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Sonntag, 9. Oktober 2016

Die Feuerwache Johannes in Stockholm

Der Brandschutz war in Städten wie Stockholm seit frühester Zeit von größter Bedeutung, auch wenn man rechtlich erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts konkrete Gesetze schuf, die allerdings davon ausgingen, dass jeder Hausbesitzer Stockholms Vorsorgemaßnahmen betreiben musste, zum Beispiel Wassertonnen auf dem Speicher zu finden sein mussten, aber auch andere Vorkehrungen getroffen wurden, die regelmäßig von Feuerwehrleuten überprüft wurden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann in den größeren Städten Schwedens, darunter Stockholm, eine Berufsfeuerwehr vorgesehen, die bei Bränden möglichst schnell vor Ort sein sollte um ein beginnendes Feuer so schnell wie möglich löschen zu können.

In Stockholm wurde ein entsprechedes Gesetz 1875 geschaffen und ein nahezu militärisch geführte Feuerwehr eingeführt. Am 9. Oktober 1878 wurde dann auch die Feuerwache Johannesstationen eingeweiht, die zweite von sieben geplanten Feuerwachen, die auf ganz Stockholm verteilt werden sollten, wobei die Feuerwache Johannes im Stadtteil Norrmalm, neben jener auf Södermalm, eine Zentrale ausmachen sollte und zur Hauptfeuerwache wurde. Mittlerweile ist die Feuerwache Johannes sogar die Zentrale für Großstockholm und damit die wichtigste Feuerwache Schwedens.

Die Feuerwache Johannes in Stockholm wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut und 1916 wurden die Pferde von Feuerwehrautos ersetzt, die weitaus schneller an den Brandorten sein konnten. Seit 2009 findet man in der Feuerwache Johannes auch nahezu die gesamte Feuerwehrverwaltung Stockholms, insbesondere jedoch die zentrale Überwachungsstelle für die schwedische Hauptstadt. Die Rettungszentrale Stockholms wurde bereits Mitte der 90er Jahre im Fels unter der Feuerwache untergebracht und bot einen vollkommenen Schutz gegen C-Waffen und einen begrenzten Schutz gegen Kernwaffen.


9. Oktober 1847: Schweden schafft die Sklaverei ab
9. Oktober 1894: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
9. Oktober 1916: Der schwedische Künstler Karl Otto Hultén
9. Oktober 1970: Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport
9. Oktober 1991: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
9. Oktober 1992: Per Olof Sundman und die Sehnsucht nach dem Norden
9. Oktober 2006: Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. März 2015

Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört

Wie in allen Städte Schwedens, so kam es auch Örebro im Laufe der Geschichte zu zahlreichen Bränden, die manchmal nur ein Gebäude, bisweilen aber einen Straßenzug in kürzester Zeit vernichteten. Als jedoch am 23. März 1854 kurz nach Mitternacht in einer Färberei ein Feuer ausbrach, vermutlich weil zu heiße Asche in die Aschenbehältern aus Holz geschaufelt worden war, sollte sich die Zukunft Örebros bedeutend ändern. Da es um diese Zeit keine organisierte Feuerwehr in Örebro gab und ein starker Westwind herrschte, breitete sich das Feuer sehr schnell aus und innerhalb weniger Stunden verbreitete es sich in drei Richtungen gleichzeitig.

Bereits kurz nachdem der Brand ausgebrochen war, stand eine Seite der Stora Gatan (heute Drottninggatan) in Brand und zog sich bald entlang der Svartån. Am frühen Morgen hatte das Feuer selbst den Marktplatz Stortorget erreicht und die erste Stimmen wurden laut, ob es nicht sinnvoll sei einige Gebäude schnell abzureißen, damit das Feuer aufgehalten werden könne. Als der Wind umschlug, konnten vom Zentrum Örebros nur sehr wenige Gebäude gerettet werden, unter anderem das Rathaus und die Nikolaikirche, die aus Stein gebaut waren. Auch dass sämtliche umliegenden Gemeinden mit ihren Löschvorrichtungen nach Örebro gekommen waren, konnten diese Katastrophe nicht verhindern.

