Posts mit dem Label Jokkmokk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jokkmokk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Oktober 2015

Der samische Künstler Lars Pirak

Als der samische Künstler Lars Pirak am 2. Oktober 2008 an einem Herzinfarkt im Krankenhaus Sunderby in Luleå starb, fand man Werke des Künstlers bereits in den Museen der ganzen Welt, obwohl nur eine Gruppe Eingeweihter Piraks Werke wirklich kannte und die Bedeutung dieses Künstlers aus dem schwedischen Norden erfassen konnte. Lars Pirak hatte es verstanden die samische Tradition und das nördlichste Kunsthandwerk mit modernen Techniken aufrechtzuerhalten und er gilt als jener Künstler, der der samischen Kunst den Weg in die Zukunft öffnete, mit Motiven, die weit in die Geschichte der Samen zurückreicht.

Lars Pirak war am 27. Juli 1932 in Kvikkjokk im nördlichen Lappland zur Welt gekommen und wuchs mit der samischen Kultur und dem Luleåsamisch als Muttersprache  auf. Als der Künstler mit 17 die samische Volkshochschule in Jokkmokk besuchte, wurde sein Interesse für das Kunsthandwerk seines Volkes geweckt, was letztendlich auch dazu führte, dass Pirak 1957 an der gleichen Schule samisches Kunsthandwerk unterrichtete. Pirak hatte sehr früh erkannt, dass die Kunst und das Kunsthandwerk seines Volkes nur überleben können, wenn sich Vergangenheit und Zukunft verbinden. Aus diesem Grund vervollständigte der Künstler seine Ausbildung mit Studienaufenthalten in Nääs, in Stockholm und in Italien.

Lars Pirak, der neben kunsthandwerklichen Gegenständen auch Gemälde in Öl und Aquarell hinterlassen hat und als Sänger von Joiks bekannt war, gilt als der erste samische Künstler, der das Kunsthandwerk der Samen erneuerte, und Pirak ist der erste samische Künstler, dem die Ehrendoktorwürde der Universität Umeå verliehen wurde. Während Pirak bei seinen kunsthandwerklichen Arbeiten häufig zum Horn der Rentiere griff, repräsentieren seine Gemälde vor allem das Leben in den samischen Dörfern, der Rentierzucht, der Jagd und der alten samischen Religion, die Natur und Geistlichkeit vereint.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 18. August 2015

Die Gründung des Samenrats in Karasjok

Als im August/September 1953 die erste internationale samische Konferenz in Jokkmokk stattfand, wurde eine Kommission eingerichtet, die die Aufgabe hatte einen gemeinsamen Rat vorzubereiten, der die Interessen der Samen in Schweden, Norwegen, Finnland und Russland öffentlich vertreten solle, auch wenn die Samen weder damals noch heute als Staat anerkannt sind. Die Vorbereitung dieses Rates sollte knapp drei Jahre in Anspruch nehmen, denn erst am 18. August 1956 konnte der nordische Samenrat endgültig gegründet werden und seine Arbeit aufnehmen.

Der Samenrat, der jedes vierte Jahr zusammentritt, will die Einheit der Samen über Ländergrenzen hinweg stärken und setzt sich sowohl für die gemeinsamen Interessen des Volkes als auch die Einzelinteressen von Samen ein. Eines seiner wichtigsten Ziele ist darauf zuzuarbeiten, dass die Samen als Urvolk anerkannt werden und auch als Volk behandelt werden, wobei es sich hierbei sowohl um politische als auch kulturelle und gesellschaftliche Fragen handelt. Der Samenrat arbeitet auch dafür, dass die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte aller Samen in den Gesetzen der vier betroffenen Ländern aufgenommen und respektiert werden.

Die Ergebnisse, die der Samenrat bisher erzielen konnte, sind allerdings noch sehr begrenzt, denn 1979 konnte man sich über eine gemeinsame Rechtschreibung einigen und 1986 bekamen die Samen eine gemeinsame Nationalflagge, Symbole, die bis heute vor allem in den Teilen der Länder eine Rolle spielen in denen die Samen beheimatet sind. Wie problematisch die Arbeit des Samenrats ist, zeigt sich auch daran, dass die schwedische Regierung noch im Jahre 2015 vor Gericht erklärte, dass Schweden keinerlei internationale Verpflichtungen habe auch nur einen einzigen Rechtsanspruch der Samen zu respektieren oder zu akzeptieren. Selbst die Aussage, dass es sich bei den Samen um ein Urvolk handle, wurde von schwedischer Seite noch in Frage gestellt.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
18. August 1859: Ernest Thiel, Bankier und Kunstsammler
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin