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Dienstag, 28. Januar 2014

Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts

Nachdem das schwedische Arbeitsgericht in Stockholm offiziell am 1. Januar 1929 seine Arbeit aufgenommen hatte, kam es bereits am 28. Januar 1929 zur ersten Verhandlung, die allerdings mehr eine grundlegende Frage zum Arbeitsrecht klären sollte, denn in der Tat war die Gründung des Arbeitsgerichts die Folge eines Gesetzes hinsichtlich der Abgrenzung der Fragen zu den gewerkschaftlichen Absprachen, das nur ein Jahr vorher verabschiedet worden war ohne über ein juristisches Kontrollorgan zu verfügen.

Bereits die Idee der Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts zeigt, dass dieses Gericht nicht für die Probleme eines Arbeiters oder Angestellten gedacht war, sondern die Streitigkeiten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern klären sollte. Die Entscheidungen betrafen daher bis 1947 ausschließlich Tarifverträge und die Frage nach der Mitbestimmung, also welche Rechte Gewerkschaftsvertreter innerhalb eines Unternehmens haben. Arbeitsstreitigkeiten wurden bis zu dieser Zeit grundsätzlich von den Amtsgerichten behandelt.

Die Veränderungen in den Jahren 1947, 1966 und letztmals 1977 waren vor allem organisatorischer Natur, wobei es seit 1977 ausgeschlossen ist, dass eine Privatperson sich direkt an das Arbeitsgericht wendet, selbst wenn es sich um Fragen des Arbeitsrechts oder die Rechtmäßigkeit eines Tarifvertrags handelt. Eine Privatperson muss sich seither grundsätzlich an das Amtsgericht wenden und das Arbeitsgericht übernimmt bei arbeitsrechtlichen Fragen lediglich die Rolle des Berufungsgericht. Auf der anderen Seite kann jedoch eine Einzelperson in gewissen Fällen, als Beklagter, direkt vor das Arbeitsgericht geladen werden.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund 
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens 
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja 
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. April 2013

Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)

Harry Hjörne wurde am 26. April 1893 in Vancegan in Illinois geboren, kam jedoch bereits im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern zurück nach Schweden, wo die Familie jedoch die amerikanische Kultur weitgehend aufrecht hielt. Hjörne wuchs daher mit teilweise amerikanischem Denken auf, was ihn nicht nur prägte, sondern ihm später auch bei seinem Aufstieg im Pressewesen von Vorteil sein sollte. Hinzu kam, dass Harry Hjörne sehr früh mit der Arbeiterbewegung und dem Bestreben der Volksbildung in Berührung kam. Durch diese Mischung und ein enormes Arbeitsvermögen war seine Berufswahl nahezu logisch, er wurde Journalist.

Harry Hjörne erkannte auch sehr früh wie wichtig Bildung war und besuchte daher Abendschulen, Vorträge und las eine beachtliche Menge an Büchern. Die Anstrengung lohnte sich und bald war Hjörne Journalist für die Zeitung Norra Skåne in Hässleholm, wo sich die Familie mittlerweile niedergelassen hatte. Einige Jahre lang schrieb er für die dortige Zeitung über alles, was man in einer Zeitung lesen konnte. Der  wahre Aufschwung kam dann jedoch 1918, als Hjörne zur Tageszeitung GP (Göteborgs-Posten) kam, denn auch wenn er dort anfangs nur als einer von mehreren Journalisten arbeitete, so schuf er sich in Göteborg Kontakte, engagierte sich in Vereinen und er stieg stufenweise nach oben.

Im Jahre 1926 war nicht nur die Arbeitslosigkeit in Schweden auf einem Rekordniveau, auch die Presse kämpfte mehr und mehr ums Überleben. Die GP sollte in diesem Jahr auf Grund der geringen Leserzahl ganz eingestellt werden. Der damals 33-jährige Harry Hjörne sah nun seine Chance gekommen und er übernahm die Zeitung bevor sie den Todesstoß erhalten hatte. Im Gegensatz zu allen anderen Zeitungen jener Zeit führte Hjörne am Arbeitsplatz dann die Mitbestimmung ein und er besprach jeden Schritt mit seinem Personal. Sehr schnell erkannte er auch das Interesse der Bevölkerung für Sport, erhöhte die Auflage indem er über das Leben des Volkes schrieb und kirchlichen Fragen eine Platz gab. Indem die GP unter Harry Hjörne Nachrichten und Informationen für alle bot, gelang es ihm die Goteborgs-Posten damit zur größten Tageszeitung Schwedens, Stockholm ausgenommen, zu machen. Harry Hjörne starb am 16. Februar 1969 im Alter von 75 Jahren in Göteborg wo später ein zentraler Platz nach ihm benannt wurde.


26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö 
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

Copyright: Herbert Kårlin