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Montag, 31. Oktober 2016

Die schwedische Prinzessin Margaretha

Prinzessin Margaretha kam am 31. Oktober 1934 als älteste Tochter des Erbprinzen Gustaf Adolf und Prinzessin Sibylla im Schloss Haga zur Welt und ist damit die älteste Schwester des heutigen Königs Carl XVI. Gustaf. Auf Grund der früheren Successionsordnung kam Prinzessin Margaretha leider nie als Thronfolgerin in Frage. Margaretha ließ sich im Modeatelier Märthaskolan zur Kleiderschneiderin ausbilden, wobei diese Schule dafür bekannt war sehr exklusive Damenmode zu schaffen und enge Verbindungen zu Dior und Chanel in Paris hatte.

Bereits die erste große Liebe Prinzessin Margarethas führte in den englischen Sprachraum, denn sie wollte einen schottischen Jazzpianisten heiraten, was die Eltern jedoch untersagten. Als Margaretha dann am 30. Juni 1964 heiratete, kam der Ehemann aus England. Da John Ambler bürgerlicher Herkunft war, verzichtete Margaretha, gemäß Tradition, ihrem Titel als Prinzessin. Dass man dennoch von Prinzessin Margaretha spricht, liegt daran, dass ihr das schwedische Königshaus den Ehrentitel Prinzessin verlieh, was Margaretha jedoch nicht davon abhielt ein vollkommen bürgerliches Leben zu führen und nur einige wenige Male das schwedische Königshaus, bei der Einweihung eines Weihnachtsbazars in London, vertrat.

Prinzessin Margaretha gilt als die am wenigsten bekannte Person des Königshauses, was nicht nur daran liegt dass Margaretha nahezu unbekannt in einem Dorf in England wohnt, sondern weil sie während ihres bisherigen Lebens nicht ein einziges Mal ein Interview gab und Gerüchte daher nur in Zweiter Hand entstanden. Sicher ist, dass die Prinzessin sehr schwere Jahre hatte als die Firma ihres Mannes mit hohen Schulden in Konkurs ging, wobei eine englische Zeitung in dieser Zeit auch schrieb dass Margaretha mit der Billiggesellschaft Ryanair von Stockholm nach London geflogen wäre. Prinzessin Margaretha lebt sehr zurückgezogen in England, besucht jedoch noch regelmäßig ihren Bruder im königlichen Schloss.


31. Oktober 1857: Axel Munthe, Schriftsteller und Arzt
31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt
31. Oktober 1916: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
31. Oktober 1920: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren
31. Oktober 1924: Lars Widding, der Vielschreiber des 20. Jahrhunderts
31. Oktober 1924: Der schwedische Schriftsteller Lars Widding
31. Oktober 1962: Mari Jungstedt und Kommissar Anders Knutas aus Gotland
31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. Mai 2015

Reichsmarschall Claes Adolph Fleming

Als Claes Adolph Fleming am 12. Mai 1831 in Stockholm starb, hinterließ er, neben historischen Dokumenten und Briefen, auch seine 7000 Bände umfassende Bibliothek der Universität Uppsala, an der er ab 1786 studiert und wo er sich einige wichtige Kontakte geschaffen hatte. Sowohl die Verbindung zu wissenschaftlichen Kreisen als auch seine schnelle Karriere im Staatsdienst, sind dennoch erstaunlich, denn Fleming gilt zwar als wissenschaftlich und literarisch interessiert, jedoch ohne eine überragende Intelligenz.

Claes Adolph Fleming war am 24. April 1771 als Sohn eines Hofmarschalls und einer sehr wohlhabenden Gräfin auf Gut Lydinge im Uppland zur Welt gekommen.Bereits 1781 kam Felming nach Uppsala und wurde noch vor Beginn seines Studiums Fähnrich der Leibgarde um 1787 dort zum Leutnant ernannt zu werden. Während des Studiums war er teilweise im Garnisonsdienst in Stockholm, Göteborg und Karlskrona. Da sich Fleming jedoch kaum als Militär sah, verließ er bereits 1790 den Militärdienst. Mit 23 Jahren kam der 23-jährige dann als Hofmann zu Herzogin Charlotta, wodurch er die Bekanntschaft von Gustav Adolf Reuterholm machte, der in gewissem Masse und mit seinen Beziehungen über die Zukunft von Fleming entschied.

Reuterholm hatte sehr schnell die begrenzte Intelligent von Claes Adolph Fleming erkannt und entschied sich diesen für seine persönlichen Zwecke zu benutzen. Dank seines Mäzens wurde Fleming daher bereits 1794 der oberste Kammerjunker und bald auch Vertraute von Gustav IV. Adolf. Allerdings zeigte sich bald, dass Fleming in voller Linie hinter dem König stand und Reuterfeld nicht dabei half seine persönlichen Pläne zu verwirklichen. Diese Königstreue Flemings erlaubte es dem Staatsdiener auch das Vertrauen der folgenden Könige zu gewinnen und hohe Ämter anvertraut zu bekommen in denen er wenig Leistung bringen musste, jedoch gut entlohnt war. Als Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte die Regierung Schwedens übernahm, wurde Claes Adolph Fleming, bei der Krönung des Herrschers, auch zum Grafen erhoben.


