebers Georg Löwegren, der im übrigen nicht nur das Aftonbladet herausgab, sondern zwischen 1813 und 1832 auch die Götheborgs-Posten.

Als Lars Johan Hierta dann am 6. Dezember 1830 die erste Ausgabe des „neuen“ Aftonbladets veröffentlichte, so stellte er sich damit auf die Seite der Gegner des Königshauses, was erhebliche Konsequenzen hatte, denn auch wenn die Pressefreiheit bereits 1766 in Schweden eingeführt wurde, so kamen die finanziellen Unterstützungen vom Königshaus und erreichten somit kein Aftonbladet. Zum anderen benötigte man für die Herausgabe einer Zeitung eine Genehmigung, die dem Aftonbladet allein im Jahre 1838 zehn Mal entzogen wurde, so dass Hierta jedes Mal einen neuen Strohmann finden musste, der einen neuen Antrag stellte. Der König konnte jedoch nicht verhindern, dass das Aftonbladet Ende der 30er Jahre die meist verkaufte Zeitung Schwedens war und vom Volk gelesen wurde.

6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht



Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Dezember 2012

Schweden verfügt weltweit über das erste Gesetz zur Pressefreiheit

Am 2. Dezember 1766 war Schweden das erste Land weltweit, das ein Gesetz zur Pressefreiheit einführte, auch wenn Gustav III. dieses Gesetz während seiner Regierungszeit zwischen 1772 und 1792 vorübergehend wieder außer Kraft gesetzt hatte und daher bereits 1792 eine modernere Version des ersten Gesetzes in Kraft trat, ohne dass jedoch die Grundprinzipien von 1766 geändert worden wären.

Dieses erste Gesetz Schwedens zur Pressefreiheit (Tryckfrihetsförordning) wurde in vielen Punkten bis heute beibehalten, denn bereits 1766 wurde die staatliche Zensur verboten, es wurde das Prinzip der Öffentlichkeit eingeführt, was bedeutet, dass staatliche Handlungen nicht geheim gehalten werden dürfen, und es wurde der Informant geschützt. Auch wenn dieses Gesetz sehr weit ging, so gab es natürlich auch eine Einschränkung, denn die Angelegenheiten der Kirche fielen nicht unter diese Bestimmungen und konnten daher selbst zensiert werden, was auch dazu führte, dass die Geschichtsschreibung selbst in dieser Zeit von der Kirche noch teilweise verfälscht werden konnte.

Das Gesetz zur Pressefreiheit, das in Schweden mehrmals abgeändert wurde und während des letzten Reichstags in Örebro im Jahre 1812 auch bedeutend eingeschränkt wurde, war vor allem deswegen von größter Bedeutung, da die gedruckten Worte bereits das ganze Volk erreichen konnten, was eine beachtliche Leistung war, wenn man bedenkt, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund 300 Jahren die Druckpresse gab, die jedoch bis dahin nur vom Staat und der Kirche für ihre Zwecke benutzt werden konnten. Leider wurde die Pressefreiheit dieser ersten Tage im Laufe der folgenden Jahrhunderte immer wieder eingeschränkt und vor allem in Krisenzeiten und zu Kriegszeiten kehrte auch die Zensur zurück. Die heutige Pressefreiheit des Landes geht im Grunde nur bis zum Jahr 1949 zurück und hat nach wie vor seine Grenzen.


2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis

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Dienstag, 2. Oktober 2012

Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft

Am 2. Oktober 1905 brachte der Buchdrucker Artur Lagerihn in Falkenberg die erste Nummer der Hallands Nyheter heraus, wobei er allerdings bereits am 13. September einige Probenummern auf den Markt gebracht hatte, die als Werbezeitungen ohne redaktionellen Inhalt gedacht waren. Aber auch die Ausgabe am 2. Oktober kam noch nicht unter dem Namen Hallands Nyheter auf den Markt, sondern nannte sich Falkenbergs-Posten und sollte ein Gegenpol zur konservativen Falkenbergs Tidning sein.

Allerdings kam die liberale Einstellung der Zeitung bei den Kunden nicht so gut wie erwartet an und als die Redaktion am 4. Januar 1909 auch noch zur neuen Rechtschreibung überging, gingen die Verkaufszahlen so zurück, dass die Zeitung noch im gleichen Jahr in Konkurs ging. Drei der früherer Teilhaber wollten jedoch den Kampf nicht so schnell aufgeben und ließen die Falkenbergs-Posten bereits am 26. November 1909 wieder zum Leben erwachen.

Die große Wende und der Aufschwung kam für die Zeitung mit dem Reichsverband der schwedischen Landwirte, der am 6. Februar 1915 gegründet worden war und der in Halland eine Möglichkeit suchte die Presse zu beeinflussen. Nach einer Wahlkreisversammlung am 28. Mai 1919 kauften daher einige der führenden Parteimitglieder Anteile an der Zeitung, was schließlich dazu führte, dass sie die Zeitung ganz übernahmen und sie bereits im Dezember des gleichen Jahres in Hallands Nyheter umtauften, eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sie die Zeitung in ganz Halland verbreiten konnten. Bis heute sind die Hallands Nyheter, die seit 2005 dem Medienkonzern Stampen gehören, ihrer Linie treu geblieben und vertreten die liberalen Ideen der schwedischen Zentrumspartei.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömsta
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson

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Samstag, 7. Juli 2012

Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus

Henrik Bernhard Palmær starb am 7. Juli 1854 im Alter von knapp 53 Jahren als einer der vielleicht bissigsten Satiriker der schwedischen literarischen Landschaft, der im Laufe seines Lebens nahezu mit allen seinen Feinden auf literarische Weise abrechnete und sich am wohlsten fühlte, wenn er sich mit der Dummheit, Grausamkeit, Oberflächlichkeit und dem überflüssigen Glanz der damaligen Oberschicht auseinandersetzen konnte.

Henrik Bernhard Palmær begann nach seinem Studium in Uppsala als Chemie- und Pharmazieassistent beim Karolinska Institutet in Stockholm und zeigte dort bereits die Züge mit denen er durch sein ganzes Leben ging. Er war unbeständig und wenig für eine regelmäßige Tätigkeit geeignet. Das Ergebnis war daher, dass er seinen Arbeitsplatz nach drei Jahren verlor. Nach ebenso kurzer Zeit musste er dann auch das Aftonbladet verlassen und als sein Antrag als Lehrer von Beginn an scheiterte, gründete er die Zeitung Östgöta Correspondenten, die heute noch existiert.

Ab dieser Zeit entwickelte er dann seine extrem bissige Satire mit der er alle persönlichen Feinde angriff, was auch dazu führte, dass er wegen seinem Artikel „Yttersta domen i Kråkvinkel“ wegen Gotteslästerung angezeigt und die Zeitung beschlagnahmt wurde. Nach dem Freispruch kommentierte er dann die Verhandlung ebenfalls auf seine Weise. Aber auch dieses Projekt fesselte Henrik Bernhard Palmær nicht sehr lange und schon bald übergab er einem Mitarbeiter die Zeitung. Da Palmær immer nach kurzer Zeit etwas Neues beginnen musste, reiht sich dann ein Projekt an das andere. Noch kurz vor seinem Tod setzte er dann die „Östgöta-Gazetten“ in die Welt, die mit seinem Tod und nach 19 Nummern eingestellt wurde.


7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg 
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm

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Mittwoch, 16. November 2011

Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus

Die schwedische Abendzeitung Expressen erschien erstmals am 16. November 1944 und sollte den nationalsozialistischen Strömungen der schwedischen Pressewelt einen Gegenpol bieten. Um das Aftonbladet, das sich in seinen Artikeln extrem nazifreundlich zeigte, auszustechen, sollte Expressen, auf Wunsch des ersten Chefredakteurs, Carl-Adam Nycop, nicht nur gegen Die Hitlerpropaganda arbeiten, sondern auch durch eine große Anzahl an Fotos eine breite Leserschicht anziehen.

Der Expressen gehörte vom ersten Tag an dem Bonnierskonzern, der während der Kriegsjahre und den Folgejahren ein fortschrittliches Denken hatte, was sich auch am Expressen zeigte, der die ersten Jahre von der amerikanischen und britischen Sensationspresse inspiriert war. Um eine Sensation am schnellsten zu veröffentlichen, stellte Bonniers einen bedeutenden Stab an Journalisten ein, deren Hauptaufgabe es war sensationelle, jedoch wahre, Neuigkeiten zu beschaffen, was sich jedoch im Laufe der Jahre immer mehr dazu entwickelte, dass der Wahrheitsgehalt dabei teilweise auf der Strecke blieb.

Expressen ist heute, nach dem Aftonbladet, die zweitgrößte Abendzeitung Schwedens und spricht vor allem den „Mann auf der Straße“ an, der in kurzen Artikeln und möglichst bebildert die Skandale der Oberschicht sucht. Auch wenn Expressen seit den 90er Jahren immer weiter politisch nach rechts gedriftet ist, deckten einige Journalisten immer wieder heiße Eisen der Gesellschaft auf, hatten jedoch wegen Falschmeldungen auch zahlreiche rechtliche Probleme. Teile des Expressen werden auch in den Abendzeitungen GT und Kvällsposten übernommen, die ebenfalls zu Bonniers gehören.

16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung


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Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 3. November 2011

Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal

Am 3. November 1902 pünktlich um 12 Uhr erschien die erste Nummer der Göteborgs-Tidningen (GT), einer Abendzeitung, die den Raum Westschweden abdeckt. Die Zeitung wurde grundsätzlich auf rosa Papier gedruckt, bis denn am 16. Mai 1951 die Papierfabrik die Herstellung von rotem Zeitungspapier mangels Nachfrage einstellte. Die Farbe des rosa Papiers führte dazu, dass die Göteborgs-Tidningen im allgemeinen nur „den lilla röa“ oder einfach „den röa“ bezeichnet wurde.

Zu Beginn war die Göteborgs-Tidningen eine Zeitung, die wochentags jeweils im Laufe des Vormittags auf den Markt kam. Als dann jedoch die Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning (GHT) Ende der 40er Jahre morgens zu den Händlern kam, so stellte auch die GT auf das morgendliche Erscheinen um. Durch den großen Verkaufserfolg kam dann ab dem 29. August 1915 die Göteborger Tidningen auch mit einer Sonntagsnummer auf den Markt, wobei die Umstellung zum heutigen Tabloidformat im Jahre 1942 erfolgte.

Während die Göteborgs-Tidningen ursprünglich eine rein lokale Zeitung war, wobei sie einige Jahre lang unter dem Namen IDag erschien, da sie eine Einheit mit der Kvällsposten aus Skåne bildete, bis diese sich wieder selbstständig machte, so änderte sich der Inhalt ab 1998 bedeutend. In diesem Jahr wurde die GT, wie sie heute ausschließlich genannt wird, vom Bonnier-Konzern übernommen und mit der Abendzeitung Expressen verknüpft, was dazu führte, dass der Lokalteil schrumpfte, die Artikel kürzer wurden und sich die inhaltliche Tendenz nach Mitte bis Rechts verlagerte.

3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind 

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