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Samstag, 20. April 2019

Der Architekt Johan Fredrik Åbom

Johan Fredrik Åbom wurde am 30. Juli 1817 in Stockholm geboren und begann nach einer Maurerlehre und dem Besuch des Technologischen Instituts ein Studium an der Kunstakademie um dort Architektur zu studieren. Nach Abschluss des Studiums gründete Åbom einerseits ein eigenes Architekturbüro, arbeitete jedoch gleichzeitig an Staatsaufträgen, von 1843 bis 1853, unter anderem, für die Gefängnisverwaltung, war also für den Bau sämtlicher Gefängnisse jener Zeit verantwortlich, wobei der Architekt 1852 auch ein staatliches Stipendium für eine Studienreise nach Deutschland erhielt.

Da Johan Fredrik Åbom in ganz Schweden arbeitete und bereit war jede Art von Bau zu verwirklichen, entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts, wobei der Architekt nicht nur Wohnhäuser, Kirchen, Theater, Krankenhäuser und Fabriken baute, sondern auch einige Grabdenkmäler und er der erste Architekt Schwedens war, der für Rörstrand Kachelöfen zeichnete. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Åbom auch zu den Gründern der Stockholmer Bauvereinigung gehörte und den Architekturstil Ende des 19. Jahrhunderts stark prägte und zum königlichen Architekten ernannt wurde.

Einen besonderen Einfluss hatte für Johan Fredrik Åbom seine Arbeit für die Mechanische Werkstatt Bolinder in Stockholm, für die er zwischen 1850 und 1860 arbeitete. Da eine mechanische Werkstatt zu jener Zeit nicht nur für die Industrie arbeitete, sondern auch tägliche Haushaltsgegenstände in Gusseisen schuf, entstanden zahlreiche dieser Gerätschaften auf dem Reißbrett des Architekten. Diese Arbeit wiederum brachte Johan Fredrik Åbom, der am 20. A
pril 1900 starb, auf die Idee auch an gusseisernen Grabmonumenten zu arbeiten. Das Stadtmuseum in Stockholm hat in seinen Archiven sieben dieser Skizzen, die Åbom sogar als Aquarellzeichnungen vorlegte.

20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
20. April 1806: Sara Elisabeth Moraea und Carl von Linné
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1940: Das Bio Roy, einst Bio Royal, in Göteborg
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
20. April 1993: Der Künstler Ragnar Person

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. April 2019

Das Konzerthaus in Stockholm

Das Konzerthaus in Stockholm war eines der ersten Gebäude Schwedens, das konkret für Orchestermusik gebaut wurde, also nicht mehr mehrere Funktionen gleichzeitig hatte. Zum anderen handelt es sich dabei um eines der bedeutendsten Gebäude Schwedens, das im Klassizismus der 20er Jahre erbaut wurde. Für die Formgebung des Konzerthauses wurden mehrere Künstler der Epoche beschäftigt, wobei der Bau so einzigartig wurde, dass er heute den Marktplatz Hötorget geradezu dominiert und den Blick auf sich zieht. Eingeweiht wurde das Konzerthaus in Stockholm am 7. April 1926.

Ab dem Jahr 1926 werden im Konzerthaus in Stockholm auch die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Literatur ausgeteilt, seit 2004 der Polar Music Prize, seit 2008 der Augustpreis und seit 2010 auch der Literaturpreis zur Erinnerung an Astrid Lindgren. Diese Ereignisse zeigen, welche Bedeutung dieses Gebäude im kulturellen Leben Stockholms seit seiner Gründung übernommen hat und welches architektonische Denkmal sich der Architekt Ivar Tengbom mit dem Konzerthaus geschaffen hat, das schon heute alle Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt.

Der Gedanke zum Bau einer Konzerthalle tauchte in Stockholm bereits gegen 1860 auf, aber zur Realisierung der Idee fanden sich mehrere Hürden, zum einen die Platzfrage, zum anderen die Finanzierung, so dass der erste Bauplan des Architekten Johan Fredrik Åbom nie verwirklicht wurde und die Vorführungen der Symphonie Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die alte Gasglocke gelegt wurden, was akustisch nicht unbedingt eine ideale Lösung war. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte man den idealen Platz für das Konzerthaus gefunden, auch wenn man für den Bau des Konzerthauses erst einmal Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert abreißen musste. Die Finanzierung wurde dann durch private Spenden und eine bedeutende Donation von Rosa Nachmanson geklärt, die der Stadt ein Vermögen für kulturelle Zwecke hinterlassen hatte.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1859: Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. März 2019

Der schwedische Architekt Sven Ivar Lind

Sven Ivar Lind wurde am 23. März 1902 als Sohn eines Betriebsleiter in Tidaholm zur Welt und begann nach seiner Hochschulreife im Jahr 1920 beim Architekturbüro Ernst Torulf zu arbeiten. Nur ein Jahr später begann Lind an der Technischen Hochschule in Stockholm Architektur zu studieren, ein Studium, das er 1926 abschloss. Noch im gleichen Jahr wurde Lind bei Gunnar Asplund angestellt, mit dem er auch später immer wieder zusammenarbeitete und dessen begonnene Werke er nach dem Tod Asplunds im Jahr 1940 beendete. Ab 1931 unterhielt Lind allerdings sein eigenes Architekturbüro in Stockholm.