Als der Brand gelöscht war, waren vermutlich 92 Gebäude abgebrannt und knapp 25 Prozent der Bevölkerung Örebros hatte kein Dach mehr über dem Kopf und musste in Schulen, Kirchen und bei Verwandten unterkommen. Auch wenn dieser Brand eine Katastrophe für Örebro war, so konnten Geldsammlungen den Bedürftigen das Überleben garantieren und das Zentrum Örebros wurde neu geplant. Der Stadtarchitekt Fridolf Wijnbladh griff nun auf die Idee von 1654 zurück und schuf das heute existierende Zentrum Örebros mit seinem Straßennetz und den rechteckigen Häuserblocks. Das gesamte Zentrum der Stadt wurde für die Neubauten eingeebnet, was bedeutete, dass das alte Örebro vollkommen ausradiert wurde um eine Stadt zu schaffen, die gegen zukünftige Großfeuer geschützt war.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens 
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde 
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner 
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman 
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962 
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Montag, 21. April 2014

Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr

Hedemora ist die älteste Stadt Dalarnas, wenn man sich an den Stadtrechten orientiert, denn Hedemora wurde bereits 1459 mit den Stadtrechten versehen, auch wenn Falun mindestens gleich alt ist und beide Städte bereits im Mittelalter existierten. Aus dieser ältesten Zeit existiert in Hedemora allerdings nur noch die Kirche, die spätestens Anfang des 14. Jahrhunderts gebaut wurde, auch wenn später Anbauten und Renovierungen den ursprünglichen Charakter der Kirche etwas veränderten.

Aber auch wenn Hedemoras erste Gebäude vermutlich bereits im 11. Oder 12. Jahrhundert gebaut wurden, so hat die Stadt heute einen relativ modernen Charakter, den vor allem der Architekt Lars Israel Wahlman zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen hat, denn wie bei so viele schwedische Holzstädten, zerstörten Großbrände den ursprünglichen mittelalterlichen Charakter der Stadt und selbst die Straßenführung des 18. Jahrhunderts musste der jüngeren Stadtplanung weichen.

Hedemora wurde im Laufe der Geschichte von zwei großen Bränden heimgesucht. Der erste Großbrand am 2. Mai 1754 zerstörte 90 der 110 Gebäude der Stadt. Auch wenn der König dann befahl, nur noch Steinhäuser zu bauen, zwang die Armut die Mehrheit der Bewohner dazu, erneut zum Holz zu greifen. Das Ergebnis davon war, dass es bereits am 21. April 1849 zu einem neuen Brand kam bei dem 33 Gebäude vollständig abbrannten. Dieses Mal entschied der Stadtrat, dass dies die letzte große Zerstörung Hedemoras sein sollte. Natürlich konnte man Brände nicht vermeiden, aber man entschied sich nun eine Feuerwehr einzurichten und eine Person dafür zu bezahlen auch nachts die Stadt zu überwachen damit der kleinste Brand sofort gelöscht werden konnte.


21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs 
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden 
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 29. Oktober 2012

Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno

Am 29. Oktober 1998 starben bei einem privaten Halloweenfest in Göteborg 63 Jugendliche und weitere 213 wurden zum Teil sehr schwer verletzt, einige unter ihnen mit bleibenden Schäden. Dass die Katastrophe so gross wurde lag vor allem daran, dass sich in den Räumen, die nur für 150 Personen genehmigt waren, an diesem Abend 375 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren aufhielten so dass die Rettungsarbeiten nach Ausbruch des Brandes erheblich erschwert wurden.

Der Brand wurde im Treppenhaus angelegt, der zu den Notausgängen führte und entwickelte sich so schnell, dass als einziger Ausgang ein Treppenhaus diente in dem dicker Rauch stand. Da das Fest auf der dritten Etage stattfand, war es auch sehr schwierig die Fenster, die fünf Meter über dem Grund lagen, für die Flicht zu verwenden. Der Notruf ging um 23.42 bei der Feuerwehr ein und sieben Minuten später waren die ersten Löschfahrzeuge vor Ort, wobei die Rauchtaucher dadurch noch 60 Jugendliche retten konnten, die in den Flammen eingeschlossen waren, aber für 63 kam jede Hilfe zu spät.

Die Ursache das Brandes war tagelang nicht klar, wobei man vorerst vor allem an rassistische Motive dachte, da die Mehrheit der Jugendlichen ausländischer Herkunft waren. Bald stellte es sich jedoch heraus, dass vier Jugendliche, ebenfalls ausländischer Herkunft, den Brand gelegt hatten, weil ihnen der Zutritt zu den überfüllten Räumen wegen ihrem aggressiven Verhalten verweigert worden war. Derjenige, der den Brand gelegt hatte, wurde anschließend zu acht Jahren Haft verurteilt, zwei der Helfer jeweils zu sieben Jahren und der Jüngste, der zur Tatzeit noch nicht volljährig war, zu eine dreijährigen Jugendstrafe verurteilt.


29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin