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Donnerstag, 3. Januar 2019

Die Einführung der Citymaut in Stockholm

Noch 2002 versprachen die Sozialdemokraten der schwedischen Hauptstadt dass es in Stockholm keine Citymaut geben werde, ein Versprechen, das nicht sehr lange hielt, denn bei den folgenden Wahlen benötigte die Partei die Unterstützung der Grünen um regieren zu können. Die wichtigste Forderung der Grünen war jedoch eine Citymaut einzuführen um die Luft in Stockholm zu verbessern und den Autoverkehr zu reduzieren. Dass um diese Zeit eine bedeutende Mehrheit der Stockholmer gegen diese Gebühr war, spielte bei allen folgenden Entscheidungen kaum eine Rolle. Um die Bürger überzeugen zu können, entschieden sich die Sozialdemokraten sogar dazu ihren Bürgern die aufkommenden Kosten zu verschweigen.

Um das Projekt der Citymaut bis zur Reichstagswahl im Herbst 2006 zu klären, entschied man sich in Stockholm, trotz des Widerstands der Bürger, ab 3. Januar 2006 versuchsweise eine Citymaut einzuführen, ein Versuch, der am 31. Juli des gleichen Jahres abgeschlossen sein sollte und eine Bewertung ermöglichen sollte. Nach Abschluss des Tests kamen Meinungsforscher zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, was die Grünen Stockholms dazu veranlasste eine manipulative Volksbefragung durchzuführen, unter anderem auch mit dem Versprechen, dass sämtliche Einnahmen aus der Citymaut dem Straßenunterhalt und den öffentlichen Verkehrsmitteln Stockholms zurückgeführt werde. Das Ergebnis davon war, dass 51,5 Prozent der Stockholmer der Einführung der Citymaut zustimmten.

Zum 1. August 2007 wurde entsprechend eine permanente Citymaut in Stockholm eingeführt, jedoch mit veränderten Regeln. Da in Schweden städtische Brücken- und Straßengebühren nur für neue Straßen und Brücken verlangt werden dürfen, übernahm die Regierung die Entscheidung und setzte eine Straßensteuer als Citymaut fest, wobei die Einnahmen als ganzes dem Staatsbudget zugerechnet werden, das die Regierung nach Entscheidungen des Parlaments verteilen kann. Es zeigte sich auch, dass die Unterhaltskosten für die Citymaut enorm waren. Um auch später keinen Widerstand aufkommen zu lassen, gab es nach der festen Einführung der Citymaut in Stockholm keinerlei offizielle Analyse mehr hinsichtlich der Rentabilität der Steuer oder dem Vorteil für die Stockholmer Luft.


3. Januar 1676: Der konservative Erzbischof Johannes Steuchius
3. Januar 1760: Der Matallurgist und Zeichner Reinhold Angerstein
3. Januar 1868: Isidor Behrens und der schwedische Sportklub AIK
3. Januar 1890: Die schwedische Schriftstellerin Ulla Bjeme-Biaudet
3. Januar 1928: Der schwedische Künstler Hans Norman 
3. Januar 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden 
3. Januar 1947: Nylonstrümpfe kommen nach Schweden 
3. Januar 1960: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Januar 2017

Der grüne Politiker Birger Schlaug

Birger Schlaug kam am 29. Januar 1949 in Stockholm zur Welt und gibt aus seiner Vergangenheit sehr wenig preis, obwohl er über Presseartikel in den unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften seit Mitte der 80er Jahre einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaftsdebatte Schwedens leistet, als Buchautor aktiv ist und, vor allem während der letzten 20 Jahre, durch Vorträge Meinungsbildung betreibt und vor allem die Werke Elin Wägners diskutiert und in die Gegenwartsdebatte einzuflechten weiß.

Auch wenn Birger Schlaug heute kein politisches Amt mehr ausübt, so war er von 1985 bis 1988 und von 1992 bis 2000 der Vorsitzende der Grünen Schwedens und arbeitete in diesem Rahmen vor allem mit Klimafragen und zeigte sich als deutlicher Gegner der Kernkraft, zwei Themen, über die er auch zahlreiche Artikel und auch Bücher veröffentlichte. Schlaug gehört damit zu jenen Personen, die den tatsächlichen Grundstock der Grünen (Miljöpartiet) schufen und die wichtigsten Fragen der Partei in die öffentliche Diskussion brachten.

Heute versuchen die Grünen Schwedens Birger Schlaug, der auch Mitbesitzer der Firma ProVoka ist, die in der Meinungsbildung und Kommunikationsausbildung aktiv ist, möglichst zu verschweigen, denn der ehemalige Politiker gehört mit zu den bedeutendsten Kritikern der aktuellen Entwicklung der Grünen und sieht vor allem in den Handlungen der Führungsschicht der Partei einen Verrat der Grundideen einer grünen Alternative, Meinungen, die er auch häufig in Fernsehgesprächen ausdrückt, was natürlich auch dazu führt dass Teile der Grünen und auch die Bevölkerung das Vertrauen in die grüne Politik der Partei verlieren.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. April 2014

Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Als Hannes Alfvén am 2. April 1995 in Djursholm bei Stockholm starb, hatte er für einen Physiker die höchst mögliche Stufe erreicht, da ihm 1970 der Nobelpreis in Physik überreicht worden war. Studiert hatte der am 30. Mai 1908 in Norrköping geborene Alfvén an der Universität Uppsala, wo er 1932 auch Dozent in Physik wurde, bevor er einige Jahre später als Professor zur Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm wechselte. Seine überragenden Forschungen fielen dann vor allem in die Jahre ab 1963, als Alfvén als Professor und Forscher für Plasmaphysik tätig war, eine Tätigkeit, die er bis 1973 ausübte, auch wenn ab 1967 in den USA lebte.

Die theoretischen Ausführungen von Hannes Alfvén, insbesondere im Gebiet der Magnetohydrodynamik, sind bis heute von größter Interesse der Physik, wobei Alfvén allerdings noch zu jener Gruppe an Wissenschaftlern gehört, die sehr breit arbeitetet und dessen Interesse nicht am Rande seines Fachbereichs endete. Als Kosmologe und Elektrotechniker untersuchte Alfvén daher auch die magnetischen Stürme und die elektrischen Felder und versuchte dabei auch die Entstehung der Polarlichter zu erklären.

Trotz seiner Errungenschaften für die schwedische Wissenschaft war Hannes Alfvén im Jahre 1967 gezwungen seine Forschung für mehrere Jahre in die USA zu verlegen, da er die schwedische Kernkrafttechnologie stark kritisiert hatte, was wiederum zur Folge hatte, dass ihm die schwedische Wirtschaft Forschungsgelder verweigerte und die Regierung den Physiker als persona non grata betrachtete. Erst nachdem Alfvén den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, wurde er wieder positiver in Schweden gesehen. Alvén war bis zu seinem Tode auch politisch als Kernkraftgegner aktiv, zu Beginn bei der Zentrumspartei und später bei den Grünen des Landes.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens 
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden 
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg 
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin