Posts mit dem Label Frieden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frieden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 5. Januar 2017

Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson

Als C.-H. Hermansson am 5. Januar 1964 zum Vorsitzenden der kommunistischen VPK (Vänsterpartiet kommunisterna) gewählt wurde, kam erstmals ein Kritiker des Sowjetsystems an die Spitzenposition der Partei, eine Person, die während ihrer Zeit als Vorsitzender zwischen 1964 und 1975 dem Kommunismus Schwedens ein neues Gesicht geben sollte und die Partei vom sowjetischen Gedankengut zu einem europäischen Kommunismus führte, der selbst eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten der westlichen Länder voraussetzte, auch wenn Hermansson dadurch mit zur Spaltung der Kommunisten Schwedens führte.

Als Carl-Henrik Hermansson die Führung der VPK übernahm, war diese Mitglied im Komintern (Kommunistische Internationale) und daher vom Kreml gesteuert, mit einer Vergangenheit, die im finnischen Winterkrieg die Position der Sowjetunion verteidigt hatte, die Besetzung Norwegens durch Hitler für gut geheißen hatte und auch den Mauerbau in Berlin als notwendig angesehen hatte. Vom ersten Tag als Parteivorsitzender wollte Hermansson die Partei von dieser strikten Sowjetlinie abbringen, was sich beim Parteikongress im Jahre 1967 sehr deutlich zeigte, denn Hermansson kritisierte dabei die Übergriffe der Sowjets und forderte eine internationale Solidarität, die auf Frieden, Freiheit, Sozialismus und eine nationale Unabhängigkeit baut.

Aber auch wenn C.-H. Hermansson die kommunistische Partei VPK von der Ideologie der Sowjetunion entfernte, so setzte er auf eine internationale Zusammenarbeit der kommunistischen Parteien und behielt daher auch enge Kontakte zur kommunistischen Partei der Sowjetunion, denn seine Ideologie war nicht das Moralisieren, sondern die Zusammenarbeit, die einen dritten Weltkrieg verhindern sollte. Hermansson versuchte während seiner Zeit als Parteivorsitzender der VPK auch die Klassenbegriff neu zu definieren und schloss in der Arbeiterklasse auch alle öffentlichen Angestellten in dieser Gruppe ein, da er nicht die Arbeit mit den Händen als Kriterium sah, sondern die Situation eines Menschen innerhalb der Gesellschaft.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm 
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 30. Januar 2016

Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde

Nach dem Frieden in Brömsebro hatte Dänemark nur eines im Sinne, seine an Schweden verlorenen Gebiete zurückzuerobern, aber da Schweden immer stärker wurde, wartete Dänemark auf einen günstigen Moment, der sich ab 1657 zeigte, denn Schweden hatte an mehreren Fronten zu kämpfen und wenn sich auch Österreich in den Krieg einschalten sollte, so war von dänischer Seite ein Angriff denkbar. Allerdings hatte auch Karl X. Gustav dieses Problem erkannt und wollte Dänemark noch rechtzeitig in seine Schranken weisen, und er wartete ebenfalls auf einen günstigen Moment, denn auch wenn es ihm noch 1657 gelungen war Fredriksodde einzunehmen, so war die Gefahr nur gebannt wenn er auch Fünen und Seeland einnehmen konnte, die der Weg zu ganz Dänemark waren.

Danach kam jedoch der Winter, die Flotte war damit nicht mehr einzusetzen und um Dänemark einzunehmen, hatte Karl X. Gustav nur eine Chance, möglichst unbemerkt über das Wasser nach Dänemark zu gelangen und den Feind zu überrumpeln. Und hierfür gab es nur eine einzige Chance, nämlich über da Eis zu kommen. Als am 30. Januar 1658 das Eis endlich dick genug war, machte sich die Armee des schwedischen Königs auf den Weg über den kleinen Belt und gelangte mit relativ geringen Verlusten nach Fyn (Fünen). Die Überraschung war gelungen und die Dänen auf Fyn mussten sich nach kurzen Kämpfen ergeben. Aber noch war der Große Belt ein Hindernis, zumal das Eis hier weitaus weniger trug als jenes über den Kleinen Belt.

Am 5. Februar 1658 war es dann endlich so weit dass auch das Eis über den Großen Belt, zumindest an einer strategisch interessanten Stelle, dick genug war um Fußsoldaten und Reiterheer den Weg nach Själland (Seeland) zu ermöglichen. Diese Taktik des schwedischen Königs machte es dem dänischen Heer unmöglich sich vorzubereiten und schon am 13. Februar des gleichen Jahres standen die Schweden vor Kopenhagen und Dänemark musste kapitulieren und Friedensverhandlungen einleiten. Dieser Weg über das Eis brachte Schweden den endgültigen Sieg, der Dänemark letztendlich ein Drittel seines Reiches kostete, und nur wenige Tage später kam es zum Frieden von Roskilde, der die heutigen Grenzen Schwedens schuf.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen

Als sich Schweden im Jahre 1813 entschied während des Krieges gegen Napoleon seinen Nachbarn Dänemark anzugreifen, das auf der Seite Napoleons kämpfte, sollte der schwedische Thronfolger Karl Johan (Karl XIV. Johan) die Geschichte des Nordens grundsätzlich ändern, denn der schnelle Sieg gegen die dänische Armee zwang den Gegner beim Kieler Frieden am 14. Januar 1814 seine Union mit Norwegen aufzugeben und Norwegen an Schweden abzugeben, was zum Beginn der schwedisch-norwegischen Union wurde, die erst 1905 wieder zu Ende ging.

Nach dem Friedensvertrag in Kiel, der für Dänemark finanziell von großem Vorteil war, sollte vor allem Norwegen, gegen eine entsprechende Entschädigung, für immer an Schweden fallen. Aber auch wenn der schwedische König nach diesem Vertrag Norwegen vorstehen sollte, so sah der Friedensvertrag auch vor dass Norwegen zahlreiche Privilegien erhalten solle und über seine eigenen Gesetze verfügen dürfe. Schweden wollte auf diese Weise ein relativ selbständiges Norwegen schaffen, das sich dadurch jedoch verpflichtet dazu fühlte seinem Partner Schweden Dankbarkeit zu zeigen.

Aber auch wenn der Kieler Frieden bereits am 14. Januar unterzeichnet wurde und anschließend erst in Stockholm und am 7. Februar 1814 auch in Kopenhagen nochmals bestätigt wurde, so konnte der Vertrag erst am 7. August des gleichen Jahres endgültig als abgeschlossen gelten, denn der dänische Stadthalter Christian Fredrik wollte Norwegen nicht an Schweden abtreten und erreichte es sogar dort zum König gekrönt zu werden. Erst nachdem Schweden am 26. Juli 1814 auch Norwegen angegriffen hatte und nach wenigen Tagen besiegt hatte, konnten die Bedingungen des Friedensvertrages endgültig in Kraft treten.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker 
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln 
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens 
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 3. Juni 2011

Der dritte Frieden von Stockholm

Am 3. Juni 1720 wurde in Stockholm der sogenannte dritte Frieden zwischen Schweden unter Friedrich I. und Dänemark unter Fredrik IV. geschlossen, der dann einen Monat später zusätzlich unter dem Namen Frieden von Fredriksborg im dänischen Schloss Fredriksborg bekräftet wurde und das Ende des Großen Nordischen Krieges (1700-1721) einleitete.

Der Große Nordische Krieg hatte seinen Ursprung darin, dass Dänemark seine Provinzen in Schweden, vor allem Skåne, zurückerobern, den Bund zwischen Schweden und Schleswig zerbrechen und die Vorherrschaft über den Ostseeraum wieder übernehmen wollte. Aus diesem Grunde hatte sich Dänemark unter Fredrik IV. mit August II. von Sachsen und Polen und mit Peter I. von Russland verbunden, die gemeinsam große Teile Schwedens einnahmen.

Der dritte Frieden von Stockholm hatte sowohl für Dänemark als auch für Schweden gewisse Vor- und Nachteile. Schweden verlor seine Zollfreiheit im Öresund, musste zusätzlich 600.000 Reichstaler an Dänemark bezahlen und verpflichtete sich in Zukunft nicht mehr den Herzog von Holstein zu unterstützen. Auf der anderen Seite verpflichtete sich Dänemark alle eroberten Gebiete wieder in den vorherigen Zustand zu versetzten, unter anderem Rügen, Stralsund, Wismar, Vorpommern und Marstrand. Außerdem verpflichtete sich Dänemark dazu Russland nicht mehr zu unterstützen und russischen Piraten das Anlegen in dänischen Häfen zu verbieten.

3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube 


Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. März 2011

Hjalmar Branting verändert Schweden

Am 10. März 1920 bildete Hjalmar Branting die erste sozialistische Regierung Schwedens und wird erster sozialistischer Premierminister. Seine ruhige Art und der Kampf gegen rechten und linken Extremismus beeinflusste die schwedische Regierung bis heute und führte Schweden zu einer Demokratie, die sich vom Volk aus entwickelte und nicht durch politische Entscheidungen diktiert wurde.

Bevor Hjalmar Brantning jedoch dem schwedischen Volk die sozialistischen Ziele näher bringen konnte, gingen nahezu 40 Jahre ins Land. Hjalmar Branting benutzte für die Verbreitung seiner Ideen vor allem die von August Palm gegründete Zeitung Social-Demokraten, dessen Chefredakteur er 1887 wurde, knapp zwei Jahre nach der Gründung der Zeitung. Branting, der viele seiner Ideen von Palm, dem Gründer der sozialdemokratischen Bewegung Schwedens übernommen hatte, arbeitete bis 1917 für den Social-Demokraten.

Seinen Einfluss innerhalb der sozialistischen Bewegung Schwedens verdankt er vor allem seiner Theorie, dass eine Veränderung der Gesellschaft auf friedliche Weise und durch freie Wahlen entstehen muss und nicht durch eine gewaltsame Revolution, was er bei seiner bekanntesten Rede in Gävle im Jahre 1886 deutlich zum Ausdruck brachte. Branting glaubte an Frieden, der durch ein sicheres, internationales Rechtssystem entstehen kann und nahm damit bereits Ende des 19. Jahrhunderts den Gedanken eines gemeinsamen Europas auf.

10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern 

Copyright: Herbert Kårlin