Da Sven Ivar Lind zu den wenigen Architekten Schwedens gehörte, die auch Französisch sprachen und sehr gut mit der französischen Kultur vertraut waren, erhielt er bereits 1928 zwei größere Aufträge in Paris und in Amsterdam, auch wenn seine Pläne beim Bau des Bankhauses am Place Vendôme nicht in vollem Umfang berücksichtigt wurden, sondern die Fassade von einem französischen Architekten neu gezeichnet wurde. Dies hielt Lind jedoch nicht davon ab noch 1930 ein Architekturbüro in Paris zu gründen, was ihm letztendlich auch den Auftrag brachte den schwedischen Pavillon für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1937 zu zeichnen, der ihn international als Architekten bekannt machte.

Vom Ruf des Architekten Sven Ivar Lind, der am 3. April 1980 in Danderyd starb, zeugt auch seine Ernennung zum Schlossarchitekten, so dass er ab 1959 für das Schloss in Stockholm und an 1962 auch für das  Schloss Drottningholm verantwortlich wurde. Der Besucher Stockholms kann im Stockholmer Schloss die Veränderungen Linds im Burggarten sehen, und natürlich auch in den Kellergewölben, also der Schatzkammer und der Livrustkammaren, die deutlich seine klaren Linien zeigen und gerade dadurch Details und Ornamente besonders hervorheben. Dem Schloss Drottningholm gab Lind seinen wohnlichen Charakter, was man leider nur im Inneren des Schlosses feststellen kann.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1810: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Qvarnström
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1904: Der pazifistische Baptist Helge Åkeson
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. Februar 2019

Der Architekt Ralph Erskine

Ralph Erskine kam am 24. Februar 1914 in London zur Welt und studierte dort an der Regent Street Polytechnic Architektur. Im Jahr 1939 brach Erskine mit Fahrrad, Rucksack und Schlafsack nach Schweden auf und fand den Baustil von Ragnar Östberg, Gunnar Asplund und Sven Markelius geradezu revolutionär. Er entschied sich daher den Funktionalismus zu studieren. Während seines Aufenthalts in Schweden brach dann der Zweite Weltkrieg aus und Erskine entschied sich in Schweden zu bleiben, heiratete im Stockholmer Stadshus seine Jugendliebe Ruth, die kurz nach ihm nach Schweden gekommen war, und begann in Schweden als Architekt aktiv zu werden.

Noch 1939 öffnete Ralph Erskine dann ein Architekturbüro in Stockholm, auch wenn er sich 1944 noch für ein Jahr an der Kunsthochschule einschrieb um sich dort mehr mit der schwedischen Architektur zu beschäftigen. Erskine war von der schwedischen Natur begeistert und entschied sich bei seinen Bauwerken, das Klima und die natürliche Umgebung zu integrieren, was bedeutet, dass er die Sonnenwärme optimal für die Erwärmung der Gebäude nutzte und das Licht ein dominantes Element wurde, da dieses im Winter als Mangelware zu sehen war, aber von den Bewohnern der Gebäude auf optimale Weise genutzt werden wollte. Erskine versuchte auch Ökologie, Umwelt und soziale Bedürfnisse bei seinen Plänen zu berücksichtigen und war damit seiner Zeit weit voraus.

Ralph Erskine, der am 16. März 2005 in Ekerö starb, war an rund 200 Bauprojekten beteiligt und entwickelte sich in nur wenigen Jahren zu einem der bedeutendsten Architekten Schwedens, was sich auch darin auszeichnet, dass er Ehrendoktor der Universität Lund, Mitglied der Akademie der freien Kunst und Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten wurde, dass aber auch mehrere seiner Bauten mit bedeutenden Preisen belohnt wurden, zumal Erskine nie das politische und soziale Engagement vergaß und bei seinen Plänen grundsätzlich auch an die Bewohner der Gebäude dachte. Auch wenn Ralph Erskine bestimmt hatte dass sein Name aus dem von ihm gegründeten Architekturbüro nach seinem Tod entfernt werden musste, so erinnert noch jedes dritte Jahr der Ruth and Ralph Erskine Prize an den Architekten, ein Preis, der für soziale und ökologische Innovationen in der Architektur vergeben wird.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1457: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
24. Februar 1673: Die barocke Ervalla Kyrka
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1741: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
24. Februar 1746: Der Erzbischof Uno von Troil
24. Februar 1910: Der schwedische Fußballklub Malmö FF
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung
24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. Februar 2019

Sigurd Curman, Architekt und Restaurator

Als Sigurd Curman am 14. Februar 1966 in Solna starb, ging er als der bedeutendste Restaurator schwedischer Kirchen in die Geschichte der Architektur ein, auch wenn er selbst nie als Architekt und Baumeister tätig war, und auch nie sein begonnenes Architekturstudium zu Ende geführt hatte. Curman war jedoch Professor für Architekturgeschichte und er war für das schwedische Reichsantiquariat tätig. Auf Grund seiner Kenntnisse gelang es Curman im Laufe der Jahre zahlreiche historische Bauten im ursprünglichen Stil zu erhalten und sämtliche Arbeiten in diesem Bereich sinnvoll zu steuern.

Sugurd Curman kam am 29. April 1879 in der gehobenen Bürgerschicht in Stockholm zur Welt und wurde schon in seiner Kindheit insbesondere zur Kunst und Architektur geführt, die ihn nach einer Familienreise nach Italien nie mehr los ließ. Nach seiner Hochschulreife im Jahr 1897 begann Curman, da er sich nicht auf eine Studienrichtung festlegen konnte, eine Mischung aus Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft, stellte nach Abschluss des Studiums jedoch fest, dass er, um als Kunsthistoriker zu arbeiten, praktische Erfahrung benötigte. In der Folge arbeitete Curman daher zeitweise bei einem Architekten, studierte jedoch auch am Konstfack und der Kunstakademie Architektur, ohne das Studium jedoch zu beenden, da er sich vor allem für die Geschichte der Architektur interessierte, die in den höheren Semestern kaum eine Rolle spielte.

Der Durchbruch kam für Sigurd Curman nach seiner Rückkehr von einer mehrjährigen Studienreise bei der er sich intensiv dafür interessierte wie man in anderen Ländern historische Gebäude restaurierte. Curman wurde nämlich gefragt ob er sich Gedanken über eine Restauration des Klosters Vreta machen könne. Curman sah sich Vreta an um kam mit der Nachricht zurück, dass sämtliche Vorschläge stümperhaft waren, da man nie eine historische und technische Untersuchung des Klosters gemacht hatte, sondern nur auf ein moderneres Aussehen bedacht war. Curman erhielt daraufhin nicht nur den Auftrag sich um die kunsthistorische Restauration Vretas zu kümmern, sondern er wurde auch im Amt für Restaurationsfragen eingestellt. Zwischen 1909 und 1925 war Curmann dann für die Restauration von 17 mittelalterlichen Kirchen verantwortlich, die dadurch weitgehend ihr ursprüngliches Aussehen behalten konnten.


14. Februar 1805: Carl Eneas Sjöstrand und das finnische Kalevala
14. Februar 1844: Der schwedische Ministerpräsident Robert Themptander
14. Februar 1871: Der schwedische Künstler Carl Brandt 
14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
14. Februar 1925: Die Opernsängerin Signe Hebbe
14. Februar 1944: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
14. Februar 1947: Die schwedische Schriftstellerin Majgull Axelsson
14. Februar 1960: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
14. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. Februar 2019

Kjerstin Göransson-Ljungman, Architektin und Schriftstellerin

Kjerstin Göransson-Ljungman kam am 12. Februar 1901 als Tochter eines Leutnants in Stockholm zur Welt und studierte ab 1922 an der Althins Malerschule, parallel zu einem Studium an der Universität Uppsala. Nur zwei Jahre später wechselte  Göransson-Ljungman zur Universität Stockholm um dort Architektur zu studieren. Als sie 1928 ihr Studium beendete, gründete sie unmittelbar ein eigenes Architekturbüro in Stockholm, gemeinsam mit Ingeborg Wærn Bugge, der ersten Frau Schwedens, die ein Architekturexamen abgelegt hatte. Noch während ihres Studiums hatte  Göransson-Ljungman auch die Vereinigung weiblicher Technologen gegründet, dessen Vorsitzende sie bis 1929 war.

Kjerstin Göransson-Ljungman und  Ingeborg Wærn Bugge behielten ihr Architekturbüro bis 1936, wobei Göransson-Ljungman in diesen Jahren auch mehrere technische Bücher zur Architektur schrieb und sich insbesondere als Kämpferin für das Frauenrecht auszeichnete, was den Auftragseingang im Architekturbüro allerdings etwas bremste. Auch ihre zwei relativ kurzen Ehen waren in jener Zeit nicht unbedingt als Werbung zu sehen, was Göransson-Ljungman wenig an ihrer Entwicklung hinderte, denn sie machte sich immer mehr ans Malen und öffnete ihr Gut in Sigtuna für kulturelle Diskussionen und war zeitweise die Sekretärin im Verein schwedischer Künstlerinnen.

Wirklich bekannt geworden ist Kjerstin Göransson-Ljungman indes weder mit ihren Bauten, noch als Künstlerin oder Frauenrechtlerin, sondern als Erneuerin des schwedischen Kriminalromans. Als 1939 ihr erster Krimi 27 sekundmeter, snö erschien, hatte sie den ersten schwedischen Puzzle-Krimi geschaffen, der zwei Jahrzehnte mit immer neuen Auflagen verkauft wurde, 1993 als einer der besten Kriminalromane der letzten 100 Jahre ausgezeichnet wurde und 2006 die Vorlage für einen Fernsehfilm wurde. Auch wenn die Folgeromane der Schriftstellerin sich ebenso stark von den allgemeinen Kriminalromanen abheben wie ihr erstes Werk, wurde kein anderes Buch so berühmt wie ihr erster Kriminalroman. Kjerstin Göransson-Ljungman starb am 20. April 1971 in Sigtuna.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1885: Der Designer und Künstler Ivar Johnsson
12. Februar 1940: Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Februar 2019

Der Möbeldesigner und Architekt Ernst Spolén

Ernst Spolén kam am 14. Oktober 1880 als Sohn eines Prosten in Halmstad zur Welt, wuchs jedoch in Fryksände im nördlichen Värmland auf. Spolén studierte nach seiner Hochschulreife an der Technischen Hochschule Chalmers, wo er auch den Künstler Ivar Arosenius kennen lernte mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Nach seiner Hochzeit mit der Schwester des Künstlers ging Spolén 1905 nach Stockholm um dort seine Studien mit einem Architekturstudium an der Kunstakademie zu ergänzen. Nach Abschluss dieses Studiums im Jahr 1906 blieb das Ehepaar in Stockholm.

Ab 1906 arbeitete Ernst Spolén dann als Architekt bei Torben Grut, Ernst Stenhammar und Ivar Tengbom, die um diese Zeit bereits einen ausgezeichneten Ruf hatten. Nach den ersten Berufserfahrungen wurde Spolén von Ragnar Östberg angestellt und war damit auch an der Planung des Stockholmer Stadshuset beteiligt, was Spolén sehr wichtige Erfahrungen brachte, die ihm später zu seinem Ruhm verhalfen. Ab 1916 wurde Spolén nämlich für die Einrichtung des Gebäudes verantwortlich und er wurde zum Designer sämtlicher Möbel im Gyllene Saal und im Saal Tre kronor.

Ab dem folgenden Jahr ging die Karriere von Ernst Spolén dann parallel in zwei Richtungen, denn bereits 1917 nahm er mit einer Küche und einem Wohnzimmer, dessen Möbel er im gustavianischen Stil entworfen hatte, an einer Ausstellung in der Kunsthalle Liljevalch teil, aber er arbeitete auch als Architekt weiter. Wenige Jahre später wurde er zum Stadtarchitekten in Kristinehamn ernannt, anschließend in Filipstad und ab 1946 hatte er ein eigenes Architekturbüro in Karlstad, wo er bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv blieb. Ernst Spolén starb am 10. Februar 1974 in Bolum.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1876: Der Nationalromantiker August Söderman
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. April 2018

Der Architekt und Karikaturist Erik Molander

Erik Molander kam am 12. April 1912 als Sohn des Violinisten Gustaf Molander in Göteborg zur Welt und und studierte ab 1931 an der KTH (Königlich Technischen Hochschule) in Stockholm Architektur, ein Studium, das er 1936 abschloss. Bereits während seiner Jugend hatte Molander jedoch ein weiteres Interesse, nämlich die Karikatur. Als Karikaturzeichner arbeitete Molander ab 1932 in der humoristischen Zeitschrift Blandaren mit und ab 1935 konnte man seine satirischen Zeichnungen regelmäßig im Aftonbladet findet, einer Zeitung, an der er bis 1956 aktiv als Karikaturist mitarbeitete.

Nach Abschluss seines Architekturstudiums wurde Erik Molander beim Architekturbüro angestellt, das Nils Ahrbom und Helge Zimdal leiteten um am Bau von Schulen und Privatwohnungen zu arbeiten. Bereits 1940 ging dann die praktische Arbeit als Architekt immer mehr in die administrative Arbeit über, denn ab dieser Zeit sollte Molander vor allem Krankenhäuser planen, mit dem Ziel die Baukosten zu reduzieren ohne sich von den gesetzlichen Vorgaben abzuwenden. Nur drei Jahre später war Molander dann Direktor des Amtes, das den Bau sämtlicher Krankenhäuser und ähnlicher Anlagen in Schweden kontrollierte und den Architekten der Gebäude mit allen damit zusammenhängenden Fragen mit Rat zur Seite stand. Sämtliche schwedischen Krankeneinrichtungen der Nachkriegszeit sind daher auf die Arbeiten Molanders zurückzuführen.

Im Jahr 1959 wurde Erik Molander dann Direktor des KFAI, der größten Architektenkooperative Schwedens, die insbesondere den Funktionalismus förderte. Das KFAI plante und baute insbesondere Warenhäuser, größere Geschäfte, Lagerhallen und Fabriken, wobei Molander hierbei insbesondere die Aufgabe hatte moderne Einkaufszentren so zu konzeptionieren, dass sie den alten, existierenden Stadtkernen angepasst wurden. Molander schuf daher nicht nur die Krankenhäuser der modernen Zeit, sondern schuf auch die Basis für die Einkaufszentren, die sich ab den 60er Jahren über ganz Schweden verteilten. Der Arbeitsaufwand wurde für Erik Molander, der am 13. Januar 1969 starb, in diesen Jahren jedoch so hoch, dass er während der letzten Jahre seines Lebens das Zeichnen von Karikaturen aufgeben musste.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1537: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie
12. April 1838: Der Künstler und Kupferstecher Gustaf Broling
12. April 1959: Die Markthalle Hötorget in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. März 2018

Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes

Der Künstler und Architekt Johan Eric Rehn kam am 18. Mai 1717 als Sohn eines Vogts in Stockholm zur Welt und schrieb sich sehr früh in den der Ingenieurseinheit der schwedischen Verteidigung ein, wo er, neben dem Rang eines Leutnants, auch eine Ausbildung als Baumeister zum Bau von Befestigungen erhielt. Im Jahr 1940 erhielt Rehn ein Stipendium, das ihm ermöglichte die Gravur in Paris zu studieren. Bereits 1945 wurde er jedoch vom Architekten Carl Hårleman zurück nach Schweden gerufen um Muster für die Seiden- Leinen- und Wollfabriken zu schaffen. Rehn ließ sich dabei von den neusten französischen Mustern beeinflussen, die er allerdings dem schwedischen Bedarf und den Geräten der schwedischen Manufaktur anpasste.

Nach seiner Rückkehr aus Paris beschäftigte sich Johan Eric Rehn allerdings nicht nur mit der Musterzeichnung, sondern er entwarf auch kunstindustrielle Gegenstände für Juweliere, Kunsthandwerker und die Porzellanfabrik Rörstrand. So nebenbei entwarf er noch Tapenvorlagen, verwirklichte Gravuren und unterrichtete den Kronprinz Gustav III. und seine Brüder im Zeichnen. In der von Hårleman gegründeten Kunstakademie richtete er zudem eine Ausbildung für Graveure ein. 1755 reiste Rehn dann, gemeinsam mit Johan Pasch nach Italien, um dort, auf Kosten und im Auftrag von Königin Lovisa Ulrika 16 Monate lang die dortige Kunst zu studieren.

Auch wenn Johan Eric Rehn auch als Architekt tätig war und einige bedeutenden Gebäude der Zeit schuf, so wurde er vor allem als Innenarchitekt bekannt, da er von Königin Lovis Ulrika den Auftrag erhielt den Anbau des Schlosses Drottningholm zu dekorieren, Gustav III. ihn mit der Dekoration und Einrichtung von Teilen des Schlosses Gripsholm beauftragte und er schließlich auch noch zwei Räume des Stockholmer Schlosses ausstattete. Seine bedeutendste Leistung hierbei war, dass Rehn immer mehr vom Rokoko abging und, beeinflusst vom Louis-quatorze-Stil den gustavianischen Stil schuf, der mit der Regierungszeit von Gustav III. verbunden wird. Bedeutend war in diesem Zusammenhang auch, dass Johan Eric Rehn, der am 19. März 1793 starb, auch Professor an der Kunstakademie war, dieser Stil also eine ganze Linie an Architekten und Raumgestalter beeinflusste.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. März 2018

Der schwedische Architekt Emil Melander

Emil Melander kam am 28. Februar 1845 als Sohn eines Bäckers in Stockholm zur Welt und zeigte bereits als Kind seine Neigung zum Zeichnen. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler besuchte er Abendkurse an der kunsthandwerkliche Slöjdskolan in Stockholm. In dieser Zeit arbeitete er als Maurer um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Als er anschließend für einige Zeit zurück nach Östersund zurückkehrte, wo er aufgewachsen war, malte er die Stadt in den unterschiedlichsten Perspektiven und schuf damit ein kunsthistorisch und architektonisch noch heute sehr bedeutendes Werk, das heute im Stadtmuseum zu finden ist.

1865 ging Emil Melander dann nach Schottland und wurde dort beim Architekten James Souttar angestellt um diesen beim Bau einer Kirche zu unterstützen. Anschließend verwirklichte er mit Souttar Bankgebäude, Wohnungen und aristokratische Villen. Im Jahr 1871 ging Melander dann nach New York um dort zu arbeiten, zog jedoch bereits ein Jahr später nach Boston um, wo er für seinen Plan für die Kongressbibliothek in Washington den zweiten Preis erhielt. Mit dieser Erfahrung kehrte Melander 1871 zurück nach Stockholm, wo er von den Architekten Axel Kumlien und Hjalmar Kumlien angestellt wurde.

Im Jahr 1880 machte sich Emil Melander in Stockholm selbständig und arbeitete die ersten Jahre vor allem im Wohnungsbau, wobei er auf Östermalm auch für die künstlerische Gestaltung mehrerer Villen verantwortlich war. Die Stärke Melanders war, dass er vor allem von der englischen Bauweise beeinflusst war und daher neue Ideen nach Schweden brachte und daher für den Bau von Bahnhöfen, Kirchen, privaten Palästen und anderen Bauten verantwortlich war. Dennoch gelang es Melander, der am 13. März 1933 in Stockholm starb, nie in die Architekturkreise Schwedens aufgenommen zu werden, da ihm die akademische Bildung fehlte, die man um diese Zeit in Schweden als Basis für den Beruf sah.


13. März 1332: Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson
13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Februar 2018

Hjalmar Molin, Architekt und Künstler

Hjalmar Molin kam am 23. Februar 1868 als Sohn des Skulpteurs Johan Peter Molin zur Welt und besuchte von 1888 bis 1892 die Technische Hochschule in Stockholm um anschließend weitere drei Jahre Architektur an der Kunstakademie zu studieren, begleitet von einer Ausbildung als Kupferstecher bei Axel Talberg. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1895 begab sich Molin auf mehrere, insgesamt fünf Jahre dauernde, Studienreisen nach Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland und die Türkei um dort so viel wie möglich über die klassische Bauweise dieser Länder zu lernen und seine Eindrücke auch durch Aquarellmalereien festzuhalten.

Nach seiner Rückkehr begann Hjalmar Molin erst für die Architekten Agi Lindegren und Fredrik Lilljekvist mit Restaurationen von älteren Gebäuden zu arbeiten, um dann zu Ragnar Östberg zu wechseln. Molin war daher Mitten in die Diskussion zur Restauration von historischen Bauten geraten und gehörte zu jeder Gruppe, die möglichst viel der alten Baustile und Bausubstanzen erhalten wollte, was man auch sehr deutlich seinen zahlreichen Stichen und architektonischen Gemälden entnehmen kann, die uns heute nicht nur sehr viel über die Entwicklung der Architektur jener Epoche sagen, sondern auch damals eine wichtige Rolle spielten, denn Molin gelang es dadurch Kraft in seine Forderungen zur historischen Restauration zu bringen.

Auch wenn Hjalmar Molin in erster Linie ein Architekt war, so liegt seine tatsächliche Leistung in der Kunst, denn während sich andere Architekten vor allem um das Zeichnen und Bauen von Gebäuden kümmerten, hielt er Gebäude, sowohl historische des Mittelmeerraums, als auch geplante und aktuelle Projekte in Form von Stichen, Zeichnungen und Aquarellen fest, die er auch in zahlreichen Kunstausstellungen präsentierte und die man heute in den größten Museen Schwedens findet. Als Architekt konnte Molin sehen auf welche Details es bei der Darstellung von Gebäuden ankam, auch wenn Molin bis etwa 1930 vor allem ein Anhänger der Nationalromantik war und daher bei schwedischen Gebäuden die Neigung hatte immer einen nationalen Eindruck hinzuzufügen, ein Zug, der auch bei seinen Restaurationen von Bedeutung war.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1917: Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Februar 2018

Der schwedische Architekt Carl Hårleman

Als der schwedische Architekt Carl Hårleman am 9. Februar 1753 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, da er das architektonische Bild Schwedens änderte. Dies lag nicht nur daran, dass er, nach dem Tod von Nicodemus Tessin dem Jüngeren, das Schloss in Stockholm fertigstellte, sondern auch, weil er damit den Rokokostil nach Schweden brachte, und für den Schlossbau sogar Handwerker aus Frankreich holte, und er gründete eine königliche Zeichenschule, die Kunstakademie.

Carl Hårleman war als Sohn des Architekten Johan Hårleman in Stockholm zur Welt gekommen und erhielt seine Ausbildung von Nicodemus Tessin dem Jüngerem, einem Mitarbeiter seines Vaters, der allerdings sehr früh gestorben war. Bedeutend für Hårleman waren drei Reisen nach Paris, die erste um an der Akademie für Architektur studieren, und die späteren Reisen um die Rokoko-Bauweise zu entdecken, eine damals völlig neue Bauweise, die in Schweden um diese Zeit noch völlig unbekannt war. Dies war auch der Grund, warum er die Arbeiter für den weiteren Schlossbau aus Frankreich holen musste.

Da Carl Hårleman die Kunstakademie gegründet hatte, war es selbstverständlich, dass er auch ihr erster Direktor wurde und die entsprechenden Lehrer wählte, die den Schülern die damals zukunftsweisende architektonischen Techniken und Stilrichtungen beibringen mussten. Als Hårleman im Jahr 1741 auch königlicher Oberintendant wurde, hatte er die Aufsicht über die gesamte Bautätigkeit Schwedens, wobei dies auch bedeutete, dass Hårleman in den Adelsstand erhoben wurde und 174 in die Wissenschaftsakademie gewählt wurde. Neben Schlössern und anderen bedeutenden Bauten, zeichnete Hårleman auch den Botanischen Garten in Uppsala, der heute als schwedisches Kulturminne gilt.


9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1853: Die Stiftung Arbetarbostadsfonden
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Januar 2018

Der schwedische Architekt Björn Hedvall

Als der Architekt Björn Hedvall am 30. Januar 1982 im Alter von 92 Jahren in Stockholm starb, so ging er mit seinem selbst ernannten Prädikat „Kinospezialist“ in die Geschichte ein, wobei der Architekt in der Tat in den 30er und 40er Jahren etwa 20 Kinos in Stockholm gebaut hat und damit das Aussehen der früheren Kinos in Stockholm vollkommen prägte. Auch wenn Hedvall sicher ein „Kinospezialist“ war, so hat er weitaus mehr andere Gebäude gebaut, denn allein in Stockholm entstanden knapp 300 Häuser, für die der Architekt die Verantwortung trug.

Björn Hedvall war am 10. August 1889 als Sohn eines Zeitungsherausgebers in Gävle zur Welt gekommen und besuchte von 1913 bis 1916 die Kungliga Tekniska högskolan (KTH) in Stockholm, und ergänzte sein Architekturstudium zwischen 1918 und 1920 mit einem Besuch an der Kunstakademie. Bereits während seines Studiums begann Hedvall, der sich erst 1921 als Architekt selbständig machte, im Architekturbüro Gustav Lindén zu arbeiten, um jedoch nach dem Studium in ein anderes Architekturbüro zu wechseln. Als Hedvall seine eigene Firma gründete, hatte er vor allem im städtischen Villen- und Hausbau Erfahrungen gesammelt, dem Gebiet, in dem er auch später sehr aktiv war.

Von Beginn an strebte Björn Hedvall nach einem vereinfachten Stil bei dem sich der Dekor vor allem auf Fassaden, das Portal und die Eingangshalle beschränkte. Beim Innenausbau sollte die Wohnung möglichst stilfrei sein, so dass die Bewohner sich auch das bis dahin nahezu obligatorische Hausmädchen sparen konnten. Es ist daher auch logisch dass Hedvall gegen Ende der 20er Jahre zum Funktionalismus fand. Während der Architekt am Mälarstrand dann für die gehobene Schicht einen Baustil zwischen modernem Klassizismus und Funktionalismus wählte, wurden seine Gebäude im Zentrum Stockholms, unter anderem ein Ärztehaus, rein praktisch, was auch dazu führte, dass der Baustil Hedvalls nahezu die gesamt Innenstadt Stockholms eroberte.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1927: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme 
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Mai 2017

Der schwedische Architekt Ragnar Hjorth

Ragnar Hjorth kam am 2. Mai 1887 als Sohn eines Pädagogen und Schulreformators in Stockholm zur Welt und studierte erst an der Tekniska Högskolen bevor er sich 1912 an der Kunstakademie einschrieb um zwei Jahre später sein Examen als Architekt abzulegen. Zwischen 1917 und 1921 war Hjorth mehrmals Lehrer für Geschichte der Architektur an der Kunsthochschule, parallel zu seiner Anstellung im schwedischen Bauamt. In diesem Zusammenhang wurde Hjorth auch ein Reisestipendium verliehen, das ihm 1921 eine einjährige Studienreise nach Frankreich, England und Italien ermöglichte.

Auch wenn Ragnar Hjorth während seiner Studienzeit zu einem Spezialisten in Jugendstil und der Nationalromantik ausgebildet wurde, sollte der Architekt weder in seiner staatlichen Aufgabe, noch als Privatarchitekt, je ein Gebäude in diesen beiden Stilen bauen, sondern sich während der erste Jahre dem Klassizismus widmete um dann in den 30er Jahren zu offenen Flächen und dem Funktionalismus zu finden, also ein Vorreiter der modernen Architektur Schwedens zu werden. Den neoklassischen Stil Hjorths findet man insbesondere im Gebäude der Nobelstiftung in Stockholm und den Übergang zum Funktionalismus dann beim Technischen Museum.

Mit der Zeit erhielt Ragnar Hjorth, der bis zu seiner Pensionierung im Bauamt arbeitete und seit 1927 auch als Schlossarchitekt tätig war, immer mehr Restaurationsaufträge, da er mehrere Baustile beherrschte und daher die Originalstrukturen der Bauten weitgehend erhalten konnte. In diesem Rahmen arbeitete Hjorth, unter anderem, am Schloss Haga, der Domkirche in Göteborg und der Klosterkirche Nydala. Bereits ab dem Ende der 30er Jahre strebte Ragnar Hjorth, der am 2. Mai 1971 in Stockholm starb, sowohl bei Neubauten als auch bei Restaurationen zu einer allgemeingültigen Architektur, im Gegensatz zur Romantik und der Einzigartigkeit eines Gebäudes, was ihn von vielen Architekten der Epoche unterschied.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1844: Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. Mai 2017

Der Keramiker und Designer Gunnar Nylund

Gunnar Nylund wurde am 1. Mai 1904 als Sohn eines Künstlerpaares in Paris geboren, das dann 1907 mit ihrem Sohn nach Kopenhagen zog, der Heimatstadt der Mutter. Einige Jahre später zog die Familie nach Helsingfors (Helsinki), der Heimat des Vaters. Allerdings floh die Familie vor dem Ausbruch des finnischen Bürgerkrieges im Jahr 1917 dann zurück nach Kopenhagen, wo Nylund eine Internatschule besuchte, in der er 1923 auch das Abitur machte. Im gleichen Jahr erhielt Nylund dann einen Praktikantenplatz in Architektur und Keramik in Finnland. Im folgenden Jahr begann Nylund dann an der königlichen Kunstakademie in Kopenhagen Architektur zu studieren, ein Studium, das er nie zu Ende führte, da er 1925 einen Arbeitsvertrag bei der Porzellanfabrik  Bing & Grøndahl erhielt.

Bei Bing & Grøndahl verwirklichte Gunnar Nylund über 2000 Einzelwerke, darunter sehr viele Miniaturen, für die Nylund später auch international bekannt wurde. Als die Porzellanfabrik einen konservativen Direktor bekam, kündigte Nylund, der immer nach Neuerungen strebte. Gemeinsam mit der Chemikerin Nathalie Krebs gründete der Künstler dann ein eigenes Atelier, das sich ab 1930 Saxbo nannte. Unter diesem Namen wurden die beiden weltbekannt und revolutionierten das Steingut, einmal wegen dem eigenen Stil, aber auch wegen der Färbung und der Serienfertigung, die um diese Zeit für Steingut in ganz Skandinavien nicht existierte. Nach den Ausstellungen im Jahr 1930 wurde Nylund von Rörstrand als Künstler geworben.

Als künstlerischer Direktor bei Rörstrand gestaltete und arrangierte Gunnar Nylund rund 20 der Fabrikausstellungen, wobei er 1932 erstmals Steingut der Firma präsentierte, mit einem so großen Erfolg, dass das Röhsska Museum in Göteborg im folgenden Jahr eine entsprechende Ausstellung des Künstlers zeigte und das Steingut des Unternehmens auch auf der Weltausstellung in Chicago des Jahres 1933 zu finden war. Gunnar Nylund, der im Jahr 1997 starb, erneuerte bis Mitte der 40er Jahre die gesamte Kollektion Rörstrands und hatte 1943 seine bedeutendste Ausstellung im Nationalmuseum in Stockholm. Im Jahr 1964 öffnete Nylund dann erneut ein eigenes Atelier in Kopenhagen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 1995: Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. April 2017

Der Architekt Erik Julius Lallerstedt

Erik Lallerstedt kam am 19. April 1864 als Sohn eines Gutsbesitzers in Skå  zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife von 1882 bis 1886 Architektur an der Königlich Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm, und ergänzte diese Ausbildung mit einem Studium an der Kunsthochschule, das er 1889 abschloss. Bereits im folgenden Jahr öffnete Lallerstedt dann sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er bis 1944 betrieb, nahm jedoch auch Aufgaben im staatlichen Bauwesen an, wobei der Architekt auch ein dreijähriges Reisestipendium erhielt um sich mit der Bauweise in anderen europäischen Ländern vertraut zu machen.

Eine der ersten Arbeiten des Architekten Erik Lallerstadt war der Bau der Peterskirche in Stockholm, die eine Mischung aus Neugotik und Jugendstil präsentiert, also einen gewissen Kontrast zu seinen anderen Bauten jener Epoche ausmacht, da Lallerstedt die ersten 20 Jahre zeitgemäß vor allem im Jugenstil und der nordischen Nationalromantik baute, was man sehr deutlich am Trygghuset und der KTH in Stockholm feststellen kann, die beide in Ziegelsteinen gebaut wurden und beide Stilrichtungen der Zeit, wenn auch auf unterschiedliche Weise, sehr deutlich zeigen. Ab 1911 ging Lallerstedt dann, ebenfalls der Zeitströmung folgend, mehr und mehr zum Neoklassizismus über.

Da Erik Lallerstedt über 50 Jahre lang als Architekt arbeitete, sowohl an privaten als auch öffentlichen Aufträgen, und zudem versuchte die Zeitströmungen zu erfühlen, findet man unter seinen Werken alle architektonischen Linien vom Stilpluralismus Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Funktionalismus. Eine gewisse zwiespältige Einstellung hatte Lallerstedt, der am 2. Februar 1955 in Stockholm starb, zum Funktionalismus, der in die letzte Phase seines Wirkens fiel, denn einerseits schätze er die rationalistische Einstellung zur Raumschaffung, zum anderen versuchte er grundsätzlich frühere Silrichtungen hinzuzufügen um die nüchterne Bauweise etwas aufzulockern.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. April 2017

Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser

Axel Kumlien kam am 10. April 1833 in Härlunda bei Göteborg zur Welt und besuchte, gemeinsam mit seinem Bruder Hjalmar Kumlien, die Chalmers slöjdskola, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule Chalmers und schloss seine Studien dann 1856 in der Architekturschule in Braunschweig fort, wo er auch an der Restauration des Kölner Doms mitarbeitete. Als Kumlien 1860 nach Schweden zurückkehrte, ließ es sich in Stockholm nieder und begann für Adolf W. Edelsvärd zu arbeiten. Insgesamt arbeitete der Architekt zwölf Jahre lang für Edelsvärd und war während dieser Zeit am Bau von mindestens 60 Bahnhofsgebäuden beteiligt.

Unter Edelsvärd lernte Axel Kumlien Wert auf großflächige Innenräume, Ausschmückungen in altnordischer Ornamenten und die Aufteilung der Flächen zu legen und die Räume verschiedenen Zielen anzupassen, was ihm bei seinen späteren Bauten sehr dienlich war. Der äußere Aspekt der Bahnhöfe unterschied sich nur selten, aber der Innenausbau musste sich jedem Ort und der Bedeutung eines Bahnhofs anpassen. Als die herausragendsten Arbeiten Kumliens dieser Zeit gelten die beiden Flügel des Hauptbahnhofs in Stockholm und die ehemalige Bergslagernas Eisenbahnstation in Göteborg, die heute als das „Weiße Haus“ bekannt ist und unter Denkmalschutz steht. Bei nahezu all diesen Bauten haben die Brüder Kumlien einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mit der industriellen Entwicklung in Stockholm gegen Ende des Jahrhundert ging Axel Kumlien dann vom Bau der Bahnhofe zum Bau von Bürohäusern über, die sich vor allem durch Skulpturen und Ornamente auszeichneten, wobei der Architekt allerdings zu jener Zeit auch zahlreiche Miethäuser zeichnete. Ab 1874 kamen dann die Aufträge, die Axel Kumlien, aber auch seinen Bruder, den echten Durchbruch als Architekten brachte, denn sie wurden die offiziellen Baumeister für Krankenhäuser, denen sie einen eigenen Stempel gaben. Kumlien ging bei den Krankenhäusern dazu über, ähnlich der Bahnhöfe, Gebäude hinsichtlich ihrer Anwendung zu gestalten und vor allem mit Pavillons zu arbeiten, wobei er Abteilungen trennte und eine eigene Abteilung als Operationssaal schuf. Zu seinen bedeutendsten Krankenhausbauten gehören das Lazarett in Karlskrona, das Krankenhaus in Malmö und das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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