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Freitag, 16. September 2016

Das Neue Testament erscheint auf Schwedisch

Auch wenn die sogenannte Gustav Vasa Bibel in seiner Gesamtfassung erst im Jahre 1541 erschien, so kam bereits am 16. September 1526 das Neue Testament als erster Teil der Bibel auf den Markt. Vermutlich wurde dieser Teil von Laurentius Andreae und Olaus Petri übersetzt ohne dass sich die beiden Theologen der Tragweite dieser Arbeit wirklich bewusst wurden, abgesehen davon, dass die beiden natürlich wussten dass die Übersetzung ein Umbruch war, denn bis dahin waren die Bibelausgaben grundsätzlich auf Lateinisch verfasst und bauten zudem auf den katholischen Glauben.

Mit der Übersetzung des Neuen Testaments machte die Bibel erstmals Einzug in die gesamte schwedische Gesellschaft, da nun die Botschaft jeder Schwede verstehen konnte, und zum anderen war dieses Werk der Umbruch zwischen dem Vorschwedisch und dem Neuschwedisch, denn das Neue Testament war das erste Buch, das in Neuschwedisch erschien und damit die Sprache im ganzen Land vereinheitlichen sollte, denn bis dahin hatte jede Region des Landes ein etwas unterschiedliches Schwedisch mit sehr unterschiedlicher Schreibweise. Mit diesem Buch wurde daher das Schwedisch, das in Stockholm und dem Mälartal gesprochen wurde, eine Leitlinie für die gesamte moderne Entwicklung der schwedischen Sprache.

Natürlich wurden bereits bei der Gesamtausgabe der Vasa Bibel im Jahre 1641 einige als altertümlich betrachtete Schreibweisen bereits modernisiert, aber schon 1526 führte man die Buchstaben ä und ö ein, die auch im heutigen Schwedisch vorhanden sind. Die Verbreitung einer gemeinsamen Schriftsprache wurde auch durch gefördert, dass Gustav Vasa mehr oder weniger sämtliche Kirchengemeinden dazu zwang ein Neues Testament zu kaufen, was einige der Gemeinden sehr belastete, denn jede Bibel kostete drei Mark, was heute über 10.000 Kronen entspräche. Die Gesamtausgabe, die 15 Jahre später erschien, kostete dann sogar zehn Mark. Natürlich wurde diese Sprache der Kirche und der Administration nie in dieser Weise gesprochen, aber sie prägte bis zum 18. Jahrhundert die Schriftsprache Schwedens, die erst mit Erscheinung der ersten Zeitungen abgeschliffen und volksnaher wurde.


16. September 1583: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden
16. September 1621: Die Eroberung von Riga durch Gustav II. Adolf
16. September 1920: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
16. September 1920: Dan Andersson stirbt in Stockholm an Cyanidvergiftung
16. September 1962: Der schwedische Politiker Håkan Juholt
16. September 1967: Glasskulptur in Schweden: Das Prisma in Norrköping 
16. September 1977: Der schwedische Komiker Måns Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. April 2014

Der schwedische Reformator Laurentius Andreae

Obwohl Laurentius Andreae, der latinisierte Name von Lars Andersson, neben Olaus Petri, zu den bedeutendsten Reformatoren der schwedischen Kirche gehören, starb er am 14. April 1552 in Ungnade und Armut, da er seine Möglichkeiten gegenüber Gustav Vasa überschätzt hatte und geglaubt hatte, dass er eine schwedische Lösung bei der Reformation finden könne bei der nicht der König den Papst ersetzte, sondern die religiösen Führer des Landes den richtigen Weg des Glaubens zeigen konnten, teilweise durch Kompromisse mit der noch existierenden katholischen Schicht des Landes.

Laurentius Andreae hatte in Skara, Uppsala, Rostock und Leipzig vermutlich Recht studiert und machte bei seiner Rückkehr nach Schweden eine sehr schnelle Karriere, denn als er Mitte 30 war, verwaltete er bereits das Stift in Strängnäs und als Gustav Vasa am 6. Juni 1523 König Schwedens wurde, ernannte dieser Andreae zu seinem Sekretär, der auch für alle kirchlichen Angelegenheiten des Landes zuständig war. Zu dieser Zeit zeigte Andreae sein diplomatisches Gespür, denn er sorgte dafür, dass Gustav Vasa sich alle seine Reformationsvorschläge persönlich aneignen konnte und der Reformator selbst im Hintergrund blieb.

Aber auch wenn Laurentius Andreae später maßgeblich daran beteiligt war, dass die Macht von Gustav Vasa ausgedehnt wurde, dieser 1524 das gesamte Silber des Klosters Vadstena beschlagnahmen konnte und er, gemeinsam mit Olaus Petri, die Bibel Luthers ins Schwedische übersetzte, was zur sogenannten Vasa-Bibel wurde, begann 1530 der Abstieg der beiden Reformatoren, denn Gustav Vasa wollte, nach deutschem Vorbild, allein über die Entwicklung der schwedischen Kirche entscheiden, was dazu führte, dass Andreae und Petri als Landesverräter betrachtet wurden. Die beiden Reformatoren entgingen zwar der Hinrichtung, verloren jedoch alle Ehren und Gustav Vasa beschlagnahmte sämtliche Güter von Laurentius Andreae.


14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt 
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band 
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung 
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin