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Sonntag, 3. Juli 2016

Der Dalsland Ring bei Bengtfors

Am 3. Juli 1966 wurde bei Bengtfors eine 1650 Meter lange Autorennbahn eröffnet. Während der Einweihung und dem ersten Rennen konnte man an diesem Tag 16.000 Zuschauer zählen, was bedeutet, dass dies bis heute das größte sportliche Ereignis der Landschaft Dalsland ist. Allerdings führte die Rennstrecke nur ein kurzes Leben, denn nach einem Unglück im Jahre 1970 wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt und nach dem notwendigen Umbau kam das Publikum nicht zurück zum Dalsland Ring. Als dann 1974 die Ölkrise kam, konnte der Autoklub in Bengtfors nicht einmal mehr die Miete für das Grundstück bezahlen und der Landwirt riss die Bahn auf um dort wieder Kartoffeln anzubauen. Heute besteht von dieser ersten Rennstrecke nur noch etwa 100 Meter Asphalt.

Damit sollte jedoch die Geschichte des Dalsland Rings nur vorübergehend zu Ende gehen, denn 2002 gründete sich der Verein Dalsland Ring mit dem Ziel bei Bäckefors erneut eine Rennstrecke zu bauen. Der Verein nahm mit allen entsprechenden Ämtern der Region Kontaktauf  und plante eine weitaus größere Strecke als der ursprüngliche Dalsland Ring. Die Rennstrecke für Autos und Motorräder sollte dieses Mal 2,8 Kilometer lang werden, zusätzlich für Dragracing und Rallyecross ausgebaut werden, sowie eine Gokartbahn und einen kleinen Flugplatz erhalten. Das Problem dabei war lediglich, dass im Bredmossen, wo die Strecke liegen sollte, noch Torf gestochen wurde und das Gebiet vermietet war, mit einem Baubeginn also nicht sehr schnell gerechnet werden konnte.

Mittlerweile bestehen die exakten Pläne für den neuen Dalsland Ring, der schätzungsweise 150 Millionen Kronen kosten wird und nun weitaus mehr als eine Anlage für den Rennsport werden soll, denn die knapp 2000 Anteilseigner wollen nun das größte Sportzentrum des Dalsland bauen und damit die relativ kleine Landschaft neu beleben und auch den Tourismus verstärkt anziehen. Nach den aktuellen Plänen soll der Dalsland Ring auch die umweltfreundlichste Rennstrecke Europas werden, was die einst legendäre Strecke wieder in die Schlagzeilen bringen könnte. Bleibt nur noch das Problem mit dem Torf, das sich jedoch möglicherweise bereits im kommenden Jahr lösen kann.


3. Juli 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1942: Gunilla Bergström und der kleine Willi Wiberg
3. Juli 1976: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl
3. Juli 1992: Die schwedische Sängerin Molly Sandén

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. März 2014

Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck

Kenny Bräck wurde am 21. März 1966 in Glava im Värmland geboren und zeigte bereits als Kind sein Interesse für den Autorennsport, denn schon mit sieben Jahren lernte er auf dem Eis des Sees Stora Gla bei Arvika das Autofahren. Mit 14 begann er dann bei beim Formel-Ford Meister Nils-Arne Johansson einen Sommerjob. Johansson wiederum half ihm dabei das erst Gokart zu erwerben und brachte ihm die Feinheiten des Rennsports bei, wobei ihm Johansson zu Beginn auch die Startgebühren bezahlte.

Ab den 80er Jahren fuhr Kenny Bräck dann sowohl in Schweden als auch in England Formel Ford und Formel 3, wobei er bereits 1986 die Jugendmeisterschaft in Formel Ford gewann. Schon 1989 hatte er sich so weit hochgearbeitet, dass er dann sämtliche Formel 3 Rennen, die in diesem Jahr in Schweden ausgetragen wurden, gewann. 1992 wurde Bräck dann skandinavischer Meister des Renault Clio Cup, was ihm auch den Weg zu einigen Autorennen in den USA öffnete. Auf Grund seiner Gewinne durfte Bräck im Jahre 1993 versuchsweise Formel 1 für Williams fahren, ohne dass dies jedoch zu einem Vertrag führte.

Ab 1994 fuhr Kenny Bräck ausschliesslich Formel 3, wobei er 1995 bei der Europameisterschaft den dritten Platz einfuhr und ein Jahr später auf Platz Zwei landete. Auf Grund des Erfolgs wollte ihm Arrows zu Formel 1 helfen. Bräck lehnte indes den Vertrag ab, da er der Meinung war, dass Arrows zu finanzschwach war  um je eine Spitzenposition im Autorennsport einnehmen zu können. Im Jahre 2005 fuhr Bräck dann jedoch sein letztes Rennen, als er Buddy Rice am Steuer ersetzte, da dieser verletzt war. Nach seinem Rückzug als Racerfahrer macht sich Kenny Bräck einen Namen als Gitarrist und Musiker und tritt regelmässig mit seiner US-Band Bräck auf. So nebenbei hilft er aber auch noch jungen Talenten des Motorsports.


21. März 1809: Die Konvention von Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson 
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Juni 2013

Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens

Joakim Bonnier, allgemein nur Jocke genannt, starb am 11. Juni 1972 in seinem Lola T 280 beim legendären 24-Stunden-Rennen im französischen Le Mans als bei bei einem Überholmanöver die Leitplanke und den Ferrari des Schweizers Florian Vetsch streifte, ohne dass man je feststellen konnte in welcher Reihenfolge die Berührung erfolgte, und sein Fahrzeug durch die Luft flog um in den Wald zu fliegen, wobei das Fahrzeug mehrere Bäume traf, was zum unmittelbaren Tod Jockes führte.

Joakim Bonnier, der von der bekannten Verlegerfamilie Schwedens abstammte, hatte ursprünglich ebenfalls vor ins Verlagsgeschäft einzusteigen, nur dass nach seinem Studium die Liebe zum Autorennen dazwischen kam. Bonnier war der erste professionelle Rennfahrer Schwedens, der 13 Jahre lang als einziger Schwede Formel 1 fuhr und daher lange vor Ronnie Peterson und Reine Wisel auf den Rennbahnen seine Rekorde brach. Sein erstes Formel 1 Rennen fuhr Jocke im Jahre 1956 in einem Maserati. Bonnier gehört bis heute zu den einzigen drei Schweden, die je ein Formel 1 Rennen gewonnen haben.

Joakim Bonnier war, nach Stirling Moss, ab 1963 Vorsitzender der Grand Prix Drivers' Association und interessierte sich insbesondere für die Sicherheit der Fahrer auf den verschiedensten Rennstrecken. Noch kurz vor seinem Tod hatte der Rennfahrer auch die Sicherheit in Le Mans kritisiert, insbesondere in einigen Kurven bei denen zwischen den langsamsten und schnellsten Fahrzeuge ein Geschwindigkeitsunterschied von bis zu 100 Kilometer die Stunde gemessen werden konnte.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens 
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Mai 2013

Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens

Als Prinz Philip am 13. Mai 1979 auf dem Schloss in Stockholm geboren wurde, war er nicht „einfacher“ Prinz wie heute, sondern er war noch der Kronprinz, dem einst die Krone Schwedens gehören sollte. Bereits zum 1. Januar 1980 wurde dann jedoch die Erbfolge in Schweden geändert und Victoria wurde damit zur Kronprinzessin. Philip blieb immerhin noch schwedischer Prinz und Herzog des Värmlands, einer der Gründe, warum man ihn auch heute noch sehr häufig bei wichtigen Ereignissen des Värmlands dort treffen kann.

Ausbildungsmäßig ging Prinz Philip mehrere Wege, denn nach der privaten Kent School in Connecticut und der schwedischen Eliteschule Lundsberg, machte der Prinz eine zweijährige Ausbildung in graphischem Design, anschließend studierte er Landwirtschaft und Forstwirtschaft, begann sich intensiv für Fotografie zu interessieren und so nebenbei stieg er nach seiner militärischen Ausbildung vom Bootschef bis zum Hauptmann auf und ist heute Reserveoffizier der schwedischen Marine.

Prinz Philip bezeichnet sich selbst als sehr sportinteressiert und bewegt sich während der Jagd viel in der Natur, in der Regel mit dem Gewehr über der Schulter oder im Anschlag. Sein Lieblingssport sind allerdings Autorennen, wofür er auch als Fahrer eine Lizenz besitzt. Im Jahre 2010 erhielt Prinz Philip beim Porsche GT3 Endurance Scandinavia sogar den Meistertitel, wobei schnelles Fahren bei mehreren Mitgliedern der königlichen Linie zum Prestige gehört. Als Designer trat der Prinz 2009 mit einer selbst entworfenen und sehr einfachen Silberbesteckserie an die Öffentlichkeit, die man für etwa 30.000 Kronen erwerben kann.


13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen 
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Oktober 2012

Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Als Gunnar Nilsson im Jahre 1973 erstmals die Saison Formel Vee geschafft hatte und im selben Jahr beim Formel 2 Rennen auf dem Nürnberger Norisring den vierten Platz einnahm, öffneten sich die Türen für den schwedischen Rennfahrer, denn bereits im nächsten Jahr hatte er einen Vertrag mit Polifac und nahm in einem der legendären March F3 Platz. 1975 gewann Gunnar Nilsson mit dem gleichen Fahrzeug die britische F3-Meisterschaft, was ihm den Aufstieg in eine höhere Klasse garantierte.

In den Jahren 1976 und 1977 fuhr Gunnar Nilsson bereits Formel 1 für Lotus, erzielte im ersten Jahr elf Punkte und zeigte seine besonderen Fähigkeiten im Grand Prix in Spanien und in Österreich. Im zweiten Jahr erreichte er 20 Punkte und nahm den achten Platz im Gesamtrang ein. Im Jahr 1978 hatte er bereits einen Vertrag mit Arrows in der Tasche, aber es sollte keine neue Saison werden, denn die Ärzte stellten einen Hodenkrebs fest. Da die Bestrahlung keinerlei Wirkung zeigte, starb Gunnar Nilsson am 20. Oktober 1978 im Alter von 29 Jahren.

Die Geschichte des Rennfahrers Gunnar Nilsson endet jedoch nicht an diesem Oktober des Jahres 1978, denn seine Mutter gründet mit dem Geld, das er eingenommen hatte und noch ausbezahlt bekam eine Krebsstiftung in Helsingborg, der Geburtsstadt des Rennfahrers, die jedes Jahr mit rund vier Millionen Kronen die Krebsforschung unterstützt, denn auch wenn der Sohn nicht zu retten war, so ist sie überzeugt, dass man mit genügend Forschung andere retten kann.


20. Oktober 1650: Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. Juni 2012

Die Rennstrecke Knutstorp in Skåne

Am 9. Juni 1962 fand das erste Autorennen auf der damals 1100 Meter langen Schleife der Rennstrecke Knutstorp im Skåne statt, einer Strecke, die häufig als der „Nürburgring Schwedens“ bezeichnet wird. Gegenwärtig misst die Strecke 2070 Meter, soll jedoch auf 3268 Meter ausgebaut werden, um auch größere Rennen nach Schweden locken zu können. Um die Racing Strecke bekannter zu machen, wird sie seit 2008 als „Valley of speed“ vermarktet.

Bereits die erste Rennstrecke, die nahezu in ihrer gesamten Länge in den neuen Ring integriert wurde, machte sich bei Formel 3 Rennen einen gewissen Namen, zumal hier Rennfahrer wie Ronnie Petersson, Frank Williams oder Reine Wisell die Kurven mit großem Können nahmen. Frank Williams hielt mit 42 Sekunden den Rekord für diese erste Strecke, bevor 1970 dann bereits die neue, verlängerte Strecke eingeweiht wurde.

Seit die Strecke den Normen der FIA entspricht, finden jedes Jahr etwa fünf Rennen in Knutstorp statt, die insgesamt rund 75.000 Besucher anziehen. Im Jahre 2008 begann der Ring Knutstorp auch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Svalöfs Gymnasium, das direkt an der Rennstrecke jedes Jahr rund 50 Autotechniker und Mechaniker für Racing, Ralley und Ralleycross ausbildet. Wenn nicht gerade eine wichtige Ausscheidung stattfindet, kann die Strecke (und die entsprechenden Räume) auch für Konferenzen mit einem bestimmten Kick auf der Bahn gemietet werden.


9. Juni 1960: Eva Dahlgren, mehr als ein musikalisches Symbol Schwedens 
9. Juni 2007: Die Götheborg legt wieder in Göteborg an

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. September 2011

Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall

Am 11. September 1978 starb Ronnie Peterson, der einzige schwedische Formel 1 Fahrer, der je zur Weltklasse der Rennfahrer gehörte, und seit seinem 18. Geburtstag Rennen fuhr, auch wenn es sich zu Beginn um Gokart-Rennen und Formel 3 handelte, bevor er zur Formel 1 wechselte. Bengt Ronnie Peterson wurde am 14. Februar 1944 in Örebro geboren und starb einen Tag nach seinem Unfall auf der italienischen Autodromo Nazionale Monza, der schnellsten Formel 1 Strecke, im Krankenhaus.

Das Rennen am 10. September stand für Ronnie Peterson von Beginn an unter einem schlechten Stern, denn bereits während der Aufwärmung verursachte er mit seinem eigenen Fahrzeug einen Unfall, so dass er statt mit seinem neuen Lotus 79 mit seinem Vorjahresauto an den Start musste, da ihm sein Kollege Mario Andretti sein Reservefahrzeug nur leihen wollte, wenn er seinen Vertrag mit Lotus um ein weiteres Jahr verlängert, was Ronnie Peterson jedoch ablehnte.

Ronnie Peterson, der insgesamt 123 Grand Prix fuhr und zehn davon gewann, verunglückte bereits in der ersten Kurve in Monza, da Riccardo Patrese seinen Konkurrenten James Hunt abdrängte, dieser wiederum dem Lotus 98 von Ronnie Peterson von hinten auffuhr, der dann gegen die Absperrung prallte und beim unmittelbar folgenden Zusammenstoß mit Didier Pironis Fahrzeug explosionsartig Feuer fing. Ronnie Peterson konnte noch schwer verletzt aus dem brennenden Auto gerettet werden, starb jedoch einen Tag später an einer Operation der er persönlich und bei vollem Bewusstsein zugestimmt hatte.

10. September 1821: August Jahnke, der Gründer der Allmänna Sångförening
10. September 1970: Die schwedische Sängerin Anna Book 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. August 2011

Der erste internationale Grand Prix in Schweden

Bereits im Jahre 1904 plante der KAK (Kungliga Automobilklubben), der erst ein Jahr vorher gegründet wurde, einen internationalen Grand Prix in Schweden, bei dem die Rennwagen jener Epoche ihre Höchstleistungen zeigen sollten. Erst am 6. August 1933 kam es dann zum Vrams Grand Prix, der auf einer Strecke von knapp 30 Kilometer Länge ausgetragen wurde und über gewöhnliche Landstraßen und selbst Kieswege führte.

Der Einstieg in das internationale Geschehen der Autorennen war bereits durch mehrere kleinere Rennen, überwiegend im Winter, vom Königlichen Automobilklub vorbereitet worden und ist bis heute eine traurige Erinnerung, denn bereits nach wenigen Minuten des ersten offiziellen internationalen Grand Prix konnten etwa 100.000 Zuschauer eine Rauchwolke in den Himmel steigen sehen, das Zeichen eines der bedeutendsten Unglücke in der Geschichte der Grand Prix Rennen.

Vier Kilometer nach dem Start verlor der Schwede Carl Börje Dahlin mit etwa 120 km/h die Kontrolle über seinen Mercedes Benz SSK und fuhr in einen Strommast am Rande der Piste. Sein Beifahrer wurde aus dem Auto geschleudert und von einem folgenden Wagen überfahren, der durch das Ausweichmanöver zudem in einem Garten landete. Insgesamt waren elf Rennwagen am Unfall beteiligt und die hunderte von Litern an Benzin, die an der Unglücksstelle ausliefen, zerstörten nicht nur Rennwagen, sondern auch das Haus an der Strecke brannte bis auf die Grundmauern nieder. Noch heute nennt man das neu errichtete Haus in Södra Vram (Skåne) die Villa Grand Prix. Das Rennen wurde zu Ende geführt und von Antonio Brivio aus Italien gewonnen. Nach diesem Vorfall wollte der KAK jedoch kein weiteres Grand Prix Rennen in Schweden veranstalten und beschränkt sich seither nur noch auf kleinere Autorennen.

6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström 

Copyright: Herbert Kårlin