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Sonntag, 23. Oktober 2016

Das Kloster in Vadstena wird eingeweiht

Auch wenn das Kloster in Vadstena noch von der Heiligen Birgitta geplant und gezeichnet wurde, so verzögerte sich die Genehmigung des Papstes und es konnte erst am 23. Oktober 1384 eingeweiht werden, elf Jahre nach dem Tod Birgittas. In den folgenden zwei Jahrhunderten sollen das Kloster Vadstena jedoch eine tragende Rolle einnehmen, da es das Mutterkloster des Ordens war und hier zudem eine Abteilung für Nonnen und eine für Mönche existierte, die allerdings getrennt voneinander leben sollten und sich nur durch eine besondere Vorrichtung sprechen und Bücher austauschen konnten, ohne sich zu sehen und ohne sich zu berühren.

Die Grundlage für das Kloster Vadstena legten im Jahre 1346 König Magnus Eriksson und Königin Blanka von Namur, die das Grundstück testamentarisch dem zukünftigen Kloster schenkten, mit der Auflage, dass sie beide in der geplanten Klosterkirche begraben werden und die Priester des Klosters während der letzten Tage ihres Lebens für ihr Seelenheil beten würden. Allerdings sollte die Klosterkirche erst 1430 fertiggestellt werden, so dass der Wunsch des Paares nur teilweise erfüllt werden konnte, da beide starben noch bevor überhaupt das Kloster vom Papst genehmigt war.

Aber auch in anderer Hinsicht spielte das Kloster Vadstena eine besondere Rolle, denn auch wenn Birgitta klare Regeln für den Umgang zwischen Nonnen und Mönchen festgelegt hatte, so beweist ein Brief der Nonne Ingrid Pärsdotter aus dem Jahre 1498, zumindest zeitweise, ein wenig klösterliches Leben. Entgegen der Klosterregeln trafen sich Nonnen und Mönche zu gemeinsamen Festen, Nonnen nahmen Geschenke männlicher Bewohner der Umgebung an und einzelne Paare verbrachten die Nächte auch gemeinsam in den Klosterzellen. Mit der Reformation unter Gustav Vasa war die Entwicklung der katholischen Klöster, auch des Klosters in Vadstena, jedoch ab 1527 besiegelt und erst in jüngster Zeit konnte auch in Vadstena wieder ein Kloster in Erinnerung an die Heilige Birgitta entstehen.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juni 2016

Der Pilgerpfad Munkastigen in Tiveden

Am 25. Juni 2012 wurde der Pilgerpfad Munkastigen in Tiveden offiziell eingeweiht, der auf 96 Kilometern zwischen Riseberga und Olshammar verläuft, vorbei an 13 bedeutenderen Sehenswürdigkeiten und durch einen Wald, der früher wegen seinen zahlreichen Räubern bekannt war. Nach einer Legende nahm im Jahre 1028 auch Olav der Heilige diesen Weg als er aus Norwegen floh, auch wenn dies niemand bestätigte und der damalige Weg auch nicht den gleichen Streckenverlauf hatte als der heutige Pilgerpfad.

Der Munkastigen beginnt offiziell bei der Klosterruine Riseberga und führt zur Birgittakirche in Oshammar am Vättern, von wo aus die Mönche früher mit dem Boot weiter nach Vadstena oder Alvastra fuhren. Die Strecke führt, entlang mehrerer kleiner Seen, durch Tiveden, einen früher sehr dichten Wald, der wegen seiner Unzugänglichkeit auch schon früh die Grenze zwischen dem Götaland und dem Svealand ausmachte, heute allerdings mit mehreren Wanderwegen durchzogen ist und zum Großteil als Nationalpark deklariert ist.

Auch wenn die Legende mit Olav dem Heiligen nicht sicher ist, so war der Munkastigen im 15. Jahrhundert ein wichtiger Verbindungsweg zwischen mehreren Klöstern, was in mehreren geschichtlichen Quellen nachzulesen ist. In Olshammar, der Endstelle des Munkastigen wohnten im 14. Jahrhundert auch zeitweise der Rechtsgelehrte Ulf Gudmarsson und seine Ehefrau, die spätere Heilige Birgitta, die Olshammar auch dem Kloster Vadstena schenkten. Allerdings wurde das Gut Olshammar im Jahre 1527 im Rahmen der Reformation von Gustav Vasa konfiziert und das Kloster Ramundeboda wurde zwei Jahre später von ihm geschlossen.


25. Juni 1568: Gunilla Johansdotter wird Königin gegen ihren Willen
25. Juni 1630: Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein
25. Juni 1676: Der schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel
25. Juni 1722: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
25. Juni 1878: Der schwedische Künstler Erik Tryggelin
25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1963: Der schwedische Spion Stig Wennerström

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Der schwedische Künstler Erik Tryggelin

Erik Tryggelin kam am 25. Juni 1878 als Sohn eines Architekten und Mustermalers der Porzellanfabrik Rörstrand in Stockholm zur Welt und sollte nach dem Willen der Familie studieren. Aber schon als Jugendlicher interessierte sich Tryggelin nur für das Zeichnen und Malen, zum Leidwesen vieler Kinder der Umgebung, die der zukünftige Künstler alle porträtieren wollte. Statt der Universität besuchte Tryggelin dann die Kunstakademie und anschliessend vollendete er seine Studien während eines zweijährigen Aufenthalts in Paris, wo gerade während dieser Zeit der Umbruch in den Modernismus stattfand, einer Kunstrichtung, die Tryggelin allerdings zu fortschrittlich schien.

Als Erik Tryggelin 1913 nach Stockholm zurückkehrte, begann er vor allem Abendstimmungen der schwedischen Hauptstadt einzufangen und dokumentierte auf diese Weise das Stockholm zu Beginn des 20. Jahrhunderts, vor allem die Epoche vor dem Ersten Weltkrieg. Da Tryggelin auch unzählige Detailzeichnungen von Kleidung und auch Schuhen jener Epoche hinterließ, gilt der Künstler als Reportagemaler, der nicht nur in Stockholm, sondern auch in Visby und Vadstena arbeitete. Da seine Werke jedoch genau zwischen den Glanzzeiten zweier wichtiger künstlerischen Epochen entstanden, war sein Erfolg als Künstler sehr bescheiden und auch heute ist Trygglin kulturhistorisch von größerer Bedeutung als als Künstler.

Sehr bedeutend sind in diesem Zusammenhang auch die fotografischen Arbeiten Erik Tryggelins, denn nachdem der Künstler die Fotografie entdeckt hatte, ging er grundsätzlich mit Skizzenbuch und Fotoapparat aus dem Haus um Augenblicke zu fangen, wobei er auch als Fotograf die Abendstimmungen suchte und das Leben des einfachen Mannes auf der Straße verewigte. Kein anderer Künstler Schwedens dokumentierte die Armut Stockholms jener Zeit mit so einer Präzision wie Erik Tryggelin, der am 9. August 1962 in Stockholm starb. Ein Teil einer Werke ist heute im Nationalmuseum, dem Nordischen Museum und dem Stadtmuseum Stockholm zu finden.


25. Juni 1568: Gunilla Johansdotter wird Königin gegen ihren Willen
25. Juni 1630: Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein
25. Juni 1676: Der schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel
25. Juni 1722: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1963: Der schwedische Spion Stig Wennerström

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. April 2014

Der schwedische Reformator Laurentius Andreae

Obwohl Laurentius Andreae, der latinisierte Name von Lars Andersson, neben Olaus Petri, zu den bedeutendsten Reformatoren der schwedischen Kirche gehören, starb er am 14. April 1552 in Ungnade und Armut, da er seine Möglichkeiten gegenüber Gustav Vasa überschätzt hatte und geglaubt hatte, dass er eine schwedische Lösung bei der Reformation finden könne bei der nicht der König den Papst ersetzte, sondern die religiösen Führer des Landes den richtigen Weg des Glaubens zeigen konnten, teilweise durch Kompromisse mit der noch existierenden katholischen Schicht des Landes.

Laurentius Andreae hatte in Skara, Uppsala, Rostock und Leipzig vermutlich Recht studiert und machte bei seiner Rückkehr nach Schweden eine sehr schnelle Karriere, denn als er Mitte 30 war, verwaltete er bereits das Stift in Strängnäs und als Gustav Vasa am 6. Juni 1523 König Schwedens wurde, ernannte dieser Andreae zu seinem Sekretär, der auch für alle kirchlichen Angelegenheiten des Landes zuständig war. Zu dieser Zeit zeigte Andreae sein diplomatisches Gespür, denn er sorgte dafür, dass Gustav Vasa sich alle seine Reformationsvorschläge persönlich aneignen konnte und der Reformator selbst im Hintergrund blieb.

Aber auch wenn Laurentius Andreae später maßgeblich daran beteiligt war, dass die Macht von Gustav Vasa ausgedehnt wurde, dieser 1524 das gesamte Silber des Klosters Vadstena beschlagnahmen konnte und er, gemeinsam mit Olaus Petri, die Bibel Luthers ins Schwedische übersetzte, was zur sogenannten Vasa-Bibel wurde, begann 1530 der Abstieg der beiden Reformatoren, denn Gustav Vasa wollte, nach deutschem Vorbild, allein über die Entwicklung der schwedischen Kirche entscheiden, was dazu führte, dass Andreae und Petri als Landesverräter betrachtet wurden. Die beiden Reformatoren entgingen zwar der Hinrichtung, verloren jedoch alle Ehren und Gustav Vasa beschlagnahmte sämtliche Güter von Laurentius Andreae.


14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt 
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band 
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung 
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Januar 2014

Filippa von England wird in Schweden Königin

Als Filippa von England am 6. Januar 1430 im Alter von 35 Jahren im Kloster Vadstena starb, war sie 23 Jahre lang Königin von Schweden, Norwegen und Dänemark gewesen, was sich daraus erklärt, dass sie bereits im Alter von 12 Jahren mit Erik von Pommern (Erich XII., Erich von Pommern) verheiratet wurde, der wiederum schon im Alter von 14 Jahren in Schweden zum König ernannt worden war.

Verständlicherweise hatten sich weder Filippa von England, die am 4. Juni 1394 geboren wurde, noch Erik von Pommern für diese Ehe entschieden, sondern die Ehe war eine rein politische Entscheidung, denn der englische König Henrik IV. wollte seine Einflüsse ausdehnen und sah Prinz Erik, den zukünftigen König Schwedens, als ideale Verbindung für seine Zwecke. Der erste Versuch einer Ehevermittlung  scheiterte allerdings an seinen übertriebenen Forderungen, denn Königin Margareta wollte sich weder mit Henrik IV. gegen Frankreich verbünden, noch diesem einen zu hohen Einfluss bei der Kalmarer Union gewähren.

Der zweite Versuch einer Ehevermittlung hatte dann, nach Abstrichen an den Forderungen von Henrik IV., Erfolg und die 12-jährige Filippa von England wurde am 26. Oktober 1406 in Lund Königin der drei Reiche Dänemark, Schweden und Norwegen. Als ihr Ehemann im Jahre 1423 zu einer Wallfahrt nach Jerusalem aufbrach, übernahm Filippa sämtliche Staatsaufgaben, wobei auch mit dem Reichsrat über die Kriegsvorbereitungen gegen den Handelskrieg der Hanse verhandelte. Nach ihrem Tod schenkte der König dem Kloster in Vadstena, da die Königin in der Klosterkirche begraben war, eine größere Summe um das Kollegium zu stützen. Allerdings wurde das Geld von Äbtissin Ingeborg dann Kristian I. für seinen Krieg gegen Schleswig Holstein geliehen und diente kaum dem edlen Zweck.


6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller 
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens 
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. November 2013

Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson

Gottfrid Larsson wurde am 21. November 1875 auf einem kleinen Hof bei Skänninge, etwas nördlich von Mjölby, unter sehr einfachen Verhältnissen geboren, denn nach dem landwirtschaftlichen Konkurs seines Vaters wenige Jahre vor der Geburt des Jungen, versuchte um diese Zeit die Mutter die Landwirtschaft und den Hof mit viel Mühe zu übernehmen. Dass Gottfried der jüngste unter vier Geschwistern war, machte die Situation für ihn nicht gerade einfacher.

Zur Kunst kam Gottfrid Larsson über einen Umweg, denn mit 14 begann er eine Ausbildung als Holzschnitzer in einer Möbelfirma in Norrköping. Bereits ein Jahr später begann er seine Kenntnisse durch Abendkurse in der Ebersteinska Söndags- och Aftonskolan zu ergänzen und 1895 begann er in der Tekniska Skolan in Stockholm Kunst zu studieren und gab damit die Möbelschnitzerei ganz auf. Dort lernte der zukünftige Künstgler auch Carl Milles kennen mit dem er sein Leben lang befreundet blieb, auch wenn dieser bei allen Ausschreibungen sein größter Konkurrent war und ihm dabei nahezu alle Aufträge wegschnappte. Im Jahre 1900 erhielt Larsson ein Stipendium, das ihm einen zweijährigen Aufenthalt in Paris ermöglichte, wo er an der Académie Colarossi und der École des Beaux-Arts studierte.

Ab seiner Zeit in Paris nahm Gottfrid Larsson an zahlreichen Ausstellungen teil und spezialisierte sich auf die Monumentalskulptur. 1920 gründe der Künstler dann, parallel zu seiner freien Kunst, gemeinsam mit Edward Berggren eine Kunstschule in Stockholm an der Larsson bis 1932 Skulptur unterrichtete und seine Schüler auf die Kunstakademie vorbereitete. Öffentliche Skulpturen des Künstlers findet man heute vor allem in Stockholm, wobei man seiner Ehefrau Karen Waaler auch ein Skulpturmuseum in Vadstena verdankt in dem man 125 Skulpturen des Künstlers findet, aber auch zahlreiche Aufzeichnungen  und Arbeiten seiner ersten Jahre.


21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie 
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. September 2013

Katarina Karlsdotter wird die Königin Schwedens

Als Katarina Karlsdotter am 7. September 1450 auf dem Stockholmer Schloss starb, war sie gleichzeitig die Königin von Schweden und von Norwegen, da ihr Ehemann, Karl Knutsson (Bonde), zu dieser Zeit über beide Reiche regierte. Katarina von Schweden war die zweite Ehefrau des Königs und war insgesamt lediglich knapp zwölf Jahre lang mit ihm verheiratet bevor sie starb. Da Karl Knutsson erst 1448 zum König ernannt wurde, war Katarina Karlsdotter sogar nur zwei Jahre lang die erste Dame Schwedens.

Innerhalb der schwedischen Geschichte wird Katarina Karlsdotter nur sehr selten genannt, auch wenn sie gewissermaßen die bedeutendste Ehefrau von Karl Knutsson war, der mit seinen Ehen wenig Glück hatte, denn seine erste Frau, Birgitta Turesdotter, starb bereits nach sieben Jahren Ehe und seine dritte Ehe ging er mit seiner bürgerlichen Geliebten, Kristina Abrahamsdotter, erst auf dem Sterbebett ein. Katarina wiederum brachte zwar neun Kinder zur Welt, aber da nur eine Tochter den König überlebte und nur eine der Töchter eine Ehe mit einer gehobenen Person einging, gilt die Linie der Königin als wenig bedeutend.

Die Ehe zwischen dem König und Katarina Karlsdotter, die der Linie Gumsehuvud entstammte, gilt als harmonisch und ausgeglichen, zumal Katarina ihren Mann auch bei einigen seiner Reisen begleitete und selbst bei der Belagerung von Stegeborg an seiner Seite war. Da die gemeinsame Tochter Birgitta bereits mit acht Jahren in das Kloster Vadstena eintrat, wurde Katarina auch eine der bedeutendsten Gönnerinnen des Klosters. Auch ihre letzte Reise sollte sie nach Vadstena bringen, denn 1450 starb sie im dortigen Kloster an der Pest. Ihren Grabstein kann man noch heute an der dortigen Klosterkirche besuchen.


7. September 1520: Die Eroberung Stockholms durch Kristian II. 
7. September 1620: Söderhamn wird zur Stadt erhoben

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Juni 2013

Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden

Maria Elisabeth Hesselblad wurde am 4. Juni 1870 in Fåglavik geboren und machte sich auf mehrere Weisen bemerkbar, da ihr Leben etwas eigene Wege ging und sie zu den sehr wenigen Schwedinnen gehört, die auf dem Wege sind von der katholischen Kirche heilig erklärt zu werden, nachdem Papst Johannes Paulus II. sie im Jahre 2000 bereits als selig erklärt hat, neben 1338 anderen Personen, denen der Papst während seiner Amtszeit die gleiche Ehre erwies und einen Rekord in der Geschichte der katholischen Kirche darstellt.

Maria Elisabeth Hesselblad emigrierte im Jahre 1870 während der großen Auswanderungswelle in die USA und begann dort als Krankenschwester zu arbeiten. Während dieser Arbeit kam sie in sehr engen Kontakt mit dem katholischen Glauben, den sie wenige Jahre später annahm. Im Jahre 1911 hatte Hesselblad dann eine Offenbarung von Gott, der sie damit beauftragte nach Rom zu gehen und den Birgittenorden, auch Erlöserorden genannt, zu gründen und damit die Geschichte der Heiligen Birgitta weiterzuführen.

Das Vorhaben von Maria Elisabeth Hesselblad war von Erfolg gekrönt und seit 1931 findet man in Rom, im Casa di Santa Brigida, den Sitz der Comunità delle Suore Brigidine, auch wenn der Papst den Orden erst am 2. Dezember 1940 offiziell zuließ. Die Zulassung wurde dabei sogar etwas beschleunigt, da sich Hesselblad während des Zweiten Weltkrieges in Rom dafür einsetzte verfolgten Juden zu helfen. Heute verfügt der Orden über rund 40 Klöster in den verschiedensten Ländern, unter anderem auch eines in Vadstena, dort wo einst die Heilige Birgitta bereits ein Kloster errichtet hatte.


4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens 
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. August 2012

Moderne Klöster in Schweden

Wer heute in Schweden Urlaub macht, findet zwar sehr viele Ruinen von Klöstern, jedoch nur wenige aktive Einrichtungen. Als Gustav Vasa im Jahre 1523 in Schweden an die Macht kam, gab es rund 50 katholische Klöster im Land und zusätzlich noch etwa 20 in den Regionen Skåne, Halland und Blekinge, die damals zu Dänemark gehörten. Mit der Reformation wurden  dann unter dem König und seinem Nachfolger alle Klöster geschlossen und alles Eigentum von der Krone beschlagnahmt. 1595 mussten dann auch die letzten noch verbliebenen Nonnen Schweden endgültig verlassen oder, wie in einem Fall in Vadstena, ihren Glauben aufgeben.

Es dauerte dann bis 1935 bis die ersten katholischen Nonnen wieder nach Schweden zurückkehren konnten, auch wenn der Birgittinorden in Vadstena mehr toleriert als akzeptiert war und auch kein geweihtes Kloster beziehen durfte, denn erst am 3. August 1963 entschied sich das schwedische Parlament ein einziges offizielles Kloster in Schweden über eine Sondergenehmigung zuzulassen. Nach dieser Entscheidung konnten dann ausschließlich die Karmeliter ein geweihtes katholisches Kloster in Glumslöv in Skåne beziehen. Aber erst ab 1977, als das Verbot Klöster in Schweden einzurichten aufgehoben wurde, gelang es dann auch anderen katholischen und orthodoxen Gruppen weitere Klöster in Schweden aufzubauen.

Aber auch wenn andere Religionen ab 1977 wieder Klöster in Schweden errichten durften, so galt dies noch lange nicht für die Svenska Kyrkan, obwohl die Protestantin Paulina Mariadotter bereits in den 60er Jahren in Vadstena eine Klosterversammlung eingerichtet hatte. Erstmals im Jahre 1992 nahm nämlich der Uppsala Stift die Frage zu einem Klosterleben innerhalb der Schwedischen Kirche auf und erst 2010 wird dann den protestantischen Mariadöttrarna das Klosterleben auf Versuchsebene zugebilligt. Heute gibt es zwei protestantische Klöster der Mariadöttrarna in Schweden, eines in der Nähe Uppsalas und das andere in Malmö.


3. August 1883: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Juli 2012

Magnus Erikssons Weg nach Russland

Der extrem gläubige König Magnus Eriksson, der am 8. Juli 1319 zum König Schwedens gewählt wurde, hatte den schwedischen Staat gegen 1344 in eine tiefe finanzielle Krise gestürzt, gegen den Willen des Adels seinen Sohn Erik als Nachfolger für den schwedischen und seine Sohn Håkan als den Nachfolger seines norwegischen Thrones ernannt und 1346 auch noch Birgitta Birgersdotter eine große Spende gemacht, damit diese das Kloster in Vadstena errichten konnte. Kurz bevor sich dann das Volk und der Adel gegen ihn auflehnte, glaubte Magnus Eriksson die rettende Idee zu haben.

Im Frühjahr 1348 schickte er einen Boten in das russische Novgorod und forderte den dortigen Adel auf den katholischen Glauben anzunehmen und fügte gleichzeitig hinzu, dass die Alternative nur ein Kreuzzug war, der Russland in die Knie zwingen würde. Sicher war dem König auch die Verbreitung des katholischen Glaubens wichtig, aber noch wichtiger war ihm, dass er durch einen Kreuzzug den Staatshaushalt sanieren konnte. Noch bevor die negative Antwort aus Novgorod eintraf, hatte Magnus Eriksson bereits Nöteborg belagert und nach der Ablehnung wurden die Bauern der Umgebung unmittelbar zwangsweise getauft. Wer sich weigerte, wurde getötet. Der Adel Nöteborgs konnte sich indes freikaufen. Als Eriksson nach Schweden zurückkehrte, nahmen die Russen Nöteborg nahezu unmittelbar wieder ein und töteten die schwedische Besatzung.

Als dann die Pest in Schweden zuschlug, gab es für Magnus Eriksson nur eine Ursache: Gott war mit ihm unzufrieden, weil er den katholischen Glauben nicht nach Russland gebracht hatte. Als er erneut Zwangsgelder in Schweden eingetrieben hatte, machte sich der König 1350 erneut auf den Kreuzzug nach Russland. Dieses Mal nahm er Orechov ein, ließ die Bevölkerung zwischen Taufe und Tod wählen, aber hatte erneut nicht mit dem mächtigen Russland gerechnet, das die Stadt in kurzer Zeit zurückeroberte. Magnus Eriksson konnte gerade noch dem Massaker entgehen und floh nach Schweden. Nach dieser erneuten Niederlage war für den König ein Kreuzzug keine Diskussion mehr, aber er verstrickte Schweden in die größten Unruhen seiner Zeit.


8. Juli 1319: Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König 
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. November 2011

Das Vadstena Kloster wird aufgelöst

Am 22. November 1595 löste Herzog Karl, der spätere König Karl IX. das Kloster Vadstena auf. Von den elf Nonnen, die sich um diese Zeit noch im Kloster aufhielten, verließen alle, außer dreien, Schweden und wurden in einem Birgitta-Kloster in Polen aufgenommen. Nur eine Nonne erhielt nach der Schließung des Klosters die Genehmigung sich auch noch nach 1595 im Vadstena Kloster aufzuhalten, allerdings nicht als Nonne. Karin Johansdotter, wie die ehemalige Nonne hiess, sollte sich um die Gartenanlagen kümmern.

Bis sich der Birgittinenorden dann im Jahre 1935 wieder in Vadstena, allerdings nicht im alten Kloster, ansiedelte, wurden die Gebäude auf sehr verschiedene Weise angewendet. Was auf Wunsch von König Karl IX. eine Universität werden sollte, entwickelte sich 1641 in ein Wohnheim für ehemalige Soldaten und wurde zum sogenannten Krigsmanhus (dem Haus der Soldaten). 1795 wurde dann in den Räumen der früheren Nonnen und Mönche eine Krankenhaus für Geschlechtskrankheiten eingerichtet, was sich später in ein allgemeines Krankenhaus verwandelte, das erst 1909 geschlossen wurde. Im Jahre 1757 wurde neben den alten Gebäuden zusätzlich das „Stora Dårhuset“ gebaut, wo Geistesgestörte untergebracht wurden. Im Teil der Nonnen fand man von 1810 bis 1825 ein Gefängnis und dann bis 1951 die Psychiatrie Vadstenas.

Das Vadstena Kloster wurde nach Zeichnungen der Heiligen Birgitta errichtet, konnte jedoch erst von ihrer Tochter Katarina Ulfsdotter (Katarina von Vadstena) in Angriff genommen werden, da für den Klosterbau die Zustimmung des Papstes nötig war. Das Grundstück hatte Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, vom schwedischen König Magnus Eriksson und seiner Frau Blanka av Namur erhalten. In seiner Glanzzeit war das Vadstena Kloster das Mutterhaus für zahlreiche andere europäische Kloster, ein bedeutendes geistiges Zentrum des Mittelalters und der größte Grundbesitzer Schwedens.

22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. September 2011

Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens

Am 29. September 1560 starb der schwedische König Gustav Vasa im Alter von 64 Jahren im Stockholmer Schloss. Kaum ein anderer König Schwedens hat einen so nachhaltenden Eindruck hinterlassen wie Gustav Vasa, der am 12. Mai 1496 geboren wurde und 37 Jahre lang über das Land regierte und dabei einige der bedeutendsten Reformen durchsetzte, die sich selbst auf das heutige Schweden noch auswirken, nicht zuletzt aber auch deshalb, weil er der erste König war, der ein vereintes schwedische Reich regierte.

Auch wenn man bei Gustav Vasa als erstes an den Vasalauf denkt, an den schwedischen Nationaltag, an die Befestigung von Vadstena oder seine Revolte gegen die Kirche als er Katarina Stenbock heiratete, so hat er eine weitaus wichtigere Entscheidung für die heutige schwedische Monarchie gefällt. Gustav Vasa schuf nämlich die Königswahl ab und führte die Erbmonarchie ein. Gleichzeitig schuf er das bürokratische Zentralsystem, das man als einen Vorläufer der heutigen Regierung betrachten kann.

Allerdings verliefen all diese Schritte nicht harmlos, denn Gustav Vase setzte mit aller Macht seine Vorsätze durch und beseitigte rücksichtslos jeden Kritiker oder Widersacher. Seine Intelligenz sagte ihm jedoch wann er Gewalt anwenden konnte und wann er zur Diplomatie greifen sollte. Dies ermöglichte ihm schließlich auch, an Stelle des Papstes, das Oberhaupt der schwedischen Kirche zu werden und die Besitztümer der Kirche in sein Reich einzuverleiben. Den Bauern gegenüber, die in seiner Zeit die Mehrheit der Bevölkerung ausmachten, trat er als einfacher Lehrvater auf und konnte dadurch die Landschaft effektiver gestalten, wodurch der Adel besser versorgt werden konnte ohne die Bauern zu schädigen und zum Aufstand zu bringen.

29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken
29. September 1985: Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. August 2011

Das Schloss Vadstena in Östergötland

Wenn man das heutige Schloss Vadstena in Östergötland besucht, so entdeckt man das Gebäude im selben Stil den es zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte, obwohl große Teile des Schlosses erst am 21. August 1999 eingeweiht wurden, da man Mitte des 19. Jahrhunderts große Teile der Befestigung und einen Turm abriss um die heutigen Befestigungen des Hafens Vadstenas am Vättern zu bauen. Nach 140 Jahren Diskussion beschloss daher 1994 das schwedische Parlament dem Schloss Vadstena sein ursprüngliches Aussehen wiederzugeben.

Das Schloss in Vadstena, eine Verteidigungsanlage von Gustav Vasa

Die ursprüngliche Befestigung Vadstenas und der anschließende Bau des Schlosses unter Gustav Vasa war indes nicht gegen Feinde Schwedens gedacht, sondern als Schutz gegen die Bauerngruppen unter Nils Dacke, der den Bauernaufstand in Småland und Östragötland leitete, eine Gruppe Bauern, die gegen die Steuerpolitik und die Kirchenpolitik Gustav Vasas kämpften, da dies ihre Freiheit und ihre Existenz bedrohte. Dies erklärt auch, warum das Schloss Vadstene in weiten Teilen einer Festung gleicht und daher eine besondere Rolle unter den Vasa-Schlössern Schwedens einnimmt.

Unter der Leitung von Gustav Vasa entstand zwischen 1545 und 1555 erst eine Festung an der Stelle des Schlosses, dem mehrere Gebäude von Handwerkern weichen mussten. Erst als Gustav Vasas Sohn Magnus, der Herzog von Östergötland, das Gebäude als Fürstenwohnung nutzen wollte, wurde dann die Festung zwischen 1555 und 1563 in ein Schloss verwandelt. Während ein Teil des Schlosses heute besichtigt werden kann, findet man heute in der anderen Hälfte und im Wallbau das Landesarchiv von Östergötland und den größten Raum der Region für Messen, Feste und andere bedeutende Ereignisse Vadstenas.

21. August 1737: Die Hedvig Eleonora Kyrka in Stockholm
21. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. August 2011

Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins

Der Vorname Katarina gehört noch heute zu den häufigsten 25 weiblichen Vornamen Schwedens, auch wenn man hierzu nicht nur Katarina, sondern auch die Abwandlungen Katrin, Karin, Katja und Kajsa rechnet. Um jedoch seinen Namenstag am richtigen Tag zu feiern, muss man wissen nach welcher Katarina man seinen Namen erhielt, denn am 2. August wird nur Katarina von Vadstena gefeiert und nicht Katarina von Alexandrien.

Katarina von Vadstena war die Tochter der Heiligen Birgitta, die als Gründerin des Klosters Vadstena betrachtet wird, wobei die Tochter im Jahre 1350 ihrer Mutter nach Rom folgte und dort mit ihr in Armut und in klosterähnlicher Weise lebte. Nach dem Tod der Heiligen Birgitta brachte Katarina von Vadstena die Reliquien der Mutter zurück nach Schweden, kehrte dann jedoch anschließend zurück nach Rom um dort die Formalitäten für die Ordensgründung zu regeln. Ähnlich ihrer Mutter hatte auch Katarina von Vadstena zahlreiche Eingebungen und wurde am 1. August 1489 selig erklärt.

Vadstena, ein Ort am Weststrand des Sees Vättern, war bereits zur schwedischen Eisenzeit bewohnt und ab 1100 eine wichtige Etappe auf dem Pilgerweg nach dem norwegischen Trondheim mit dem Heiligen Olav. Das Birgitta Kloster wurde 1346 an der Pilgerstraße gegründet, jedoch bereits 200 Jahre später von Gustav Vasa geschlossen und einige Jahre später mussten auch sämtliche Nonnen das Kloster verlassen. Erst 1954 konnte das Vadstena-Kloster, mit Ausnahme der Klosterkirche, wieder seine ursprüngliche Bestimmung finden und 1991 bekam die wenige Jahre vorher als Pax Mariae Kloster ernannte Einrichtung wieder eine Priorin. Das Kloster bietet heute auch touristische Übernachtungsmöglichkeiten.

2. August 1794: Kaffee wird in Schweden verboten
2. August 1951: Freddie Wadling, vom Punk zur Ballade 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Juli 2011

Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa

Am 22. Juli 1535 wurde in der Nähe der westschwedischen Stadt Borås Katarina Gustavsdotter Stenbock geboren, die durch ihre Ehe mit Gustav Vasa als Siebzehnjährige zur schwedischen Königin erhoben wurde. Bereits acht Jahre später musste sie wegen dem Tod ihres Gemahls diesen Rang jedoch wieder abgeben, beziehungsweise gegen den Titel „Reichsköniginwitwe“ eintauschen, ein Titel, der 1560 erstmals in Schweden vergeben wurde.

Als Gustav Vasa die junge Katarina Stenbock heiraten wollte, so widersetzte sich die Kirche mit allen Mitteln, da Katarina die Nichte der erst verstorbenen Königin war und daher, nach ihrer Auslegung der Bibel, nicht als Braut in Frage kam. Gustav Vasa widersetzte sich jedoch mit der Aussage, dass das Alte Testament nur für Juden gelte. Da die Kirche dies nicht widerlegen konnte, heiratete der 56-jährige König dann am 22. August 1552 Katarina Stenbock in der Vadstena Klosterkirche.

Auch nach dem Tod von Gustav Vasa hatte Katarina Stenbock noch eine bedeutende Rolle, die es ihr ermöglichte zahlreiche Intrigen im Königshaus abzuwenden und sie konnte, in gewissem Rahmen, auch die geschichtliche Entwicklung Schwedens steuern, insbesondere durch ihre persönlichen Einsätze für Erik XIV. Am Ende ihres Lebens widmete sich Katarina Stenbock dann fast ausschließlich wohltätigen Zwecken. Die ehemalige schwedische Königin wurde 86 Jahre alt und starb am 13. Dezember 1621 auf Schloss Strömholm im Västmanland.

22. Juli 1919: Gustaf Retzius und die schwedische Rassenbiologie
22. Juli 1984: Die schwedische Sängerin Elin Lanto

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Juli 2011

Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena

Am 4. Juli 1374 kamen die Reste der Heiligen Birgitta nach einer halbjährigen Reise von Rom in Vadstena an, um in der dortigen Klosterkirche, die nach Vorgaben der Heiligen Birgitta ab 1370 erbaut wurde, in einem Schrein aufbewahrt zu werden. Untersuchungen im Jahre 2010 belegen jedoch, dass die Reliquien im Grab Birgittas nicht der Heiligen und ihrer Tochter zugeordnet werden können, da die C-14-Analysen beweisen, dass die beiden Personen einen zu hohen Altersunterschied aufweisen und nicht aus dem 14. Jahrhundert stammen können.

Die Heilige Birgitta in Vadstena

Die Heilige Birgitta, die als Birgitta Birgersdotter geboren wurde, gehört zu den umstrittensten Heiligen Schwedens, auch wenn einige ihrer Weissagungen tatsächlich eintrafen. Schon als Kind hatte Birgitta Visionen, die meist um Maria und Jesus Christus kreisten. Sie wurde von Martin Luther, der schwedischen Königin Kristina und selbst von August Strindberg mehr als verrückt als als Heilige betrachtet. Untersuchungen aus den 50er Jahren schienen dann zu bestätigen, dass die Heilige einen Gehirntumor hatte, der zu Visionen führte, bis man feststellte, dass nicht die Heilige Birgitta im Grabe lag, also eine andere Frau den Gehirntumor hatte, nicht die Heilige Birgitta.

Vadstena ist ein Ort in Östergötland, dessen Zentrum das Mittelalter noch erahnen lässt und in dem die Heilige Birgitta ihre deutlichen Spuren hinterlassen hat, denn das Krankenhaus wurde nach ihr benannt und die Klosterkirche wurde nach ihren Anweisungen ausgestattet, da ihr Jesus offenbart hatte, wie die Innenräume gestaltet sein sollten. Das Kloster selbst wurde dann 1384 eingeweiht. Der Birgittinorden ist noch heute aktiv und die 1920 gegründete Societas Sanctae Birgittae feiert die Heilige jeden 23. Juni in Vadstena, am Tag ihres Todes.

4. Juli 1799: Oscar I., König von Schweden und Norwegen
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson 

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