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Mittwoch, 30. November 2016

Der samische Schriftsteller Johan Turi

Johan Turi, dessen Familienname auch Thuuri und Thuri geschrieben wird, starb am 30. November 1936 im nordschwedischen Jukkasjärvi. Wer im dortigen Friedhof seinen Grabstein sucht, kann darauf lesen „Samernas författare“, der Schriftsteller der Samen, eine Aussage, die die Leistungen Turis für die samische Kultur kaum besser beschreiben könnte, denn Turi gilt als der Nationalskalde der Volksgruppe und ist der erste Schriftsteller der Samen, der zum einen in der samischen Sprache schrieb, zum anderen über das Leben dieses Volkes schrieb, das Zeit seines Lebens nur diskriminiert wurde und für schwedischen Autoren ein Randthema war.

Johan Turi war am 10. März 1854 im norwegischen Kautokeino zur Welt gekommen und kam, wie viele andere Samen zu Beginn der 80er Jahre nach Schweden, nachdem die Russen 1852 die Grenzen nach Finnland auch für Rentiere geschlossen hatten, und er ließ sich im Samendorf Talma nieder. Obwohl Turi keinerlei Schulbildung hatte, hatte er sehr früh den Wunsch ein Buch über das Leben der Gebirgssamen zu schreiben. Diesen Wunsch konnte sich Johan Turi erst 1910 erfüllen, denn erst musste Turi das Schreiben erlernen und anschließend auch noch mit den Vorurteilen der eigenen Volksgruppe kämpfen, denn die Idee ein Buch zu schreiben, fand man absurd, da man ein Buch über das samische Leben um diese Zeit kaum in Schweden veröffentlichen konnte und die Idee daher geradezu als unsinnig betrachtet wurde.

Johan Turis erstes Werk, Muitalus sámiid birra, wäre vermutlich für immer ein Traum geblieben, wenn er nicht 1904 die dänische Schriftstellerin Emilie Demant-Hatt kennengelernt hätte, denn Turi half der Schriftstellerin dabei ein Jahr lang unter den Samen leben zu können, und sie versprach ihm dafür ihm bei seinem Buch zu helfen. 1907 zog die Schriftstellerin dann für einige Monate zu Turi und half ihm nicht nur bei der Arbeit an seinem Buch, sondern sortierte auch die unzähligen Aufzeichnungen und bat Hjalmar Lundblom, einen ihrer Freunde, das Buch, dem sie eine dänische Übersetzung beifügte, zu veröffentlichen. Diesem Werk, das Johan Turi auch bebilderte, sollten noch zwei weitere Bücher folgen, die dabei halfen die samische Kultur besser zu verstehen und späteren samischen Schriftstellern den Weg öffnete.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1888: Die Markthalle auf Östermalm in Stockholm
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois
30. November 2010: Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. Oktober 2016

Der schwedische Sänger Roger Pontare

Roger Pontare kam am 17. Oktober 1951 all Roger Johansson in Bockträsk bei Sorsele im südlichen Lappland zur Welt und wuchs bei seinen Großeltern in einer Mischkultur zwischen schwedischer und samischer Gesellschaft auf. Über seine Kindheit und Jugend ist sehr wenig bekannt, auch wenn Pontare selbst berichtete, dass er bereits mit drei Jahren zu singen begann, aber auch davon träumte mit einer eigenen Rentierherde durch die Natur zu streifen. Da der Sänger wenig klare Aussagen macht, ist seine Karriere erst zu verfolgen als er als Teenager in der Band Sankt Pauls mitspielte und in den 70er Jahren Mitglied der Rockband Nebulosa wurde.

Nachdem sich Nebulosa nach nur einer selbst produzierten LP auflöste und Roger Pontare 1976 nach Stockholm zog, dort seine Lebenspartnerin Elisabeth kennenlernte und sie gemeinsam den Familiennamen Pontare annahmen, begann seine Karriere als Musiker. Bereits in den 80er Jahren nahm der Sänger mehrere Songs mit bekannteren Künstlern auf, unter anderem 1988 das Weihnachtslied Christmas Time mit Pernilla Wahlgren, was auch dazu führte dass Pontare bald nicht mehr aus dem Musikgeschehens wegzudenken war, wobei auch Elisabeth, mit der der Sänger immer noch zusammenlebt, seine Eingebungsquelle wurde.

Roger Pontare, der seit 1993, als Sarah Mårskog begann seine Bühnenkleidung zu schaffen, in einer Kleidung auftritt, die sowohl an die Naturvölker als auch die Samen erinnert, hatte seinen großen Durchbruch im Jahre 1993, als er mit Stjärnorna die Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest gewann. Bis heute gehört Pontare zu den wenigen männlichen Sängern Schwedens, die Schweden zweimal beim ESC vertraten und mit Som av is 1999 den fünften Platz der Vorausscheidung erreichte, im Jahre 2000 mit När vindarna viskar mitt namn erneut Schweden beim ESC vertreten durfte und erst 2006 mit Silverland nicht mehr in die Nähe der Endausscheidung kam. Neben Musik interessiert sich Pontare für die Rettung der Natur und gilt in diesem Punkt auch als singender Botschafter.


17. Oktober 1796: Bernhard von Beskow und die konservative Literatur Schwedens
17. Oktober 1842: Gustaf Retzius, der bedeutendste Rassenbiologe Schwedens
17. Oktober 1866: Die Strömstads Tidning, ein Sprachrohr im Bohuslän
17. Oktober 1904: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte
17. Oktober 1956: Die schwedische Sängerin Anne-Lie Rydé
17. Oktober 1969: Die Eisenhütte in Nykroppa wird stillgelegt
17. Oktober 1991: Ester Lindin und der vergessene Bestseller

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 18. September 2016

Der samische Dichter Anders Fjellner

Anders Fjellner kam am 18. September 1795 in einer Familie von Rentierhaltern in Rödfjället im Härjedalen zur Welt. Als Fjellner neun Jahre alt war, starb ein Vater und er wurde von Verwandten aufgenommen, die ihm eine „bessere“ Erziehung und Bildung bieten wollten und den Jungen daher in die Schule nach Östersund schickten. Dort entschied sich der spätere Dichter auch seinen ursprünglichen Familiennamen Jonsson gegen Fjellner zu tauschen. Nach der Grundschule in Östersund besuchte Fjellner das Gymnasium in Härnösand und 1818 schrieb er sich an der Universität Uppsala ein um dort Theologie zu studieren.

Bereits im ersten Jahr in Uppsala gab Anders Fjellner eine erste Sammlung an finnischen Volksgedichten heraus und begann sich mit samischer und finnischer Dichtung zu beschäftigen, was gleichzeitig bedeutete, dass er neben dem Südsamischen, das er in seiner Kindheit gelernt hatte, auch Nordsamisch und Finnisch lernte, da für Fjellner die gesamte samische Dichtung und Tradition eine gewisse logische Einheit bildeten. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1821 ging Fjellner als Priester nach Jukkasjärvi um die Samen ganz zum protestantischen Glauben zu bringen. Als gebürtiger Same hatte Fjellner auch sehr guten Kontakt zur samischen Bevölkerung, wurde jedoch weniger von den schwedischen Siedlern geschätzt, die vorgezogen hätten einen autoritären schwedischen Priester zu erhalten.

Auch wenn Anders Fjellner eine sehr persönliche Dichtkunst pflegte, die sich mehr dem finnischen Epos Kalevala nähert und wenig mit der akademischen schwedischen Dichtung zu tun hat, und seine Werke nur in übersetzter oder später von Literaturwissenschaftler aufgezeichneten Form existieren, so hat sein Gedicht Solens söner (Päiven pardne) selbst die samische Flagge mit inspiriert. Die Dichtkunst von Anders Fjellner ist in der Literaturwissenschaft bis heute umstritten, da der Dichter sich vor allem aus den samischen Gesängen beeinflussen ließ und dabei auch die verschiedenen samischen Sprachen mit Finnisch mischte, was für eine Seite die Kunst Fjellners ausmacht, für klassische Literaturwissenschaftler jedoch ohne die Regeln der Poesie geschrieben wurde. Für die samische Bevölkerung spielt dies indes keine Rolle, da unter ihnen der Kontakt mit andren Sprachen und auch die Sprachmischung sogar das Verständnis der Gedichte vergrößert und dabei die samische Einheit zeigt.


18. September 1197: Petrus, der dritte Erzbischof Schwedens
18. September 1784: Georg Haupt, der Designer der gustavianischen Möbel
18. September 1786: Leonard Fredrik Rääf im Kampf gegen Neuerungen
18. September 1872: Karl XV., König von Schweden
18. September 1905: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
18. September 1910: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
18. September 1924: HSB und der schwedische Wohnungsmarkt
18. September 1928: Sigrid Kahle und die Welt des Islam
18. September 1961: Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende
18. September 2008: Bekämpfung der Dyskalkulie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. August 2016

Der schwedische Schriftsteller Mikael Niemi

Mikael Niemi wurde am 13. August 1959 als Sohn eines Polizisten und einer Lehrerin im nordschwedischen Pajala geboren. Mit 15 begann Niemi Gedichte zu schreiben und träumte davon Schriftsteller zu werden. Nachdem diese Zukunft jedoch ungewiss schien, machte er eine Ausbildung als Telefontechniker. Nach der Ausbildung zog Niemi nach Luleå, wo er 20 Jahre lang bleiben sollte, und arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen, unter anderem auch als Telefontechniker, Lehrer und in einem kleinen Buchverlag. Als Niemi 29 Jahre alt war, erschien dann sein erstes literarisches Werk, der Gedichtband Näsblod under högmässan.

Auch wenn sich dieses erste Buch in keinen Bestseller verwandelte, so begann Mikael Niemi nun intensiver zu schreiben. Im Herbst 1994 erschien bereits sein erstes Jugendbuch Kyrkdjävulen, das von drei Jugendlichen in Pajala seines Heimatort, handelt, und drei Jahre später erschien der Folgeroman. Im Jahre 2000 kam dann der wirkliche Durchbruch Niemis, denn es erschien sein Roman Populärmusik från Vittula, der natürlich erneut in Pajala spielte. Dieser Roman wurde allein in Schweden rund eine Million mal verkauft und anschließend in 34 Sprachen übersetzt, ein Rekord für einen schwedischen Romanautor. Mit diesem Roman setzt der Schriftsteller auch Pajala auf die Weltkarte, einen Ort mit rund 2000 Einwohnern, wovon zehn Prozent nicht in Schweden geboren wurden.

Mikael Niemi kehrte nach Pajala zurück, heiratete Eelkje Tuma, eine Holländerin, die in Nordschweden Begräbnistraditionen erforschte, und wurde hauptberuflich Schriftsteller, der mittlerweile rund zehn Bücher und etwa 20 Theaterstücke herausbrachte. In Pajala, das nicht unbedingt auf der literatur-touristischen Route Schwedens liegt, findet Niemi seinen Stoff und in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Astronomie, einer idealen Beschäftigung in einer Gegend in der rund 100 Tage lang die Sonne nicht untergeht und ebenso lang hinter dem Horizont verborgen bleibt, aber das herrlichste Nordlicht zu sehen ist.


13. August 1135: Die Forsby kyrka bei Skövde
13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1840: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Juli 2016

Der schwedische Künstler John Carlson

John Carlson, oft auch Carlsson geschrieben, kam am 16. Juli 1896 in Överselö im Södermanland zur Welt und neigte sehr früh zur Kunst, denn bereits zwischen 1912 und 1915 besuchte er Abend- und Sonntagskurse an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, und ging anschließend in die USA um sein Kunststudium am Pratt Institute und der Art Students League in New York fortzusetzen. Carlson sollte bis 1929 in den USA bleiben und, neben Landschaften, insbesondere Indianer malen, was dem Künstler nicht nur in Schweden, sondern auch in den USA, eine besondere Rolle verleiht und ihm den Titel „Indianermaler“ einbrachte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden machte John Carlson zwischen 1932 und 1934 eine weitere Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm, vor allem um sich im Krokizeichnen zu verbessern. Parallel hierzu machte er Studienreisen in mehrere europäische Länder. Anschließend malte Carlson vor allem Landschaften aus Lappland, Gotland und der Umgebung Stockholms. Der Erfolg ließ auch in Schweden nicht lange auf sich warten, was eine Aufzeichnung des Künstlers aus dem Jahre 1959 zeigt, denn bei einer Ausstellung mit 73 Gemälden verkaufte er sämtliche Bilder am ersten Tag, einige davon sogar doppelt, was anschließend einige Probleme mit sich brachte. Carlson schrieb, dass es sich an diesem Tage mehrere Feinde fürs Leben gemacht hatte.

Obwohl über den Künstler John Carlson, der am 31. März 1979 in Sundbyberg starb, kaum etwas bekannt ist und nur wenige seiner Gemälde in schwedischen Museen zu finden sind, leben seine eigenen Erzählungen weiter, die einen gefragten Künstler und Exzentriker zeigen. So schreibt Carlson über eine Ausstellung im Folkets Hus in Sundbyberg des Jahres 1974, dass er dort eine 14-tägige Ausstellung hatte, aber als am Sonntag nach der Vernissage das Publikum kam, waren die Räume leer, da sämtliche Bilder bereits verkauft waren. Carlson hatte allerdings am Abend der Vernissage nicht nur alle Bilder verkauft, sondern sie den Käufern auch gegen Bezahlung ausgehändigt, nach dem Motto, dass es unsinnig sei noch zwei Wochen lang Bilder zu zeigen, die ohnehin nicht mehr verkäuflich seien.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden
16. Juli 1743: Henrik Magnus von Buddenbrock wird hingerichtet
16. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland
16. Juli 1868: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
16. Juli 1952: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
16. Juli 1983: Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Die Schriftstellerin und Künstlerin Henny Utsi Åhlin

Henny Utsi Åhlin, geborene Utsi, kam am 24. Dezember 1930 in Karesuando in Norrbotten zur Welt und wuchs im nahen Dorf Mertajärvi auf. Da die Familie auf 14 Personen anwuchs, war Fisch und Nahrung aus der kleinen Landwirtschaft die Hauptnahrung. Ihre Schulbildung erhielt Utsi Åhlin in der Dorfschule in der ein Lehrer für drei Klassen gleichzeitig zuständig war, was jedoch auch den Vorteil hatte, dass man dort die schwedischen Gesetze zur Bildung nicht ganz so ernst nahm und Finnisch die allgemeine Schul- und Umgangssprache war, auch wenn sich alle Schüler anstrengten auch gutes Schwedisch zu lernen.

Da Henny Utsi Åhlin jedoch auf eigenen Beinen stehen wollte, musste sie zur weiteren Bildung das Dorf verlassen. Zuerst besuchte sie eine Volkshochschule in Västerbotten, anschließend die Haushaltsschule in Öjebyn und schließlich noch die Fachschule für Haushaltsökonomie in Uppsala, was der späteren Schriftstellerin und Künstlerin den Weg zur Hauswirtschaftlerin öffnete. Nach einigen Jahren in diesem Beruf und ständigen Umzügen, die mit dem Beruf ihres Ehemanns zusammenhingen, kam die Familie 1965 schließlich nach Eksjö und ließ sich dort endgültig nieder.

In Eksjö ging Henny Utsi Åhlin auf eine Halbtagsbeschäftigung zurück und machte Fernkurse in Textilkunst und Lebensmittelwissenschaft. Bald nahm jedoch die Kunst die wichtigere Stellung ein, denn nach ihrer ersten Ausstellung in Eksjö im Jahre 1968 folgten auch Ausstellungen in anderen Ländern. Dies hielt Utsi Åhlin jedoch nicht davon ab nebenbei auch die Pädagogische Hochschule zu besuchen und 1976 den Abschluss als Lehrerin zu machen. 1981 kam erneut eine Wendung im Leben Utsi Ählins, denn es erschien ihr Buch Lakkasbarnen, dem weitere Werke folgen sollten. Aufsehen erregte die Schriftstellerin vor allem mit ihren beiden Büchern Nordkalotten brinner und Krigets vindar över Nordkalotten, denn in diesen Büchern beschreibt sie das Leben in Nordschweden während des Zweiten Weltkriegs, als Flüchtlinge von zwei Seiten in Lappland ankam und gleichzeitig die deutsche Kriegsmacht seine Präsenz zei
gt.

24. Dezember: Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden
24. Dezember 1643: Israel Kolmodin und der bekannteste Psalm Schwedens
24. Dezember 1731: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts

24. Dezember 1861: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius
24. Dezember 1967: Die schwedische Sängerin Pernilla Wahlgren
24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Dezember 2015

Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens

Nur wenige Jahre nachdem man in Kiruna begonnen hatte Eisenerz abzubauen, gründete Hjalmar Lundblom in nächster Nähe der Gruben den Ort Kiruna. 1901, ein Jahr später, entschied sich Lundblom auch eine Kirche für den Ort bauen zu lassen und beauftrage den Architekten Gustaf Wickman, der bereits zwei Jahre lang für das Bergbauunternehmen LKAB in Kiruna arbeitete, damit eine Kirche zu errichten, die so weit wie möglich einer lappländischen Kota nahe komme. Aber auch wenn der Bauplan 1903 bereits fertig war, so dauerte es noch bis zum 8. Dezember 1912 bis diese Kirche auch eingeweiht werden konnte.

Die offizielle Kirche, die zu dieser Zeit zu Kiruna gehörte, fand man in Jukkasjärvi, 19 Kilometer von der neuen Kirche entfernt, was dazu führte, dass man während der gesamten Bauzeit erst einmal eine größere Baubude zur Kirche des Ortes erklärte. Im gleichen Raum fand man tagsüber die Schule, am Abend einen Speisesaal für die Arbeiter und am Sonntag die Kirche, eine Lösung, die im Grunde niemanden zufrieden stellte und auch nur eine kurzzeitige Notlösung sein sollte. Ab 1906 konnte die Staatskirche Svenska Kyrkan dann in den Räumen der Methodistenkirche den Gottesdienst abhalten, die zumindest zentral gelegen war und an ein Gotteshaus erinnern konnte.

Die Kirche in Kiruna ist gewissermaßen einmalig in Schweden, denn sie ist stark von den norwegischen Stabkirchen beeinflusst und verfügt über alle Baustile die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden üblich waren, angefangen von der Neugotik über die Nationalromantik bis zum Jugendstil. Und da um diese Zeit Falurot zur Nationalfarbe Schwedens erklärt wurde, wurde die aus Russland importierten Holzteile auch mit dieser Farbe bemalt. 2001 wurde die Kirche in Kiruna als das eindrucksvollste Gebäude von der Zeit bis zu den 50er Jahren ausgezeichnet und das schwedische Volk ernannte sie bei einer Umfrage zur schönsten Kirche Schwedens. Wie das gesamte Zentrum Kirunas, so muss allerdings auch die Kirche umziehen, da sie sonst in den wachsenden Gruben des staatlichen Bergbauunternehmens LKAB versinken wird.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1860: Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Oktober 2015

Der samische Künstler Lars Pirak

Als der samische Künstler Lars Pirak am 2. Oktober 2008 an einem Herzinfarkt im Krankenhaus Sunderby in Luleå starb, fand man Werke des Künstlers bereits in den Museen der ganzen Welt, obwohl nur eine Gruppe Eingeweihter Piraks Werke wirklich kannte und die Bedeutung dieses Künstlers aus dem schwedischen Norden erfassen konnte. Lars Pirak hatte es verstanden die samische Tradition und das nördlichste Kunsthandwerk mit modernen Techniken aufrechtzuerhalten und er gilt als jener Künstler, der der samischen Kunst den Weg in die Zukunft öffnete, mit Motiven, die weit in die Geschichte der Samen zurückreicht.

Lars Pirak war am 27. Juli 1932 in Kvikkjokk im nördlichen Lappland zur Welt gekommen und wuchs mit der samischen Kultur und dem Luleåsamisch als Muttersprache  auf. Als der Künstler mit 17 die samische Volkshochschule in Jokkmokk besuchte, wurde sein Interesse für das Kunsthandwerk seines Volkes geweckt, was letztendlich auch dazu führte, dass Pirak 1957 an der gleichen Schule samisches Kunsthandwerk unterrichtete. Pirak hatte sehr früh erkannt, dass die Kunst und das Kunsthandwerk seines Volkes nur überleben können, wenn sich Vergangenheit und Zukunft verbinden. Aus diesem Grund vervollständigte der Künstler seine Ausbildung mit Studienaufenthalten in Nääs, in Stockholm und in Italien.

Lars Pirak, der neben kunsthandwerklichen Gegenständen auch Gemälde in Öl und Aquarell hinterlassen hat und als Sänger von Joiks bekannt war, gilt als der erste samische Künstler, der das Kunsthandwerk der Samen erneuerte, und Pirak ist der erste samische Künstler, dem die Ehrendoktorwürde der Universität Umeå verliehen wurde. Während Pirak bei seinen kunsthandwerklichen Arbeiten häufig zum Horn der Rentiere griff, repräsentieren seine Gemälde vor allem das Leben in den samischen Dörfern, der Rentierzucht, der Jagd und der alten samischen Religion, die Natur und Geistlichkeit vereint.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 25. August 2015

Inga Borg und der kleine Troll Plupp

Inga Borg kam am 25. August 1925 als Tochter eines Sportschwimmers in Stockholm zur Welt und wollte sehr früh Künstlerin werden. Ihren Lebensweg fand sie dann bereits im Alter von 19 Jahren, als sie erstmals in die damals kaum berührte Bergwelt Schwedens kam und die Natur auf ihre ursprünglichste Weise kennenlernte. Borg zeichnete und malte alles was sie sah, angefangen von der wilden Natur bis zu den Tieren, die diesen damals noch geheimnisvollen Teil Schwedens belebten. Diese Landschaft faszinierte die junge Frau so stark, dass sie immer wieder in die Wildnis zurückkam, die heute allerdings in dieser Art schon lange nicht mehr besteht.

Um jene Zeit war das Gebirge in Dalarna, dem Ziel von Inga Borg, bei weitem nicht so erschlossen wie heute und um ein Geschäft zu erreichen musste man oft mehrere Kilometer durch die Wildnis gehen. Bei diesen Wanderungen, die Borg oft auch durch Sumpfgebiete führten, traf sie erstmals den kleinen Troll Plupp, der sie in der ganzen Welt bekannt machen sollte. Natürlich entstand Plupp nur in den Gedanken der späteren Bilderbuchautorin, aber die Geräusche bei diesen Wanderungen und die wilde Natur ließen die Gedanken schweifen und Fantasie vermischte sich mit Realität.

Es sollte allerdings noch zehn Jahre dauern bis auch die Allgemeinheit von der Existenz des Trolls Plupp erfahren sollte, denn 1955 hatte Inga Borg ihre erste größere Ausstellung in Stockholm und im gleichen Jahr erschien, allerdings noch unter dem Namen Inga Grubbström, das Buch Plupp und die Rentiere, dem später 23 weitere Bücher über Plupp folgen sollten, Erzählungen, die immer die Tierwelt in den Vordergrund stellten und Kindern, mit Hilfe des kleinen Trolls sehr viele Hintergründe aus der nordischen Tierwelt näher bringen. Nur in einem Punkt schwindelte die Zeichnerin und Autorin etwas, denn auch wenn sie immer davon sprach, dass Plupp aus Lappland kommt, so lebte er in Wirklichkeit in Dalarna, aber Lappland wirkte, damals wie heute, so fern und magisch, dass man Inga Borg diesen Schwindel gerne verzeiht.


25. August 1750: Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens
25. August 1762: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa
25. August 1961: Der schwedische Serienzeichner Alf Woxnerud
25. August 1976: Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis
25. August 2014: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 23. August 2015

Der schwedische Künstler Elis Aidanpää

Elis Aidanpää starb am 23. August 2010 in Karhuniemi bei Kiruna, dem Ort in dem er nahezu sein ganzes Leben verbracht hatte. Bei seinem Tod galt er als einer der größten Künstler des hohen Nordens, der die Landschaften Lapplands nicht nur auf seinen Bildern festgehalten hatten, sondern auch die Bauten und das Leben in Lappland dokumentiert hatte. Noch heute wird Aidanpää oft als der „Häusermaler“ des Nordens bezeichnet, denn der Künstler reiste durch sehr viele der Orte und hielt dort die interessantesten Gebäude erst auf seinen Ölgemälden und später auf Aquarellbildern fest. Sehr viele dieser Gebäude sind heute verschwunden und die Bilder wurden dadurch geradezu zu einem kulturhistorischen Schatz.

Der Künstler Elis Aidanpää kam 1932 al viertes von elf Kindern in Kiruna zur Welt, wobei die Familie allerdings 1950 die Stadt verlassen musste und nach Karhuniemi zog, da es um diese Zeit immer schwieriger wurde in einer wachsenden Stadt Kühe, Pferde und Schweine zu halten. Aber bereits in Kiruna versuchte sich Aidanpää durch die verschiedensten Arbeiten über Wasser zu halten, wobei er sich dabei, ohne jede Ausbildung, als Händler versuchte, der seine Waren in Norwegen erwarb um sie dann in Schweden zu verkaufen. Über diese Handelstätigkeit kursieren noch heute die verschiedensten Geschichten und Gerüchte.

Die künstlerische Karriere von Elis Aidanpää begann kurz nach seiner Heirat Anfang der 60er Jahre, auch wenn der Durchbruch erst einige Jahre später kam, als Aidanpää von der Ölmalerei auf Aquarell überging. Trotz zahlreicher Ausstellungen in Schweden, teilweise auch in Norwegen und Finnland, gelang es Aidanpää zeit seines Lebens kaum in die Museen des Landes einzuziehen. Um so häufiger wurde der Künstler jedoch mit der Ausschmückung öffentlicher Werke beauftragt, unter anderem für das ABF-Gebäude in Stockholm und das Arbeitsamt in Kiruna. Die letzten Jahre seines Lebens nahm die Aktivität Aidanpääs als Maler ab und er begann ein Museum zur Geschichte des Kalixtals aufzubauen. Aidanpää wollte in dieser Zeit in Wort und Bild die Eigenheiten dieses Gebirgstals erhalten und nur sein plötzlicher Tod im Jahre 2010 setzte dieser Idee auf halbem Weg ein Ende.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1889: Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 23. Juni 2015

Karl Tirén und die Welt der Samen

Karl Tirén wurde am 23. Juni 1869 in Oviken im Jämtland als Sohn eines Priesters geboren und wurde in seiner Jugend stark von seinem älteren Bruder beeinflusst, der als Künstler vor allem Samenmotive malte. Tirén begann daher ebenfalls damit die nordschwedische Natur und Samen in ihrer  Umgebung zu malen, was ihm vor allem deswegen ermöglicht wurde, da er ab 1889 als Stationsvorsteher der schwedischen Eisenbahn in den verschiedensten Städten Nordschwedens, vor allem Lapplands, beschäftigt war und damit in engeren Kontakt mit der Lokalbevölkerung kam.

Bereits ab Beginn des 20. Jahrhunderts bereiste Karl Tirén dann das gesamte Lappland, allerdings nicht nur auf der Suche nach Motiven für seine Gemälde, sondern mehr und mehr als Sammler von Joiks, die er anfangs schriftlich und mit Noten versehen aufzeichnete, bald jedoch mit einem Phonograph aufnahm. Mit dieser Arbeit war Tirén nicht nur ein Pionier in der Tonaufzeichnung von Volkstraditionen, sondern er konnte dabei altes Volksgut bewahren, zumal im Jahre 1945 der Hugo Gebers Verlag einen Großteil seiner Aufzeichnungen veröffentlichte und damit einem breiten Publikum zugänglich machte.

Unter den künstlerischen Arbeiten Karl Tiréns wurden vor allem die Landschaftsgemälde und ein Altarbild mit samischen Motiven von größerer Bedeutung. Einige seiner Werke kann man heute im Länsmuseum in Östersund finden. Seine Archive zu Volkstraditionen und Dialekten liegen im Archiv DAUM in Umeå und die meisten seiner musikalischen Aufzeichnungen und Aufnahmen findet man im Schwedischen Liederarchiv (Svensk visarkiv). Tirén, der am 1. September 1955 in Stockholm starb, kämpfte auch um seinen einzigartigen Grabplatz bei seiner Stuga Nuoljalid bei Kiruna, der ihm nur mit Sondergenehmigung des damaligen Königs und durch die Unterstützung der Samen genehmigt wurde.


23. Juni 1743: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
23. Juni 1869: Karl Tirén und die Welt der Samen
23. Juni 1875: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens
23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus wird eingeweiht
23. Juni 1950: Carl Zetterström, bekannt unter der Signatur Carl Z
23. Juni 1952: Mittsommer (midsommar) in Schweden
23. Juni 1981: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
23. Juni 1982: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 6. Februar 2015

Der nordschwedische Künstler Leander Engström

Als Leander Engström am 6. Februar 1927 im Alter von 40 Jahren in Stockholm starb, hatte er alle Stufen des Auf und Ab eines Künstlers erlebt, wäre jedoch ohne den Einsatz seiner Frau vermutlich in Vergessenheit geraten, denn Maria Engström arbeitete nach seinem Tode unermüdlich daran die Werke ihres Mannes bekannt zu machen und konnte dabei seine künstlerischen Stärken zeigen. Leider ist Engström dennoch bis heute nur wahren Kunstkennern ein Begriff und ausschließlich in Schweden wird seine Kunst auch allgemein anerkannt.

Leander Engström kam am 27. Februar 1886 im nordschwedischen Ytterhogdal zur Welt, mit Ahnen, die man dort bis zum 17. Jahrhundert zurückverfolgen kann. Die Familie zog nach Sundsvall, wo der 14-Jährige dann in einem Sägewerk zu arbeiten begann. Mit der Kunst kam Engström erst 1901 in Berührung, als er bei der Sundsvalls Tdning als Helfer angestellt wurde. In diesem Rahmen lernte er erst lokale Künstler und später auch anerkannte Maler des Landes kennen, unter anderem Helmer Osslund, der den Jugendlichen 1906 auch mit auf eine Lapplandreise nahm und ihm die Basis des Malens beibrachte. Im folgenden Jahr begann Leander Engström dann eine Kunstausbildung in der Schule des Verbands der Stockholmer Künstler. Anschließend  hatte Engström das Glück einen Mäzen zu finden, der ihm einen Studienaufenthalt in der Schule von Henri Matisse in Paris finanzierte, wo der Künstler den gleichen Kurs besuchte wie Isaac Grünewald, Einar Jolin und anderen Künstlern der Künstlergruppe De Unga.

Leander Engström, der regelmäßig von der wilden Landschaft Lapplands angezogen wurde und zahlreiche Sommer dort verbrachte, entwickelte sich ab dieser Zeit zum Expressionisten des nördlichsten Schwedens in dem die wilde Natur mit der Farbenpracht des Herbstes eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Den größten Erfolg hatte der Künstler dann während der Baltischen Ausstellung in Malmö im Jahre 1914, als seine expressionistischen Landschaftsgemälde neben Gemälden von Grünewald, Jolin, Sigrid Hjertén und Nils von Dardel hingen. Nach einem Studienaufenthalt Anfang der 20er Jahre in Italien wurden die Gemälde Engströms weicher, was ihm sehr viel Kritik einbrachte, auch wenn es dem Künstler damit gelang die Natur Lapplands einfühlsamer darzustellen.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens 
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt 
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel

Conrad Quensel kam am 10. Dezember 1787 als Sohn eines Prosten in Ausås zur Welt und erhielt daher auch von Grund auf eine gute Bildung. Im Jahre 1783 begann Quensel ein naturwissenschaftliches Studium an der Universität Lund, das er 1787 mit einem Magister abschloss. Zwei Jahre später machte der Wissenschaftler seine erste Reise nach Lappland, wobei es ihm dort gelang einige bis dahin unbekannte Insekten zu beschreiben. Diese Errungenschaft führte auch dazu, dass er nach seiner Rückkehr zum Assistenten am Botanischen Garten in Uppsala ernannt wurde.

Der wissenschaftliche Aufstieg von Conrad Quensel setzte in den Folgejahren fort, 1797 wurde er Arzt und Direktor des heutigen Naturhistorischen Reichsmuseums. Ein Jahr später wurde der Wissenschaftler dann zum Lehrer in Chemie und in Naturwissenschaften an der Kriegsakademie in Karlsberg ernannt, was Quensel einige Jahre später auch den Titel eines Professors in Naturwissenschaft und Pharmazie einbrachte. Bereits am 22. August 1806, im Alter von nur 38 Jahren, starb Conrad Quensel dann jedoch auf Schloss Karlsberg noch bevor er wirklich wissenschaftlichen Einfluss gewinnen konnte.

Neben seinen naturwissenschaftlichen Entdeckungen in Lappland zeichnete sich Conrad Quensel vor allem durch die Zusammenstellung sehr detaillierter Kataloge zur damals noch nicht veröffentlichten Geschichte Schwedens aus, die noch heute von Geschichtswissenschaftlern benutzt werden. Die zweite bedeutende Leistung Quensels war die Verfassung der meisten Texte der vier ersten Bände des Tafelwerkes Svensk Botanik von Johan Wilhelm Palmstruch.


10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1901: Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 8. Dezember 2014

Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto

Otto  Zeidlitz kam am 8. Dezember 1860 in Lit im Jämtland in einem armen und streng christlichen Elternhaus zur Welt und begann nach der Hauptschule in einem Sägewerk bei Sundsvall zu arbeiten. Da Zeidlitz sehr früh davon träumte Priester zu werden, sparte er so viel wie möglich von seinem Einkommen um 1880 seine Schulbildung an der Fjellstedtska Skolan zu erweitern, einer Privatschule für zukünftige Priester. Während der Ferien arbeitete Zeidlitz weiterhin im Sägewerk, er wechselte die Schule und 1885 machte er im Gymnasium in Gävle seine Hochschulreife. Aus Geldmangel musste er jedoch anschließend auf ein Studium verzichten.

Nach seiner Hochschulreife gelang es Otto  Zeidlitz jedoch eine Anstellung bei August Lundberg zu erhalten, einem Missionar der Samen in Lannavaare. Unter Lundberg lernte Zeidlitz nicht nur Gottes Wort zu verbreiten, was er als die wichtigste Aufgabe seines Lebens betrachtete, sondern er erlernte auch die samische und die finnische Sprache. Auf Grund seiner Fähigkeiten als Missionar und der Empfehlung Lundbergs wurde Zeidliz dann auch vom akademischen Examen befreit und 1888 zum Priester geweiht. Bis zu seinem Tod am 3. august 1943 in Pajala sollte Zeidlitz dann in Lappland bleiben, unter anderem auch als Gefängnispriester.

Otto Zeitlitz war jedoch nicht nur Priester und Missionar in Lappland, sondern er gründete auch eine Privatschule, betätigte sich, wie einer seiner Vorgänger, Lars Levi Læstadius, mit botanischen Forschungen. Als in Schweden dann der erste Esperantoklub gegründet wurde, war Zeitlitz einer seiner ersten Mitglieder und schon 1895 übersetzte er ein Werk von Emilie Flygare-Carlén ins Esperanto. In den Folgejahren war es Zeitlitz extrem wichtig sehr viel in Esperanto zu schreiben und zu veröffentlichen, da dies die Sprache war die zum Frieden und der internationalen Völkerverständigung führen sollte. Auch wenn seine eigenen Werke in Esperanto relativ bescheiden blieben, so zeigte sich Zeitlitz als einer der bedeutendsten literarischen Esperanto-Übersetzer seiner Epoche.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1912: Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. März 2014

Der nordschwedische Schriftsteller Björn-Erik Höijer

Björn-Erik Höijer wurde am 14. März 1907 in Malmberget in Norrbotten geboren und arbeitete bis zu seinem 33. Lebensjahr als Lehrer für Kunsthandwerk, auch wenn er sich bereits um diese Zeit mehr für das Schreiben als das Kunsthandwerk interessierte. Mitte 30 legte Höijer seinen Beruf dann immer mehr zur Seite und arbeitete konkret an einer literarischen Karriere.

Im Jahre 1940 erschien das erste Werk von Björn-Erik Höijer, die Novellensammlung Grått berg, das unmittelbar eine grosse Beachtung fand, denn Hoijer, ein deutlicher Arbeiterliterat Norrbottens, konnte in seinen Novellen die Stärke der Natur und das Leben im nördlichsten Teil Schwedens hervorragend ausdrücken und daher den Menschen, die dort leben, aus der Seele sprechen. Die Themen von Höijer kreisen alle um die Natur, die Arbeiter, den Alkohol, moralische Fragen und den Laestadianismus, der Nordschweden sehr stark beeinflusste.

Björn-Erik Höijer schrieb während seiner 50 Jahre als Schriftsteller rund 50 Bücher, die die verschiedensten literarischen Bereiche umfassen, denn unter seinen Werken findet man Dramen, Lyrik, Novellen und Romane, neben etwa 20 Hörspielen. In ganz Schweden bekannt wurde Höijer vor allem mit seiner Romansuite über Martin Skoog, einem autobiografischen Werk dessen ersten Bände zu den Klassikern der schwedischen Jugendliteratur wurden, auch wenn sich die Bände im Grunde an Erwachsene richten. An Höijer, der am 10. Februar 1996 in Uppsala starb, erinnert in Malmberg heute nur noch eine Straße, der Höijers backe.


14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre
14. März 1709: Sten Carl Bielke, Wissenschaftler und Politiker
14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden 
14. März 1812: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin 
14. März 1816: Bernhard Elis Malmström, klassische Lyrik und Realismus 
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden 
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens 
14. März 1922: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Oktober 2013

Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Anna Lovisa Öst, genannt Anna-Lisa Öst und bekannt als Lapp-Lisa, wurde am 8. Oktober 1889 in Mark, etwa 35 Kilometer von Vilhelmina, in Lappland geboren und fand ihr Schicksal bereits mit 15 Jahren. Als sie 1904 bei einer Bootsfahrt nahezu ertrank, schwor sie ihr Leben Gott zu widmen, sollte Gott sie überleben lassen. Öst, die damals noch Vikström hieß, überlebte und schloss sich nur vier Jahre später der Heilsarmee an bei der sie sich drei Jahre später zum Offizier ausbilden ließ. Zwölf Jahre lang arbeitete sie dann sehr aktiv dafür andere Seelen zu retten.

Als Anna-Lisa Öst im Jahre 1924 Johan Öst aus Hedemora heiratete, gab sie zwar ihre Arbeit als Offizier der Heilsarmee auf, nicht jedoch ihre christliche Arbeit, denn sie reiste, trotz ihrer zwei Kinder, weiterhin durch Skandinavien und besuchte mehrmals die USA. Bekannt wurde Öst jedoch weniger durch Predigen, sondern vor allem dafür, dass sie nicht mit dem gesprochenen Wort missionierte, sondern über ein Gesangsrepertoire von etwa 800 Liedern verfügte, die die Zuhörer in ihren Bann brachten.

Ab 1929 wurden die ersten Lieder von Anna-Lisa Öst, die man ab dieser Zeit auch als Lapp-Lisa bezeichnete, auf Schallplatten geprägt und erst unter dem Label Tal och Ton vertrieben, später von Sonora übernommen und in den 50er Jahren von Cupol vertrieben wurden. Insgesamt nahm die christliche Sängerin etwa 450 Lieder auf unter denen  vermutlich das Lied Barnatro am bekanntesten wurde und weltweit über 100.000 Mal verkauft wurde. An Lapp-Lisa erinnern heute noch die Gebetsstube im Kirchdorf Fatmomakke und ihre Statue in Vilhelmina. Anna-Lisa Öst starb am 27. April 1974 in Hedemora.


8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung 
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. August 2013

Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie

Anders Bure wurde am 14. August 1571 in Säbrå unter dem Namen Andreas Bureus geboren, da er seinen heute bekannten Namen erst bekam als er 1624 auf Grund seiner Leistungen geadelt wurde. Über die Ausbildung von Bure ist nichts bekannt, aber da er aus einem Geschlecht von Priestern kam, war es logisch, dass er entweder selbst das Priesteramt ergriff oder aber in die höhere Administration eintrat. Nachdem Bure geadelt war, trat er als Kriegsrat auf, überwachte das schwedische Bauwesen und gehörte zur Gruppe der drei Personen, die den Druck der Bibel überwachen.

Anders Bure ging insbesondere wegen seiner Leistungen innerhalb der schwedischen Kartographie in die Geschichte ein, denn nachdem er bereits 1602, gemeinsam mit seinem Bruder Jonas und mit Abraham Lampadius, eine Karte über Stockholm vorlegte, und ab 1611 als erster mehrere Karten über Schweden veröffentlichte, ist seine Karte aus dem Jahre 1626, die ganz Schweden umfasst, von einer erstaunlichen Genauigkeit und umfasst erstmals auch die Flüsse und Seen Nordschwedens. Viele dieser Erkenntnisse verdankt man auch den Reisen von Anders Bure, der als Landvermesser Abstände sehr genau bewerten konnte.

Nachdem Anders Bure bereits 1623 die Aufsicht über das Bauwesen gesamt Schwedens übergeben wurde, wurde er fünf Jahre später auch zum ersten schwedischen Generalmathematiker ernannt. In diesem Rahmen war er auch zuständig für die Ausbildung der Landvermesser. Hier brach Bure dann mit zwei alten Traditionen, denn zum einen benutzte er als erster Schwede das von Simon Stevin erfundene Dezimalsystem und zum anderen bildete er die Landvermesser vor Ort aus, was geradezu als Revolution betrachtet wurde, denn bis dahin war davon ausgegangen, dass eine Ausbildung eine theoretische Aktivität war, die man den Universitäten zuordnete.


14. August 1814: Die Union von Schweden und Norwegen 
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Mai 2013

Das Unglück auf dem Ormsjö in Lappland

Am 12. Mai 1936 war die Trift in Lappland gerade abgeschlossen und das gesamte Holz schwamm Richtung Sägewerke. Dieser Tag war immer ein großes Fest bei dem Flößer mit Dynamitsprengungen gefeiert wurden und am Ufer die Angehörigen bereits auf die Männer warteten, die teilweise unter dem Einsatz ihres Lebens die Stämme auf den Weg gebracht hatten. Die Flößer mussten nur noch mit einem Boot die Eisfläche des Ormsjö (Schlangensee) erreichen um an Land zu kommen.

Was jedoch ein Fest sein sollte, entwickelte sich zu einer der größten Katastrophen auf dem Ormsjö, an dem das gleichnamige Dorf (heute in Dorotea eingemeindet) liegt aus dem die meisten der Flößer kamen. Während einige der Arbeiter mit Hilfe von Ruderbooten das Land erreichten, versuchten 23 Personen in einem bereits stark beladenen Motorboot Platz zu finden, das gerade einmal für 15 Passagiere gedacht war. Das Boot lag nur noch knapp über der Wasserfläche und als der Fahrer das Steuer etwas heftig bewegte, kenterte das Boot nahezu unmittelbar.

Da das Wasser eisig war, die Flößer noch ihre schwere Kleidung trugen und ein Teil nicht einmal schwimmen konnte, ertranken in nur wenigen Minuten 14 Personen im See, vor den Augen ihrer Frauen und Kinder, wobei einige Familien wegen den Arbeitsmöglichkeiten sogar erst kürzlich an den Ormsjön gezogen waren. Nach dem Unglück wurden sämtliche Bewohner in Västerbotten gebeten den betroffenen Familien finanziell zu helfen, damit diese überleben konnten. Im Friedhof von Dorotea findet man einen Erinnerungsstein, der noch heute an dieses große Unglück erinnert.


12. Mai 1940: Lill Lindfors, 52 Jahre im Rampenlicht 
12. Mai 1967: Der Kaknästornet in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. Februar 2013

Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Am 7. Februar 1909 (als alternatives Datum wird auch der 7. Dezember 1909 genannt) wurde Enok Sarri im nordschwedischen Masungsbyn geboren, ein Same, der es noch gelernt hatte auf die traditionelle Weise das Wetter vorherzusagen und schon 1950 vom schwedischen Wetterdienst beschäftigt wurde um alle Wetterinformationen der Region Kiruna/Gällivare zu sammeln, allerdings auf die moderne wissenschaftliche Art. Um jedoch seine geringen Einnahmen aufzubessern, arbeitete Sarri gleichzeitig noch als Führer für Touristen und sagte jedem, der bezahlte, das Wetter auf die alte Weise voraus.

Enok Sarri kam noch als Kind nach Nikkaluokta, als die Familie ihre Rentierherde verlor und der kleine Ort an der Grenze zwischen den Gemeinden von Kiruna und Gällivare gerade gegründet wurde. Einen gewissen Ruf erlangte Sarri, da er Touristen grundsätzlich in der traditionellen Kleidung seiner Region empfing und auf sehr ausführliche Weise das zukünftige Wetter mit Hilfe von Fisch- und Rentiermägen deutete, obwohl er bei seinen Voraussagen vielmehr die Natur sehr genau beobachtete und das Wissen benutzte, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

In ganz Schweden bekannt wurde Enok Sarri jedoch erst im Jahre 1977 als er zur Abwechslung nicht das Wetter voraussagte, sondern dem königlichen Paar garantierte, dass es sich beim Erstgeborenen um einen Prinzen handelt. Sarri ging sogar so weit zu schwören, dass er auf den Knien von Nikkaluokta bis Kiruna gehen würde, sollte kein Prinz geboren werden. Als dann Kronprinzessin Viktoria die Erstgeborene war, machte sich Enok Sarri tatsächlich auf den Weg, was sich jedoch nicht als sonderlich schwierig erwies, denn die Grenze zu Kiruna (damals wurde die gesamte Gemeinde Kiruna als Stadt gerechnet) war gerade einmal einige Meter von Nikkaluokta entfernt.


7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Februar 2013

Der Nationaltag der Samen in Schweden


Auch wenn man in der Liste der schwedischen Flaggtage den 6. Februar vergebens sucht, so wird man in vielen Teilen Schwedens an diesem Tag nicht nur die schwedische Flagge im Wind wehen sehen, sondern neben ihr noch eine weitaus weniger bekannte Flagge entdecken, die für das gesamte Sápmi, das Land der Samen, eine sehr große, wenn bisher auch nur symbolische, Bedeutung hat, denn es handelt sich um die Flagge der Samen.

Während der 15. Konferenz der Samen in Helsingfors (Helsinki) im Jahre 1992 entschied die Mehrheit der samischen Vertreter den 6. Februar zum Nationaltag der Samen zu ernennen und diesen Tag in ihrem gesamten Gebiet zu feiern. Das erste Mal wurde dieser Nationaltag am 6. Februar 1993 im Rahmen des Internationalen Jahres der Indigenen Völker in Jokkmokk gefeiert um sich von dort aus im Laufe in nahezu 20 Jahren über ganz Schweden auszubreiten.

Heute wird der Nationaltag der Samen nicht mehr nur in Nordschweden gefeiert, sondern auch zahlreiche Städte des Landes haben sich der Bewegung angeschlossen und hissen am 6. Februar nicht nur die samische Flagge, sondern es wird an einem öffentlichen Platz auch das Lied Sámi soga lávlla gesungen, das Nationallied der Samen, das Isak Saba im Jahre 1906 schrieb und von Arne Sörlie vertont wurde. Die samische Flagge vereint vier Farben, wobei Grün für die Natur und die Gewächse steht, Blau für das Wasser, Rot für das Feuer, die Wärme und die Liebe und Gold für die Sonne. Der Nationaltag ist auch der einzige Tag im Jahr wo man in ganz Schweden Joiks hören kann.


6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige

Copyright: Herbert Kårlin