12. Mai 1496: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Mai 1665: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft 
12. Mai 1869: Albert Engström, Humor als Ausdrucksmöglichkeit
12. Mai 1936: Das Unglück auf dem Ormsjö in Lappland 
12. Mai 1940: Lill Lindfors, 52 Jahre im Rampenlicht 
12. Mai 1967: Der Kaknästornet in Stockholm 
12. Mai 1968: Postleitzahlen in Schweden 
12. Mai 1970: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes 
12. Mai 2005: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. März 2015

Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May

Als Prinzessin Lilian am 10. März 2013 in Stockholm starb, war sie schwedische Prinzessin und Herzogin von Halland, was sich die Prinzessin als Kind kaum erträumen konnte, da sie am 30. August 1915 als Tochter eines Grubenarbeiters im englischen Wales geboren worden war und den simplen Namen Lilian May Davies trug. Mit 16 war die junge Frau nach London gegangen um als Fotomodell und Schauspielerin zu arbeiten. Auch wenn sie, auf Grund des Zweiten Weltkriegs, kaum Rollen bekam und sich nur dürftig über Wasser halten konnte, so lernte sie in dieser Zeit den Schauspieler Ivan Craig kennen, den sie noch heiratet kurz bevor dieser als Soldat nach Nordafrika geschickt wurde.

Während Ivan Craig von einem zum anderen Kriegsort kam und im Rang stieg, lernte Lilian May in der schwedischen Botschaft in London den dortigen Marine Attaché Prinz Bertil kennen. Wenig später waren die beiden bereits ein heimliches Paar. Nachdem Ivan Craig während seiner Einsätze ebenfalls eine andere Liebe gefunden hatte, kam es 1945 zur Scheidung des Ehepaares Davies-Craig, was jedoch die Hindernisse für eine Ehe zwischen Prinz Bertil und Lilian May nicht aus dem Wege schuf, denn als die einzige Person, die garantieren konnte,dass die Linie Bernadotte in Schweden an der Macht bleiben konnte, war für den Prinzen eine Ehe mit Lilian ausgeschlossen, zumindest bis der tatsächliche Kronprinz erwachsen war und Kinder bekam.

Dies sollte jedoch die Liebe von Lilian May zum Prinzen nicht stören, denn sie akzeptiere so lange wie nötig unsichtbar für das schwedische Königshaus zu sein und auf jeden öffentlichen Auftritt zu verzichten. Dem Königshaus war es sogar gelungen die Presse davon zu überzeugen keine Zeile über das Liebesverhältnis zu schreiben, obwohl das Paar abwechselnd gemeinsam in Stockholm, an der französischen Südküste und in London lebte. Lilian May wurde erstmals in einem offiziellen Zusammenhang an der Seite des Prinzen gesehen als Gustaf VI. Adolf 1973 beerdigt wurde. Erst 1976 durfte das Paar dann auch heiraten, denn Carl XVI. Gustaf hatte sich verheiratet und der Ehe offiziell zugestimmt. Am 7. Dezember 1976 stieg dann Lilian May dann zum Rang einer Prinzessin und einer Herzogin auf.


10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes 
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse 
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden 
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel 
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt 
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 19. Januar 2015

Die schwedische Prinzessin Birgitta von Hohenzollern

Birgitta von Hohenzollern, gleichzeitig Birgitta von Schweden, kam am 19. Januar 1937 auf dem königlichen Schloss Haga als Tochter des damaligen Prinzen Gustaf Adolf und Prinzessin Sibylla (Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha) zur Welt. Da Birgitta von Schweden als einzige von vier Töchtern nicht bürgerlich heiratete, ist sie auch die einzige unter den Vieren, die noch heute tatsächlich Prinzessin von Schweden ist und keinen Ehrentitel Prinzessin verliehen bekam.

Birgitta von Hohenzollern, die Schwester des aktuellen schwedischen Königs Carl XVI. Adolf, heiratete am 15. Dezember 1960 Prinzen Johann Georg von Hohenzollern-Sigmaringen, erst im Stockholmer Schloss und anschließend auch in der Rokokokirche des Schlosses Sigmaringen. Bei dieser Gelegenheit trat Birgitta von Hohenzollern auch zum katholischen Glauben über, was auch einer der Anlässe ist, warum sie bei der Successionsreform im Jahre 1980 nicht in die Liste der weiblichen Thronerben aufgenommen wurde. Allerdings legt die Prinzessin auch wenig Wert auf die in Schweden übliche Anrede als Adelige, sondern zieht die deutschen Bezeichnungen vor.

Prinzessin Birgitta von Hohenzollern hat, wie auch ihre Schwestern, in der schwedischen Politik nie eine Rolle gespielt und lebte die meiste Zeit ihres Lebens mit ihrem Ehemann in München. Auch wenn das Paar weiterhin auf dem Papier verheiratet ist, so lebt der Prinz weiterhin in München und die Prinzessin hat ihren Wohnsitz auf Mallorca, wo sie jedes Jahr weiterhin an der dort organisierten Luciafeier und den Feierlichkeiten zum schwedischen Nationaltag teilnimmt. Ihre privaten Interessen gelten insbesondere dem Golf, wobei sie auf Mallorca auch einen eigenen Wettbewerb gründete der ihren Namen trägt. Ihr zweites Interesse gehört wohltätigen Veranstaltungen.


19. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte SkaldeSchwedens 
19. Januar 1826: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter 
19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultarn
19. Januar 1943: Die HMS Älvsnabben auf großer Fahrt

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 13. Januar 2015

Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige

Bis zum Reichstag in Västerås im Jahre 1544 wurden die schwedischen Könige grundsätzlich gewählt, auch wenn verschiedene Monarchen durch unterschiedliche Methoden versuchten die Erbfolge so zu regeln dass einer ihrer Söhne an die Macht kam. Sowohl Karl Knutsson als auch König Hans scheiterten mit ihren Versuchen und erst Kristian II. hatte, 24 Jahre vor dem Reichstag in Västerås, einen gewissen Erfolg, der jedoch nur so lange gelten sollte bis ein König per Aufstand das Reich übernimmt.

Gustav Vasa, dem die Erbmonarchie extrem wichtig war, berief daher, auf dem Höhepunkt seiner Macht, im Jahre 1544 den Reichstag in Västerås ein bei dem einer der wichtigsten Punkte die Einführung der Erbmonarchie war. Am 13. Januar 1544 kam es in diesem Punkt zu einer Einigung, der sogenannten Västerås arvförening, einer Gesetzesänderung nach der in aller Zukunft jeweils der älteste Sohn eines Königs die Königswürde erben sollte. Erst wenn keinerlei Erben aus der Linie Vasa mehr vorhanden sein sollten, konnte nach der neuen Bestimmung ein König gewählt werden.

Auch wenn das Geschlecht Vasa bis zum 6. Juni 1654 regieren sollte und erst durch das Abdanken von Königin Kristina endete, so entsprach weder der Beginn der Erbmonarchie unter Gustav Vasa, noch das Ende der Linie Vasa, den Ideen des Königs, denn während die letzte Thronerbin eine Frau war, so wurde auch der älteste Sohn Gustav Vasas nur vorübergehend König, da die Stände entschieden dass der älteste Sohn Erik XIV. durch seine Ehe mit der bürgerlichen Karin Månsdotter, nach acht Jahren an der Macht, die Erbrechte verloren habe. An seiner Stelle wurde dadurch der zweite Sohn Vasas, Johan III., zum König erklärt. Um bürgerliche Ehen eines Königs auch in Zukunft zu unterbinden, entschied der Reichstag im Jahre 1582 dass jeder König die Krone bei einer bürgerlichen Ehe verliere. Erst unter der heutigen französischen Linie Bernadotte wurden diese Bestimmungen wieder geändert.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten 
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen 
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Juni 2014

Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs

Als Knut Kurck am 26. Juni 1690 (einige Quellen nennen auch den 26. Juli 1690 als Todestag) auf Hedensö im Södermanland starb, hatte er alle Ehre und nahezu alle seine Güter verloren, da er sich in seiner Eigenschaft als Ratsherr dafür einsetzte die Königsmacht zu beschränken, aber gleichzeitig dem Adel einen Teil seiner Rechte zu nehmen, da er als Gegner von Magnus Gabriel De la Gardie, der Überzeugung war, dass die Ratsherren eine Pufferzone zwischen König und Adel bilden müssen damit keine der beiden Gruppen seine Macht einseitig ausnutzen könne, eine Meinung, die letztendlich dazu führte, dass ihm der König das Vertrauen entsagte und der Adel sich gegen ihn stellte.

Knut Kurck erhielt, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Gustaf Kurck, seine Bildung an der Akademie in Uppsala (Universitt Up
psala). Im Alter von 20 Jahren begab er sich dann auf eine Studienreise nach Utrecht und Leiden, was zwar zu einer guten Bildung führte, aber auch dazu, dass die beiden Brüder ihr gesamtes Kapital verschleuderten. Als Kurck dann nach Schweden zurückkehrte, lebte er erst bei seinem Vater auf Hedensö, bis ihm Axel Oxenstierena 1651 dazu verhalf vom König die Verwaltung der Region Västmanland angetragen zu bekommen. Nur ein Jahr später ernannte ihn Karl X. Gustav zum Reichsrat und zusätzlich wurde Kurck als Assessor im Kammerkollegium aufgenommen, dessen Präsident er auch drei Jahre später wurde. Kurck behielt die Gunst des Königs bis 1680, als er sich weigerte ein Papier zu unterschreiben das die Rechte des Reichsrates festlegte.

Bereits ab 1668 hatte Knut Kurck allerdings eine Allianz mit Gustav Bonde, Sten Bielke und anderen Kritikern der Königsmacht zusammengeschlossen um den Reichskanzler De la Gardie zu entmachten, den die Gruppe als ihren größten Feind sah, da dieser sich für eine Allianz mit Frankreich einsetzte und die Macht des Königs ausdehnen wollte. Kurck konnte, trotz seiner für die Zeit revolutionären Gedanken, einen Teil seine Macht noch bis 1681 behalten, wurde dann jedoch mit sieben weiteren Oppositionellen von seinem Amt enthoben und Karl XI. wurde in seiner ausgedehnten Machtposition bestätigt.


26. Juni 1939: Der Göteborg-Kolorist Ivan Ivarson
26. Juni 1942: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens 
26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht 
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe 
26. Juni 1987: Göteborger Humor in Film und Theater

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Oktober 2013

Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)

Als Prinz Oscar am 4. Oktober 1953 im Alter von 93 Jahren starb, war er, trotz zahlreicher Krankheiten im Lauf seines Lebens, nicht nur älter geworden als alle anderen männlichen Bernadotte, sonder er ging auch als schwarzes Schaf in die Geschichte der schwedischen Monarchie ein, denn er hatte 1888, nach starkem Widerstand aus dem Königshaus, das nicht-königliche Hoffräulein Ebba Munck af Fulkila geheiratet und er war der einzige Nachkomme der gesamten Bernadotte-Linie, der sich von der Svenska Kyrkan abwandte und eine wichtige Rolle in der Erweckungsbewegung Schwedens spielte. Durch seine Ehe konnte er zwar den Titel „Prinz Bernadotte“ behalten, diesen jedoch nicht mehr vererben.

Prinz Oscar, der mit der Ehe mehrere Titel verlor und auf das Erbrecht der schwedischen und norwegischen Krone verzichtete, war 1859 als Sohn des Königs Oscar II. und dessen Frau Sofia geboren worden, wurde zuerst zu Hause unterrichtet um anschließend die Beskowska skolan zu besuchen und sich mit 13 Jahren der schwedischen Marine anzuschließen, wo er sehr schnell Karriere machte. Zwischen 1883 und 1885 nahm er, allerdings mehr unfreiwillig, auch an der Weltumseglung mit der HMS Vanadis, der einzigen schwedischen Dampffregatte, teil, die ihm aufgezwungen wurde, damit er Ebba Munck af Fulkila vergessen sollte.

Nachdem Prinz Oscar im Jahre 1903 zum Vizeadmiral ernannt wurde, nahm er nach 25 Jahren Dienst Abschied von der Marine und widmete sich vor allem der Wohltätigkeit und der Verbreitung des christlichen Wortes. Auch auf einen adeligen Titel musste der Prinz letztendlich nicht verzichten, denn sein Onkel, Adolf von Luxemburg, ernannte ihn zum Grafen von Wisborg, einem erblichen Titel, der später auch anderen Abkommen des schwedischen Königshauses verliehen wurde, die nicht königlich heirateten. Allerdings gehören sie alle dem Adel Luxemburgs an.


4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. August 2013

Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden

Als am 30. Juli 1810 der Reichstag in Örebro eröffnet wurde, so stand im Grunde nur ein einziger Punkt auf dem Programm, nämlich die Wahl eines neuen Königs, denn der offizielle Thronfolger, Kronprinz Karl August, war mit 41 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben und ein anderer Nachfolger für Karl XIII. war im Grunde nicht vorgesehen, auch wenn sich Fredrik Kristian, Prinz Gustaf und der dänische König Fredrik VI., aus sehr verschiedenen Gründen, um den schwedischen Thron bemühten.

Als Favorit für den den schwedischen Thron galt im Grunde der dänische König, der damit auch ein vereintes Skandinavien schaffen wollte. Womit jedoch weder der König noch die damalige Regierung rechnete, war die Tatsache, dass sich Leutnant Carl Otto Mörner ohne offiziellen Auftrag nach Frankreich begeben hatte, nicht nur um Fürsten Pontecorvo, nämlich Jean Baptiste Bernadotte, zu bitten sich um die Krone Schwedens zu bewerben, sondern auch um mit Napoleon zu verhandeln und dessen Unterstützung zu erhalten.

Am 11. August 1810 wurde dann in Örebro Jean Baptiste Bernadotte als möglicher Thronfolger präsentiert, allerdings wurde gleichzeitig sehr deutlich auf die ökonomischen und politischen Vorteile aufmerksam gemacht, die diese Wahl für Schweden mit sich bringen würde. Als daher am 18. August 1810 ein geheimer Ausschuss zur Wahl schritt, war es nicht verwunderlich, dass sich zehn der zwölf Mitglieder für Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger aussprachen, der dann bereits am 21. August des gleichen Jahres zum Kronprinz ernannt wurde. Seit Jean Baptiste Bernadotte als Karl XIV. Johan an die Macht kam, regiert in Schweden die Linie Bernadotte.


18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Mai 2013

Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens

Als Prinz Philip am 13. Mai 1979 auf dem Schloss in Stockholm geboren wurde, war er nicht „einfacher“ Prinz wie heute, sondern er war noch der Kronprinz, dem einst die Krone Schwedens gehören sollte. Bereits zum 1. Januar 1980 wurde dann jedoch die Erbfolge in Schweden geändert und Victoria wurde damit zur Kronprinzessin. Philip blieb immerhin noch schwedischer Prinz und Herzog des Värmlands, einer der Gründe, warum man ihn auch heute noch sehr häufig bei wichtigen Ereignissen des Värmlands dort treffen kann.

Ausbildungsmäßig ging Prinz Philip mehrere Wege, denn nach der privaten Kent School in Connecticut und der schwedischen Eliteschule Lundsberg, machte der Prinz eine zweijährige Ausbildung in graphischem Design, anschließend studierte er Landwirtschaft und Forstwirtschaft, begann sich intensiv für Fotografie zu interessieren und so nebenbei stieg er nach seiner militärischen Ausbildung vom Bootschef bis zum Hauptmann auf und ist heute Reserveoffizier der schwedischen Marine.

Prinz Philip bezeichnet sich selbst als sehr sportinteressiert und bewegt sich während der Jagd viel in der Natur, in der Regel mit dem Gewehr über der Schulter oder im Anschlag. Sein Lieblingssport sind allerdings Autorennen, wofür er auch als Fahrer eine Lizenz besitzt. Im Jahre 2010 erhielt Prinz Philip beim Porsche GT3 Endurance Scandinavia sogar den Meistertitel, wobei schnelles Fahren bei mehreren Mitgliedern der königlichen Linie zum Prestige gehört. Als Designer trat der Prinz 2009 mit einer selbst entworfenen und sehr einfachen Silberbesteckserie an die Öffentlichkeit, die man für etwa 30.000 Kronen erwerben kann.


13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen 
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. März 2013

Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg

Erst wenige Jahre bevor Prinzessin Ingeborg von Dänemark und Schweden am 11. März 1958 in Stockholm starb, hatte sie offiziell erklärt, dass ihre Ehe mit Prinz Carl von Schweden arrangiert worden war und sie einen Fremden geheiratet hatte. Dieses Geheimnis behielten die Prinzessin und der Prinz bis zu ihrer Goldenen Hochzeit im Jahre 1947 geheim, als beide nahezu gleichzeitig über die arrangierte Ehe sprachen. Als ihre Eltern über die Hochzeit der beiden entschieden, wurden beide nicht um ihre Meinung gefragt, sondern lediglich von der Tatsache informiert.

Nach der Hochzeitsreise nach Deutschland kam Prinzessin Ingeborg mit Prinz Carl nach Schweden, wo sie begeistert empfangen wurde, zumal sie die Enkelin des beliebten Königs Karl XV. war. Sehr schnell hieß es auch, dass sie unter allen ausländischen Prinzessinnen die ideale Königin Schwedens wäre, eine Rolle, die sie die ersten zehn Jahre bei offiziellen Empfängen und Zeremonien ersatzweise spielte, da sich Königin Sofia nur selten öffentlich zeigen wollte und die Kronprinzessin nahezu ständig im Ausland war.

Trotz der von den Eltern arrangierten Ehe soll Prinzessin Ingeborg eine sehr harmonische Ehe mit Prinz Carl geführt haben und sich in ihrer Rolle wohl gefühlt haben. Die Prinzessin wird in allen Berichten der Zeit als ausgeglichen, angenehm und als ideale Gastgeberin beschrieben, die ihre beiden Kinder sehr praktisch erzog um ihnen den Einstieg in ein nicht-königliches Leben zu ermöglichen.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden 
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Juli 2012

Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken

Erik Brahe starb am 23. Juli 1756 auf dem Schafott, da er an einer Verschwörung beteiligt war, die die Königsmacht im Land stärken sollte. Er beendete damit seine bis dahin glänzende Laufbahn, die ihn vom einfachen Ritter in der Kavallerie Skånes bis zur ritterlichen Leibgarde des Königs bgebracht hatte. Als Graf hatte Brahe zudem im schwedischen Reichstag einen gewissen Einfluss erlangt. Leider ließ er sich in dieser Position von Königin Lovisa Ulrika in eine Konspiration verstricken.

Lovisa Ulrika wollte die Macht des Königs in Schweden ausdehnen und suchte daher in ihrer Umgebung so viele Verbündete wie möglich. In diesem Rahmen verpfändete sie selbst die Kronjuwelen, die jedoch Eigentum des Landes waren. Erik Brahe ließ sich nur zu gerne von dieser Änderung überzeugen, die nach dem Umsturz auch die Macht des Adels beschränkt sein sollte, was ihm einen höheren Einfluss und eine höheres Einkommen bringen konnte. Allerdings rechneten weder die Königin noch Brahe damit, dass die Hofdame Ulrika Strömfelt den Plan verraten würde.

Am 22. Juni 1756 wurde der Plan während eines Reichstags, bei dem auch Erik Brahe anwesend war, aufgedeckt und am 16. Juli fiel bereits das Urteil. Alle Beteiligten, außer dem Königspaar, wurden zum Tode verurteilt und sämtliche ihre Güter wurden eingezogen. Die 22-jährige Ehefrau Brahes, die gerade ein Kind erwartete, versuchte die Richter und den Reichsrat, der für Begnadigungen zuständig war, umzustimmen um das Leben ihres Mannes auf jede erdenkliche Weise zu retten, ohne jedoch irgendeinen Erfolg zu erreichen. Am 23. Juli 1756, nur eine Woche nach dem Urteil, wurde Erik Brahe öffentlich hingerichtet.


23. Juli 1373: Visionen der Heiligen Birgitta
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. Juli 2012

Sofia von Nassau wird Königin in Schweden

Am 9. Juli 1836 wurde Sofia von Nassau im hessischen Schloss Biebrich als Tochter von Vilhelm I. von Nassau und Pauline von Württemberg geboren. Ihr Vater starb als Sofia drei Jahre alt war und ihre Mutter im Jahre 1856, ein Jahr bevor Sofia von Nassau in Biebrich den schwedischen Prinzen Oscar heiratete, der 1872, nach dem Tode seines älteren Bruders Karl XV., als Oscar II. den schwedischen und den norwegischen Thron besteigen sollte und Sofia von Nassau dann zur Königin Sofia wurde. Zwei Wochen nach der Hochzeit kam das Paar nach Schweden, wo es begeistert empfangen wurde.

Sofia lehnte in Schweden unmittelbar den französischen Liberalismus ab, der zu dieser Zeit am königlichen Hof herrschte und konnte auch Oscar II. zu einem mehr Deutschland nahen Verhalten bringen. Auf Grund ihrer Bildung und ihres einfachen Auftretens war Sofia sehr bald die Vertraute der gesamten Königsfamilie, hatte ein enges Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter Lovisa, und hatte Einblick in alle Geschehnisse am Hof. Nach mehreren Überlieferungen wurde sie von vielen liebevoll als „Tante Sofie“ bezeichnet.

Ein Problem in ihrem Leben war jedoch, dass ihr Ehemann, Oscar II., sehr wenig von einem trauten Familienleben hielt und sehr bald wegen seiner zahlreichen Liebschaften berüchtigt war, was 1874 sogar dazu führte, dass Sofia aus „Gesundheitsgründen“ nach Deutschland reiste und dort darauf wartete, dass die Affäre zwischen Oscar II. und Magda von Dolcke auslief. Erst in den 80er Jahren hatte sich der König mehr oder weniger ausgetobt und das private Verhältnis zwischen Königin Sofia und ihrem Ehemann verbesserte sich. Ab Ende der 80er Jahre widmete sich Sofia, die um diese Zeit aus gesundheitlichen Gründen kaum noch gehen konnte, immer mehr wohltätigen Zwecken.


9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Juli 2012

Oscar I., König von Schweden und Norwegen

Am 4. Juli 1799 wurde Joseph François Oscar Bernadotte als Sohn des zukünftigen schwedischen Königs Karl XIV. Johan und seiner Ehefrau Desideria in bürgerlichen Verhältnissen geboren, denn nichts deutete bei seiner Geburt darauf hin, dass er einst seinem Vater auf den Thron Schwedens folgen sollte, denn sein Vater hatte zu dieser Zeit noch nicht sehr viel mit Schweden zu tun, sondern war Kriegsminister in Frankreich und auch seine Mutter kam lediglich aus einem reichen Handelshaus in Marseille.

Allerdings spielte Joseph François Oscar Bernadotte eine gewisse Rolle dabei, dass sein Vater im Jahre 1819 während des Reichstags in Örebro zum König gewählt wurde, denn er war der Garant dafür, dass Karl XIV. Johan einen Nachfolger hatte und sich daher das Problem der Successionsfolge nicht wiederholte. Beim Umzug nach Schweden zeigte sich zudem ein weiterer Vorteil, denn der junge Oscar lernte sehr schnell die schwedische Sprache und konnte daher sehr häufig als Dolmetscher für seinen Vater dienen.

Als Oscar I., der in der offiziellen Liste der schwedischen Regenten als Oskar I. verzeichnet ist, am 8. März 1844 zum König Schwedens und Norwegens wurde, änderte sich vieles in der Regierungsform, denn Oscar I. wollte jede Entscheidung selbst treffen und verließ sich nur selten auf seine Ratsherren, sondern befragte in Zweifelsfällen Gelehrte des entsprechenden Gebietes und nicht die offiziellen Ratgeber. Auf Grund seiner häufigen Krankheiten konnte Oscar I. allerdings weitaus weniger Reformen durchführen als er geplant hatte und wegen einem Gehirntumor musste er dann bereits 1857 die Regierung ganz an seinen ältesten Sohn abgeben.


4. Juli 1374: Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Juli 2012

Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark

Am 3. Juli 1746 wurde Sofia Magdalena von Dänemark im Christiansborg Schloss in Kopenhagen geboren. Bereits 1751, im Alter von gerade einmal fünf Jahren, wurde Sofia Magdalena mit dem zukünftigen schwedischen König Gustav III. verlobt und als sie 20 war, wurde dann die Ehe geschlossen, wobei es jedoch weitere acht Jahre dauerte bevor die Ehe dann auch tatsächlich vollzogen wurde, was auch zur damaligen Zeit eine absolute Ausnahme war.

Sofia Magdalena war extrem gläubig erzogen worden und konnte sich nie an das oberflächliche höfische Leben in Schweden gewöhnen. Sie nahm daher ausschließlich an offiziellen Zeremonien teil, schloss jedoch keinerlei Freundschaften oder Bande, außer mit ihrer dänischen Kammerjungfrau und dem dänischen Botschafterpaar, was ihr in ganz Schweden übel genommen wurde, da Dänemark und die Dänen als der natürliche Feind Schwedens betrachtet wurde. Dass nach der Ehe nicht bald ein Thronerbe geboren wurde, erschwerte diese Situation natürlich zusätzlich.

Die Ehe zwischen Gustav III. und Sofia Magdalena wurde immer als kühl beschrieben, was sich besonders deutlich nach der Ermordung des Königs zeigte, da die Königin die Nachricht eher wie eine Erleichterung aufnahm und selbst die Trauerkleidung nur bei offiziellen Besuchen anlegte. Die Geburt des Kronprinzen lässt bis heute viele Fragen offen, denn da sowohl der König als auch Sofia Magdalena wegen anatomischen Problemen wenig Interesse an Sex zeigten, musste ihnen der Hofstallmeister in der einen entscheidenden Nacht mit Rat und Tat zu Hilfe kommen, was dazu führte, dass der Verdacht aufkam, dass Adolf Fredrik Munck der Vater des Sohnes war und nicht der König.


3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. Juli 2012

Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden

Désirée Silfverschiöld wurde am 2. Juni 1938 im Haga Schloss als die dritte Tochter des Kronprinzen Gustaf Adolf und seiner Ehefrau Sibylla geboren. Désirée ist damit eine ältere Schwester des Königs Carl XVI. Gustaf. Da Désirée Silverschiöld jedoch einen für die Zeit sehr fremdländischen Namen erhalten hatte, war sie die einzige Schwester des gegenwärtigen Königs, die auf die allgemeine Namensgebung der kommenden Jahre keinerlei Einfluss auswirkte. Erst die gegenwärtige Kronprinzessin Victoria erhielt dann wieder den Vornamen ihrer Tante und wurde Victoria Ingrid Alice Désirée getauft.

Désirée Silfverschiöld ging, wie auch ihre Schwestern, in die Franska Skolan und  studierte anschließend Sprachen in der Schweiz und besuchte das Konstfack in Stockholm, wo sie sich mit textilen Techniken auseinandersetzte. Noch heute beschäftigt sich die sehr pressescheue Désirée mit Handarbeiten und textiler Kunst. Die königliche Tochter ist die einzige, die man kaum in der Öffentlichkeit sieht und die daher auch den Ruf der Unnahbaran erhielt.

Als Prinzessin Désirée am 5. Juni 1964 den vier Jahre jüngeren, bürgerlichen Freiherren Niclas Silfverschiöld heiratete, musste sie den königlichen Titel ”Prinzessin” ablegen, was jedoch nur dazu führte, dass sie dann den Ehrentitel ”Prinzessin Désirée, Freifrau Silfverschiöld” verliehen bekam und weiterhin eine Prinzessin war. Das Ehepaar siedelte sich auf Schloss Koberg bei Trollhättan an, einem Bau, der seit 1776 dem Geschlecht Silfverschiöld gehört und teilweise bereits im 15. Jahrhundert erbaut wurde.


2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Juni 2012

Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Am 19. Juni 2010 heiratete die schwedische Kronprinzessin Victoria den bürgerlichen Daniel Westling, der damit zum schwedischen Prinzen ernannt und Herzog des Västergötland wurde. Auf den Tag genau 34 Jahre vorher hatte auch Silvia ihren König Carl XVI. Gustaf geheiratet, wobei der Hochzeitstag Victorias auch nur fünf Tage nach den Geburtstag der Kronprinzessin gelegt wurde. Aber nicht nur die Ehe und die eigens für Victoria geänderte Thronfolge sind eine Besonderheit im Leben der Kronprinzessin.

Als Victoria am 14 Juli 1977 als einfache Prinzessin geboren wurde, war sie seit 1807 das erste Kind, das ein schwedisches Königspaar zur Welt bekam als es bereits an der Regierung war. Als die schwedische Thronfolgerin dann am 27. September des gleichen Jahres getauft wurde, benutzte der Erzbischof Olof Sundby dafür Quellwasser aus Öland, der Insel, auf der sie, mit einer einzigen Ausnahme, bisher jeden Sommer verbrachte und wo sie nun, nach ihrer Ehe und der Geburt der Tochter Estelle auf ein eigenes Strandhaus hofft.

Kronprinzessin Victoria lernte Daniel Westling bereits 2001 kennen, als er ihr persönlicher Träner war. Obwohl sie bereits 2002 ein Paar wurden, dauerte es bis zum 24. Februar 2009, bis Daniel auch offiziell als Victorias Partner anerkannt wurde und die Ehe vorbereitet werden konnte. Seit 2004 verfügt Victoria über einen eigenen Hofstaat, der jedes Jahr über ein Budget von über sechs Millionen Kronen verfügt. Seit der Eheschließung am 19. Juni 2010 verfügt nun auch Prinz Daniel über eigene Sekretäre und Berater.


19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Königliche Hochzeiten in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Juni 2012

Prinzessin Madeleine feiert ihren 30. Geburtstag

Am 10. Juni 1982 wurde auf dem Schloss Drottningholm die schwedische Prinzessin Madeleine Thérèse Amelie Josephine geboren, das dritte Kind des Königs Carl XVI. Gustaf und der Königin Silvia von Schweden. Die Prinzessin, die gleichzeitig Herzogin vom Hälsingland und dem Gästrikland ist, liegt, nach der Geburt von Prinzessin Estelle, an der vierten Stelle der königlichen Thronfolge und ist die 286. Erbin des englischen Thrones. Madeleine hat daher sehr wenig Chance je die Königin von Schweden zu werden.

Wie auch ihre Geschwister besuchte Prinzessin Madeleine nur in sehr jungem Alter öffentliche Einrichtungen und besuchte dann zwei private Eliteschulen in Stockholm, wo sie 2001 auch die Hochschulreife erlangte. Bevor Prinzessin Madeleine dann Kunst, später auch Geschichte und Organisation an der Universität in Stockholm studierte, besuchte sie Englischkurse in London, machte einige Jurakurse an der Volkshochschule und machte mehrere Praktiken in verschiedenen Unternehmen. Im Herbstsemester 2007 schloss sie dann ihre Studien mit einem Kurs in Kinderpsychologie ab, was ihr gegenwärtig große Dienste leistet.

Von 2002  bis 2010 hatte Prinzessin Madeleine ein Verhältnis mit dem Juristen Jonas Bergström, mit dem sie nach einer offiziellen Genehmigung von Königshaus und Regierung, vom 11. August 2009 bis zum 24. April 2010 verlobt war. Nachdem jedoch öffentlich bekannt wurde, dass Jonas Bergström der Prinzessin nicht treu war, wurde die Verlobung gebrochen und Madeleine verlegte ihren Wohnsitz nach New York, wo sie heute für die World Childhood Foundation arbeitet. Ihren 31. Geburtstag im Jahr 2013 feierte die Prinzessin im privaten Kreis, nicht zuletzt deswegen, weil sie erst zwei Tage vorher den amerikanischen Finanzmanager Chris O'Neill in Stockholm geheiratet hatte.


10. Juni 1982: Laleh Pourkarim, als Musikerin bekannt als Laleh
10. Juni 2005: Svinesundsbron, die Grenze zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Mai 2012

Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens

Am 11. Mai 1818 wurde Jean Bernadotte in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und damit zu Karl XIV. Johan. Aber nicht nur Jean Bernadotte war vom bürgerlichen Kreis in die höchste Aristokratie aufgestiegen, sondern auch seine Ehefrau Désirée Clary, die Tochter eines Kaufmanns aus Marseille, wurde damit zur Königin Schwedens. Allerdings wurde auch sie nicht unter ihrem bürgerlichen Namen bekannt, sondern als Königin Desideria, was sie allerdings verabscheute.

Als Jean Bernadotte am 26. Januar 1763 im französischen Pau geboren wurde, deutete nichts darauf hin, dass er später König von Schweden werden konnte, denn sein Vater war Rechtsanwalt und nahm es für gegeben, dass auch der Sohn in diesem Beruf seine Zukunft sah. Jean, was im Schwedischen zu Johan wurde, hatte jedoch kein Interesse an diesem Beruf. Als sein Vater dann starb, musste er sich jedoch entscheiden und wählte am 3. September 1780 den Beruf eines Soldaten, wobei er dabei bei einem Regiment in Korsika landete. Dort erhielt er dann den Beinamen „Belle-Jambe“, weil er einen außerordentlichen Erfolg bei Frauen hatte.

Aber auch als Soldat stieg Jean Bernadotte sehr schnell im Rang und bereits 1804 ernannte ihn Napoleon I. zum ersten Reichsmarschall Frankreichs und wenig später auch zum Gouverneur. Nach einer französischen Legende hatte der zukünftige König Schwedens sich den Satz „Tot allen Königen“ tätowieren lassen, was auch Anlass zu einem französischen Theaterstück wurde (Le Camarade de lit), in dem sich der König „Lebe die Republik“ tätowieren lässt. Auch wenn diese Geschichte nicht belegt ist, so sagte Jean Bernadotte im Jahre 1797 auf jeden Fall, dass er bis zu seinem Tode alle Royalisten bekämpfen werde, was ihn jedoch nicht davon abhielt dann selbst König zu werden.


11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. April 2012

Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Am 20. April 1978 entschied sich das schwedische Parlament dazu die seit 1810 geltende Thronfolge in Schweden zu ändern, was bedeutete, dass ab dem 1. Januar 1980 nicht mehr der älteste Sohn des Königs, Carl Philip, den schwedischen Thron erben konnte, sondern Victoria zur Kronprinzessin wurde. In der Tat bedeutete dies, dass Carl Philip den schwedischen Thron nur noch besteigen kann, falls Victoria keine Kinder hat oder sie sterben und Victoria selbst ebenfalls stirbt oder auf den Thron verzichtet. Estelle kann, selbst durch einen plötzlichen Tod Victorias, die Krone zwar in jedem Alter erben, darf ihr Amt jedoch erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres ausüben und bekommt bis dahin einen amtlichen Vormund.

Als die Diskussion im April 1978 im Parlament begann, war indes nicht sicher in welcher Weise das Grundgesetz geändert wird, denn der König war zwar für eine weibliche Thronfolge, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass kein Sohn als Thronfolger zur Verfügung steht. Die rechten Parteien pochten auf eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und wollten das Erstgeborene in jedem Fall zum Nachfolger machen, unabhängig ob Mädchen oder Junge. Die Sozialdemokraten hatten eine sehr schwierige Position, da sie nach ihrem Parteiprogramm die Monarchie ganz abschaffen wollten. Eine Weigerung die Thronfolge zu ändern bedeutet jedoch die nächste Wahl zu verlieren.

Historisch gesehen war jedoch bereits das Erbrecht als solches innerhalb der Linie Bernadotte diskutiert, da bis Gustav Vasa schwedische Könige gewählt wurden und die Krone nicht vererbt werden konnte. Aber auch nach Gustav Vasa kam es noch zu einer Königswahl. Erst mit Karl XIV. Johan, dem ersten Bernadotte, wurde endgültig festgelegt, dass die schwedische Krone grundsätzlich innerhalb der Familienlinie vererbt wird, obwohl Karl XIV. selbst adoptiert worden war und er die königliche Macht in Schweden erkauft hatte.

20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Donnerstag, 19. April 2012

Sigismund, ein König nicht wie die anderen

Am 19. April 1632 starb König Sigismund im polnischen Warschau, vermutlich der einzige König Schwedens, der noch während seiner Amtszeit an einen kriegerischen Überfall an das eigene Land dachte und nach zahlreichen Intrigen 1599 schließlich von den Ständen Schwedens abgesetzt wurde. Sigismund wollte zwar ein bedeutender Herrscher sein und sah Schweden als einen Schlüssel zur Macht, aber er fühlte sich nicht eine Sekunde der schwedischen Nation zugehörig, obwohl er 1566 auf Gripsholm geboren wurde.

Bereits sein Start in Schweden war alles andere als geglückt, denn er wollte zur Blütezeit der Reformation erreichen, dass der katholische Glaube, dem er selbst nachging, in Schweden wieder toleriert wird. Erst als er begriff, dass er unter dieser Voraussetzung nicht zum König gekrönt wird, änderte er seine Meinung. Sigismund versicherte daher sich an den Beschluss des Treffens von Uppsala zu halten, ohne sein Versprechen jedoch wirklich ernst zu meinen, denn unmittelbar nach der Krönung am 19. Februar 1594 in der Domkirche in Uppsala, versuchte er durch Intrigen den Katholizismus wieder nach Schweden zu bringen, allerdings ohne größeren Erfolg.

Als Sigismund noch im gleichen Jahr wieder nach Polen abreiste, wo er ebenfalls König war, hatte er es bereits geschafft alle politischen Kräfte Schwedens zu entzweien, aber auch seine eigentliche Macht verloren. Nur zwei Jahre später wollte er sich dann durch einen Überfall auf Schweden zum Alleinherrscher des Landes machen und 1598 zog er sogar mit einem Heer gegen Schweden. Allerdings konnte er weder Polen dabei um Unterstützung zwingen, noch wollte sich das Haus Hohenzollern, mit dem Sigismund eng verbunden war, in den Streit einmischen, sondern setzte auf eine diplomatische Lösung. 1599 verlor dann Sigismund alle Rechte auf den schwedischen Thron.

19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnitz
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters 

Copyright: Herbert Kårlin