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Sonntag, 29. Januar 2017

Der grüne Politiker Birger Schlaug

Birger Schlaug kam am 29. Januar 1949 in Stockholm zur Welt und gibt aus seiner Vergangenheit sehr wenig preis, obwohl er über Presseartikel in den unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften seit Mitte der 80er Jahre einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaftsdebatte Schwedens leistet, als Buchautor aktiv ist und, vor allem während der letzten 20 Jahre, durch Vorträge Meinungsbildung betreibt und vor allem die Werke Elin Wägners diskutiert und in die Gegenwartsdebatte einzuflechten weiß.

Auch wenn Birger Schlaug heute kein politisches Amt mehr ausübt, so war er von 1985 bis 1988 und von 1992 bis 2000 der Vorsitzende der Grünen Schwedens und arbeitete in diesem Rahmen vor allem mit Klimafragen und zeigte sich als deutlicher Gegner der Kernkraft, zwei Themen, über die er auch zahlreiche Artikel und auch Bücher veröffentlichte. Schlaug gehört damit zu jenen Personen, die den tatsächlichen Grundstock der Grünen (Miljöpartiet) schufen und die wichtigsten Fragen der Partei in die öffentliche Diskussion brachten.

Heute versuchen die Grünen Schwedens Birger Schlaug, der auch Mitbesitzer der Firma ProVoka ist, die in der Meinungsbildung und Kommunikationsausbildung aktiv ist, möglichst zu verschweigen, denn der ehemalige Politiker gehört mit zu den bedeutendsten Kritikern der aktuellen Entwicklung der Grünen und sieht vor allem in den Handlungen der Führungsschicht der Partei einen Verrat der Grundideen einer grünen Alternative, Meinungen, die er auch häufig in Fernsehgesprächen ausdrückt, was natürlich auch dazu führt dass Teile der Grünen und auch die Bevölkerung das Vertrauen in die grüne Politik der Partei verlieren.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens

Maria Wetterstrand kam am 2. Oktober 1973 in Eskilstuna zur Welt und wurde bereits mit 15 Jahren Mitglied der Grünen Schwedens (Miljöpartiet). Nahezu unmittelbar nach den Wahlen des Jahres 1988 gründete die Jugendliche dann in ihrer Heimatstadt eine Lokalgruppe des Jugendverbands der Grünen. Ihr Engagement zeigte schon 1996 ihre Früchte, denn Wetterstrand wurde, gemeinsam mit Paulo Silva, Vorsitzende des nationalen Jugendverbands der Grünen und nahm an zahlreichen Kongressen teil. In der Zwischenzeit war die junge Politikerin auch nach Göteborg umgezogen um dort Biologie zu studieren, ein Studium, das sie mit einem Master abschloss.

In Göteborg wurde Maria Wetterstrand 1998 in den Stadtrat gewählt und war dort für den Verbraucherschutz zuständig. Bei den Parlamentswahlen im Jahre 2000 wechselte Wetterstrand ihre Position in Göteborg gegen einen Platz im Parlament und prägte ab dieser Zeit das Gesicht der Grünen. Nur zwei Jahre später wurde die Politikerin, dieses Mal gemeinsam mit Peter Eriksson, zur Vorsitzenden der Grünen Schwedens gewählt. Der Aktivität der beiden war es auch zu verdanken, dass die Partei von 4,5 Prozent an Wählern auf 7,3 Prozent anstieg. Im Jahre 2011 gab Wetterstrand dann jedoch ihren Sitz im Parlament und den Vorsitz der Partei auf.

Die Entscheidung von Maria Wetterstrand war jedoch erwartet, da sie seit 2004 mit dem späteren finnischen Umweltminister Ville Niinistö verheiratet war, zwei Kinder bekam und wechselweise in Stockholm, Åbo (Turku) und Helsingfors (Helsinki) lebte. Die Kinder wurden in Schweden in die finnische Schule geschickt und in Finnland in die Schwedische um beide Sprachen als Muttersprachen zu sehen. Die Ehe Wetterstrands hielt nur bis 2012, da beide Politiker in ihren respektiven Ländern aktiv waren und kaum gemeinsame Zeit hatten. Nach dem Ausscheiden aus der politischen Szene hielt Wetterstrand vor allem Vorträge über grüne Themen und arbeitete als Umweltsautorin und Journalistin. Bei den Wahlvorbereitungen des Jahres 2014 betätigte sich Wetterstrand dann jedoch als Beraterin der Grünen und von mehreren Seiten war zu hören, dass sie wieder in die politische Szene zurückkehren wird.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Grünen Schwedens werden gegründet

Auch die schwedische Miljöpartiet de gröna, die Grünen Schwedens, haben ihren Ursprung in der außerparlamentarischen Opposition, die sich Ende der 60er Jahre in ganz Europa bildete, wobei die Friedensbewegung, der Kampf gegen die Kernenergie und die Fragen nach Solidarität und Mitentscheidung des Volkes im Zentrum lagen. Der entscheidende Anstoß sich politisch zusammenzuschließen, kam jedoch aus Deutschland, wobei für Schweden weniger die Parteigründung der Grünen eine Rolle spielte, sondern vielmehr Petra Kelly mit ihren Argumenten den Ausschlag gab.

Die schwedische Miljöpartiet wurde zwar offiziell erst im Jahre 1981 gegründet, ein Jahr vor den folgenden Parlamentswahlen, aber als Startdatum zählt man den 25. Oktober 1980, als sich etwa 50 Personen des ganzen Landes in der Hagalundsskolan in Solna trafen um über die Bildung einer grünen Partei zu diskutieren, die block-neutral sein sollte, damit die Ziele der Mitglieder vertreten werden konnten und nicht eine pauschale Links- oder Rechtspolitik. Die Gruppe nannte sich allerdings noch nicht Miljöpartiet, sondern Aktionsgruppen för ett Framtids- och Miljöparti.

Obwohl sich die Mitglieder der grünen Gruppe bereits aus Aktivisten der unterschiedlichsten schwedischen Bewegungen zusammensetzte, die alle bereits politische Erfahrungen gesammelt hatten, gelang es den schwedischen Grünen bei der ersten Parlamentswahl gerade einmal 1,7 Prozent der Wählerstimmen zu erhalten und sie konnten daher nicht in das Parlament einziehen. Ab 1984 begann sich die Miljöpartiet de gröna sich zu organisieren und sie führten eine gemischte Führung ein bei der als Vorsitzende der Partei grundsätzlich ein Mann und eine Frau mit den gleichen Rechten auftreten sollten, seit 2011 Åsa Romson und Gustav Fridolin. Seit dem Regierungswechsel des Jahres 2014 bilden die Grünen eine Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten, was durch starke Kompromisse geprägt ist und die Partei weit vor ihrem ursprünglichen Ziel entfernte.


25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin