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Samstag, 11. Februar 2017

Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens

Ebba Busch Thor, eigentlich Ebba-Elisabeth Busch, geborene Busch-Christensen, kam am 11. Februar 1987 als Tochter eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Gamla Uppsala zur Welt und besuchte erst die extrem konservative Grundschule Livets Ord, die von der Schulinspektion häufig kritisiert wurde weil man dort den blinden Religionsglauben ins Zentrum setzt. Anschließend besuchte Busch Thor die renommierte Kathedralschule in Uppsala, wo sie auch die Hochschulreife ablegte. Da Busch Thor nur in der Politik eine Zukunft sah, schrieb sie sich nach der Hochschulreife an der Universität Uppsala für Friedens- und Konfliktwissenschaft ein, ohne jedoch das Studium abzuschließen.

Der Lebenslauf von Ebba Busch Thor ist kaum nachzuvollziehen, da sie in ihren Erzählungen immer wieder Lücken lässt. Sicher ist jedoch dass sie beim Europapolitiker Kars Wohlin ein Praktikum machte und vor den Wahlen des Jahres 2010 als politische PR-Beraterin arbeitete. Mit einem klaren Ziel in Augen nutzte die Politikerin jede Schwäche ihrer „Gegner“ zu ihren Gunsten und machte sich sehr früh bei den Christdemokraten Schwedens einen Namen. Von 2008 bis 2011 war Busch Thor Vorsitzende des Jugendverbands der Partei und 2010 wurde sie, nach einer gezielten Aktion gegen den damaligen Vorsitzenden, und dank eines Bloggs, die jüngste gewählte Christdemokratin im Wahlkreis Uppsala.

Ab dieser Zeit strebte Ebba Busch Thor auch den Vorsitz der Partei an und hatte eine klare Strategie, die es ihr ermöglichte, zumindest indirekt, den Parteivorsitzenden Göran Hägglund zum Rücktritt zu bringen und 2015 selbst an die Spitze der Kristdemokraterna zu gelangen. Nachdem bereits Hägglund mit seiner Politik immer mehr Wähler verloren hatte, glaubte Busch Thor durch eine sehr konservative Familien- und Flüchtlingspolitik diesen Niedergang zu wenden. Da die Politikerin jedoch nur an sich selbst zu glauben scheint und die Meinung der Parteibasis wenig beachtet, gelang es Busch Thor bis kurz vor den Reichstagswahlen 2018 nur die Partei nahezu ins Abseits zu steuern, da sie um diese Zeit bei Meinungsumfragen bei drei bis knapp unter vier Prozent lag und auf keinen Fall den Sprung ins Parlament machen konnte. Dank der Blockpolitik und der strategischen Wähler Schwedens erreichte Busch Thor dann jedoch im September 2018 rund 6,3 Prozent an Unterstützung und konnte im Parlament einziehen. Seit dieser Zeit setzt die Politikerin auf eine Unterstützung von extrem Rechts und hofft irgendwann auf einen bedeutenden Ministerposten.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Januar 2015

Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV

Als sich Göran Hägglund, der Vorsitzende de Christdemokraten Schwedens, im Jahre 2007 dafür aussprach dass ausländische Frauen, die in ihrer Heimat keine Möglichkeit für eine Abtreibung haben, dafür nach Schweden kommen sollen, gründete Per Kronlid, Lehrer und Mitglied der schwedischen Pfingstkirche, unmittelbar ein Netzwerk das dafür arbeitete die christlichen konservativen Werte zu erhalten, insbesondere jedoch darauf hinwirken sollt dass in Schweden jede Abtreibung verboten wird und damit ungeborenes Leben gerettet werden kann.

Sehr bald erkannte Per Kronlid dass ein Netzwerk nach dem konservativen christlichen System der USA allein nicht ausreicht und er arbeitete, insbesondnere mit drei weiteren Lehrern, darauf hin eine eigene christliche Partei zu gründen. Am 4. Januar 2014 entstand aus dem Netzwerk dann die Kristna Värdepartiet (KV), eine konservative Partei für die Aufrechterhaltung der christlichen Werte. Bei den darauf folgenden Wahlen im gleichen Jahr erhielt die KV 3553 Stimmen, was 0,06 Prozent der gesamten Wählerstimmen entspricht und die Christliche Wertepartei von der Bedeutung her auf Platz 14 der schwedischen Parteienlandschaft setzt.

Auch wenn die Kristna Värdepartiet in ihrem Programm auch Punkte zur Abschaffung der Kernenergie, die Reduzierung des Einflusses Europas auf die schwedische Politik und die Förderung des Freihandels propagiert, so kreisen die Hauptthemen um konservative christliche Werte, denn nicht nur dass Abtreibung, künstliche Befruchtung und ähnliches nach der KV verboten werden soll, sondern auch die Todeshilfe, die Prostitution und die Gleichstellung von Lebenspartnern mit verheirateten Paaren soll abgeschafft werden. Nach der Christlichen Wertpartei müssen Eltern frei über den Heimunterricht entscheiden können und die Sozialämter sollen ohne Gerichtsbeschluss kein Kind mehr wegen Verwahrlosung in einem Heim unterbringen können. Obwohl die Christliche Wertepartei eine kleine Gruppe an Wählern an sich binden konnte, wird die KV von der Mehrheit der Schweden vor allem als Sekte betrachtet, die die moderne Welt ablehnt.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1919: Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Januar 2013

Der schwedische Politiker Göran Hägglund

Göran Hägglund wurde am 27. Januar 1959 in Degerfors in Närke geboren. Seine finnlandschwedischen Eltern waren nur wenig Jahre vorher aus Finnland eingewandert und waren beide Metallarbeiter. Hägglund selbst hat ebenfalls keine Hochschulbildung, sondern machte eine Ausbildung als Installateur und wurde durch interne Weiterbildungen zum Finanzfachmann einer schwedischen Versicherungsgesellschaft. Einige Jahre lang arbeitete der Politiker auch als Radgeber für Fond-Platzierungen.

Göran Hägglund begann seine politische Karriere bereits in seinen Jugendjahren, als er Mitglied des Kristdemokratiska Ungdomsförbundet (KDU) wurde, dort zum Vorsitzenden aufstieg und mehrere wichtige Aufgaben übernahm. Von 1982 bis 1986 war er im Stadtrat von Jönköping und von 1985 bis 1988 Kanzleichef der Christdemokraten im Parlament. Hägglund sitzt bereits seit 1991 im Parlament, auch wenn seine Politik die Partei mittlerweile in der Wählergunst unter die Vier-Prozent-Marke transportierte.

Seit dem 3. April 2004 ist Göran Hägglund der Vorsitzende der Kristdemokraterna, eine Aufgabe, die er von Alf Svensson übernahm und die ihn zum mächtigsten Mann der Partei machte, auch wenn sein erster Schritt war der Partei einen neuen Namen zu geben, damit er die Politik seines Vorgängers erneuern konnte. Im Jahre 2006 machte der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt den Christdemokraten Hägglund zum Sozialminister, ein Bereich in dem er überfordert scheint, da sich seither die Situation im Gesundheitsdienst und der Altersvorsorge erheblich verschlechterte und er seine Wähler kaum noch überzeugen kann.


27. Januar: 1947: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Januar 2013

Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Am 20. Januar 1973 wurde der Lehrer Alf Svensson mit 34 Jahren, nach dem Tod seines Vorgängers Birger Ekstedt, der Vorsitzende der schwedischen Partei Kristen Demokratisk Samling (KDS), einer christlichen Partei, die gerade einmal seit neun Jahren existierte und bei der Svensson bereits seit der Gründung der Vorstand des Jugendverbandes war, also ausreichend Erfahrung für seinen neuen Posten gesammelt hatte.

Die Voraussetzung für die Führung einer christlichen Partei waren für Alf Svensson aber auch aus privater Sicht ideal, da er in einem Elternhaus aufwuchs, das der Pfingstbewegung angehörte, der größten Freikirche Schwedens, die wegen seiner konservativen Einstellung auch einen starken Zuspruch von den konservativen Mitgliedern der Svenska Kyrkan hat. Das Engagement von Svensson führte sehr bald dazu, dass die KDS mit ihm als Person verknüpft wurde, was letztendlich auch dazu führte, dass sein Nachfolger, Göran Hägglund, die Partei umbenannte und Kristdemokraterna (KD) nannte.

Alf Svensson blieb 31 Jahre lang der Vorsitzende der Kristen Demokratisk Samling und blieb damit  länger Parteiführer als jeder andere schwedische Politiker. Svensson gab der christlichen Partei nicht nur ihren Stempel, sondern führte sie auch zu bedeutenden Wahlerfolgen, die man allerdings sehr personenbezogen sehen muss, denn Alf Svensson ist auch der einzige Politiker Schwedens, der bei den Europawahlen 2009 ein Direktmandat erhielt, da er persönlich mehr Stimmen erhielt als die Liste der KD und damit verhinderte, dass die Topkandidatin der Partei in Europa einziehen konnte. Auch in Europa zeigt sich die konservative Einstellung des Politikers, denn er war der einzige Schwede, der sogar forderte, dass Provider auch die Suchen in den Suchmotoren speichern sollen.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman 

Copyright: Herbert Kårlin