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Samstag, 2. Juli 2016

Die Tageszeitung Ystads Allehanda

Am 2. Juli 1873 erschien die erste Nummer der Ystads Allehanda, die allgemein nur als YA bezeichnet wird, eine Zeitung, die kurz zuvor der Buchdrucker Axel Fredrik Bjurström gegründet hatte. Das Geschlecht Bjurström sollte die damals liberale YA anschließend bis 1997 behalten, dann jedoch an den Medienkonzern Bonnier verkaufen. 2011 ging die Ystads Allehanda dann jedoch an Gota Media über, an der die Stiftung Barometern  maßgeblich beteiligt ist, eine Stiftung, die sich für die Demokratie und die freie Berichtserstattung einsetzt. Die Gesamtstruktur der Ystads Allehanda ist allerdings so komplex, dass man nur noch sehr sehr eingeschränkt von einer echten Lokalzeitung reden kann.

Natürlich war die Ystads Allehanda nicht die erste Zeitung im Kreis Ystad, denn bereits 1832 erschien dort der Skånska Mercurius, der während seiner rund zehnjährigen Existenz mehr ein Werbeblatt als eine Zeitung war, in der der Stadtrat zu Sitzungen geladen wurde und wirtschaftliche und politische Informationen an die Oberschicht Ystads weitergegeben wurden. Später entstanden auch der Skånska Telegrafen und die Ystads Tidning, die jeweils eine gewisse politische Schicht ansprachen und daher eine deutliche Konkurrenz zur YA waren, die sich in jener Zeit extrem liberal zeigte, entgegen des Zeitstroms Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Grundeinstellung der Ystads Allehanda brachte dem Chefredakteur Johan Mikael Sjöström auch mehrere Probleme, denn 1885 wurde er schwer misshandelt, weil er sich bei einem Treffen der Gutsbesitzer weigerte auf den König anzustoßen und im folgenden Jahr lehnte sich der Priester der Stadt gegen die für ihn zu moderne Zeitung auf und verurteilte sie öffentlich als verabscheuenswert. Allerdings stieg dadurch lediglich die Auflage, da sich sehr viele Bürger von der konservativen Kirche bevormundet sahen und den Mut des Chefredakteurs eher bewunderten. Im Jahre 1889 fand man in der Ystads Allehanda erstmals auch ein Bild, nämlich den Eiffelturm mit einem Bericht über die Weltausstellung in Paris. Heute ist von den Zeitungen Ystads nur noch die YA vorhanden.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1859: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Mai 2016

Die Tageszeitung Västerbottens-Kuriren

Am 17. Mai 1900 erschien die erste Nummer der Tageszeitung Västerbottens-Kuriren, einer seit Beginn an liberalen Zeitung Schwedens, die vom ersten Tag an in Umeå herausgegeben wurde. Der Gründer und erste Besitzer des VK,  wie der Västerbottens-Kuriren kurz genannt wird, war Gusav Rosén, der nicht nur die Chefredaktion der Tageszeitung übernahm, sondern parallel hierzu auch für die Folkpartiet, die heutigen Liberalerna, im Parlament saß und eine wichtige politische und gesellschaftliche Rolle in Umeå spielte. Es war daher auch wenig erstaunlich, dass der Västerbottens-Kuriren bereits 1903 die größte Tageszeitung in Västerbotten war.

Als Gustav Rosén 1926 unter der Regierung von Carl Gustaf Ekman Verteidigungsminister wurde, setzte Rosén erst Ernst Grafvelin als Chefredakteur ein, und nach dessen Tod nur sechs Monate später seinen Sohn Stellan Rosén. 1929 verkaufte Rosén den Västerbottens-Kuriren an den Baumeister und Politiker Johan Magnus Bäckström, ebenfalls einen Vertreter der Volkspartei, der den VK zum einen im Sinne von Rosén weiterführte, zum anderen 1930 auch ein eigenes Gebäude für die Zeitung baute. Unter ihm wurde 1949 auch der erste feste Pressefotograf Nordschwedens eingestellt, der bis 1985 für den Västerbottens-Kuriren arbeiten sollte.

Erst 15 Jahre nach dem Tode von Johan Magnus Bäckström tauchten Probleme in der Führung der Tageszeitung auf und sie wurde erst an die Druckerei Folk och Samhälle verkauft um letztendlich ab 1978 als Stiftung VK-Press weitergeführt zu werden, die einzige Möglichkeit der Erben Bäckströms die liberale Linie der Zeitung zu behalten. 1984 richtete der Västerbottens-Kuriren auch eine eigene Druckerei ein, die auch für die Dagens Nyheter arbeitete, und 1988 entstand ein neues Verlagshaus. Noch heute ist der VK, mit einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren, die größte Tageszeitung Västerbottens, auch wenn ihm seit Jahren der Konkurrent Norrländska Socialdemokraten aus Luleå ihr sehr dicht auf den Fersen liegt. Der Einfluss des Västerbottens-Kuriren liegt indes über jenem des NSD (Norrländska Socialdemokraten), da die Stiftung VK auch die Aktienmehrheit des Västerbottens Folkblad besitzt und die kostenlose Zeitung City herausgibt.


17. Mai 1788: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
17. Mai 1900: Der erste Lastwagen Schwedens liefert Bier
17. Mai 1918: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson
17. Mai 1936: Lars Gustafsson und die gesellschaftskritische Literatur der Gegenwart
17. Mai 1979: Jimmie Åkesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna
17. Mai 1987: Gunnar Myrdal und der politische Wandel Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 29. April 2016

Der Beginn und das Ende des Smålands Folkblad

Bereits am 15. November 1901 erschien in Jönköping die erste Nummer der Lokalzeitung Smålands Folkblad, erst unregelmäßig, dann täglich, schließlich vier Tage pro Woche und ab 1919 erneut endgültig als Tageszeitung. Trotz lokalem Inhalts hatte die Zeitung, die jeweils am Nachmittag erschien, immer wieder finanzielle Probleme und lag mehrmals knapp vor dem Konkurs. Die höchste Auflage in ihrer Geschichte verzeichnete das Smålands Folkbald mit einer Auflage von 16.100 Exemplaren im Jahre 1949.

Trotz der hohen qualitativen Leistung des Smålands Folkblad gelang es der Zeitung nicht  aus den roten Zahlen zu geraten, was dazu führte, dass die Tageszeitung ab 1980 nur noch sechs Tage die Woche erschien und 1990 auf vier Ausgaben die Woche reduziert werden musste. 1991 war die Durchschnittsauflage dann auf 9700 Exemplare geschrumpft und nur ein Jahr später übernahmen Angestellte des Småland Folksblad um aus der Tageszeitung eine Wochenzeitung zu machen. Der Erfolg war jedoch gering und 2010 wurde auch diese Zeitschrift zu Grabe getragen.

Aber noch immer gab es eine Gruppe, die das Småland Folkblad wieder zum Leben erwecken wollte und mit Hilfe eines Partners, dem ETC-Verlag, erschien am 29. April 2011 erneut die am Freitag erscheinende Wochenzeitung Smålands Folkblad mit einer sozialdemokratischen Linie. Erneut scheiterte die Zeitung an den Abonnenten, denn als das Småland Folkblad im Januar 2015 immer noch an 1500 Abonnenten kratzte und 40 Abonnenten zu wenig hatte um vom Staat eine Presseunterstützung zu erhalten, verschwand die Zeitung dann erneut von den Verkaufsstellen in Jönköping und wurde kurzfristig eingestellt.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1805: Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt

Auch wenn die erste Götheborgs-Posten bereits ab 1813 vom Buchdrucker Georg Löwegren herausgegeben wurde, so rechnet man diese Zeitung nicht als den offiziellen Vorläufer der Göteborgs-Posten, die meist nur kurz als GP bezeichnet wird. Für die Gründungszeit der heutigen GP gibt man den 31. Dezember 1858 an, die von Karl Emil ausgegeben wurde. Aber auch dieses Datum ist etwas umstritten, da am 31. Dezember 1858 lediglich ein Probedruck erschien und die erste der regelmäßigen Tageszeitungen erst am 5. Januar des Folgejahres erschien.

Eigentümer der Göteborgs-Pasten war zu Beginn David Bonnier, der die Tageszeitung als Konkurrenz zur Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning, die bis zu den 30er Jahren die bedeutendste Zeitung Göteborgs war, sich jedoch, in den Augen Bonniers, zu weit links bewegte. Als die GP jedoch auch 1872 den Konkurrenten nicht verdrängt hatte, verkaufte Bonnier seine Aktien an Fredrik Åkerblom, was zwar diese Zeitung aus dem späteren Bonnier-Konzern nahm, ihr jedoch das Überleben bot und zu langsam steigenden Auflagen führte. Dass die GP um diese Zeit den Markt nicht übernehmen konnte, lag allerdings daran, dass Åkerblom nicht nur der Skandinavismus nahe lag, sondern er der GP auch eine extrem konservative Richtung gab.

Erst als Harry Hjörne am 29. April 1926 die Göteborgs-Posten übernahm, musste die  Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning eine harte Konkurrenz spüren, was wiederum daran lag, dass Hjörne stark auf Sport setzte und Politik nahezu nebensächlich wurde. Hjörne gelang es dadurch die Arbeiter anzusprechen ohne tatsächlich eine Arbeiterzeitung liefern zu müssen. Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich die Göteborgs-Posten durch den massiven Aufkauf anderer Zeitungen zur  Stampen Media Group und entwickelte sich mit  einer Auflage von über 400.000 Exemplaren zur auflagenstärksten Zeitung Westschwedens, deren Einfluss allerdings bis ins Mälartal reicht. Während die GP sich ab der Nachkriegszeit einen liberalen Anstrich gab, macht sie seit 2014 einen Rechtsruck um kapitalstärkere Leser zu erreichen, da die Einnahmen der GP nicht vom Verkauf der Zeitung, sondern von der Werbung kommen.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 17. Oktober 2015

Die Strömstads Tidning, ein Sprachrohr im Bohuslän

Am 17. Oktober 1866 erschien die erste Nummer der Strömstads Tidning, die älteste und heute noch existierende Tageszeitung des Bohuslän. Dass der Buchdrucker Karl Fredrik Blomberg und der Papierhändler Lars August Larsson in Strömstad eine Zeitung gründeten, war natürlich kein Zufall, denn um diese Zeit verwandelte sich der Ort in einen bedeutenden Badeort, was natürlich mit den regelmäßigen Besuchen des Königs Oscar  I. zusammenhing. Mit dem wachsenden Tourismus kam der Handel und das Handwerk und Strömstad entwickelte sich in jenen Jahren zu einer der wichtigsten Städte des Bohuslän. Der Erfolg einer Zeitung war mit dieser Entwicklung garantiert.

Bis zur Gründung der Konkurrenzzeitung Norra Bohuslän im Jahre 1894 durch Carl Hall konnte man die Strömstads Tidning als das meinungsbildende Organ der Stadt bezeichnen, was die neue Zeitung natürlich in Frage stellte. Dennoch konnten sich die beiden Konkurrenzzeitungen bis 1934  in Strömstad halten, wurden dann jedoch zusammengelegt und zur Strömstads Tidning Norra Bohuslän. Erst als diese Zeitung im Jahre 1969 von der Bohusläningen AB in Uddevalla gekauft wurde, war die Unabhängigkeit der Lokalzeitung teilweise zu Ende, da der neue Besitzer die Linie der Zeitung seinem Gesamtkonzept anpassen wollte und sich zum medialen Marktführer des Bohuslän entwickelte.

Seit dem 1. Juni 2008 geht die Strömstads Tidning in die Stampen Gruppe ein und verfolgt offiziell eine ungebundene liberale Politik, die sich jedoch in den letzten Jahren immer weiter rechts davon ansiedelt. Die Strömstads Tidning, die heute wieder ihren ursprünglichen Namen trägt und Norra Bohuslän nur sehr klein im Titel vermerkt, erscheint dreimal die Woche mit jeweils 4800 Exemplaren und erreicht damit etwa 17.000 Leser im Bohuslän. Die Webausgabe, die seit 2010 erscheint,  wird täglich aktualisiert und berichtet dominant über das Geschehen der rund 6000-Einwohner-Stadt Strömstad.


17. Oktober 1796: Bernhard von Beskow und die konservative Literatur Schwedens
17. Oktober 1842: Gustaf Retzius, der bedeutendste Rassenbiologe Schwedens
17. Oktober 1904: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte
17. Oktober 1956: Die schwedische Sängerin Anne-Lie Rydé
17. Oktober 1969: Die Eisenhütte in Nykroppa wird stillgelegt
17. Oktober 1991: Ester Lindin und der vergessene Bestseller

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. September 2015

Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten

Am 24. September 1838 erschien die erste Nummer des Östgöta Correspondenten, einer Zeitung, die in kürzester Zeit eine der berüchtigsten und am meist gelesenen Zeitungen Schwedens wurde, zumindest unter jenen die außerhalb Stockholms erschienen. Dies lag natürlich an seinem Herausgeber und Chefredakteur Henrik Bernhard Palmær, der schon vorher wegen seiner spitzen Feder bekannt geworden war und in seiner Zeitung schonungslos, wenn auch nur verbal, auf alle seine Feinde losging. Wenn man damals in einer Zeitung auf einen Skandal warten konnte, so war es im Östgöta Correspondenten.

Allerdings zeigte sich die Sprunghaftigkeit und das Streben nach immer Neuem bei Palmær auch als Herausgeber des Östgöta Correspondenten, denn bereits 1840 wurde Carl Fredrik Ridderstad zum zweiten Mann und Mitteilhaber der Zeitung und 1842 übernahm dieser die damalige Wochenzeitung ganz. Zwischen der Übernahme und 1886 machte Ridderstad den Corren, wie die Zeitung noch heute allgemein genannt wird, zur vielleicht einflussreichsten Zeitung Schwedens, auch wenn sie weitab vom Geschehen in Stockholm entstand. Ridderstad hatte es verstanden den aggressiven Stil seines Vorgängers zu behalten, aber er verzichtete auf persönliche Angriffe, ohne sich jedoch je von der Bürgerschicht abzuwenden.

Als auch Ridderstad den Östgöta Correspondenten verließ, wurde aus dem bis dahin liberalen Blatt eine extrem konservative Zeitung, die den Protektionismus in Schweden propagierte, wobei sich der Corren 1892 dann auch in eine Tageszeitung verwandelte, die sechsmal die Woche erschien. Ohne den aggressiven Journalismus von Palmær und ohne die Feder Ridderstads verlor der Östgöta Correspondenten allerding eine Teil seines Einflusses und viele Leser. Erst als die Tageszeitung im Jahre 1995 mit einer Netzauflage begann, stieg die Anzahl der Leser wieder stark an und der Ruf der Zeitung verbesserte sich erheblich. Nur ein Jahr nachdem der Corren dann 2007 zur besten schwedischen Tageszeitung gekrönt worden war, wurde sie jedoch an die Norrköpings Tidningar verkauft und gehört nun zum NTM-Konzern. Auch wenn der Inhalt des Östgöta Correspondenten heute bürgerlich konservativ ist, bezeichnet er sich selbst als liberal.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 2. Januar 2015

Die Morgenzeitung Stockholms Dagblad

Als am 2. Januar 1824 der Polizeidirektor G. E. Lodin und der Buchdrucker E. A. Ortman die erste Nummer des Stockholms Dagblad herausgaben, handelte es sich in der Tat um eine konservative Morgenzeitung, die zum einen ausschließlich gekaufte Anzeigen veröffentlichte, zum anderen aber auch das halboffizielle Organ der Stockholmer Regionalregierung und der Polizeibehörde war. Informationen waren um diese Zeit nicht einmal vorgesehen, aber allein die Veröffentlichung von Annoncen zeigte, dass hierfür ein großer Bedarf in Stockholm herrschte.

Erst als Jonas Adolf Walldén im Jahre 1834 das Stockholms Dagblad zur Hälfte übernahm, änderte sich die Richtung des Morgenzeitung, denn Walldén machte aus der Werbezeitung eine aktuelle Nachrichtenzeitung mit einem umfangreichen politischen Teil. Sein Sohn, Wilhelm Walldén, der das Stockholms Dagblad ab 1869 übernahm, baute die Zeitung in diesem Sinne weiter aus und schuf in nur wenigen Jahren Schwedens einflussreichste Zeitung, die anschließend mehrere Jahrzehnte lang in der politischen Meinungsbildung des Landes eine sehr wichtige Rolle spielte.

Bis am 19. September 1931 die letzte Nummer des Stockholms Dagbladet erschien, war die Tageszeitung in sehr vielen Punkten ein Vorreiter der schwedischen Tagespresse,denn ab 1885 erschien wöchentlich eine siebte Nummer, die vor allem der Kunst, der Literatur, der Kultur und der Reise gewidmet war. In den 20er Jahren war dann das Stockholms Dagbladet die erste Zeitung Schwedens, die als Tabloid erschien und kaum zehn Jahre später wurden in der Morgenzeitung auch die ersten Disneyserien in Schweden veröffentlicht. Auch wenn heute kaum noch jemand vom Stockholms Dagbladet gehört hat, so bauen die meisten der heutigen Tageszeitungen des Landes noch auf die Ideen des Stockholms Dagbladet auf.


2. Januar 1296: Das Upplandslagen, schwedische Gesetze des Mittelalters 
2. Januar 1749: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin 
2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Dezember 2013

Die Tageszeitung Dagens Nyheter

Nachdem Rudolf Wall sich beim Aftonbladet und der Göteborgs Handels- och Sjöfarts Tidning langsam hochgearbeitet hatte, entschied er sich im Jahre 1864 eine eigene Tageszeitung zu gründen, der er den Namen Dagens Nyheter gab. Die erste Nummer der Zeitung erschien nur einen Tag vor dem Heiligen Abend, am 23. Dezember 1864. Das Ziel des Verlegers war dabei eine Zeitung zu schaffen, die alle Schweden ohne Probleme lesen können und so interessant wie möglich sein sollte. Gleichzeitig sollten auch alle bedeutenden Fragen Schwedens auf neutrale Weise behandelt werden.

Diese Freiheit konnte Rudolf Wall jedoch nur bis 1888 uneingeschränkt ausüben, denn in diesem Jahr erwarb Albert Bonnier seine ersten Aktien an der Zeitung und 1909 hatte Karl Otto Bonnier die absolute Mehrheit der Aktien in seiner Hand und konnte daher den Inhalt der Dagens Nyheter beeinflussen. Bonnier wollte zwar das Prinzip des Gründers in großen Linien beibehalten, jedoch daraus eine Zeitung für die schwedische Hauptstadt machen, die das politische Geschehen des Landes beeinflussen kann.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die Dagens Nyheter zu einer Zeitung der massiven Meinungsbildung entwickelt, die mehr als einmal das politische Geschehen Schwedens beeinflusste. Das Gewicht der Dagens Nyheter war nicht nur Sensationen auszugraben und Affären aufzudecken, sondern das Ziel war einzigartige Reportagearbeit zu bieten. Auf diese Weise waren auch die anderen Zeitungen Schwedens regelmäßig dazu gezwungen auf Artikel der Dagens Nyheter zu verweisen. Seit Mitte der 90er Jahre verlieren die Dagens Nyheter diese Rolle immer mehr, da ihr Konkurrenten wie das Svenska Dagbladet und die Göteborgs-Posten, aber auch Internet, zu schaffen machen. Die Einsparungen unter den Journalisten lässt dabei auch die Qualität sinken.


23. Dezember 1943: Silvia Renate Sommerlalth wird in Schweden Königin 
23. Dezember 1980: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
 
Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Dezember 2013

Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal

Am 14. Dezember 1917 erschien die erste Nummer des Dala-Demokraten, eine Tageszeitung, die sich bis heute als unabhängige sozialdemokratische Zeitung betrachtet und sich vor allem dadurch auszeichnet sich kritisch zu den Sozialdemokraten zu verhalten und auf der Titelseite oft ein Thema zu präsentieren, das die Partei zum Nachdenken bringen soll. Obwohl selbst sozialdemokratisch eingestellt, will die Zeitung vor allem die klassischen Werte der Partei hervorheben und Fehlentscheidungen öffentlich anprangern.

Zu Beginn erschien der Dala-Demokraten nur einmal die Woche, aber der Erfolg ließ nicht auf sich warten und schon ab dem 3. Dezember 1918 wurden pro Woche drei Ausgaben veröffentlicht. Heute erscheint die Zeitung von Montag bis Samstag einschließlich und zählt pro Ausgabe knapp 15.000 Abonnenten, was bedeutet, dass etwa ein Drittel aller Bewohner Dalarnas täglich zumindest einen Blick in die Zeitung werfen. Seit 1997 ist die gesamte Produktionskette des Dala-Demokraten als umweltfreundlich anerkannt.

Obwohl der Dala-Demokraten im Grunde eine regionale Zeitung ist, so gilt diese als stark meinungsbildend für ganz Schweden, da sehr viele andere Zeitungen und vor allem der schwedische Rundfunk sehr häufig auf den Dala-Demokraten hinweisen. Bis heute ist nicht klar welche Bedeutung diese Zeitung für den Ausgang der Volksbefragung zur Einführung des Euro im Jahre 2003 hatte, denn Tatsache ist, dass der Dala-Demokraten damals, im Gegensatz zu den Sozialdemokraten, zu einem Nein aufrief und das Ergebnis auch ein Nein wurde.


14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens 
14. Dezember 1988: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. November 2012

Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet

Oscar Norén wurde am 22. November 1844 in Gässlunda bei Skaraborg als Sohn eines Priesters geboren, der sich nicht nur um seine Kirchengemeinde kümmerte, sondern auch gleichzeitig Rektor der Schule war und eine Buchdruckerei betrieb. Oscar Norén war daher bereits von Kindheit an an gedruckte Worte gewöhnt und kannte ihre Macht über andere, in einer Zeit, in der die Zeitung Wissen und Fortschritt bedeutete.

Nach seinem akademischen Beamtenexamen im Jahre 1864, besuchte Oscar Norén die Universität Uppsala um dort nordische Sprachen, Geschichte, Isländisch und Staatswissenschaft zu studieren. Nach Abschluss des Studiums kümmerte sich Norén jedoch erst einmal um seine Güter und sammelte Material zu den Dialekten des Västergötlands. Erst ab 1875 begann er dann für den Svenska medborgaren zu arbeiten, eine konservative Wochenzeitung der Lantmannapartiet und 1876 wurde Norén Herausgeber und Redakteur der ebenfalls konservativen Norrlandsposten in Gävle.

Oscar Norén strebte jedoch nach einer parteiunabhängigen rechten Zeitung, die eine größere Verbreitung hatte. Er schloss sich daher mit Axel Jäderlin zusammen um 1884 das Svenska Dagbladet zu gründen, wo Jäderin Chefredakteur wurde und Norén an die zweite Stelle rückte. Bereits am 18. Dezember 1884 erschien dann die erste Nummer des Svenska Dagbladet, das allerdings nur aus einer Wetterprognose und Werbung bestand. Erst die Folgenummern hatten dann auch redaktionellen Inhalt. Als die Zeitung ihre konservative Haltung 1899 mehr und mehr aufgab, verließ Oscar Norén die Zeitungswelt und zog sich auf seine Güter zurück.


22. November 1595: Das Vadstena Kloster wird aufgelöst
22. November 1900: Harald Molander, ein Leben für das Theater
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin
22. November 2009: Thomas Brylla, Sport im Jugendbuch und im Kriminalroman  

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. März 2012

Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ

Am 19. März 1911 wurde Allan Hernelius in Tidaholm geboren, ein Mann, der sich bereits während seiner Studienjahre entschlossen hatte einen politischen Einfluss auszuüben und als ausgebildeter Jurist auch jede Grenze kannte, die ihm auferlegt war. Vom ersten Tag an stellte er sich auf die Seite der konservativen Arbeitgeber und entschied sich für eine rechte Politik innerhalb der Moderaterna, was ihm allerdings selbst in den eigenen Reihen mehrmals erhebliche Kritik einbrachte.

Bald nach Abschluss seines Studiums wurde Allan Hernelius die leitende Person des Verbands der Herausgeber von Tageszeitungen und gleichzeitig Chef des Arbeitgeberverbands der schwedischen Zeitungsherausgeber. Dies war das Sprungtuch für die verantwortlichen Stellen des Svenska Dagbladet (SvD), wo er anschliessend die Erfolgsleiter sehr schnell hoch kletterte und ab 1955 als Chefredakteur beschäftigt war und die Richtung der Zeitung vorgab.

Da Allan Hernelius bereits seit 1953 der Vorstand des Stockholmer Rechtsverbandes war, war es für ihn selbstverständlich, dass er seine politische Meinung auch auf die SvD übertrug und die Tageszeitung zu einem politischen Sprachrohr machte, das unter seiner Leitungen einen extremen Rechtsruck erfuhr. Ab 1962 verband er seine Aufgabe im Parlament mit jener als Chefredakteur, wobei er, trotz der doppelten Belastung, nahezu täglich einen eigenen Artikel in der SvD veröffentlichte. Auch wenn Allan Hernelius wenigen bekannt ist, so war er zwischen 1969 und seinem Tod im Jahre 1986 einer der einflussreichsten Hintergrundspolitker Schwedens.

19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. März 2012

17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt

Am 13. März 1942 ließ die schwedische Regierung gleichzeitig 17 Tageszeitungen beschlagnahmen, weil diese über die deutsche Tortur in norwegischen Gefängnissen berichten wollten. Der Justizminister wollte damit verhindern, dass in Schweden negativ über Deutschland geschrieben wird, da Königshaus und Regierung davon ausgingen, dass Hitler den Krieg gewinnen wird und ein deutschfreundliches Schweden nach dem Krieg wirtschaftlich von seiner loyalen Einstellung während des Krieges profitieren könne.

Die liberalen und linken Pressemedien Schwedens wollten an diesem Tag Zeugenaussagen veröffentlichen, die bestätigten, dass die deutsche Wehrmacht mit Terror und Tortur die norwegische Widerstandsbewegung ausradieren wollte. Da selbst der Regierung bewusst war, dass diese Aussagen auf Tatsachen beruhten, so griff sie bei ihrer Entscheidung die Zeitungen zu beschlagnahmen auf einem Gesetz zurück, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschaffen war und es untersagte „fremde Mächte unter Umständen in ihrer Meinung zu verletzen“, ein Gesetz, das damals über jenem der Pressefreiheit stand.

Während einige der Zeitungen nicht mit einem politischen Eingriff gerechnet hatten und dadurch ihre gesamte Auflage vernichtet wurde, hatte Torgny Segerstedt, der Chefredakteur der Göteborger Zeitung GHT (Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning), einen intelligenten Schachzug geplant. Als er daher wählen konnte, ob er den Artikel einfach streicht oder die Zeitungen vernichtet, so ließ er die Presse stoppen, ließ den Teil auf dem der Artikel stehen sollte weiß, aber versah diese Stelle mit der Überschrift „In norwegischen Gefängnissen und Konzentrationslagern“. Die Regierung konnte gegen diese Überschrift nichts einwenden, aber alle Leser wussten, was diese Überschrift tatsächlich bedeutete.

13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Februar 2012

Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

Am 14. Februar 1995 wurde die erste Metro, eine kostenlose Tageszeitung Schwedens, erstmals in der Stockholmer U-Bahn verteilt und wurde nahezu unmittelbar zur Konkurrenz der größeren Tageszeitungen, da die Metro durch Anzeigen finanziert wird, über einen redaktionellen, aktuellen Inhalt verfügt und kostenlos zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass man sie ohne jedes Problem an allen zentralen Orten der Großstädte findet, die von Reisenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln benutzt werden.

Auch wenn viele Schweden die Metro für ein schwedisches Produkt halten, so hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in London und die Zeitung erscheint täglich in 17 Ländern mit zahlreichen lokalen Ausgaben. Die Metro ist, außerhalb Japans, die meist gelesene Tageszeitung weltweit und spricht täglich rund 17 Millionen Leser an, die überwiegend in Großstädten wohnen und knapp gefasste Informationen zu lokalem Geschehen und zur Weltpolitik suchen, die während der Fahrt zur Arbeit konsumiert werden können.

Die Metro erscheint in Schweden in drei Ausgaben mit Lokalredaktionen, nämlich in Stockholm, Göteborg und Malmö. Die kostenlose Tageszeitung, die mittlerweile auch über eine Wochenendbeilage verfügt, hat auch erheblich dazu beigetragen die Cartoons Rocky von Martin Kellerman und Elvis von Tony und Maria Cronstam bekannt zu machen, da sie als erste Zeitung Schwedens war, die die Stärke der beiden gezeichneten Figuren erkannte und die Cartoons täglich veröffentlichte.

14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg

Copyright: Herbert Kårlin