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Sonntag, 25. Februar 2018

Der Erzbischof Jacob Benzelius

Jacob Benzelius kam am 25. Februar 1683 als Sohn des Erzbischofs Erik Benzelius in Uppsala zur Welt und studierte dort Philosophie. Ein Jahr nach Abschluss seines Studiums wurde er Studienrat in Philosophie an der gleichen Universität, wechselte jedoch 1706 in die theologische Fakultät und wurde in diesem Rahmen auch Priester in Näs. Ab 1707 machte Benzelius eine ausgedehnte Studienreise bei der er in Leipzig auch Karl XII. besuchte, der um diese Zeit dort sein Hauptquartier hatte. Zurück in Schweden suchte er vergebens nach einer Pfarrgemeinde und erst 1718 sollte Benzelius dann als Theologieprofessor an die Universität Lund berufen werden, was ihm eine Karriere in der Theologie ermöglichte.

Sechs Jahre nach seinem Doktortitel in Theologie im Jahr 1725 wurde Jacob Benzelius dann Bischof in Göteborg und gründete dort, unter anderem, auch ein Kinderheim. Der Weg zum Erzbischof wurde ihm dann durch seinen Bruder geöffnet, denn dieser wurde 1743 zum Erzbischof erhoben, starb jedoch noch kurz vor der Amtseinführung, so dass Jacob Benzelius als sein Nachfolger ausgewählt wurde und 1744, im Alter von 61 Jahren Erzbischof und Prokanzler der Universität Uppsala wurde, ein Aufstieg, der ihm ermöglichen sollte die Denkweise der schwedischen Kirche über rund 100 Jahre hinweg zu bestimmen, da er mehrere Lehrbücher verfasste, die für das gesamte schwedische Reich als Richtlinie gesehen wurden. Benzelius führte daher die Arbeit seines Vaters in direkter Linie fort.

Jacob Benzelius gehörte zu den Theologen, die die schwedische Kirche (Svenska Kyrka) als einzige Kirche des Landes betrachteten und einen erbitterten Kampf gegen das Aufkommen jeder Freikirche führte, insbesondere gegen den Pietismus, was zu einer kirchlichen Zensur in Schweden führte. Als deutlichstes Beispiel dient sein Kampf gegen den Pietisten Thomas Leopold aus Kungälv, der mit seinen Predigten das Volk bewegen konnte. Benzelius brachte Leopold nicht nur wegen Ketzerei vor Gericht, sondern erreichte auch dass dieser lebenslänglich in Festungshaft kam um eine Signal für alle andere Freidenker jener Zeit zu setzen. Da Jacob Benzelius sehr spät zum Erzbischof ernannt wurde, konnte er sein Amt nur wenige Jahre ausüben, wenn auch mit sehr großem Erfolg, denn er starb am 19. Juni 1747, nur drei Jahre nach seiner Ernennung, während eines Reichstags bei dem er die Priesterschaft Schwedens vertrat.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland
25. Februar 1986: Der schwedische Sänger Danny Saucedo 
25. Februar 1995: Flashback, von der Zeitschrift zum Forum 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Januar 2018

Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing

Gottfrid Billing kam am 19. April 1841 als Sohn eines Regionalpolitikers in einem alten Geschlecht Skånes in Önnestad zur Welt und studierte an der Universität Lund Theologie, wobei der Theologe von Beginn an sowohl in der Politik als auch der Religion eine sehr konservative Haltung einnahm, was, auf Grund seines Einflusses, auch die Entwicklung Schwedens zum Teil über Jahre hinweg bremste. Mit 40 Jahren wurde Billing Professor der Theologie an der Universität Lund, 1884 Bischof des Stiftes Västerås und nur ein Jahr später auch oberster Hofprediger der Königshauses.

Seine engen Beziehungen zum Königshaus und den konservativen kirchlichen  Kreisen führten dazu, dass Gottfrid Billing gefragt wurde, ob er Anton Niklas Sundberg als Erzbischof folgen wollte. Billing lehnte das Angebot ab, ließ sich dafür jedoch in die Svenska Akademien wählen, da dies mit mehr Prestige verbunden war. Billig vertrat die Svenska Kyrkan auch als konservativer Politiker beim Reichstag von Västerås. Hier gelang es dem Politiker jede Anfrage nach einem allgemeinen Wahlrecht zu blockieren, wobei er insbesondere Frauen von der gesellschaftlichen Entwicklung ausschließen wollte.

Auch in theologischen Fragen zeigte sich Gottfrid Billing als extrem konservativ, was sich insbesondere darin ausdrückte, dass er noch 1910 die Existenz des Teufels vertrat, denn schließlich habe Jesus selbst diese Aussage verbreitet. In diesen Jahren gab es mehrere fortschrittliche Theologen, die die Kirche erneuern wollten und daher die Existenz des Teufels bereits als Dummheit bezeichneten. Billing konnte die Verbreitung dieser modernen Meinung weitgehend bremsen. Nach dem ersten Weltkrieg zog sich Gottfrid Billing, der am 14. Januar 1925 in Lund starb, aus dem öffentlichen Leben zurück, behielt jedoch bis zu seinem Tod das Amt als Bischof und erster Hofprediger und war weiterhin aktives Mitglied der Svenska Akademien.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. Januar 2018

Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich

Der vierte Reichstag, den König Gustav Vasa 1544 in Västerås einberief gilt als einer der bedeutendsten Reichstage Schwedens, der das schwedische Königssystem völlig ändern sollte und auch im militärischen Bereich ein Schritt in die Zukunft war, da die Verteidigung modernisiert wurde und sich auch gegen innere Unruhen vrbereitete. Zudem wurde beim Reichstag 1544 die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) endgültig zur dauerhaften Staatskirche Schwedens, eine Entscheidung, die bis zum Jahr 2000 gültig blieb.

Für die Königsmacht war indes nur die Entscheidung am 13. Januar 1544 von Bedeutung, denn beim Übereinkommen, das als Västerås arvförening in die Geschichte einging, sicherte den Nachkommen Vasas das königliche Erbrecht. Bis zu diesem Tag galt ein altes Gesetz, nach dem ein König Schwedens gewählt werden musste und ausdrücklich nicht über eine Successionsfolge innerhalb einer Familie an die Macht kommen durfte. Gustav Vasa legte damit den Grundstein der bis heute, wenn auch leicht veränderten, Erbfolge der schwedischen Könige, was nur mangels Erben unterbrochen werden kann.

Allerdings tauchte bereits einige Jahre später das erste Problem mit diesem Gesetz auf und man ergänzte die Bestimmungen. Erik XIV. hatte nämlich die Frechheit das Hoffräulein Karin Månsdotter zu heiraten und zur Königin zu machen. Dies führte dazu, dass der König letztendlich dem Thron enthoben, die Königin gefangen genommen wurde und der Sohn des Paares von der Thronfolge ausgenommen wurde und Johan III. als Thronerbe eingesetzt wurde. Ab dieser Zeit durfte ein künftiger König keine bürgerliche Frau mehr heiraten ohne die Thronrechte zu verlieren, zumindest bis die Linie Bernadotte Schweden zu regieren begann.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Donnerstag, 14. Juli 2016

Der Schriftsteller und Politiker Paul Waldenström

Paul Waldenström, der vor allem als P. P. Waldenström bekannt ist, starb am 14. Juli 1917 in der Missionsschule auf Lidingö und ging als der Gründer des Svenska Missionsförbundet SMF in die Geschichte ein, der seinen Namen 2003 in Svensk Missionskyrkan änderte und seit 2011 fester Teil der Equmeniakyrkan ist. Waldenström ist vermutlich der einzige Religionsgründer, der bei der Gründung der von ihm geschaffenen Missionskirche nicht anwesend war, sondern die Gründungsversammlung dem Mitgründer der Freikirche, E. J. Ekman, überließ, dessen Biographie in vielen Punkten jener Waldenströms entspricht.

Paul Waldenström war am 20. Juli 1838 als Sohn eines Landarztes in Luleå zur Welt gekommen und begann 1857 ein Philosophiestudium an der Universität Uppsala. Bereits 1863 promovierte er zum Doktor in Philosophie und ein Jahr später ließ er sich zum Priester weihen und begann als Lehrer an der Oberschule in Växjö zu arbeiten. Bereits im Jahr als Waldenström sein Studium in Uppsala begann, hatte er eine religiöse Krise, die ihn zur Evangeliska Fosterlands-Stiftelse führte. Da Waldenström sich auch sehr früh als religiöser Schriftsteller ausgezeichnet hatte, übernahm er 1868 auch die Redaktion Pietisten, die damals einflussreichste religiöse Zeitschrift der Freikirche Schwedens. Ab 1872 kam erneut eine religiöse Krise Waldenströms, die ihn auch von der  Evangeliska Fosterlands-Stiftelse entfernte und 1882 dazu führte, dass der Theologe auch sein Amt als Priester vollkommen aufgab.

Bereits 1878 hatte Paul Waldenström, gemeinsam mit Jakob Ekman (E. J. Ekman) den Svenska Missionsförbundet gegründet, was um diese Zeit mehr ein christlicher Verein als eine selbständige Kirche war und die Religion modernisieren sollte. Allerdings arbeitete der SMF auch eng mit anderen Kirchen zusammen, unter anderem auch der Svenska Kyrkan, nicht zuletzt um auch diese Kirchen zu modernisieren. Waldenström nahm innerhalb des Missionsverbands eine besondere Stellung ein, da er auch mehrere Psalmen schrieb und zahlreiche Schriften herausgab, die den Einfluss des SMF stärkten. Ab 1884 war Waldenström auch politisch aktiv und spielte in mehreren Ausschüssen eine wichtige Rolle, wobei er auch hier immer seine persönliche religiöse Anschauung hervorhob.


14. Juli 1757: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
14. Juli 1901: Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende
14. Juli 1931: Der Marionettenspieler und Theaterdirektor Michael Meschke
14. Juli 1977: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. Juni 2016

Der Künstler und Heraldiker Bengt Olof Kälde

Bengt Olof Kälde kam am 8. Juni 1936 in Uppsala zur Welt und zeigte seine künstlerische Neigung bereits sehr früh. Bereits im letzten Jahr im Gymnasium fertigte er ein monumentales Gemälde für die Kathedralschule Uppsalas an, das die Geschichte dieser Schule erzählt. Nach Abschluss der Schule begab sich Kälde dann nach München um an der Akademie der Bildenden Künste ein Studium zu beginnen, das er später vor allem in Italien und Griechenland vervollständigte. Einen Teil der 60er Jahren und der 70er Jahre verachte der Künstler dann im Kloster Erlach in Österreich.

Bengt Olof Kälde verließ das Kloster jedoch wieder um 1982 die Meisterschule für Restaurierung und Konservierung in Wien zu besuchen. Einige der bedeutendsten Arbeiten schuf Kälde jedoch bereits während seiner Zeit im Kloster, denn im Laufe der 60er Jahre zeichnete er sämtliche historischen Wappenschilde der schwedischen Bischofsstifte und er entdeckte bei seinen historischen Forschungen auch das ursprüngliche Wappen der Svenska Kyrkan aus dem 14. Jahrhundert, ein Wappen, das 1977 wieder als das offizielle Wappen der schwedischen Kirche angenommen wurde und heute Teil des Logotyp der Svenska Kyrkan ist.

Auch wenn Bengt Olof Kälde einer der bedeutendsten Künstler ist und er weltweit zu den wichtigsten Heraldikern unserer Epoche gehört, ist er kaum bekannt, denn seine Werke sind nicht signiert. Das vermutlich bekannteste Werk des Künstlers findet man heute in der Kila Kyrka bei Nyköping, nämlich ein 50 Quadratmeter großes Goldmosaik mit dem Motiv der Offenbarung. Bengt Olof Kälde, der am 6. Februar 2014 in Uppsala starb, war ab 1989 der Wappenmaler des königlichen Ordens und malte bis zu seinem Tode rund 100 Schilder für den Serafimorden, die heute im Serafimsaal des königlichen Schlosses und in der Riddarholmskyrkan in Stockholm ausgestellt sind.


8. Juni 793: Die Wikinger, der Beginn einer Geschichte
8. Juni 1435: Die berühmteste Kathedrale Schwedens wird eingeweiht
8. Juni 1908: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
8. Juni 1941: Alf Robertson, vom Seemann zum Sänger
8. Juni 1965: Karin Alvtegen, Kriminalromane um das Leben zu bewältigen
8. Juni 2011: Das schwedische Meeresschutzgebiet Väderöarna 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Dezember 2015

Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens

Nur wenige Jahre nachdem man in Kiruna begonnen hatte Eisenerz abzubauen, gründete Hjalmar Lundblom in nächster Nähe der Gruben den Ort Kiruna. 1901, ein Jahr später, entschied sich Lundblom auch eine Kirche für den Ort bauen zu lassen und beauftrage den Architekten Gustaf Wickman, der bereits zwei Jahre lang für das Bergbauunternehmen LKAB in Kiruna arbeitete, damit eine Kirche zu errichten, die so weit wie möglich einer lappländischen Kota nahe komme. Aber auch wenn der Bauplan 1903 bereits fertig war, so dauerte es noch bis zum 8. Dezember 1912 bis diese Kirche auch eingeweiht werden konnte.

Die offizielle Kirche, die zu dieser Zeit zu Kiruna gehörte, fand man in Jukkasjärvi, 19 Kilometer von der neuen Kirche entfernt, was dazu führte, dass man während der gesamten Bauzeit erst einmal eine größere Baubude zur Kirche des Ortes erklärte. Im gleichen Raum fand man tagsüber die Schule, am Abend einen Speisesaal für die Arbeiter und am Sonntag die Kirche, eine Lösung, die im Grunde niemanden zufrieden stellte und auch nur eine kurzzeitige Notlösung sein sollte. Ab 1906 konnte die Staatskirche Svenska Kyrkan dann in den Räumen der Methodistenkirche den Gottesdienst abhalten, die zumindest zentral gelegen war und an ein Gotteshaus erinnern konnte.

Die Kirche in Kiruna ist gewissermaßen einmalig in Schweden, denn sie ist stark von den norwegischen Stabkirchen beeinflusst und verfügt über alle Baustile die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden üblich waren, angefangen von der Neugotik über die Nationalromantik bis zum Jugendstil. Und da um diese Zeit Falurot zur Nationalfarbe Schwedens erklärt wurde, wurde die aus Russland importierten Holzteile auch mit dieser Farbe bemalt. 2001 wurde die Kirche in Kiruna als das eindrucksvollste Gebäude von der Zeit bis zu den 50er Jahren ausgezeichnet und das schwedische Volk ernannte sie bei einer Umfrage zur schönsten Kirche Schwedens. Wie das gesamte Zentrum Kirunas, so muss allerdings auch die Kirche umziehen, da sie sonst in den wachsenden Gruben des staatlichen Bergbauunternehmens LKAB versinken wird.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1860: Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. September 2015

Das schwedische Kirchengesetz und seine Bedeutung

Als am 3. September 1686 Karl XI. das neue Kirchengesetz (Kyrkolag) verabschiedete, änderte sich das gesamte schwedische Leben bis zum 1. Januar 1992, denn das alte Gesetz wurde erst zu diesem Datum geändert und trennte dann die Kirche von der Politik. Das Kyrkolagen von 1686 war das erste kirchliche Gesetz, das für ganz Schweden galt und die protestantische Religion vereinheitlichte, aber sie auch zur einzigen Religion des Landes machte, denn in diesem Gesetz war verankert, dass sich Juden, Türken und andere Volksgruppen nur in Schweden niederlassen dürfen nachdem sie sich taufen lassen haben und vollständig nach den Regeln der schwedischen Religion leben.

Das Kirchengesetz von 1686, nach dem Karl XI. nach wie vor das Oberhaupt von Staat und Kirche war, erlaubte jedoch nicht nur die Entwicklung der Svenska Kyrkan nach einheitlichen Regeln, sondern gilt auch als die Grundlage der gesamten schwedischen Bevölkerungsstatistik und führte ein Schulsystem ein, denn die Priester aller Gemeinden wurden dabei angehalten allen Kindern ihrer Versammlung das Lesen beizubringen und sie im christlichen Glauben zu unterrichten. Das Gesetz schuf daher auch die ersten Volksschulen Schwedens, die voll in die Hände der Kirche gegeben wurden, auch wenn Grundbesitzloser und Adelige eigene Schulen für ihre Kinder einrichten durften. Selbst in diesen Privatschulen waren indes meist Priester oder von diesen empfohlene Lehrer die Pädagogen.

Da im Kirchengesetz von 1686 auch festgelegt wurde, dass die Priester aller Gemeinden ein Geburtsbuch, ein Taufbuch, ein Aufgebotsbuch, ein Hochzeitsbuch, ein Todenbuch, ein Begräbnisbuch und selbst ein Einzugs- und Auszugsbuch führen mussten und ein Umzug in eine andere Gemeinde nur mit einem Dokument des zuständigen Priesters möglich war, schuf dieses Gesetz auch die Grundlage für alle statistischen Erfassungen, die es heute ermöglichen jede Person zumindest bis zum Jahr 1749 zurückzuverfolgen. Allerdings schrieb dieses Gesetz auch vor, dass der Gemeindepriester sich um die Armen seiner Gemeinde kümmern muss, also die dafür notwendigen Summen von den anderen Gemeindemitgliedern fordern musste oder eine Möglichkeit zu finden hatte, dass die Armen eine sinnvolle Arbeit gegen Entlohnung oder Ernährung leisteten.


3. September 1807: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
3. September 1872: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
3. September 1925: Der schwedische Künstler Bengt Lindström
3. September 1935: Die schwedische Skilegende Assar Rönnlund
3. September 1942: Schweden unterstützt das geplünderte Norwegen
3. September 1949: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie
3. September 1967: Die Einführung des Rechtsverkehrs in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Juli 2014

Paul Waldenström und die schwedische Missionskirche

Paul Waldenström kam am 20. Juli 1838 in Luleå als Sohn eines Provinzarztes zur Welt, was ihm von jüngsten Jahren an eine gute Grundbildung brachte. Ab 1857 studierte Waldenström an der Universität Uppsala. Bereits 1865 verließ er dann die Universität als Doktor in Philosophie. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler zum Priester geweiht, ohne jedoch in den Kirchendienst einzutreten, sondern um als Lehrer in Växjö, dann in Umeå und schließlich in Gävle zu arbeiten.

Während Paul Waldenström zu Beginn seines Studiums noch in voller Linie hinter der Svenska Kyrkan stand, begann er bereits am 1857 an dieser Lehre zu zweifeln. Waldenström näherte sich dann immer mehr der neuevangelischen Richtung und wurde 1868, nach dem Tod von Olof Rosenius, Redakteur der christlichen Zeitschrift Pietisten, was den religiösen Philosophen zu einer sehr einflussreichen Person der religiösen Entwicklung Schwedens machte. Da sich Waldenström jedoch erneut nicht an die Lehre der Gemeinschaft hielt, sondern eine persönliche Meinung verbreitete und die Meinung der Evangeliska Fosterlands-Stiftelse in Frage stellte, kam es auch zum Bruch zwischen der Stiftung und Waldenström.

Um seine religiöse Meinung, die eine persönliche Beziehung zu Gott forderte, zu verbreiten, gründete Paul Waldenström, gemeinsam mit Jakob Ekman 1878 den SMS, den Svenska Missionsförbundet, der sich 2003 in den Svenska Missionskyrkan (Schwedische Missionskirche) umbenannte. Sehr schnell wurde Waldenström der geistige Führer der Bewegung und gleichzeitig der Vorsitzende der Missionskirche und des Priesterseminars auf Lidingö. Parallel zu seiner Missionstätigkeit, die von einer literarischen Aktivität begleitet wurde, betätigte sich Waldenström auch als streitsüchtiger Politiker, der sich gegen das allgemeine Wahlrecht stellte und, obwohl er von den linken Gruppen unterstützt wurde, immer weiter nach rechts driftete. Seine politische Karriere im Parlament endete 1905 abrupt, da sich Waldenström weigerte vor den Wahlen bekannt zu geben für welche Partei er bei Abstimmungen eintreten werde.

20. Juli 1833: Der schwedische Mystiker Waldemar Rudin
20. Juli 1889: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
20. Juli 1900: Einar Norelius und die Sagenwelt Schwedens
20. Juli 1901: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
20. Juli 1955: Stig Larsson, Schriftsteller und Filmregisseur

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 7. Mai 2014

Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan

Am 7. Mai 1856 gründete der Priester Hans Jakob Lundborg mit der Unterstützung des Predigers und Schriftstellers Carl Olof Rosenius die Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen EFS um die Erweckungsbewegung, die sich um diese Zeit in ganz Schweden verbreitete, auch zu einem Teil der offiziellen Staatskirche, der Svenska Kyrkan, zu machen und die Gläubigen davon abhalten zu einer der zahlreichen Freikirchen überzulaufen, die zwar keine Werbung für sich machen durften, die Mitglieder jedoch durch Mund zu Mund Propaganda bekamen. Die Religionsfreiheit Schwedens war um diese Zeit noch stark eingeschränkt.

Die Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen gehört, trotz vieler Parallelen zu Freikirchen, bis heute zur Svenska Kyrkan und zählt gegenwärtig etwa 15.000 Mitglieder, die sich auf rund 350 lokale Missionsvereine verteilen und seit ihrer Gründungszeit die Bibelkunde und die Bibeldeutung im Zentrum ihrer Lehre haben. Der protestantische Glaube sollte sich nach Lundborg von Beginn an vor allem über die Volksbildung verbreiten. Die Aufgabe der früheren reisenden Prediger übernehmen heute allerdings mehr die acht Volkshochschulen des Landes, die von der Glaubensgemeinschaft gegründet wurden. Allerdings werden die Priester der EFS seit 1990 ausschließlich nach den Regeln der Svenska Kyrkan ausgebildet und von dieser auch zum Priester geweiht, was dabei hilft, dass die Gemeinschaft mehr und mehr mit der Svenska Kyrkan in Verbindung gebracht wird und ihr den Ruf der Freikirche nimmt.

Der Aufschwung der Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen kam sehr schnell, insbesondere dadurch, dass die Stiftung bereits 1857 die Zeitschrift Budbäraren herausgab, die eine Mischung aus Literatur und der Verbreitung von religiösen Theorien war und von Kolporteuren in ganz Schweden verkauft wurde, Reisenden, die später auch zu Predigern ausgebildet wurden. Parallel zu dieser Zeitschrift gründete die EFS einen Verlag, der insbesondere christliche Literatur veröffentlichte und seit 1992 in den Verbum Förlag eingeht. Die Bedeutung dieser Veröffentlichungen wird dadurch dokumentiert, dass bereits das erste Werk des ursprünglichen EFS-Verlages, die Kirchenpostille Luthers, in acht Auflagen und insgesamt 70.000 Exemplaren verkauft wurde.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss Tre Kronor in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
7. Mai 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
7. Mai 2013: Die Swedish Music Hall of Fame in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. April 2014

Der schwedische Reformator Laurentius Andreae

Obwohl Laurentius Andreae, der latinisierte Name von Lars Andersson, neben Olaus Petri, zu den bedeutendsten Reformatoren der schwedischen Kirche gehören, starb er am 14. April 1552 in Ungnade und Armut, da er seine Möglichkeiten gegenüber Gustav Vasa überschätzt hatte und geglaubt hatte, dass er eine schwedische Lösung bei der Reformation finden könne bei der nicht der König den Papst ersetzte, sondern die religiösen Führer des Landes den richtigen Weg des Glaubens zeigen konnten, teilweise durch Kompromisse mit der noch existierenden katholischen Schicht des Landes.

Laurentius Andreae hatte in Skara, Uppsala, Rostock und Leipzig vermutlich Recht studiert und machte bei seiner Rückkehr nach Schweden eine sehr schnelle Karriere, denn als er Mitte 30 war, verwaltete er bereits das Stift in Strängnäs und als Gustav Vasa am 6. Juni 1523 König Schwedens wurde, ernannte dieser Andreae zu seinem Sekretär, der auch für alle kirchlichen Angelegenheiten des Landes zuständig war. Zu dieser Zeit zeigte Andreae sein diplomatisches Gespür, denn er sorgte dafür, dass Gustav Vasa sich alle seine Reformationsvorschläge persönlich aneignen konnte und der Reformator selbst im Hintergrund blieb.

Aber auch wenn Laurentius Andreae später maßgeblich daran beteiligt war, dass die Macht von Gustav Vasa ausgedehnt wurde, dieser 1524 das gesamte Silber des Klosters Vadstena beschlagnahmen konnte und er, gemeinsam mit Olaus Petri, die Bibel Luthers ins Schwedische übersetzte, was zur sogenannten Vasa-Bibel wurde, begann 1530 der Abstieg der beiden Reformatoren, denn Gustav Vasa wollte, nach deutschem Vorbild, allein über die Entwicklung der schwedischen Kirche entscheiden, was dazu führte, dass Andreae und Petri als Landesverräter betrachtet wurden. Die beiden Reformatoren entgingen zwar der Hinrichtung, verloren jedoch alle Ehren und Gustav Vasa beschlagnahmte sämtliche Güter von Laurentius Andreae.


14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt 
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band 
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung 
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Februar 2014

Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg

Als Henrik Samuel Nyberg am 9. Februar 1974 in Uppsala starb, galt er weltweit als einer der bedeutendsten Orientalisten und Religionshistoriker unserer Zeit, der auch über viele Jahre hinweg Professor für semitische Sprachen an der Universität Uppsala war und Forschungsarbeiten über zahlreiche Religionen veröffentlicht hatte, wobei er sich dabei nicht nur auf die großen Religionen beschränkte, sondern auch in die Philosophie der Zoroaster und den Manierismus eintauchte.

Persönlich engagierte sich Henrik Samuel Nyberg aktiv in der Svenska Kyrkan und war ein gläubiger und praktizierender Christ, was ihn von sehr vielen anderen Religionsforschern Schwedens unterschied. Nyberg arbeitete in diesem Sinne auch an einem neuen Psalmenbuch und einer modernen Bibelübersetzungen, denn trotz seiner intensiven Kenntnisse orientalischer Religionen, zweifelte der Wissenschaftler nie am christlichen Gott. Während des Zweiten Weltkriegs zeigte Nyberg zusätzlich eine deutliche Haltung gegen nationalsozialistische Strömungen in Schweden und Deutschland.

Henrik Samuel Nyberg, der am 28. Dezember 1889 geboren worden war und 1948 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, zeichnete sich auch durch seine ausgedehnten Sprachkenntnisse aus, denn er beherrschte nicht weniger als 28 Sprachen, darunter Hebräisch, klassisches Arabisch, Persisch und Sanskrit. Als Nebenprodukt seiner Forschungsarbeiten verfasste Nyberg auch eine Hebräische Grammatik, die in Schweden noch heute verwendet wird und selbst ins Englische übersetzt wurde. Nyberg verwendete allerdings nie seine Vornamen, sondern zeichnete grundsätzlich nur als H. S. Nyberg.


9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof 
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens 
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 15. Februar 2013

Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens

Als am 15. Februar 1819 Jacob Axelsson Lindblom, der damalige Erzbischof des Stiftes Uppsala, starb, so hatte er nicht nur eine ungewöhnliche Karriere gemacht, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Svenska Kyrkan geleistet. Lindblom hatte als erster Bischof Schwedens keinerlei theologische Bildung und übernahm bereits als Priester die Aufklärungstheorien Deutschlands als Basis seiner Lehre, was allerdings nur durch die Unterstützung des Königs Gustav III. möglich war, der Lindblom sehr früh eine Spitzenposition in der Kirche geben wollte.

Aber auch ohne theologisches Studium zeigte sich Jacob Axelsson Lindblom äußerst aktiv, denn bereits 1797, also zehn Jahre nach seiner Priesterweihe, erschien unter Lindblom Schwedens erste theologische Zeitschrift Journal för prester in der er seine Thesen, die überwiegend auf die Philosophie von Emanuel Kant aufbauten, weit verbreiten konnte und selbst einen Einfluss im Reichstag errang. Hinzu kommt, dass er eifrig an Psalmen arbeitete und sowohl im Psalmbuch von 1819 als auch jenem von 1937 vertreten ist.

Jacob Axelsson Lindblom hatte sehr früh verstanden, dass der Glaube nicht nur mündlich überliefert werden kann, sondern die Gläubigen und Priester schriftliche Werke benötigten, die ihnen die Leitlinien der Religion aufzeigen. Unter seiner Leitung als Erzbischof entstand daher eine Handbuch der protestantischen Kirche, ein neuer Katechismus und ein neues Psalmbuch. In seiner Eigenschaft als Erzbischof vertrat Lindblom in der Regierung auch den Priesterstand und unterschrieb die Regierungsreform aus dem Jahre 1809.


15. Februar 1950: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Januar 2013

Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Der Beschluss, dass die schwedische Kirche (Svenska Kyrkan) vom Staat getrennt werden sollte, wurde bereits im Jahre 1995 gefällt. Allerdings sollte es noch bis zum 1. Januar 2000 dauern bis alle entsprechenden Verträge und Bedingungen ausgehandelt waren und sowohl das Parlament als auch die Svenska Kyrkan die Idee umsetzen konnten. Auch wenn die Entscheidung mehr eine Zwischenlösung wurde als eine absolute Trennung der beiden Einheiten, so waren beide Seiten mit der Entscheidung als solches zufrieden..

In der Tat sollte diese Reform das Rad der Geschichte bis zur Zeit vor Gustav Vasa zurückdrehen, der ab 1523 die Reformation durchstzte und in Schweden die Staatskirche einführte. Allerdings wollte die schwedische Regierung auch 2000 noch einen gewissen Einfluss über die Arbeit und die Bedeutung der Svenska Kyrkan ausüben, was sich darin zeigt, dass es nach wie vor vier Gesetze gibt, die dem Staat eine Macht über die Kirche geben. Aus der Staatskirche wurde daher nichts anderes als eine nationale Volkskirche.

Die Hauptunterschiede der Trennung zwischen Staat und Kirche am 1. Januar 2000 zeigen sich vor allem darin, dass die Abgaben an die Svenska Kyrkan keine Steuern mehr sind, sondern eine Mitgliedsabgabe gelten, dass die schwedische Kirche Eigentum besitzen kann und dass sie nicht mehr Einwohnermeldeamt tätig ist. Aber nach wie vor ist die Svenska Kyrkan die einzige volks-nationale Kirche, die, unter anderem, auch über nahezu alle Friedhöfe verfügt und daher allen anderen religiösen Gemeinden des Landes indirekt übergeordnet wurde.


1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. November 2012

Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen

Am 26. November 1867 wurde Hans Jakob Lundborg in einer Priesterfamilie in Gagnef geboren, was in jener Zeit auch nahezu richtungsweisend für die Kinder war, so dass Lundborg vom ersten Tag an auf seinen späteren Beruf innerhalb der Svenska Kyrkan vorbereitet wurde. Dennoch arbeitete Lundborg nach seinem Studium erst einige Jahre lang in Uppsala als Lehrer, bis er 1851 plötzlich den Ruf Gottes spürte. Bereits 1853 wurde Lundborg dann in Västerås zum Priester geweiht.

Da  Hans Jakob Lundborg, der sehr gut predigen konnte, im Amt jedoch deutlich zeigte, dass er das Priesteramt und die Lehre der Svenska Kyrkan etwas anders sah als die offizielle Lehre forderte und sich Lundborg geistig zudem der Erweckungsbewegung (Väckelserörelsen) angeschlossen hatte, wurde er ständig an neue Orte versetzt, in der Hoffnung, dass sich dadurch seine Theorien nicht bei der Bevölkerung festsetzen können, was sich jedoch sehr bald als Irrtum herausstellte, denn überall wo Lundborg ankam, kam auch der Kern der Erweckungsbewegung an.

Dass Hans Jakob Lundborg ganz zum Erweckungsbewegung kam, lag an einer Krankheit im Jahre 1855, denn dadurch bekam er einen längeren Erholungsurlaub und konnte seine Brieffreunde in Schottland und Irland besuchen, insbesondere aber auch James Lumsden von der freikirchlichen Universität in Aberdeen. Sein Aufenthalt dort vertiefte nicht nur seinen Glauben an die Erweckungsbewegung, sondern er erfuhr auch wie er diese Glaubensrichtung in Schweden verbreiten konnte, nämlich durch gedruckte Schriften. Zurück in Schweden begann Lundborg dann unmittelbar vier Zeitschriften zur Erweckungsbewegung herauszugeben, was der Bewegung in Schweden letztendlich zum Durchbruch verhalf.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm 

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Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden

Auch wenn man den Begriff Svenska Kyrkan in Schweden bereits sehr früh verwendete, so taucht er erst im Jahre 1860 im ersten Dissenterlag, dem ersten liberaleren Kirchengesetz seit Gustav Vasa tatsächlich auf. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde auch jeder, der die Staatskirche verließ des Landes verwiesen, denn nach allgemeiner Meinung war der Bestand des schwedischen Staates von einer einheitlichen Kirche abhängig.

Als am 30. Oktober 1860 das erste der beiden Gesetze in Kraft trat, wurde es möglich die Svenska Kyrkan zu verlassen ohne dafür bestraft zu werden, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man gleichzeitig einer neuen Glaubensgemeinschaft beitrat die vom Staat genehmigt war. Dies bedeutete allerdings auch, dass die einzelnen Glaubensgemeinschaften völlig unter sich bleiben mussten und sich nicht vermischen konnten.

Mit dem zweiten Dissenterlag im Jahre 1873 wurden die Bestimmungen weiter geöffnet und man konnte, nach einer vorgegebenen Bedenkzeit, die Svenska Kyrkan auch ohne weitere Bedingungen verlassen, gemischte Ehen wurden zugelassen und die Eltern konnten frei entscheiden welcher Religion das Kind angehören sollte. Allerdings war es dann noch bis 1951 verboten keiner religiösen Gemeinde anzugehören, denn erst dann wurde die Religionsfreiheit in Schweden genehmigt.


30. Oktober 1807: Handelsmann Johanna aus Ödeshög

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Montag, 11. Juni 2012

Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens

Wer heute am 11. Juni nach dem Vornamen Barnabas in den schwedischen Kalendern sucht, sucht vergebens, denn bereits bei der Reform im Jahre 1901 wurde dieser christliche Name Barnabas durch die mehr schwedischen Namen Bertil und Berthold ersetzt. Bertil wurde dann vor allem über Prinz Bertil ein gängiger Name, obwohl dieser Name, auch als Familienname bereits seit 1396 existierte und Berthold, der ebenfalls deutschen Ursprungs ist, ist lediglich eine andere Schreibweise für den schwedischen Bertil.

Heute findet man in Schweden gerade noch 36 Männer, die Barnabas als Vorname tragen, wobei es sich bei niemandem mehr um den Rufnamen handelt. Im ebenfalls protestantischen Großbritannien ist der Vorname Barnabas heute noch verbreitet, auch in Forma von Barnaby und Barnabus, und auch in Frankreich und Spanien wird dieser Vorname noch regelmäßig vergeben. Schweden, das mit der katholischen Kultur so weit wie möglich brechen wollte, hat heute nicht einmal mehr eine Kirche, die dem Heiligen Barnabas geweiht ist.

Barnabas, der ein Mitarbeiter des Apostel Paulus war, soll nach einer Legende die erste katholische Kirche auf Zypern gegründet haben, wobei ihm auch eine tragende Rolle in der Gründung der Urkirche und der Anerkennung von Paulus zugesagt wird. Auch wenn in Schweden der Vorname Barnabas als verschwunden gilt und der Heilige nichts mit der Svenska Kyrkan zu tun hat, so wird der Heilige von einigen Freikirchen, unter anderem der Pingstkyrkan, weiterhin verehrt und die schwedische Mission Barnabas will mit dem Namen des Heiligen fehl geleitete Schweden missionieren.


11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit

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Montag, 14. Mai 2012

Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt

Am 14. Mai 1981 wurde im schwedischen Parlament entschieden, dass die Zeichensprache als Muttersprache für Taube gilt, was bedeutet, dass die Zeichensprache von diesem Tag an nicht nur als Minoritätensprache des Landes anerkannt wurde, sondern auch alle Taube das Recht bekamen diese Sprache als Hauptsprache zu verwenden und die öffentlichen Ämter jemanden beschäftigen müssen, der sich in dieser Sprache mit tauben Besuchern verständigen kann, eine Bedingung, die allerdings bis heute nicht vollständig umgesetzt wurde.

Mit diesem Beschluss wurde die alte malerische Zeichensprache in Schweden von einer allgemeinen und nationalen Zeichensprache ersetzt, die auch eine vollständige Grammatik besitzt. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die schwedische Zeichensprache nur innerhalb der schwedischen Grenzen einheitlich ist und in anderen Ländern nicht verstanden wird. Hinzu ommt, dass die Grammatik nichts mit der sonst in Schweden benutzten Grammatik zu tun hat. Die schwedische Zeichensprache verfügt auch über einige regionale Dialekte, die vor allem von der besuchten Schule abhängen.

Da es in Schweden rund 10.000 taube Personen gibt, geht man davon aus, dass insgesamt 30.000 Personen die Zeichensprache regelmäßig, vor allem innerhalb der Familie, zur Kommunikation verwenden. Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass die Zeichensprache nur eine gesprochene Sprache ist und in keiner Weise geschrieben werden kann. Wenn sich Taube auf Entfernung unterhalten wollen, so benutzen sie meist Video oder auch Webcams. In den letzten Jahren hat sich die Zeichensprache in Schweden so verbreitet, dass auch einige Theater einzelne Vorstellungen in Zeichensprache anbieten. Auch die Svenska Kyrkan versucht grundsätzlich Hochzeiten, Taufen und auch Gottesdienste in Zeichensprache abzuhalten.


14. Mai 1931: Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens

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Freitag, 6. April 2012

Karfreitag in Schweden

Auch wenn die Bedeutung des Karfreitag, der in Schweden Långfredagen (langer Freitag) genannt wird, eigentlich bis ins 4. Jahrhundert zurückgeht, wurde er in Schweden erst ab dem 17. Jahrhundert gefeiert. Im gleichen Jahrhundert wurde der Karfreitag dann auch zu einem Feiertag erklärt an dem keine Arbeit geleistet werden durfte. Die Bedeutung des Tages stimmt zwischen der katholischen und protestantischen Kirche überein, auch wenn gewisse Traditionen voneinander abweichen.

Obwohl in Schweden das Gesetz, nach dem alle Geschäfte am Karfreitag geschlossen sein müssen, keinerlei Tanzveranstaltungen angeboten werden dürfen und selbst Rock und Pop aus staatlichem Fernsehen und Radio verschwinden müssen bereits 1969 abgeschafft wurde, so steht man am Karfreitag auch heute noch in manchen Gegenden vor verschlossenen Geschäften oder Restaurants und einige Radiostationen spielen Psalmen statt der sonst üblichen Musikmischung. Auch manche Tanzveranstaltung fällt nach wie vor aus und die eine oder andere Diskothek legt einen Ruhetag ein.

Långfredagen soll ausdrücken, dass dieser Tag sehr lang für Jesus war und mit großen Leiden verbunden war. In der Svenska Kyrkan wird noch heute um 15 Uhr eine Kreuzwegandacht gehalten, die damit in Verbindung gebracht wird, dass Jesus in der neunten Stunde starb, also um 15 Uhr. Auf dem Altar findet man am Karfreitag nur fünf rote Rosen, die die Wunden von Jesus symbolisieren. In der Regel spielt man an diesem Tag auch keine Orgelmusik und die Kirchglocken bleiben stumm.


6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens 

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Donnerstag, 1. März 2012

Die Kirchen-Versammlung von Uppsala

Am 1. März 1593 eröffnete Nils Göransson Gyllenstierna die Kirchen-Versammlung von Uppsala (Uppsala Möte), die die Svenska Kyrka als das bedeutendste Treffen in der Geschichte der protestantischen Kirche des Landes empfindet, da am 17. November 1592 mit Sigismund ein katholischer König an die Macht kam und damit die Reformationsbestrebungen in Gefahr geraten war, die Basis der Svenska Kyrkan. Zahlreiche Priester hatten bereits die Liturgie von Johan III. für ungültig erklärt und waren bereit zum Katholizismus zurückzukehren.

Zur Versammlung in Uppsala kamen vier Bischöfe und über 300 Priester, die, gemeinsam mit den Ratsherren, über die Zukunft der schwedischen Kirche beraten sollten. Bereits am 5. März kam es zu einer Einigung, mit dem Ergebnis, dass die protestantische Kirche die einzige Schwedens blieb und das Augsburger Bekenntnis weiterhin seine Grundlage bildete. Die Worte, die der Vorsitzende der Versammlung, Nicolaus Olai Bothniensis, anschließend aussprach, haben die Denkweise schwedischer Herrscher und der kirchlichen Vertreter des Landes auf Jahrhunderte geprägt: „Nu är Sverige blivet en man och alle have vi en Herre och Gud.“

Das Ergebnis des Treffens war, dass Sigismund an seinem Krönungstag am 19. Februar 1594 gezwungen war das Treffen und das entsprechende Abkommen zu unterzeichnen, nach dessen Inhalt niemand, der nicht der protestantischen Kirche angehörte eine öffentliches Amt erhalten konnte, dass die Universität Uppsala wieder geöffnet werden musste und der König zum Beschützer der protestantischen Kirche wurde. Im gleichen Zug wurde der Katholizismus und die Lehre Ulrich Zwinglis im ganzen Reich verboten.

1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg 

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Sonntag, 25. Dezember 2011

Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan

Wenn man nach dem Ursprung des Wortes Julottan sucht, so entdeckt man dass dieser Begriff in Schweden bereits im 13. Jahrhundert angewendet wurde und den Weihnachtsgottesdienst bezeichnete. Im Jahre 1686 taucht dieser Begriff dann auch im Kirchengesetz auf, mit dem Hinweis, dass die Julottan, die traditionelle Morgenmesse am Weihnachtstag, dem 25. Dezember, jeden Jahr morgens um sechs Uhr gefeiert werden musste, ein Brauch, der auf die alten Gesetze der Westgoten zurückgeht. Diese Frühmesse, die noch heute in ganz Schweden gefeiert wird, gehört immer noch zu den meist besuchten Gottesdiensten des Jahres.

Auch wenn heute viele Kirchen in Schweden die Julottan durch die Julbönen, eine Messe am Nachmittag des Heiligen Abends, und die Mitternachtsmesse (Julnattsmässan) ersetzen, so bleibt die Julottan nach wie vor der traditionell wichtigste Gottesdienst zur Weihnachtszeit. Heute finden die frühesten Julottan in der Regel bereits morgens um vier Uhr statt und die spätesten um zehn Uhr, was vom Wort her allerdings unlogisch ist, da Ottan der Moment des Tages bezeichnet an dem die Nacht dem Morgen Platz macht. In vielen Kirchen Schwedens tritt an diesem Morgen einer der bekannteren Chöre auf, wobei der Gottesdienst seit 1819 mit dem Psalm Var hälsad, sköna morgonstund eingeleitet wird, was in den letzten Jahren leider etwas verloren geht.

Trotz der frühen Morgenstunden sind die Kirchen während der Julottan in der Regel nach wie vor ziemlich gefüllt, wobei früher grundsätzlich alle Landbewohner zur Julottan gingen, oder mit geschmückten Wagen zur Kirche fuhren, und nur jeweils eine Person im Haus zurückblieb, da jemand das Feuer unterhalten musste und das Frühstück vorzubereiten hatte. Es war daher auch logisch, dass der Weihnachtstag ein Tag war, an dem sich alle zu Hause hielten und man aus vielen Häusern kaum einen Ton vernehmen konnte.

25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit 

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