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Dienstag, 16. Januar 2018

Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden in Schweden zahlreiche liberale Gruppen, die sich vor allem gegen die Macht der Könige und die sehr starke Staatskirche Svenska Kyrkan stellten. Entsprechend kamen die Mitglieder dieser Gruppen auch aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen. Die Reformen, die insbesondere der Liberale Adolf Hedin vorschlug, hießen Demokratie, Volksbildung und das Gleichheitsprinzip vor dem Recht, was sich auch in einem allgemeinen Wahlrecht ausdrücken sollte. Um jedoch diese Forderungen politisch durchsetzen zu können, war Hedin auch bewusst dass hierfür eine einheitliche, liberale Partei nötig war.

Aus diesem Grund wurde am 16. Januar 1900 auch durch den Zusammenschluss der damaligen Volkspartei, der Bondeska (Partei der Grundbesitzer) und der Friesenska Gruppen (Beamte), der sich später auch die Lantmannapartiet (konservative Grundbesitzer) anschloss, die Liberala Samlingspartiet (Liberale Sammlungspartei) gegründet. Da die neue Partei sich für die Zulassung der Freikirchen, den Antialkoholismus und soziale Reformen einsetzte, die später zu einem Wohlfahrtssystem ausgebaut wurden, hatten die liberale Partei sehr bald eine bedeutende Machtstellung erreicht. Der Aufstieg der Partei endete jedoch rapid ab Mai 1923, als ein Teil der Partei ein Alkoholverbot durchsetzen wollte, die andere Hälfte jedoch den freien Verkauf von Alkohol propagierten. Bei den folgenden Wahlen des Jahres 1924 traten daher zwei liberale Parteien an, die Freisinnige Volkspartei und die Liberale Reichstagspartei.

Die Bedeutung der Liberalen, die sich 1934, erneut nach einem Zusammenschluss von zwei Parteien, in Folkspartiet (Volkspartei ) umbenannte, konnte in den kommenden Jahrzehnten nie wieder die gleiche Größe erreichen als zu Beginn des 20. Jahrhunderts und 2015 konnte die Volkspartei nur noch mit knapp fünf Prozent an Wählern rechnen. Das Ergebnis davon war, dass Jan Björklund, der Vorsitzende der Partei in jenen Jahren, der Partei einen neuen Namen geben wollte. Nicht verwunderlich war daher, dass die Diskussion darin endete die Folkpartiet entweder in Liberalerna (die Liberalen) oder aber in Liberale Samlingspartiet umzubenennen, in der Hoffnung damit an die Erfolge des liberalen Politikers Karl Staaff anzuknüpfen.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute 
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. März 2017

Der pazifistische Baptist Helge Åkeson

Als Helge Åkeson am 23. März 1904 in Lindesberg starb, gehörte er zu den wenigen Schweden die eine eigne freireligiöse Gemeinschaft geschaffen hatten, die erst 1994 im Helgelseförbundet aufging, der sich wiederum drei Jahre später der Vereinigung der evangelischen Freikirchen anschloss. Zudem gehörte der baptistische Prediger zu jenen Personen, die die Bibel aus dem Altgriechischen übersetzten um dem Originaltext so nahe wie möglich zu kommen. Helge Åkeson ist daher aus der Religionsgeschichte Schwedens nicht wegzudenken.

Helge Åkeson war im Jahr 1831 als Sohn eines wohlhabenden Landwirts in Hult bei Helsingborg zur Welt gekommen und konnte seine Leselust als Kind nur mit der Hausbibel stillen, wobei er vom Vater dazu aufgefordert wurde das Werk nicht nur zu lesen, sondern auch danach zu leben. Auch wenn sich Åkeson an diesen Rat hielt, so ließ in der protestantische Glaube weitgehend unberührt, was sich erst änderte als er mit 17 Jahren erstmals die Zeitschrift Bibelvännen in die Hände bekam. Diese Zeitschrift überzeugte Åkeson davon dass ganz Schweden das Evangelium und die Bibelworte benötigte. Als Åkeson dann 1856 nach Stockholm reiste um an einem religiösen Treffen der Evangeliska Alliansen teilzunehmen, traf er den Baptist Anders Wiberg und dessen Zeitschrift Evangelisten. Dieses Treffen überzeugte Åkeson davon Baptist zu werden, und nur ein Jahr später ließ er taufen.

Nach seiner Taufe zum Baptisten wurde Helge Åkeson erst fliegender Händler für die Schriften der Baptisten und bald darauf Prediger. Bereits 1872 wurde Åkeson jedoch von den Baptisten ausgeschlossen, da er eigene Theorien geltend machte, unter anderem die ewige Strafe der Hölle in eine zeitbegrenzte Strafe verwandelte und pazifistische Gedenken in die christliche Lehre einfügte. Diese Exklusion von den Baptisten brachte Åkeson indes nur einen größeren Zulauf und bald hatte er in der gesamten südlichen Hälfte Schwedens den Fribaptistsamfundet gegründet, der die Lehre Åkesons zur Basis hatte und den Prediger, der seine Glaubenstheorie nicht nur lehrte, sondern auch lebte, zu einem religiösen Vorbild erhoben.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Dezember 2015

Die Korskyrkan in Uppsala, früher Betaniaförsamlingen

Am 11. Dezember 1934 wurde in Uppsala die Betaniaförsamlingen geschaffen, die heute als Korskyrkan bekannt ist und über rund 400 Mitglieder aus der Region verfügt. Wie sehr viele Freikirchen Schwedens gab es diese Versammlung bereits viele Jahre vor ihrer offiziellen Existenz als Gebetsgruppe die den protestantischen Glauben auf ihre persönliche Weise deutete. Im Falle der Betaniaförsamling handelte es sich um eine Gruppe an Baptisten, die bei den regelmäßigen Treffen die Bibel deuteten. Im Jahre 1934 war diese Gruppe so homogen, dass es nur noch eine Schlussfolgerung gab, nämlich gemeinsam eine Kirchengemeinde zu gründen.

Die Korskyrkan, die ihren Namen mit dem Bau eines eigenen Versammlungsheims im Jahre 1966 ihren aktuellen Namen erhielt, gehört dem Verband der protestantischen Freikirchen an und bekennt sich damit zur christlichen Glaubensgemeinschaft, auch wenn die Gemeinschaft auf die Erweckungsbewegung baut und damit eine eigene Deutung der Bibel als Grundlage des Glaubens hat. Wie bereits die Erweckungsbewegung, so sind auch bei der Korskyrkan regelmäßige Gespräche und Treffen wichtig, wie auch die Missionierung, also die Verbreitung ihres Glaubens, weswegen die Gemeinschaft oft auch als Sekte betrachtet wird.

Wie sehr viele andere Freikirchen Schwedens, so bietet auch die Korskyrkan sehr viele Aktivitäten für die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und Altersstufen an, was dieser Glaubensrichtung auch einen gewissen Zulauf garantiert. Auch wenn die Missionierung, eine sehr wichtige Aufgabe der Korskyrkan, in Schweden kaum auffällt, so ist die Gemeinschaft in Uppsala auch in Afghanistan, Japan, Zentralafrika und mehreren anderen Ländern aktiv. Indem man dort praktische Entwicklungshilfe leistet, die oft von Familien der Glaubensmitglieder Uppsalas vor Ort unterstützt wird, ist der Einfluss in einigen dieser Orte sehr bedeutend.


11. Dezember 1317: Birger Magnusson kommt in Schweden an die Macht
11. Dezember 1741: Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius
11. Dezember 1849: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 1865: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
11. Dezember 1898: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
11. Dezember 1921: Die Gründung des Vereins junger schwedischer Ärzte
11. Dezember 1966: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm
11. Dezember 2010: Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische Eisenbahn 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 29. Mai 2014

Edvard Hedin, der Gründer der Freikirche Helgelseförbundet

Edvard Hedin wurde am 29. Mai 1856 in Kräcklinge bei Örebro geboren und pachtete im Alter von 23 Jahren ein 300 Hektar umfassendes Gut in seinem Heimatort das er nur neun Jahre später aufkaufte. Bereits kurz nachdem Hedin das Gut Torp gepachtet hatte, gründete er die Molkereikooperative des Ortes und engagierte sich in mehreren Unternehmen sowie der Politik der Region, was ihn zu einem der einflussreichsten Personen seiner Umgebung machte.

Mit 27 Jahren hatte Edvard Hedin seinen ersten Kontakt mit der schwedischen Erweckungsbewegung und als er eine Predigt über das Blut Christi hörte, das den Menschen von allen Sünden befreien kann, nahm er diesen neuen Glauben an. Als Hedin dann nur wenig später an einer Gebetsstunde in der Säterie Riseberga teilnahm, spürte der Gutsbesitzer eine tiefe innere Berufung und wollte aller Welt seinen neuen Glauben näher bringen. Hedin sprach öffentlich so überzeugend, dass sich bald mehr und mehr Personen in der Umgebung zum neuen Glauben bekehrten.

Edvard Hedin entdeckte dann jedoch sehr bald, dass die von ihm geschaffene Bewegung nur Bestand hatte wenn regelmäßige Treffen möglich waren und eine Vereinigung geschaffen wurde. Hedin gründete daher einen christlichen Verband, den Helgelseförbundet,  dessen Leiter er wurde und er öffnete sein Gut für die Sonntagsmessen. Nach offiziellen Quellen wurde dort Mittsommer 1887 auch die erste Glaubenskonferenz des Helgelseförbundet abgehalten. Der christliche Verein wuchs in einer unglaublichen Geschwindigkeit und bei der Konferenz des Jahres 1891 zählte man bereits etwa 6000 Teilnehmer. Edvard Hedin blieb nicht nur seinem Glauben treu, sondern blieb auch bis zu seinem Tod der Führer der von ihm geschaffenen Bewegung.


29. Mai 1766: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
29. Mai 1772: König Gustav III. wird in Stockholm zum König gekrönt
29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1940: Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden
29. Mai 1956: Långholmen, ein Gefängnis wird zum Hotel
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Mai 2014

Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan

Am 7. Mai 1856 gründete der Priester Hans Jakob Lundborg mit der Unterstützung des Predigers und Schriftstellers Carl Olof Rosenius die Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen EFS um die Erweckungsbewegung, die sich um diese Zeit in ganz Schweden verbreitete, auch zu einem Teil der offiziellen Staatskirche, der Svenska Kyrkan, zu machen und die Gläubigen davon abhalten zu einer der zahlreichen Freikirchen überzulaufen, die zwar keine Werbung für sich machen durften, die Mitglieder jedoch durch Mund zu Mund Propaganda bekamen. Die Religionsfreiheit Schwedens war um diese Zeit noch stark eingeschränkt.

Die Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen gehört, trotz vieler Parallelen zu Freikirchen, bis heute zur Svenska Kyrkan und zählt gegenwärtig etwa 15.000 Mitglieder, die sich auf rund 350 lokale Missionsvereine verteilen und seit ihrer Gründungszeit die Bibelkunde und die Bibeldeutung im Zentrum ihrer Lehre haben. Der protestantische Glaube sollte sich nach Lundborg von Beginn an vor allem über die Volksbildung verbreiten. Die Aufgabe der früheren reisenden Prediger übernehmen heute allerdings mehr die acht Volkshochschulen des Landes, die von der Glaubensgemeinschaft gegründet wurden. Allerdings werden die Priester der EFS seit 1990 ausschließlich nach den Regeln der Svenska Kyrkan ausgebildet und von dieser auch zum Priester geweiht, was dabei hilft, dass die Gemeinschaft mehr und mehr mit der Svenska Kyrkan in Verbindung gebracht wird und ihr den Ruf der Freikirche nimmt.

Der Aufschwung der Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen kam sehr schnell, insbesondere dadurch, dass die Stiftung bereits 1857 die Zeitschrift Budbäraren herausgab, die eine Mischung aus Literatur und der Verbreitung von religiösen Theorien war und von Kolporteuren in ganz Schweden verkauft wurde, Reisenden, die später auch zu Predigern ausgebildet wurden. Parallel zu dieser Zeitschrift gründete die EFS einen Verlag, der insbesondere christliche Literatur veröffentlichte und seit 1992 in den Verbum Förlag eingeht. Die Bedeutung dieser Veröffentlichungen wird dadurch dokumentiert, dass bereits das erste Werk des ursprünglichen EFS-Verlages, die Kirchenpostille Luthers, in acht Auflagen und insgesamt 70.000 Exemplaren verkauft wurde.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss Tre Kronor in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
7. Mai 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
7. Mai 2013: Die Swedish Music Hall of Fame in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. Februar 2014

Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche

Carl Olof Rosenius wurde am 3. Februar 1816 als Sohn eines Priesters in Västerbotten geboren und wurde vom Vater nach den Regeln der Erweckungsbewegung erzogen. Als er dann mit 15 begann die ersten Predigten zu halten, machte er sich vor allem dadurch bemerkbar, dass er fundamentale Kenntnisse der Lehre Luthers hatte und seine Ideen zur Religion daher auch mit der Staatsreligion des Landes, der Svenska Kyrkan, zu vereinbaren waren.

Im Jahre 1838 begann Carl Olof Rosenius an der Universität Uppsala Religion zu studieren, musste jedoch das Studium bereits ein Jahr später aus Geldmangel wieder aufgeben. Rosenius kam anschließend als Privatlehrer nach Stockholm, wo er ernsthaft an seinem Glauben zu zweifeln begann. In dieser Phase lernte er jedoch den Methodistenprediger George Scott kennen, der Rosenius nicht nur zurück zum Glauben brachte, sondern ihn auch bald zu seinem Assistenten machte.

Als Scott Schweden im Jahre 1842 verlassen musste und sich damit auch die von ihm gegründete sogenannte Englische Kirche auflöste, übernahm Carl Olof Rosenius die Bewegung und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Neuevangelisten der Erweckungsbewegung. Ab dieser Zeit reiste Rosenius als Prediger durch ganz Schweden und wurde auf diese Weise 1854 auch der Mitgründer der Versammlung in Västervik aus der sich zahlreiche Missionsvereinigungen entwickelten. Nur zwei Jahre später gründete Carl Olof Rosenius, gemeinsam mit Hans Jakob Lundborg, dann die Evangeliska fosterlandssiftelsen (EFS) und öffnet parallel dazu auch die frühere Englische Kirche wieder, der er allerdings nun den Namen Betlehemskirche gab.


3. Februar 865: Der Heilige Ansgar, der Spostel der Schweden, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Januar 2014

Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger

Carl Boberg starb am 7. Januar 1940 im Alter von 80 Jahren in Kalmar gilt bis heute als einer der bedeutendsten Personen innerhalb der freikirchlichen Bewegung Schwedens, dessen konservative Ideen der Prediger sein Leben lang in Wort und Schrift vertrat. Auf Grund seiner strengen Einstellung zum Glauben und seinem Bekanntheitsgrad als Politiker war es ihm auch gelungen in jenen Häusern Zugang zu finden, die sich im allgemeinen negativ zu Freikirchen verhielten.

Carl Boberg wurde im Alter von 18 Jahren von der Erweckungsbewegung überzeugt, die sich um diese Zeit in seinem Heimatort Kalmar ausbreitete. Nur ein Jahr später gründete er dann dort eine Jugendversammlung zur Verbreitung seines Glaubens und durch Kurse in der Missionsschule schuf er sich die Grundlage für sein gesamtes religiöses Wirken. Ab 1882 war Boberg als Prediger tätig und begann seine Ideen zusätzlich in journalistischen Beiträgen in Stockholm zu verbreiten, wobei er hierbei Religion, gesellschaftliche Probleme und Politik verband so dass seine Artikel auch in nicht religiösen Zeitungen veröffentlicht wurden.

Ab 1889 wurde Carl Boberg Redakteur der konservativen Wochenzeitung Sanningsvittnen, eine Tätigkeit auf die er sich vor allem im Selbststudium vorbereitet hatte. Diese Tätigkeit ermöglichte es ihm auch im gleichen Verlag seine zahlreichen religiösen und politischen Schriften und Gedichte in einer Art Selbstverlag zu veröffentlichen. Da Boberg nicht nur schreiben konnte, sondern auch die religiöse Haltung jener Epoche sehr deutlich auszudrücken vermochte, erreichten seine Veröffentlichungen sehr respektable Auflagen. Der Schriftsteller und Prediger wurde, wegen seiner starken Ausdruckskraft, auch bald als Prediger in der Staatskirche eingeladen, was nur sehr wenigen Anhängern der Freikirche gelang. Drei seiner Psalmen sind noch heute in den Psalmbüchern der Svenska Kyrkan zu finden, darunter sein Werk O store Gud.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation 
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Oktober 2013

Anders Gustaf Jönsson und die schwedische Abstinenzbewegung

Anders Gustaf Jönsson wurde am 12. Oktober 1831 in ärmlichen Verhältnissen in Ryssby geboren und übernahm nach seiner Ehe mit Britta Stina Jaensdotter den Hof der Eltern seiner Frau im gleichen Ort. Bereits um diese Zeit war er ein Verfechter der Freikirchen und kam über diesen Weg auch zur damals aufkommenden Abstinenzbewegung. Diese beiden Gedanken sollten Jönsson auch sein Leben lang begleiten.

Auf Grund der Unterstützung der Freidenker jener Zeit gelang es Anders Gustaf Jönsson im Jahre 1884 in den Reichstag gewählt zu werden in dem er bis 1902 verblieb. Politisch gesehen war Jönsson seiner Zeit voraus, denn er setzte sich, wenn auch teilweise sehr eigennützig, für das freie Wort, die freie Religionswahl, eine fortschrittliche Steuerpolitik und die Schulbildung für alle ein. So nebenbei forderte er auch eine gerechte Bezahlung von Wehrpflichtigen und Postangestellten, was in der damaligen Regierung nicht unbedingt positiv gesehen wurde.

Anders Gustaf Jönsson war während seiner Jahre in der Zweiten Kammer des Reichstags immer daran interessiert zu erfahren was das Volk in seinem Wahlkreis für Wünsche hatte, auch wenn er nicht immer ihre Wünsche erfüllen wollte, denn in Fragen von Alkohol gab es für ihn nur die Abstinenz. In anderen Fragen konnte alle Bewohner seines Wahlkreises bei sogenannten regelmäßigen Volkstreffen ihre Meinung sagen und Vorschläge einbringen, die sehr genau protokolliert wurden. Vor allem in Zollfragen und hinsichtlich der Verteidigung folgte Jönsson in den meisten Fällen dem Willen des Volkes. Wollte der Politiker eine eigene Idee durchsetzen, so trat er gerne als brillanter Redner in seinem Wahlkreis auf und sammelte anschließend die einflussreichsten Personen des Wahlkreises zu einer Beratung um sich.


12. Oktober 1617: Gustav II. Adolf wird König von Schweden 
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Januar 2013

Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Am 20. Januar 1973 wurde der Lehrer Alf Svensson mit 34 Jahren, nach dem Tod seines Vorgängers Birger Ekstedt, der Vorsitzende der schwedischen Partei Kristen Demokratisk Samling (KDS), einer christlichen Partei, die gerade einmal seit neun Jahren existierte und bei der Svensson bereits seit der Gründung der Vorstand des Jugendverbandes war, also ausreichend Erfahrung für seinen neuen Posten gesammelt hatte.

Die Voraussetzung für die Führung einer christlichen Partei waren für Alf Svensson aber auch aus privater Sicht ideal, da er in einem Elternhaus aufwuchs, das der Pfingstbewegung angehörte, der größten Freikirche Schwedens, die wegen seiner konservativen Einstellung auch einen starken Zuspruch von den konservativen Mitgliedern der Svenska Kyrkan hat. Das Engagement von Svensson führte sehr bald dazu, dass die KDS mit ihm als Person verknüpft wurde, was letztendlich auch dazu führte, dass sein Nachfolger, Göran Hägglund, die Partei umbenannte und Kristdemokraterna (KD) nannte.

Alf Svensson blieb 31 Jahre lang der Vorsitzende der Kristen Demokratisk Samling und blieb damit  länger Parteiführer als jeder andere schwedische Politiker. Svensson gab der christlichen Partei nicht nur ihren Stempel, sondern führte sie auch zu bedeutenden Wahlerfolgen, die man allerdings sehr personenbezogen sehen muss, denn Alf Svensson ist auch der einzige Politiker Schwedens, der bei den Europawahlen 2009 ein Direktmandat erhielt, da er persönlich mehr Stimmen erhielt als die Liste der KD und damit verhinderte, dass die Topkandidatin der Partei in Europa einziehen konnte. Auch in Europa zeigt sich die konservative Einstellung des Politikers, denn er war der einzige Schwede, der sogar forderte, dass Provider auch die Suchen in den Suchmotoren speichern sollen.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. Juni 2012

Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens

Wer heute am 11. Juni nach dem Vornamen Barnabas in den schwedischen Kalendern sucht, sucht vergebens, denn bereits bei der Reform im Jahre 1901 wurde dieser christliche Name Barnabas durch die mehr schwedischen Namen Bertil und Berthold ersetzt. Bertil wurde dann vor allem über Prinz Bertil ein gängiger Name, obwohl dieser Name, auch als Familienname bereits seit 1396 existierte und Berthold, der ebenfalls deutschen Ursprungs ist, ist lediglich eine andere Schreibweise für den schwedischen Bertil.

Heute findet man in Schweden gerade noch 36 Männer, die Barnabas als Vorname tragen, wobei es sich bei niemandem mehr um den Rufnamen handelt. Im ebenfalls protestantischen Großbritannien ist der Vorname Barnabas heute noch verbreitet, auch in Forma von Barnaby und Barnabus, und auch in Frankreich und Spanien wird dieser Vorname noch regelmäßig vergeben. Schweden, das mit der katholischen Kultur so weit wie möglich brechen wollte, hat heute nicht einmal mehr eine Kirche, die dem Heiligen Barnabas geweiht ist.

Barnabas, der ein Mitarbeiter des Apostel Paulus war, soll nach einer Legende die erste katholische Kirche auf Zypern gegründet haben, wobei ihm auch eine tragende Rolle in der Gründung der Urkirche und der Anerkennung von Paulus zugesagt wird. Auch wenn in Schweden der Vorname Barnabas als verschwunden gilt und der Heilige nichts mit der Svenska Kyrkan zu tun hat, so wird der Heilige von einigen Freikirchen, unter anderem der Pingstkyrkan, weiterhin verehrt und die schwedische Mission Barnabas will mit dem Namen des Heiligen fehl geleitete Schweden missionieren.


11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Januar 2012

Religiöse Treffen werden in Schweden verboten

Am 12. Januar 1726 wurde, unter Fredrik I., jede Art von Gottesdienst verboten, der nicht von der staatlichen Kirche abgehalten wurde. Davon besonders betroffen waren die sogenannten Bönemöten in den Wohnungen der Gläubigen, die während der letzten Jahre immer häufiger geworden waren. Nur noch innerhalb der Familie durften Andachten im Hause gehalten werden und jedes Zuwiderhandeln führte sehr strenge Strafen nach sich.

Nach der damaligen Meinung in Schweden war die Einheit der Religion die Voraussetzung dafür, dass die Gesellschaft auch Bestand hatte und religiöse Zwiste wurden als die Ursache für den Niedergang jeder Gesellschaft betrachtet. Das Konventikelplakatet, wie das neue Gesetz hieß, richtete sich gegen alle Freikirchen, aber insbesondere gegen die Bewegung der Pietisten, die die Lehre Luthers in Frage stellten. Als Hauptvertreter und Verbreiter dieser Richtung in Schweden gilt der deutsche Mediziner und Prediger Johann Konrad Dippel, der 1728 wegen seiner Lehre aus Schweden ausgewiesen wurde.

Das Konventikelplakat stärkte jedoch die schwedische Staatskirche so sehr, dass sie die Bevölkerung Schwedens in eine starke kirchliche Abhängigkeit stürzte, eine extreme Unterwerfung, in der die freie Meinung des Einzelnen nichts mehr zu suchen hatte. Die erste große Emigrationswelle Mitte des 19. Jahrhunderts wurde gerade durch diese Macht der Kirche ausgelöst von der sich vor allem die Landbevölkerung befreien wollte. Erst als sich Schweden zu entvölkern drohte, wurde das Gesetz dann am 26. Oktober 1858 in eine etwas mildere Bestimmung verwandelt.

12. Januar 1959: Die drei Karrieren des schwedischen Musikers Per Gessle

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. Mai 2011

Religionsfreiheit und Svenska Kyrkan in Schweden

Am 19. Mai 1951 beschloss das schwedische Parlament die Religionsfreiheit in Schweden einzuführen. Nach dieser Gesetzesänderung war es den Freikirchen Schwedens ab dem 1. Januar 1952 erlaubt offen für sich zu werben und auch Hochzeiten und Beerdigungen vorzunehmen. Erst nach dieser Gesetzesänderung war es schwedischen Bürgern auch möglich sich ganz von der Svenska Kyrkan zu lösen und sich einer anderen Kirche anzuschließen.

Wann das Christentum erstmals nach Schweden kam, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass der katholische Glaube bereits im Jahre 830 in Birka verbreitet wurde und sich ab dem Jahre 1000 in großen Teilen Schwedens festigen konnte. Allerdings setzte sich der katholische Glaube nie vollständig durch in Schweden und mit dem Uppsala Möte im Jahre 1593 mussten sich alle Schweden zwangsweise zur evangelisch-lutherischen Kirche bekennen. Diese Bestimmung wurde während des folgenden Jahrhunderts sowohl durch bürgerliche als auch kirchliche Gesetze immer weiter gefestigt.

Bis 1860 erlaubten diese Gesetze keinerlei Ausnahmen im schwedischen Reich, zumindest, was schwedische Bürger betraf. Erst in diesem Jahr wurde es einigen wenigen Freikirchen erlaubt eigene Gemeinschaften zu schaffen, ohne dass diese jedoch die gleichen Rechte erhielten, die die Svenska Kyrkan besaß. Schweden konnten ab dieser Epoche auch aus der Svenska Kyrkan austreten, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie sich gleichzeitig einer anderen, vom Staat zugelassenen, Kirche anschlossen. Freikirchen durften jedoch keinerlei Missionsarbeit ausführen um Gläubige von der Svenska Kyrkan abzuwerben.

Ausländer, die nach Schweden geholt wurden um dort Städte zu bauen oder Handel zu treiben, mussten sich der staatlichen Kirche Schwedens nicht zwangsweise anschließen und konnten daher ihren Glauben beibehalten. Die einzige Auflage war, dass sie diesem Glauben in Abgeschiedenheit nachgingen und Schweden nicht zum Irrglauben führten. Noch heute sind über 70 Prozent der Schweden, zumindest passiv, Mitglied der Svenska Kyrkan, der Einfluss der ehemaligen Staatskirche ist jedoch permanent am schwinden.

19. Mai 1793: Jean Eric Rehn und der gustavianische Stil Schwedens
19. Mai 1956: Der schwedische Regisseur Kristian Petri 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Mittwoch, 4. Mai 2011

Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Am 4. Mai 1991 gewann die schwedische Sängerin Carola mit „Fångad av en stormvind“ den Eurovision Song Contest in Rom, obwohl Schweden und Frankreich bei der Schlagerausscheidung punktgleich waren. Entscheidend war letztendlich, dass Carola von mehr Ländern zehn Punkte erhalten hatte als Frankreich.

Carola Maria Häggkvist, geboren am 8. September 1966 in Hägersten (Stockholm), nahm viermal beim Eurovision Song Contest für Schweden teil und gehört, nach Abba, zu den Sängerinnen, die am meisten Schallplatten in Schweden verkauft hat. Ihre Versuche, auch im ausländischen Markt Fuß zu fassen, waren jedoch jedes Mal ohne dauerhaften Erfolg.

Trotz ihrer großen Erfolge bereits zu Beginn ihrer Karriere, hatte Carola ab 2001 Schwierigkeiten das schwedische Publikum zu halten, da sie sich immer mehr im Milieu der schwedischen Freikirchen bewegte und selbst die Hauptrolle in einer Sendung mit Exorzismus einnahm oder auf der Bühne deutlich ein Kreuz in die Höhe hielt. Ihren bisher letzten bedeutenden Auftritt hatte sie während der Hochzeit von Kronprinzessin Victoria mit Daniel, wo sie, unter anderem „Det är bara vi“ vorführte, ein Song, der exklusiv für die Hochzeit geschrieben wurde.

4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein 

Copyright: Herbert Kårlin