Posts mit dem Label Norwegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Norwegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 21. April 2018

Der Kriegsherr Johan af Puke

Johan af Puke kam am 16. Februar 1751 als Sohn eines Militärs zur Welt, wuchs jedoch ab seinem fünften Jahr in großer Armut mit seiner Mutter auf, da der Vater 1756 wegen einer Konspiration hingerichtet worden war. Als af Puke zehn Jahre alt war, schrieb er sich als Jungmatrose bei der Marine im Karlskrona ein, um dann 1765 als Bootsmann seinen regelmäßigen Dienst aufzunehmen. Ab 1770 diente af Puke erst für die holländische Flotte, anschließend für die Briten und, als er 1777 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Leutnant der schwedischen Kriegsmarine ernannt.

Der erste Krieg, an dem Johan af Puke dann auf schwedischer Seite teilnahm, war der Krieg gegen Russland, der 1788 ausbrach und zwei Jahre dauern sollte. Af Puke ging bei diesem Krieg vor allem damit in die Geschichte ein, dass die schwedischen Schiffe bei Viborg von der russischen Flotte in einer Bucht eingeschlossen worden war, woraufhin er von König Gustav III. gebeten wurde unter dem Einsatz seines Lebens den Ausbruch zu leiten, was der Kriegsherr auch tatsächlich verwirklichte, obwohl der Feind in der Übermacht war. Dieses Ereignis ging als der Viborgska gatloppet in der schwedischen Geschichte ein.

Nur neun Jahre später nahm Johan af Puke am nächsten Krieg teil, dem Finnischen Krieg, als er 1812, gegen Ende des Krieges, den Oberbefehl über die Flotte hatte, mit dem Auftrag den russischen Stärken bei Umeå in den Rücken zu fallen. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen von Gustaf Wachtmeister, der die Truppen führte, musste af Puke jedoch unverrichteter Dinge zurückkehren. Johan af Puke, der am 21. April 1816 in Karlskrona starb, wurde 1813 Generalmajor und erhielt, in Hinsicht auf einen geplanten Feldzug gegen Norwegen, den Auftrag die schwedische Westküste auf eine Verteidigung vorzubereiten. Dies war af Pukes letzter militärische Einsatz, den zwei Jahre später nahm er vom Kriegsdienst abschied, nur ein Jahr vor seinem Tod.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. März 2018

Die Textilkünstlerin Hannah Ryggen

Hannah Ryggen kam am 21. März 1894 als Hannah Jönsson als Tochter eines Werkstattarbeiters in Malmö zur Welt und hatte sehr früh die Neigung zu einer künstlerischen Karriere, entschied sich dann jedoch für einen soliden Beruf und wurde mit 19 Jahren Lehrerin in Lund und dann in Malmö. Während dieser Zeit nahm Ryggen jedoch auch Privatunterricht im Zeichnen und Malen, unter anderem bei Fredik Krebs, der in Lund sein Atelier hatte. Im Jahr 1922 erhielt Ryggen ein Stipendium für ihre künstlerische Leistung, das sie für eine Studienreise durch Europa nutzte. Bereits in Dresden lernte sie dann den norwegischen Künstler Hans Ryggen kennen, heiratet ihn noch im gleichen Jahr und zog dann 1924 nach Norwegen.

Auch wenn das Künstlerpaar unter extrem einfachen Verhältnissen wohnte und arbeitete, war Hannah Ryggen sowohl in der Arbeiterbewegung Norwegens engagiert als auch in der Frauenbewegung Skandinaviens. Neben der eigenen künstlerischen Aktivität gab Ryggen auch Web- und Pflanzenfärbekurse in ihrer Umgebung um die Bevölkerung für die Kunst zu öffnen. Ab Ende der 30er Jahre hatte Ryggen auch immer mehr Ausstellungen, wobei sie 1937 an der Weltausstellung in Paris und 1939 an jener in New York teilnahm, dem Jahr, in dem sie als Textilkünstlerin ihren großen Durchbruch hatte.

Die Werke Hannah Ryggens sind nicht nur künstlerische Meisterwerke, sondern auch politische Manifeste, die die antifaschistische, antimilitaristische und feministische Einstellung der Künstlerin ausdrücken. Trotz dieser Aussagen konnte Ryggen auch während des Zweiten Weltkriegs im von Hitler besetzten Norwegen weiterarbeiten, auch wenn der Ehemann 1944 als Widerstandskämpfer und Waffenschmuggler festgenommen wurde. Hannah Ryggen, die am 2. Februar 1970 in Trondheim starb, hinterließ die Mehrheit ihrer Werke Museen, hinterließ jedoch auch ein unvollendetes gewebtes Selbstportrait, das noch im Rahmen festgespannt war.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1940: Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. Januar 2018

Der Regierungsbeamte Axel von Rosen

Axel von Rosen kam am 28. Januar 1773 als Sohn eines Regierungspräsidenten in Bogesund zur Welt und erhielt daher über Privatlehrer eine gute Ausbildung, die ihm den Weg zum Beamten öffnen sollte. Aber auch wenn von Rosen dann vom schwedischen Hof angestellt wurde, so interessierte er sich in seinen jungen Jahren mehr für den Kriegsdienst und nahm von 1788 bis 1790 am Krieg gegen Russland teil. Diese Entscheidung sollte sich als sehr positiv erweisen, denn bereits 1805 wurde er dann zum Vice-Regierungspräsidenten der Region Karlstad ernannt, um nur drei Jahre später das Amt ganz zu übernehmen.

Als Regierungspräsident setzte er alle Möglichkeiten ein um ab 1808 die schwedischen Truppen während des Krieges gegen Norwegen zu versorgen, wurde dann jedoch während des Staatsstreichs 1809, als Gustav IV. Adolf vom Thron verstoßen wurde, von Einheiten des Värmlands, die mehr auf norwegischer Seite standen, festgenommen. In der Hoffnung Axel von Rosen ruhig zu stellen, wurde er noch im gleichen Jahr als Regierungspräsident nach Göteborg versetzt. Aber auch diese Versetzung hielt den Politiker nicht davon ab seinen eigenen Ideen zu folgen.

Auch wenn Schweden nun dem Kontinentalsystem angeschlossen war und daher keinen Handel mehr mit Großbritannien führen durfte, führte Axel von Rosen weiterhin heimliche Kontakte mit Großbritannien und hinterging die Verbote Napoleons, nach dem nicht einmal mehr ein Brief unkontrolliert ins Feindesland geraten sollte. Von Rosen gelang es dennoch diese Verbindungen bis zum Friedensschluss im Jahr 1813 aufrecht zu halten. Nach dem Frieden in Kiel von 1814 sollte von Rosen Gouverneur der Region Trondheim werden, konnte jedoch seine Dienststelle auf Grund des norwegischen Aufstands nicht mehr antreten. Axel von Rosen wurde daraufhin als Gouverneur im von Schweden besetzten südlichen Norwegens eingesetzt, bis er als Regierungspräsident zurück nach Göteborg kam. Der Politiker starb am 25. Oktober 1834 im Alter von 61 Jahren in Göteborg.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
28. Januar 1859: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
28. Januar 1929: Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts
28. Januar 1938: Der Biochemiker und Nobelpreisträger Tomas Lindahl
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants
28. Januar 2006: Das Schlittschuhunglück bei Ridö im Mälaren 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. November 2016

Die schwedische Graveurin Lea Ahlborn

Lea Ahlborn, geborene Lundgren, starb am 13. November 1897 und gilt als eine der bedeutendsten Münzgraveurinnen Schwedens, die sich allerdings nicht nur durch ihr hohes Können auszeichnete und zahlreiche Auszeichnungen für ihre Arbeiten erhielt, sondern auch eine wichtige Rolle in der Frauenbewegung Schwedens spielte, denn Ahlborn war die erste Frau Schwedens, die vom Staat angestellt wurde, sich trotz des enormen männlichen Widerstand in ihrem Beruf behaupten konnte und in Fragen ihrer Pension sämtliche staatlichen Instanzen in Bewegung setzte, da die Frage auftauchte ob eine Frau nach der Pension die gleiche Rente erhalten solle wie ein Mann, die Hälfte der Summe, oder aber gar keine Rente erhalten solle. Leider wurde die Frage nie geklärt, da Lea Ahlborn bis zu ihrem Tod  weiterarbeitete.

Lea Ahlbom kam am 18. Februar 1826 als Tochter des Münzgraveurs Ludvig Lundgren zur Welt und interessierte sich sehr früh für die Arbeit des Vaters. Als Ahlborn 23 Jahre alt war, gelang es ihr, gemeinsam mit drei anderen Frauen eine Sondergenehmigung zu erhalten um an der Kunstakademie studieren zu können. Zwei Jahre später unternahm die Münzgraveurin eine Studienreise nach Frankreich um sich dort insbesondere der dortigen Münz- und Medaillengravur zu widmen. Zurück in Schweden wurde Lea Ahlborn 1855 beim Königlichen Münzamt angestellt und war damit die erste Frau Schwedens die in den Staatsdienst aufgenommen wurde. Noch im gleichen Jahr wurde Ahlborn dann auch als Mitglied in der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen.

Lea Ahlborn war indes nicht nur für alle Münzen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schweden entstanden, verantwortlich, sonder gravierte auch rund 400 Stempel für die Herstellung von Medaillen der verschiedenen Akademien des Landes. Auf Grund ihrer enormen Fähigkeiten wurde Ahlborn dann auch damit beauftagt die Stempel für die norwegischen Goldmünzen und die ersten Münzen Finnlands zu schaffen. Als besondere Auszeichnung wird betrachtet, dass Ahlborn für die Medaille George Washingtons zum 100. Jubiläum des Staatsmannes und für jene von Columbus und dem 400. Jubiläum der Entdeckung Amerikas verantwortlich war, da man Ahlborn in jener Zeit in den USA für die geschickteste Graveurin weltweit hielt. Im Länsmuseum des Västra Norrland in Härnösand findet man rund 30 Münzen Ahlborns, die aus den Jahren 1855 bis 1896 stammen.


13. November 1748: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule
13. November 1782: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1884: Der Schauspieler und Liedertextschreiber Johan Jolin
13. November 1918: Werner Aspenström und die Poesie der 40er Jahre
13. November 1931: Der Vatertag in Schweden
13. November 1951: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. November 2016

Die Tösse Kirche in Åmål

Auch wenn man in und bei Åmål heute mehrere Kirchen finden kann, so nimmt die Tösse Kirche, genau genommen beide Tösse Kirchen, eine besondere Rolle in der Stadt ein. Die ältere Kirche wurde bereits im 13. Jahrhundert im romanischen Stil gebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen weitgehend im Jahre 1741. Bereits 1812 ließ man dann jedoch diese Kirche verfallen und sie ging in Privateigentum über. Erst 1931 kam das Gebäude zurück zur Versammlung und 1961 wurde sie erneut eingeweiht um dort auch Gottesdienste feiern zu können. Ihre historische Bedeutung innerhalb Åmåls bekam die alte Tösse Kyrka allerdings dadurch nicht zurück.

Bevor die neue Tösse Kirche am 5. November 1848 eingeweiht werden konnte, wurde der Gottesdienst für die Kirchenversammlung in der nahen Tydje Kyrka abgehalten. Die neue Tösse Kyrka erhielt eine Basis aus Naturstein und wurde vom Architekten Carl Salin im neoklassischen Stil gebaut, im Grunde auch viel zu groß für die Kirchengemeinde, denn ganz Åmål hatte um jene Zeit nur etwas über 10.000 Einwohner und Tösse liegt rund einen Kilometer vom Zentrum entfernt und war im 19. Jahrhundert nur ein relativ kleines Kirchdorf. Während das Gesamtgebäude der Tösse Kirche seinen ursprünglichen Aspekt seit 1848 behalten hat, wurde der Innenraum bei späteren Renovierungsarbeiten zum Teil verändert und erhielt insbesondere eine völlig neue Farbgebung, die einen Bruch zur Neuklassik darstellt.

Den wahren Schatz der Tösse Kirche bilden der Taufstein und eine der Kirchenglocken, die beide noch von der mittelalterlichen Kirche stammen, wobei der Taufstein aus Speckstein doppelt interessant ist, den er entspricht der norwegischen Form und ist noch ein Zeichen der früheren engen kulturellen Verbundenheit dieser Gegend mit Norwegen. Die Kanzel der Kirche geht bis zum Jahr 1849 zurück und entspricht mit seinen vergoldeten Reliefs dem neoklassischen Stil der Kirche. Die alte Orgel des Jahres 1867 ist heute leider hinter der neuen Orgel versteckt und spielt, trotz ihrer historischen Bedeutung, keine größere Rolle mehr. Im älteren Teil des Friedhofs kann man auch noch ein geschmiedetes Grabkreuz entdecken das als Kulturerbe des Dalslands gilt.


5. November 1818: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
5. November 1829: Die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg
5. November 1879: Die Guttempler-Loge Schwedens wird in Göteborg gegründet
5. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
5. November 1921: Gustaf Fredrikson, vom Schauspieler zum Theaterdirektor
5. November 1932: Sonora, das schwedische Label für Schallplatten

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Juni 2016

Der politische Journalist Johan Abraham Björklund

John Abraham Björklund kam am 28. Juni 1844 in Uppsala zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1863 an der Universität Uppsala. Im Jahre 1872, nach Abschluss des Studiums, wurde Björklund unmittelbar beim Stockholms Dagblad angestellt, wechselte jedoch noch im gleichen Jahr zur Nya Dagligt Allehanda, bei der er 1891 Chefredakteur wurde und daher für den gesamten Inhalt der Zeitung verantwortlich war, was bedeutete, dass er den Zeitungsinhalt nahezu vollkommen seinen persönlichen politischen Ideen anpasste.

Johan Abraham Björklund gehörte als Journalist der konservativsten politischen Gruppe an, was bereits gegen 1890 dazu führte, dass er nahezu der einzige Journalist war, der in Zollfragen die Position der Regierung verbreitete, die die Steuern für gemahlenes und ungemahlenes Getreide neu festlegen wollte um damit eine Politik des Protektionismus durchzusetzen, was, mit geringfügigen Änderungen, dann auch glückte. Weniger Erfolg hatte Björklund jedoch mit seinem Kampf gegen die Unabhängigkeit Norwegens, die er durch den Vorschlag von Kompromissen verhindern wollte. Allerdings wechselte Björklund im Jahre 1906 auch seinen Arbeitsplatz und wurde Direktor der Presseagentur Svenska Telegrambyrån und hatte neue Aufgaben erhalten.

Der Journalist Johan Abraham Björklund spielte als Chefredakteur der Nya Dagligt Allehanda ein bedeutende Rolle in der Politik Schwedens, da die Zeitung während der nationalromantischen Bewegung das traditionelle Schweden hervorhob und daher eine sehr breite Leserschicht anzog, wobei er dabei allerdings auch für die Zukunft Schwedens arbeitete, denn er stützte bedeutend den Bau von Eisenbahnlinien und die Kommunikation innerhalb Schwedens, da er dabei ein geeintes Schweden sah, das sich jedoch stark auf Stockholm konzentrierte.


28. Juni 1588: Ritter Peder Banér, Reichsrat und Kammerherr
28. Juni 1791: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
28. Juni 1824: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd
28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. Juli 2015

Der schwedische Künstler Axel Otto Mörner

Graf Axel Otto Mörner kam am 8. Juli 1774 als Sohn eines Offiziers in Eksjö im Småland zur Welt und wurde daher bereits in jüngsten Jahren auf eine militärische Karriere vorbereitet. Seine tatsächliche militärische Laufbahn begann dann jedoch im Alter von 18 Jahren, wobei er in den ersten Jahren teilweise am Hof beschäftigt wurde, teilweise jedoch auch bei Außeneinsätzen beschäftigt wurde. Seinen ersten kriegerischen Einsatz an der Front machte Mörner jedoch erst 1808 an der Westfront. Mörner wurde in diesem Zusammenhang von den Norwegern gefangen genommen, hatte jedoch das Glück mit allen Ehren auf einem Gut untergebracht zu werden

Während seiner Gefangenschaft auf dem Ulefos Hovedgaard dankte Axel Otto Mörner seinen „Gastgebern“ auf eine besondere Weise, denn als ausgezeichneter Maler wandte er seine Kenntnisse dafür an den großen Saal des Gutes zu dekorieren. Auch wenn Mörner nach seiner Freilassung ein Jahr später seine militärische Karriere in Schweden fortsetzte, so blieb er nun, wenn auch nur in seiner Freizeit, der Kunst treu. Seine romantischen Landschaftsgemälde überzeugten auch Karl XIV. Johan, der den Künstler damit beauftragte den Speisesaal des Schlosses Rosersberg zu dekorieren. Einige der interessantesten Gemälde Mörners sind heute auch im Nationalmuseum in Stockholm zu entdecken.

Neben diesen beiden Karrieren machte Axel Otto Mörner auch noch eine relativ kurze politische Karriere, denn 1840 wurde er vom König als Staatsrat eingesetzt und erhielt dabei die Aufgabe einen Plan für die Landesverteidigung auszuarbeiten. Mörner setzte zwar noch ein Komitee ein, das ein entsprechendes Projekt ausarbeiten sollte, aber das Ergebnis war sehr bescheiden. Da Mörner sich als Politiker nicht in seinem Element fühlte, reichte er bereits drei Jahre später sein Abschiedsgesuch beim König ein und zog sich erst auf sein Gut zurück um jedoch 1850 nach Eksjö zu ziehen, wo er am 20. Oktober 1852 im Alter von 78 Jahren starb.


8. Juli 1319: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
8. Juli 1319: Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König
8. Juli 1319: Magnus Erikssons Weg nach Russland
8. Juli 1679: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens
8. Juli 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
8. Juli 1859: Oscar I., König von Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 15. März 2015

Der schwedische Ministerpräsident Johan Olof Ramstedt

Als Johan Olof Ramstadt am 15. März 1935 starb, konnte er zwar auf ein sehr aktives politisches Leben zurückblicken, musste jedoch auch sein Scheitern als Ministerpräsident Schwedens sehen, ein Amt, das er nicht einmal vier Monate lang inne hatte. Wie mehrere Spitzenpolitiker jener Epoche stolperte auch Ramstedt über Probleme der schwedisch-norwegischen Union, da Schweden über die Union bestimmen wollte ohne die norwegische Einstellung zur Union ernsthaft zu beleuchten. Es war daher logisch, dass auch die Verhandlungen Ramstedts scheitern mussten.

Johan Olof Ramstedt kam am 7. November 1852 im sehr gehobenen Bürgerstand Stockholms zur Welt, machte 1869 seine Hochschulreife und studierte anschließend Jura an der Universität Uppsala, legte dort jedoch auch das Kanzleiexamen ab um in die staatliche Laufbahn eintreten zu können. Anschließend machte Ramstedt als Jurist Karriere und wurde 1896 zum Expeditionschef des Justizministeriums ernannt. Als Erik Gustaf Boström dann Ministerpräsident Schwedens wurde, ernannte dieser Ramstedt zum beratenden Staatsrat, was wiederum dazu führte, dass der Politiker zeitweise auch das Amt des Außenministers einnahm.

Als Boström dann jedoch 1905 auf Grund der unlösbaren Probleme mit der schwedisch-norwegischen Union von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktrat, schien Johan Olof Ramstedt der einzige Politiker zu sein, der das Problem lösen konnte ohne dass Schweden das Gesicht verlor, denn Ramstedt hatte sehr gute Kontakte zu den führenden Politikern Norwegens und er er hatte ein gutes Verhältnis zum Kronprinzen, dem späteren Gustav V., auch wenn er die Meinung des Kronprinzen in den Unionsfragen nicht in voller Linie teilte. Der Plan Ramstedts die Union auf eine elegante Weise aufzulösen, scheiterte jedoch am geheimen Ausschuss, der vom ultrakonservativen Christian Lundeberg geleitet wurde und die Regierung zum Sturz brachte, mit der berechtigten Hoffnung anschließend selbst zum Ministerpräsidenten ernannt zu werden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Mittwoch, 11. Februar 2015

Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström

Erik Gustaf Boström kam am 11. Februar 1842 als Sohn eines Politikers und Rechtsgelehrten in Stockholm zur Welt, besuchte nach Privatunterricht von Kristian Claëson die Kathedralschule in Uppsala und begann 1861 ein Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1863 abbrechen musste um das Gut der Mutter zu leiten. Was zu dieser Zeit in gehobenen Kreisen noch häufig war, so kaufte sich Boström auch vom Militärdienst frei, begann sich jedoch unmittelbar politisch zu engagieren und wurde bereits 1870 in die Regionalregierung Stockholms gewählt. Nur fünf Jahre später machte Boström dann auch seinen Eintritt im Reichstag, dem Parlament.

Als Erik Gustaf Boström am 10. Juli 1891 zum Ministerpräsidenten ernannt wurde, so hatte er weder die dafür übliche akademische Ausbildung, noch aber Erfahrung, jedoch die Unterstützung von Oscar II., was Boström weitaus mehr Möglichkeiten und Macht bot als seine Vorgänger hatten. Einer der wichtigsten Punkte während seiner ersten Regierungszeit, die im Jahre 1900 endete, war die Frage nach dem allgemeinen Wahlrecht. Boström weigerte sich sogar die Delegation des Volksreichstags zu empfangen, mit der Aussage, dass nur das Parlament Gesetze erlassen kann und daher ein Volksreichstag für ihn nicht existiert und das Wahlrecht nicht auf diese Weise diskutiert werden kann. Auch in Verteidigungsfragen konnte sich Boström durchsetzen, denn obwohl die Zweite Kammer mehrheitlich nein zu einer Festung in Boden sagte, gelang es ihm diesen Plan durchzuführen und schon 1901 wurde mit dem Bau der Festung begonnen.

Bereits am 5. Juli 1902 wurde Erik Gustaf Boström erneut zum Ministerpräsidenten ernannt, da man der Meinung war, dass nur er die Probleme mit dem Wahlrecht und dem Selbständigkeitsbestreben Norwegens lösen könne. Aber auch wenn Boström einen Kompromissvorschlag zur Änderung des Wahlrechts vorlegte, so zeigte sich, dass sein Vorschlag von der Ersten Kammer abgelehnt wurde, weil diese den Parlamentarismus vollkommen ablehnte und die Sozialdemokraten waren der Meinung, dass ihnen Boström nicht genügend Rechte zubilligen wolle. Trotz des Versagens konnte Boström noch bis 1905 an der Macht bleiben, denn erst als er den Zusammenbruch der schwedisch-norwegischen Union nicht aufhalten konnte, gab sich Boström besiegt und dankte ab. Selbst Oscar II. gelang es nicht Boström vom Rücktritt abzuhalten.


11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden 
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen

Als sich Schweden im Jahre 1813 entschied während des Krieges gegen Napoleon seinen Nachbarn Dänemark anzugreifen, das auf der Seite Napoleons kämpfte, sollte der schwedische Thronfolger Karl Johan (Karl XIV. Johan) die Geschichte des Nordens grundsätzlich ändern, denn der schnelle Sieg gegen die dänische Armee zwang den Gegner beim Kieler Frieden am 14. Januar 1814 seine Union mit Norwegen aufzugeben und Norwegen an Schweden abzugeben, was zum Beginn der schwedisch-norwegischen Union wurde, die erst 1905 wieder zu Ende ging.

Nach dem Friedensvertrag in Kiel, der für Dänemark finanziell von großem Vorteil war, sollte vor allem Norwegen, gegen eine entsprechende Entschädigung, für immer an Schweden fallen. Aber auch wenn der schwedische König nach diesem Vertrag Norwegen vorstehen sollte, so sah der Friedensvertrag auch vor dass Norwegen zahlreiche Privilegien erhalten solle und über seine eigenen Gesetze verfügen dürfe. Schweden wollte auf diese Weise ein relativ selbständiges Norwegen schaffen, das sich dadurch jedoch verpflichtet dazu fühlte seinem Partner Schweden Dankbarkeit zu zeigen.

Aber auch wenn der Kieler Frieden bereits am 14. Januar unterzeichnet wurde und anschließend erst in Stockholm und am 7. Februar 1814 auch in Kopenhagen nochmals bestätigt wurde, so konnte der Vertrag erst am 7. August des gleichen Jahres endgültig als abgeschlossen gelten, denn der dänische Stadthalter Christian Fredrik wollte Norwegen nicht an Schweden abtreten und erreichte es sogar dort zum König gekrönt zu werden. Erst nachdem Schweden am 26. Juli 1814 auch Norwegen angegriffen hatte und nach wenigen Tagen besiegt hatte, konnten die Bedingungen des Friedensvertrages endgültig in Kraft treten.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker 
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln 
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens 
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 26. Oktober 2014

In Karlstad endet die Union zwischen Schweden und Norwegen

Die Auflösung der schwedisch-norwegischen Union im Jahre 1905 war die Folge einer jahrelangen Auseinandersetzung zwischen den beiden Ländern, denn Norwegen forderte eine höhere Selbständigkeit und der schwedische König wollte weiterhin über Norwegen entscheiden. Dass es jedoch 1905 zum endgültigen Bruch kam, war eine Falscheinschätzung von Oscar II., denn dieser hatte die Pflicht eine Regierung in Norwegen einzusetzen, was ihm nach dem Rücktritt des gesamten dortigen Parlaments jedoch nicht mehr gelang. Mit diesem Problem hatte er die Macht über Norwegen verloren und war gezwungen sich an den Verhandlungstisch zu setzen und Norwegen die Unabhängigkeit zu genehmigen.

Da Schweden die Auflösung der schwedisch-norwegischen Union mit klaren Regeln für die Zukunft durchführen wollte, kam es zur sogenannten Konferenz in Karlstad, die sich vom 31. August bis zum 23. September 1905 hinzog, da die beiden Länder in ihren Forderungen sehr weit voneinander entfernt waren. Eines der größten Probleme war die Forderung Schwedens, dass Norwegen sämtliche Grenzbefestigungen abreißen und das Grenzgebiet zu einer neutralen Zone erklärt werden müsse, eine Entscheidung, die in Karlstad letztendlich auch entschieden wurde, aber erst am 27. Januar 1993 durch neue Verträge zwischen den beiden Ländern der Gegenwart angepasst wurden.

Als Schweden und Norwegen dann am 26. Oktober 1905 den Vertrag von Karlstadt unterzeichneten, so fand man nicht nur die Regelungen hinsichtlich der Grenzbefestigungen aufgenommen, sondern die Samen durften sich mit ihren Rentieren auf beiden Seiten aufhalten und dort weiden und sämtliche Grenzwasserläufe durften von beiden Seiten genutzt werden. Selbst als der gemeinsame Vertrag dann unterzeichnet werden sollte, kam es noch zu einer Panne, denn der norwegische Ministerpräsident Christian Michelsen hatte sein Sigel in Kristiania, dem heutigen Oslo, vergessen und musste sich daher das Sigel des Bürgermeisters von Karlstad leihen da dieser, glücklicherweise, die selben Initialen hatte als das Sigel des Ministerpräsidenten.


26. Oktober 1694: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman
26. Oktober 1862: Die Künstlerin und Anthroposophin Hilma af Klint
26. Oktober 1900: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
26. Oktober 1900: Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. September 2014

Die Seeschlacht bei Svolder, der bekannteste Kampf der Wikinger

Die Seeschlacht bei Svolder ist die am besten dokumentierte Schlacht der Wikinger, auch wenn sich die Aufzeichnungen zum Teil widersprechen, der Tag und der Ort der Schlacht nicht eindeutig bekannt sind und selbst der Anlass in gewissen Punkten sehr unterschiedlich geschildert wird. Geschichtswissenschaftler, die noch heute an den verschiedenen Theorien arbeiten, legen die Schlacht jrdoch mehrheitlich auf den 9. September 1000, können jedoch nach wie vor nicht sagen ob sich die Ereignisse eher bei Rügen, im Öresund oder aber bei Sjæland abspielten.

Einig ist man sich jedoch darüber dass die Schlacht tatsächlich stattfand und sich zwischen Norwegen, Dänemark und Schweden abspielte.Die tatsächliche Ursache der Schlacht bei Svolder findet man vermutlich bei der rücksichtslosen Christianisierung des Nordens durch den norwegischen König Olav Tryggvason, der in diesem Zusammenhang auch Ländereien der Dänen und der Schweden eroberte. Als Tryggvason dann die Erbschaft seiner Frau Tyra in Pommern eintreiben wollte, sahen der dänische König Sven Tveskägg, der schwedische König Olof Skötkonung und der norwegische Jarl Erik Håkansson, der sich gegen die Machausdehnung Tryggvasons auflehnte, ihre Chance und bereitetem dem norwegischen Machthaber einen Hinterhalt.

Auf Grund der immensen Übermacht der Feinde hatte Olav Tryggvason keine Chance und konnte sich nur kurze Zeit verteidigen. Nach allen Überlieferungen wurde das Schiff des Königs als letztes der vermutlich elf Fahrzeuge geentert. Das Schicksal des Königs ist allerdings unbekannt, denn nach Notitzen von Adam von Bremen beging er Selbstmord, nach einigen Sagen verschwand er durch einen Blitz und die isländischen Sagen berichten davon, dass er sich schwimmend retten konnte. Die Folgen dieser Schlacht waren indes, dass Norwegen unter den drei siegenden Königen aufgeteilt wurde und die Geschichte Norwegens damit eine bedeutende Wende nahm. Da die Schlacht bei Svolder erst rund 200 Jahre nach dem Ereignis erstmals aufgezeichnet wurde, wird sie allerdings auch weiterhin ihre Rätsel aufgeben.


9. September 1566: Der schwedische Admiral Klas Horn
9. September 1861: Der Innere Hafen ändert die Zukunft Karlstads
9. September 1912: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte
9. September 1922: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
9. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
9. September 1962: Liza Marklund zwischen Politik und Kriminalroman
9. September 1962: Liza Marklund und die Revolte gegen die Buchlandschaft
9. September 1986: Die schwedische Liga der Maskierten

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Dezember 2013

Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals

Als Baltzar von Platen am 6. Dezember 1829 in Kristiania, dem heutigen Oslo, starb, war er weniger als militärischer Stratege bekannt, der er ursprünglich war, sondern in seiner Eigenschaft als Gründer des Göta Kanals, als Gründer der Stadt Motala und als einflussreicher Politiker, der eine große Bedeutung für die Schaffung der schwedisch-norwegischen Union hatte und die letzten Jahre seines Lebens Norwegen im Auftrag des Königs verwaltete.

Baltzar von Platen war, wie seine Vorgänger, in Deutschland geboren, auch wenn sein Vater bereits ab 1746 der schwedischen Krone diente. Mit 13 trat von Platen als Kadett in die Militärschule in Karlskrona ein und machte dort sehr schnell Karriere. Während des russischen Krieges geriet er in Gefangenschaft, was ihm jedoch nach seiner Rückkehr nach Schweden eher dienlich war, da er bei dieser Gelegenheit zum Kapitän ernannt wurde. Mit 34 Jahren nahm Baltzar von Platen jedoch Abschied vom Militärdienst um sich vor allem um seine Ländereien und Wälder zu kümmern.

Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab sich in das politische und wirtschaftliche Geschehen des Landes einzumischen, denn bereits 1801 wurde Baltzar von Platen in die Leitung des Unternehmens Trollhättan Kanal gewählt, was ihn auf die Idee brachte eine Verbindung zwischen Ostsee, Vättern und Vänern zu schaffen. Von Platen überstand dabei auch die Revolution von 1809 und konnte ein Jahr später mit dem Bau des Göta Kanals beginnen, den er mit Hilfe des englischen Kanalbauers Thomas Telford geplant hatte. Entlang des Kanals entstanden dann mehrere kleinere Werkstätten, unter anderem die AB Motala Verkstad, die sich wegen dem strategisch gut gewählten Standort sehr schnell in eine große Gemeinde verwandelte, 1823 die Handelsrechte erhielt, 1862 dann zur Handelsstadt mit Marktrechten wurde und 1881 zur Stadt aufstieg.


6. Dezember 1839: Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. November 2013

Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident

Johan Ramstedt wurde am 7. November 1852 in einer sehr wohlhabenden Familie in Stockholm geboren und begann im Jahre 1869 ein Studium an der Universität Uppsala, das er mit dem Kanzleiexamen abschloss, die Voraussetzung um damals in den gehobenen Staatsdienst einzutreten. Nach einigen Jahren am Landgericht wechselte Ramstedt 1876 in die politische Laufbahn über und wurde bereits am 5. Juli 1902 beratender Stadtrat und Außenminister unter dem Ministerpräsidenten Erik Gustaf Boström.

Als denn Boström im April 1905 sein Abschiedsgesuch einreichte, da er sich nicht in der Lage sah die Unionsprobleme mit Norwegen zu klären, schien auch die Karriere von Johan Ramstedt zu Ende. Als jedoch Kronprinz Gustav, der spätere König Gustav V., unter den Spitzenpolitikern Schwedens niemanden fand, der bereits war in dieser schwierigen Phase Ministerpräsident zu werden, tauchte der Name Ramstedt wieder auf, der in seiner etwas schwierigen Position nicht nein sagen konnte.

Gewissermaßen aus einer Notlage heraus wurde daher Johan Ramstedt am 13. April 1905 zum Ministerpräsident Schwedens ernannt. Auch wenn seine Kenntnisse über die schwedisch-norwegische Unionskrise ein Vorteil waren, so war er als konservativer Politiker sehr wenig geeignet das Eis zwischen den beiden Ländern zu brechen, zumal Ramstedt bei seinen Vorschlägen von den Vorrechten des mächtigen Schwedens ausging, was in Norwegen zu starker Kritik führte. Nach der Auflösung der schwedisch-norwegischen Union verlor Ramstedt dann am 2. August des gleichen Jahres auch sein Amt als Ministerpräsident, blieb anschließend jedoch im Staatsdienst um es dort noch bis zum Oberstadthalter zu schaffen.


7. November 1929: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna 
7. November 1938: Der Tag des Kladdkaka in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. August 2013

Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden

Als die Wahlberechtigten Norwegens am 13. August 1905 ihre Meinung zur Fortsetzung oder Auflösung des Union mit Schweden abgeben sollten, so wollte die norwegische Regierung Schweden nur zeigen, dass die Unabhängigkeitserklärung vom 7. Juni des Jahres keine isolierte Entscheidung der Regierung war, sondern die Entscheidung dem Willen des Volkes entsprach. Entsprechend war dann auch der Wahlausgang, denn nur 184 von insgesamt 368.208 wahlberechtigten Norwegern wollten die Union unter schwedischer Vorherrschaft fortsetzen.

Diese Entscheidung war erwartet, denn Schweden und Norwegen waren schon lange auseinander geglitten, denn Norwegen hatte sich zu einem wirtschaftlich starken Land entwickelt, das sich mit Schweden gleichgestellt sah. Oscar II. hatte zwar diese Entwicklung gesehen, aber er wollte Norwegen keine eigene politische Entscheidung gewähren und sah das Land mehr als Stütze bei eventuellen Auseinandersetzungen mit Russland als als gleichgestellter Partner. Als der schwedische König daher jeden Anspruch auf eine politische Mitentscheidung Norwegens ablehnte, hatte er ganz Norwegen gegen sich aufgebracht, selbst jene, die im Grunde für eine Union waren, jedoch unter neuen Voraussetzungen.

Das einseitige Beenden der schwedisch-norwegischen Union, nachträglich gerechtfertigt durch die Volksentscheid, führte zu einer Aufrüstung in beiden Ländern, da ein Krieg nicht ausgeschlossen schien. Erst als im August und Oktober 1905 die Verhandlungen in Karlstad zeigten, dass es sich lediglich um eine politische Trennung handelte, kam es am 26. Oktober zu einem Vertrag mit dem Schweden die Unabhängigkeit Norwegens anerkannte. Diese Verhandlungen waren auch die Basis für die enge Zusammenarbeit beider Länder, die noch heute herrscht.


13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina 
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Freitag, 26. Juli 2013

Der letzte Krieg Schwedens, ein Feldzug gegen Norwegen

Nach den Kriegen Napoleons gehörte die Union Dänemark-Norwegen zu den Verlierern und als am 14. Januar 1814 beim Frieden in Kiel entschieden wurde, dass Norwegen in Zukunft zu Schweden gehören solle, entschieden sich die Norweger für die Unabhängigkeit und unterzeichneten am 17. Mai 1814 die norwegische Konvention, was auf schwedischer Seite mit großem Unwillen aufgenommen wurde, denn ein unabhängiges Norwegen kam für Karl XIII. nicht in Frage.

Der Widerstand der Norweger führte daher am 26. Juli 1814 zum letzten schwedischen Krieg, der vom neu ernannten Thronfolger Jean Baptiste Bernadotte gleitet wurde, der nicht nur eine gut ausgerüstete und starke Armee unter sich hatte, sondern als ehemaliger General Napoleons auch ein sehr erfahrener Feldherr war. Dieser Krieg sollte bereits am 14. August wieder zu Ende gehen als das schwedische Heer bereits von der norwegischen Hauptstadt Kristiania stand. Die Norweger wollten ihre Hauptstadt nicht zerstört sehen und gingen daher einen Friedensvertrag mit Schweden ein.

Die Konvention in Moss am 14. August 1814 war die Basis für die schwedisch-norwegische Union die nach einer Änderung des norwegischen Grundgesetzes im November des gleichen Jahres und den Reichsakten im folgenden Jahr bis zum Jahre 1905 fortsetzen sollte und im Grunde nur eine Kompromisslösung war, da die Norweger sich bei diesem Abkommen den Schweden nicht vollständig unterwerfen mussten und Norwegen für Schweden auch kein Ersatz für das verlorene Finnland darstellte. Der Gewinner war indes Jean Baptiste Bernadotte, der spätere König Karl XIV Johan, der erste König der heutigen Königslinie, da er durch diesen Sieg das schwedische Reich ausgedehnt hatte und dabei seine Stärke zeigte.


26. Juli 1829: Der Bellmansdagen in Schweden 
26. Juli 1919: Bienenhaltung, Imkerverband und Honig in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Juni 2013

König Karl XIII. von Schweden

Auch wenn Karl XIII. nicht der direkte Thronfolger des Königs Adolf Fredrik war, so wurde er nach der Ermordung seines Bruders und nach der Landesverweisung dessen Sohnes am 29. Juni 1809 dennoch in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und war vorher bereits 85 Tage lang der Reichsvorstand des Landes gewesen. Im Jahre 1814 wurde Karl XIII., unter dem Namen Karl II., auch zusätzlich König von Norwegen. Der König behielt beide Kronen bis zu seinem Tod am 5. Februar 1818.

Karl XIII. war im Grunde jedoch nur ein vorübergehender Notkönig, der zudem gezwungen wurde den dänischen Prinzen Kristian August zu adoptieren und damit zum Nachfolger zu machen. Als Kristian August 1810 an einem Schlaganfall starb, sprach man sofort von Giftmord, was unter anderem zum Mord an Axel von Fersen führte und Karl XIII. dazu zwang, unter Empfehlung von Kaiser Napoleon I., einen anderen Nachfolger zu bestimmen. Karl XIII. musste daher den Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte (später Karl XIV. Johan) adoptieren, den ersten Bernadotte der heutigen Königslinie.

Während Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, bereits vor der Adoption von Jean Baptiste Bernadotte nur sehr wenig Macht hatte, so übernahm sein Adoptivsohn bereits ab 1812 sämtliche Amtsgeschäfte und der König war in seinem Land nur noch eine Marionette. Da Karl Johan im Jahre 1814 Norwegen zu einer Union mit Schweden gezwungen hatte, was Karl XIII. offiziell auf den norwegischen Thron brachte, hatte der zukünftige König von Beginn an eine sehr starke Position in Schweden und ihm wurde sogar verziehen, dass er Finnland nicht wieder aus den russischen Fängen befreit hatte.


29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Am 31. Oktober 2006 wurde der Umskalstunneln an der Grenze zwischen Schweden und Norwegen eröffnet und damit eines der größten Verkehrsprobleme der E12 beseitigt. Der Tunnel erhielt seinen Namen nach dem Berg Umskalet und sollte den Teil der Strecke ersetzen, der jeden Winter auf Grund der Wettersituation eine längere Zeit lang unpassierbar war oder aber nur einen sehr zähen Verkehrsfluss zuließ.

Das Jahr bevor der Umskalstunneln eröffnet wurde, war die Strecke 18 Tage lang vollständig geschlossen, zusätzlich weitere 20 Nächte gesperrt und während 28 Tage konnten sich die Fahrzeuge nur in langen Schlangen über den Berg ziehen. Da es sich jedoch um die einzige Verbindung zwischen Norwegen und Schweden in dieser Gegend handelt, ist der Tunnel nicht nur für Autos gedacht, sondern auch für Fußgänger und Fahrräder.

Der Umskalstunneln ist insgesamt 3670 Meter lang, wobei rund drei Kilometer auf norwegischer Seite liegen. Die E12 beginnt im norwegischen Rana, ist insgesamt 910 Kilometer lang und führt dem Umeälven entlang durch Schweden und geht dann mit der Fähre ins finnländische Vasa, von wo aus die E12 dann bis nach Helsingfors (Helsinki) führt. Der Bau dieses Tunnels, an dem sehr bald Baufehler festgestellt wurden, kostete rund 240 Millionen Kronen.


31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. September 2012

Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen

Am 14. September 1933 wurde der schwedische Flugzeugträger HMS Gotland in Göteborg zu Wasser gelassen, genau ein Jahr bevor das Fahrzeug geliefert wurde und zum Einsatz kam. Das Deck des Flugzeugkreuzer war für bis zu acht Flugzeugen geplant, die mit Hilfe eines mit Druckluft betriebenen Katapults gestartet wurden. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, gehörte die HMS Gotland zu den modernsten Kriegsschiffen, die in Europa zum Einsatz kamen.

Als der Zweite Weltkrieg dann tatsächlich ausbrach, war die Gotland der einzige für Kriegsfälle vorbereitete Kreuzer Schwedens. Als jedoch am 9. April 1940 die deutsche Invasion von Dänemark und Norwegen einsetzte, war der Flugzeugträger gerade zu einer Wartung in der Werft in Stockholm, also weit entfernt vom Schauplatz. Als die HMS Gotland dann jedoch im Mai 1941 die deutschen Kreuzer Bismarck und Prinz Eugen auf dem Weg nach Norwegen entdeckte, beobachteten sie die beiden Kreuzer aus sicherer Entfernung und informierten davon auch die britische Marine, was letztendlich dazu führte, das die Bismarck versenkt wurde.

Obwohl die HMS Gotland erst 1934 eingesetzt wurde, schritt die militärische Entwicklung so schnell voran, dass der Flugzeugträger und insbesondere die auf ihm stationierten Flugzeuge bereits 1944 vollkommen unmodern waren. Ab dieser Zeit wurden dann bei Fahrten des Schiffes keinerlei Flugzeuge mehr mitgeführt und der Flugzeugträger wurde nur noch für lange Reisen und die Ausbildung von Kadetten eingesetzt. Ab 1956 war die Gotland nur noch in Bereitschaft und am 1. Juli 1960 wurde sie ausrangiert. Bereits 1962 wurde das Schiff in Ystad verschrottet.


14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. September 2012

Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht

Nach geschichtlichen Dokumenten starb Håkan Magnusson am 11. September 1380, ein König, der in Schweden gerade einmal eine Regierungszeit von zwei Jahren nachweisen kann. Allerdings ist nicht sicher, ob er nicht in Wirklichkeit die Macht in Schweden mit seinem Vater teilen musste, da Magnus Eriksson in dieser Zeit noch sehr aktiv in Schweden war, unabhängig davon, dass sein Sohn offiziell zum König gewählt worden war.

Die Macht des Königs Håkan Magnusson stand allerdings auf sehr wackeligen Beinen, so dass man seine Wahl eigentlich als Notlösung gesehen werden muss. Da Håkan Magnusson gleichzeitig König von Norwegen war, waren ihm die Belange Schwedens weitgehend unbekannt oder sie interessierten ihn nicht, denn dass er sich 1359 mit Margareta, der Tochter Valdemar Atterdags verlobt hatte, der Skåne im Jahre 1360 erobert hatte, war bereits ein grundlegendes Problem, zumal er die Verlobung im Laufe der Konflikte aufgelöst hatte und damit zeigte, dass er kein diplomatisches Gefühl hatte.

Aber Håkan Magnusson gelang es seine Probleme in Schweden noch zu vergrößern, denn er verlobte sich nahezu unmittelbar mit Elisabet von Holstein, die von Atterdag auf der Reise nach Schweden gefangen genommen wurde. Nach Friedensverhandlungen mit Dänemark musste er nun die neue Verlobung brechen und doch Margareta heiraten, eine Voraussetzung um Skåne zurück zu gewinnen. Diese Handlung brachte ihm die Feindschaft von Albrecht von Mecklenburg, der nun die Chance sah den schwedischen Thron zu erobern. Unterstützt wurde dieser von der Heiligen Birgitta, die ohnehin unzufrieden mit Håkan Magnusson und Magnus Eriksson war und einen absolut gläubigen Katholiken auf dem Thron sehen wollte. Das Ergebnis war, dass Håkan bereits 1364 zu Gunsten von Albrecht als König abgesetzt wurde.


11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert 
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin