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Donnerstag, 18. April 2019

Die schwedische Bloggerin Kissie, Alexandra Nilsson

Alexandra Nilsson, in Bloggerkreisen bekannt als Kissie, kam am 18. April 1991 in Stockholm zur Welt und begann im Januar 2007 zu bloggen, in einer Zeit, als sich kaum jemand darum kümmerte ob ein Artikel von der Wirtschaft finanziert wurde oder tatsächlich die eigene Meinung und Erfahrung spiegelte. Kissie war mit ihrem Blog so erfolgreich, dass sie bereits 2009 pro Woche 583.440 Leser hatte, also im Ranking vor der legendären Blondinbella lag, eine Zahl, die man heute jedoch stark in Zweigel ziehen muss, da sich der Blog von Beginn an an junge Frauen richtete, von denen man in Schweden gerade einmal die genannte Menge findet, aber wohl kaum jede unter ihnen auch jede Woche den Blog Kissies besuchte.

Wie viele erfolgreiche Blogger Schwedens, die sich mittlerweile in Influencer verwandelten, hat Alexandra Nilsson keine höhere Ausbildung und widmet sich ausschließlich der Tätigkeit ihren Lesern einfach gehaltene Informationen über ihr Leben zu bieten, und dabei für verschiedene Produkte Werbung zu machen, was Kissie im Jahr 2018 eine Geldstrafe von 100.000 Kronen brachte, da das Gericht ansah, dass sie Schleichwerbung mache, also in ihren Beiträgen nicht immer deutlich hervorgeht ob es sich um eine eigene Meinung oder eine bezahlte Werbung handelt. Nilsson ist der Meinung, dass die Gesetzgebung zu wage sei um alles richtig machen zu können, eine Meinung, die das Verbraucheramt nicht teilt.

Alexandra Nilsson Kissie geriet, im Gegensatz zu mehreren anderen Influencern bereits mehrmals in Konflikte, denn 2011 bedrohte sie den Kulturschef von Nyheter24 mit einem Messhandel von Seiten extrem rechter Kreise, sie wurde kritisiert, weil sie einige ihrer Fotos mit Photoshop behandelt hatte und sie wurde, andererseits, rassistisch angegriffen, als sie bekannt gab, dass sie polnischer Herkunft sei. Als Reaktion auf diese Beleidigungen gab Nilsson im Februar bekannt, dass sie ihren Familiennamen in Petroniak, den Familiennamen ihrer Mutter, ändern werde, da Nilsson ein zu banaler Name sei und in Schweden quasi jeder Nilsson heißen könne. Unabhängig davon, ob Kissie positiv oder negativ in der Presse erscheint, so gehört zu den wichtigsten Influencern Schwedens, die für unzählige junge Frauen Schwedens ein Vorbild ist.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1817: General Carl Nathanael af Klercker
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1873: Die Künstlerin Gisela Trapp
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. März 2018

Der Designer Olle Eksell

Olle Eksell kam am 22. März 1918 als Olov Lennart als Sohn eines Vanillepulver-Herstellers in Åls zur Welt, wuchs jedoch, nachdem die Fabrik des Vaters abbrannte und die Firma in Konkurs ging, seine Kindheit in Uppsala. Auch die Geschäfte des Vaters in Uppsala gingen schlecht, so dass er, vor einem neuen Konkurs, im Jahr 1925 die Stadt, und auch die Familie, verließ. Als Eksell dann elf Jahre alt wurde, zog er mit der Mutter nach Stockholm und begann sehr viel zu zeichnen. Bereits in dieser Zeit entschied sich Eksell Reklamezeichner zu werden, und 1935 fand er bei Shell, ohne eine Ausbildung als Reklamezeichner zu haben, einen festen Arbeitsplatz im Atelier der Firma.

Nach einem Jahr in Malmö bei einem neuen Arbeitgeber, kehrte Olle Eksell 1938 zurück nach Stockholm um dort an der Schule für Buch- und Reklamekunst zu studieren, ein Studium, das er 1941 am Art Center College of Design in Los Angeles fortsetzte, wo er auch Paul Rand kennen lernte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Eksell zurück nach Schweden und begann seine Karriere als Reklamezeichner. Ab Mitte der 50er Jahre war Eksell dann der führende Graphik-Designer Schwedens und schuf die Buchumschläge für Verlage wie Bonniers, Wahlström & Widstrand, Norstedts und andere mehr, arbeitete aber auch an Logos und Markenzeichen für größere Unternehmen.

Der grösste Erfolg Olle Eksells, der am 11. April 2007 starb, entwickelte sich jedoch bei seiner Arbeit für das Unternehmen Manzetti, der heutigen Firma Fazer, zwischen 1956 und 1958. Manzetti war in dieser Zeit der erste Kakopulver-Hersteller, der das Pulver einschweißte und damit die Reinheit des Produkts garantierte. Eksell hatte dann die Idee daraus den sogenannten Ögon-Kakao (Augen-Kakao) zu schaffen, der sich dadurch von anderen Produkten unterschied, dass auf dem oberen Teil der Packung zwei Augen symbolisiert wurden, die heute Manzetti-Augen genannt werden, und auf zahlreichen schwedischen Produkten zu finden sind. Die Augen drückten nicht nur aus, dass der Hersteller ein Auge auf die Qualität des Produkts wirft, sondern der Kunde beim Kauf von Kakao auch jedes angebotene Kakaopulver genau betrachten soll, da nur Manzetti weder  Kaffee, noch Zimt oder andere Elemente beimischt.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. November 2016

Der schwedische Verein der Inserenten

Am 15. November 1924 trafen sich im Restaurant Gillet in Stockholm 36 Vertreter größerer schwedischer Firmen, die die Zukunft in der Werbung sahen, alles Persönlichkeiten, die bereits um diese Zeit sehr viel Geld für Anzeigen ausgaben und der Meinung waren dass das Geschäft mit Werbung immer unseriöser wurde und daher eine Organisation nötig sei, die sich für eine seriöse Werbung in der Presse einsetzt, allerdings nicht nur in Fragen von seriösen Anzeigen, sondern sie willen auch die Tagespresse zu einem seriösen Verhalten zwingen, die um diese Zeit der wichtigste Anzeigenträger Schwedens war.

Das erste Ziel des Vereins der Inserenten war die korrekte Auflagezahl der damals rund 200 existierenden Tageszeitungen zu erfahren damit die zu bezahlenden Insertionspreise auch mit der Menge der Zielgruppe verbunden werden konnte. Es sollte knapp zwei Jahre dauern bis die gewünschten Zahlen vorlagen, da selbst die unseriösen Zeitungen bald verstanden dass von diesen Zahlen auch ihre eigene Zukunft abhing. Bereits 1926 entstand daher das erste Handbuch für Inserenten, das sich heute zum einem Datenbuch der Mediafakten Schwedens entwickelte und ein relativ deutliches Bild der schwedischen Presse zeigt.

Nach diesem ersten Erfolg ging es dem Inserentenverein vor allem um die Anzeigen als solches und der Verein veröffentlichte ein Verzeichnis von Ausdrücken und Zitaten, die man bei Anzeigen vermeiden sollte, zum einen weil sie irreführend sein können, zum anderen aber auch weil sie werbemäßig als wirkungslos betrachtet wurden. Als dann auch jede unsinnige Werbung vom Verein der Inserenten verbannt wurde, wuchs die Anzahl der Mitglieder innerhalb von nur wenigen Jahren auf 62 Firmen an. Heute ist der schwedische Verein der Inserenten mit 600 Mitgliedsfirmen weltweit der größte Verein dieser Art und bietet den Mitgliedern selbst Ausbildung im Reklamewesen.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1817: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
15. November 1849: Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist 
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Oktober 2016

Der Apfelmarkt (Äppelmarknad) in Kivik

Am 16. Oktober 1988 wurde in Kivik der erste Apfelmarkt veranstaltet, als Ergebnis einer EU-Verordnung nach der Schweden die eigenen Äpfel nicht mehr durch Importbeschränkungen schützen durfte und akzeptieren musste dass landesweit auch Äpfel verkauft werden können, die nicht nur billiger waren als die eigene Produktion erlaubte, sondern die auch Rückstände von Giften enthielten, die in Schweden längst verboten waren. Diese Maßnahme bedrohte sämtliche Landwirte, die in Schweden Apfelplantagen hatten, zumal die großen Handelsketten natürlich unmittelbar zu den billigeren Früchten aus anderen Ländern griffen.

Bis 1988 hatten die schwedischen Landwirte gewissermaßen keinerlei Werbung für ihre Produkte geboten, da es in ganz Schweden üblich war dass die Kunden die Äpfel aus dem eigenen Land kauften und selbst deren Namen kannte. Die eigene Produktion reichte auch aus um das ganze Jahr über die beliebte Frucht liefern zu können, auch wenn die Arten, die man in den Läden fand, im Laufe des Jahres mehrmals wechselten. 1988 sollte sich dies ändern und die Landwirte waren gezwungen ihre Äpfel zu bewerben, was zur Kampagne Svenska Äpplen 1988 führte und damit auch zum Äpplemarknad in Kivik, dem Kiviker Apfelmarkt.

Der erste Apfelmarkt in Kivik zog, trotz sehr schlechtem Wetter, 6000 Besucher an, die dort die Premiere eines Films über schwedische Früchte sehen konnten, an zahlreichen Ständen frisch gepflückte Äpfel erwarben und eine Ausstellung über Äpfel fanden. In den 90er Jahren wuchs der Apfelarkt immer mehr und wurde, auch dank zusätzlicher Sponsoren, in ganz Schweden bekannt, nicht zuletzt auch deswegen, weil 1994 der Film Höst i paradiset auf dem Apfelmarkt in Kivik gedreht wurde. Ab 2004 wurde während der beiden Markttage auch ein Apfelkönig gewählt und Künstler engagiert um die Besucher zu unterhalten. Nach einem nahezu 30-jährigen Bestehen kann man in Kivik mun jeweils 20.000 bis 25.000 Besucher beim Apfelmarkt finden, auch wenn das Problem mit billigen Äpfeln aus anderen Ländern weiterhin blüht und immer noch Gifte importiert werden, über die schwedische Äpfel nicht verfügen.


16. Oktober 1516: Ängelholm erhält die Stadtrechte
16. Oktober 1820: Gillis Bildt als Ministerpräsident Schwedens
16. Oktober 1901: Erste schwedische Antarktisexpedition
16. Oktober 1946: Die schwedische Hofdame Ebba Munck af Fulkila
16. Oktober 1946: Ulf Ivar Nilsson und die gezeichnete Gesellschaftskritik
16. Oktober 1955: Eine Volksabstimmung zur Frage des Rechtsverkehrs
16. Oktober 1983: Die schwedische Sängerin Loreen
Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. April 2016

Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna

Anna Kinberg Batra kam am 14. April 1970 als Anna Kinberg in einer sehr gut situierten Familie in Stockholm zur Welt und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in den Niederlanden, überwiegend jedoch in Stockholm. Kinberg Batra besuchte den naturwissenschaftlichen Zweig im Gymnasium, studierte jedoch nach ihrer Hochschulreife Französisch und Holländisch. Nach Abschluss dieses Studiums besuchte die Politikerin die Handelshochschule in Stockholm, wo sie ihr Studium im Jahre 2000 als Diplomkauffau abschloss. Neben ihrer politischen Tätigkeit arbeitete sie von 2000 bis 2005 in der Werbebranche und anschließend ein Jahr an der Stockholmer Handelskammer.

Weitaus wichtiger als eine Karriere in der Wirtschaft war Anna Kinberg Batra indes die Politik, denn bereits 1983 trat sie dem Jugendverband der Moderaterna (MUF) bei und 1993 wurde sie, ohne politische Ausbildung, von Carl Bildt in der Regierungskanzlei als politische Beraterin beschäftigt. Seit dieser Zeit hatte Batra Kinberg dauerhaft wichtige Rollen innerhalb der Partei, wobei sie zum Aufstieg auch gerne Methoden der Werbung verwendete, die nicht unbedingt von Seriosität sprechen. Nachdem ihre Aussage im Jahre 1998, dass Stockholmer cleverer seien als Landbewohner, nicht sehr gut ankam, versprach sie  bei der Parlamentswahl 2002 Nacktbilder und Geheimnisse ihres Sexlebens. Diese Werbung reichte zwar nicht ganz für den Einzug ins Parlament, aber machte Kinberg Batra berühmt, auch wenn das Nacktbild nur ein kleines Stück Haut war, das man dem Körper nicht zuordnen konnte und die Geheimnisse des Sexlebens sich als Tipps für Unternehmer herausstellten.

Erst 2006 wurde die Politikerin Anna Kinberg Batra dann ins Parlament gewählt, neben ihrer Wahl in den Stadtrat von Nacka, und wurde erst die Vorsitzende des Europa-Ausschusses, später des Finanzausschusses, und ab 2010 auch Gruppenführerin der Moderaterna. Als Fredrik Reinfeldt nach dem Wahlverlust 2014 unmittelbar von seinem Amt als Parteivorsitzender zurücktrat, wurde Kinberg Batra zu seinem Nachfolger gewählt. In dieser Rolle vertrat die Politikerin die Moderaterna bei allen Verhandlungen mit der Regierung Löfven und konnte auch einige wichtige Punkte der Partei innerhalb der neuen Regierung durchsetzen. Auch bei ihrer Vorbereitung auf die kommende Wahl, entdeckt man sehr viel Werbeverhalten Kinberg Batras, da ihre Ideologie zu sein scheint alle Maßnahmen des linken Flügels PR-mäßig zu diskreditieren und durch wage Versprechen die Wähler der extrem rechten Bewegung Schwedens zu gewinnen.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt

Auch wenn die erste Götheborgs-Posten bereits ab 1813 vom Buchdrucker Georg Löwegren herausgegeben wurde, so rechnet man diese Zeitung nicht als den offiziellen Vorläufer der Göteborgs-Posten, die meist nur kurz als GP bezeichnet wird. Für die Gründungszeit der heutigen GP gibt man den 31. Dezember 1858 an, die von Karl Emil ausgegeben wurde. Aber auch dieses Datum ist etwas umstritten, da am 31. Dezember 1858 lediglich ein Probedruck erschien und die erste der regelmäßigen Tageszeitungen erst am 5. Januar des Folgejahres erschien.

Eigentümer der Göteborgs-Pasten war zu Beginn David Bonnier, der die Tageszeitung als Konkurrenz zur Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning, die bis zu den 30er Jahren die bedeutendste Zeitung Göteborgs war, sich jedoch, in den Augen Bonniers, zu weit links bewegte. Als die GP jedoch auch 1872 den Konkurrenten nicht verdrängt hatte, verkaufte Bonnier seine Aktien an Fredrik Åkerblom, was zwar diese Zeitung aus dem späteren Bonnier-Konzern nahm, ihr jedoch das Überleben bot und zu langsam steigenden Auflagen führte. Dass die GP um diese Zeit den Markt nicht übernehmen konnte, lag allerdings daran, dass Åkerblom nicht nur der Skandinavismus nahe lag, sondern er der GP auch eine extrem konservative Richtung gab.

Erst als Harry Hjörne am 29. April 1926 die Göteborgs-Posten übernahm, musste die  Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning eine harte Konkurrenz spüren, was wiederum daran lag, dass Hjörne stark auf Sport setzte und Politik nahezu nebensächlich wurde. Hjörne gelang es dadurch die Arbeiter anzusprechen ohne tatsächlich eine Arbeiterzeitung liefern zu müssen. Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich die Göteborgs-Posten durch den massiven Aufkauf anderer Zeitungen zur  Stampen Media Group und entwickelte sich mit  einer Auflage von über 400.000 Exemplaren zur auflagenstärksten Zeitung Westschwedens, deren Einfluss allerdings bis ins Mälartal reicht. Während die GP sich ab der Nachkriegszeit einen liberalen Anstrich gab, macht sie seit 2014 einen Rechtsruck um kapitalstärkere Leser zu erreichen, da die Einnahmen der GP nicht vom Verkauf der Zeitung, sondern von der Werbung kommen.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 2. März 2014

Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Der private Fernsehkanal TV4 wird ausschliesslich von Werbung finanziert und ist heute der größte Kanal dieser Art in Schweden. Seine Geschichte geht im Grunde bis zum Jahr 1984 zurück, als Ingemar Leijonborg des staatlichen Fernsehens SVT und Gunnar Bergvall des Medienkonzerns Bonnier einen Plan für einen privaten Fernsehkanal ausarbeiteten der finanziell auch tragbar war. Auch wenn die Finanzierung bald geklärt war und TV4 sogar eine eigene Schule für Fernsehproduzenten und Randberufe geschaffen und auch Journalisten von SVT abgeworben hatte, sollte die erste Sendung noch bis zum 15. September 1990 auf sich warten lassen, ohne allerdings auf das analoge Funknetzt zugreifen zu dürfen, so dass die Übertragung vorerst nur über Kabel und Satellit erfolgte.

Die ersten Sendungen des Kanals TV4 waren ein Fiasko und die ersten selbst produzierten Fernsehfilme wurden von Kritikern geradezu zerrissen, aber die Idee und der Kanal lebten weiter. Als  dann im Herbst 1991 private Fernsehkanäle auf Werbebasis zugelassen werden sollten, verdankte TV4 sein Überleben dem gegenwärtigen Außenminister Schwedens, Carl Bildt, der damit drohte die Entscheidung der damaligen Regierung bei einem Wahlgewinn zu annullieren, da diese RIX TV die Genehmigung erteilt hatte und nicht TV4. Das Ergebnis war, dass RIX TV seinen Antrag zurückzog und sich bei TV4 einkaufte, also die zwei Kanäle sich zu einem einzigen zusammenschlossen. Die Besitzer von RIX TV, die bereits 55 Prozent der Aktien von TV3 besaßen, bekamen im Gegenzug dazu das Recht mit einem Parallelunternehmen die gesamte Werbung von TV4 zu verwalten.

Auf Grund der neuen Genehmigung für Werbekanäle konnte TV4 am 2. März 1992 mit seinen analogen Sendungen beginnen und damit dem staatlichen Fernsehen wirklich Konkurrenz machen. Bereits Ende des Jahres war es TV4 gelungen das Publikum mit Sendungen mit Bingolotto, Fångarna på fortet, Kär och galen und anderen publikumsnahen Übertragungen zu gewinnen. Eine Mischung aus Nachrichten, Sensationssendungen und amerikanischen Kopien machte TV4 Ende der 90er Jahre zum einzigen ernsthaften Konkurrenten des Kanals SVT, obwohl die Menge der Werbung die Zuschauer verärgerte. Die Sendezeit für Werbung, die bis 2002 sehr restriktiv war, wurde im Laufe der Jahre durch zwei neue Gesetze erleichtert, letztmals im Jahre 2010.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Schweden bekommt einen zweiten Fernsehkanal

Die Geschichte des schwedischen Fernsehens begann im Jahre 1956, wenn auch sehr zögernd, da die Sozialdemokraten mehr auf die Presse setzte und einen Fernsehkanal für Schweden nicht als sehr sinnvoll betrachtete. Aber auch wenn dieser Widerstand von der Partei langsam aufgegeben wurde, so sollte es bis zum 5. Dezember 1969 dauern bis auch ein zweiter Kanal zugelassen werden sollte.

Dieses Mal war es jedoch nicht der Widerstand einer Partei, dass der Kanal TV2 um Jahre verzögert wurde, sondern die unterschiedliche politische Meinung des linken und des rechten Blocks. Die konservativen Parteien waren der Meinung, dass der neue Kanal von Werbung finanziert werden sollte, während der linke Block einen reklamefreien Kanal wollte, der dadurch auch mehr vom Staat abhängig war und weniger von Unternehmen, die bei einem Reklamekanal auch einen gewissen Einfluss ausüben würden. Außerdem waren die Sozialdemokraten der Meinung, dass dann die Zeitungen bei Fernsehreklame eine Einnahme verlieren würden.

Als dann am 5. Dezember 1969 der zweite schwedische Kanal zu senden begann, so sollte er in direkter Konkurrenz zu TV1 stehen, was dazu führte, dass das Erste Programm den Stempel eines rechten Kanals bekam und das Zweite Programm politisch links eingeordnet wurde. Diese Einteilung hatte natürlich seine Berechtigung, denn während TV1 sich an die gehobene Bürgerschicht wendete, wollte TV2 den Arbeiter und unteren Angestellten ansprechen. Nach einer Regierungsentscheidung mussten die Zuschauer von TV2 allerdings auf Nachrichtensendungen verzichten und während dieser zehn Minuten eine Uhr zeigen. 2001 wurden dann auch alle Programme, die ein starkes Publikum anzogen auf SVT1, wie das Erste Programm mittlerweile hieß, umgelagert und SVT2 sollte nur noch eine Nische ansprechen.


5. Dezember 1940: Peter Pohl und das düstere Jugendbuch der Probleme
5. Dezember 1940: Peter Pohl, der düstere Jugendbuchautor Schwedens
5. Dezember 1975: Daniel Nyhlén, das Königshaus, Skandale und die Unterwelt 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Oktober 2012

Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden

Am 21. Oktober 1990 kam Isabella Löwengrip, die vor allem unter dem Namen Blondinbella bekannt ist, in Stockholm zur Welt. Mit 14 startete sie ihr Blog „Blondinbella“ und bereits 2010 wurde das Blog vom schwedischen Bloggportalen als das drittgrößte schwedische Privatblog bezeichnet. 2011 hatte das Blog offiziell 400.000 unique visitors, eine Entwicklung, die Isabella Löwengrip bereits während ihrer Schulzeit zu einer Legende gemacht hatte, auch wenn die Besuchszahlen im Laufe der Jahre immer wieder angezweifelt wurden.

Bereits 2007 gründete Blondinella mit Hilfe ihres Vaters Per Rydberg, der einen etwas zweifelhaften Ruf in der Stockholmer Geschäftswelt hat, die Aktiengesellschaft Blondinbella AB und das Blog verwandelte sich in ein extrem erfolgreiches Verkaufsportal, was Isabella auch dazu nutzte im Jahre 2008 die Bekleidungsmarke Classified zu gründen und wenig später das Investmentunternehmen Löwengrip Invest. Als zentralen Punkt für die Werbung benutzt die Jungunternehmerin grundsätzlich ihr Blog, das vor allem jungen Mädchen zeigt welche Produkte sie verwenden müssen, was zu einer Art Kultbewegung wurde.

Blondinbella, die weiß wie sie sich sich überall in den Medien sichtbar machen kann, hatte mit ihrem Erfolg, der zwischen 2007 und 2008 wirklich ins Laufen kam, allerdings auch immer wieder Kritik herausgefordert, die sie in der Regel schlecht verkraftet. So wurde ihr vorgeworfen Schleichwerbung zu machen und mit Produktplatzierung zu arbeiten, was aber bisher zu keinen Urteilen von Seiten des Verbraucherschutzes führte. Eine andere Anklage lautet, dass sie, wie auch andere Blogs, die sich seriös geben, pseudo-redaktionelle Seiten bietet, die eindeutig für Werbezwecke gekauft wurden und daher gegen Gesetze verstoßen. Ob es sich um Tatsachen oder üble Nachrede handelt, ist sehr schwer zu sagen, denn Tatsache ist, dass sie bisher für keine Vergehen verurteilt wurde.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Oktober 2012

Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

Am Montag, den 9. Oktober 2006 hatte der schwedische Kanal TV7 nach viermonatigen Testsendungen Premiere, ein Kanal, der sich damals Aftonbladet TV nannte und seine Frequenz mit Axess teilen musste, was bedeutete, dass an Wochentagen die Abendzeitung Aftonbladet seine Sendungen ausstrahlte und am Wochenende Axess am Zug war. Aftonbladet setzte auf Nachrichtensendungen und Sendungen, die die am meisten gelesenen Artikel der Zeitung ergänzen sollte, so Mode, Sex und Vergnügen.

Obwohl das Aftonbladet massiv Werbung für seinen Kanal machte, zeigte es sich bald, dass die Produktion von Nachrichten fürs Fernsehen zu teuer war und zudem kaum Zuschauer anlockte. Nach sechs Monaten kam daher bereits die letzte Nachrichtensendung, die das öffentliche Bild der Anstalt deutlich zeigte. Reporter fragen die Bewohner in Stockholm, ob sie Aftonbladet TV kennen. Kaum eine Antwort war positiv, obwohl das Aftonbladet mit zu den meist verkauften Zeitungen gehörte und massiv in Werbung investiert hatte.

Das Ergebnis war, dass der Fernsehkanal die Nachrichtenproduktion aufgab und auf ein Unterhaltungsprogramm setzte, was jedoch nur dazu führte, dass eine nach der anderen Sendung wegen der geringen Zuschauerzahl eingestellt, beziehungsweise ausgetauscht werden musste, denn die Themen, die im Aftonbaldet Erfolg hatten, waren ein Flop im Fernsehkanal. Im Dezember 2007 entschied sich Aftonbladet die Sendelizenz zum Dumpingpreis zu verkaufen Allerdings gelang es auch dem neuen Käufer nicht TV7 bekannt zu machen. Der Kanal änderte Besitzer, Inhalt und nach einem langjährigen Rechtsstreit über die Anwendung des Begriffes TV7 ist der Kanal immer noch tot, auch wenn Sjuan etwas an den brach liegenden Sender erinnern will.


9. Oktober 1847: Schweden schafft die Sklaverei ab
9. Oktober 1970: Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport
9. Oktober 1991: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Dezember 2011

Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder

Auch wenn man den Ursprung des schwedischen Weihnachtsbocks nicht so genau kennt, da er seinen Ursprung sowohl in der schwedischen Mythologie haben kann, da Thors Wagen von zwei Böcken über den Himmel gezogen wurde, als auch darauf zurückführen kann, dass man im frühen Schweden eine Ziege zu Weihnachten aß, so bleiben beim Weihnachtsbocks aus Gävle keine Geheimnisse offen, da dieser überdimensionale Bock erstmals im Jahre 1966 auftauchte.

Der Weihnachtsbock aus Gävle hat seit seinem ersten Erscheinen seine Gestalt beibehalten, denn das Gerüst wird aus Holzstämmen und Zweigen errichtet, die dann von Stroh ummantelt werden. Seit 1966 wird dieser Weihnachtsbock am Ersten Advent an der gleichen Stelle der Stadt errichtet, auch wenn die Verantwortlichen für den Bock immer wieder einmal änderten. Der erste Weihnachtsbock auf dem Slottsberget in Gävle war indes nichts anderes als eine ausgefallene Werbeaktion des Unternehmers Stig Gavlén.

Vermutlich wäre der 13 Meter hohe, sieben Meter lange und drei Tonnen schwere Weihnachtsbock auch nur eine einmalige Aktion geblieben, wenn er nicht pünktlich um Mitternacht des 30. Dezembers 1966 einem Brandanschlag zu Opfer gefallen wäre. Durch diesen Anschlag wurde dem Weihnachtsbock in Gävle eine Wichtigkeit gegeben, die dazu führte, dass er seither jedes Jahr errichtet wird, und, bis auf wenige Ausnahmejahre, regelmäßig einem Brandanschlag zum Opfer fällt. Der diesjährige Bock wurde bereits am 2. Dezember, trotz Webkamera und Bewachung, in Brand gesteckt, lange vor dem Weihnachtsfest. Ab diesem Jahr kann man nun durch den Kauf eines Plüschbocks aus Gävle einen Beitrag für die Bewachung im kommenden Jahr leisten.

31. Dezember 1987: Der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. September 2011

Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden

Auch wenn in den USA kommerzielle Radiostationen seit 1919 zugelassen waren und die ersten zaghaften Versuche zwischen 1922 und 1925 auch in Schweden auftauchten, wurde dieser Bewegung durch das Monopol des Radiotjänst am 1. Januar 1925 zum Tode verurteilt. Erst am 22. September 1993, weitaus später als in den meisten anderen Ländern Europas, wurde dann das PLR (Privat Lokalradio) rechtlich zugelassen und ab 1994 entstanden dann weitere, meist internationale Radiostationen, die sich auf Werbebasis finanzierten.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass es vorher keinerlei kommerzielle Station gab, die Schweden als Ziel ansahen, denn ab 1958 entstanden mehrere Piratenradios, die außerhalb des schwedischen Hoheitsgebietes von Booten aus Schweden bestrahlten und, neben Werbung, auch die Musik boten, die die jüngere Generation hören wollte. 1966 musste allerdings dann auf Grund restriktiver schwedischer Gesetzte selbst Radio Syd seine Sendungen einstellen.

Ab 1979 erlaubte die schwedische Regierung auch die Installation von sogenannten Lokalstationen, den Närradiostationerna, die ideelle Ziele verfolgten sollten und daher keinerlei Werbung ausstrahlen durften, wobei einige unter ihnen jedoch permanent gegen diese Bestimmung verstießen. Radio Nova in Vagnhärad begann ab 1990 ständig Werbung unterzubringen. Da die Station jedoch eine sehr starke Unterstützung hatte, wurde dem Televerket von Fans der Zugang zur Radiostation verwehrt und nachdem die folgende Unterbrechung der Verbindung auf sehr massiven Widerstand stieß, öffnete das Televerket die Verbindung wieder und tolerierte schließlich die lokale Reklame des Senders.

22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin