Posts mit dem Label Harry Hjörne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Harry Hjörne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt

Auch wenn die erste Götheborgs-Posten bereits ab 1813 vom Buchdrucker Georg Löwegren herausgegeben wurde, so rechnet man diese Zeitung nicht als den offiziellen Vorläufer der Göteborgs-Posten, die meist nur kurz als GP bezeichnet wird. Für die Gründungszeit der heutigen GP gibt man den 31. Dezember 1858 an, die von Karl Emil ausgegeben wurde. Aber auch dieses Datum ist etwas umstritten, da am 31. Dezember 1858 lediglich ein Probedruck erschien und die erste der regelmäßigen Tageszeitungen erst am 5. Januar des Folgejahres erschien.

Eigentümer der Göteborgs-Pasten war zu Beginn David Bonnier, der die Tageszeitung als Konkurrenz zur Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning, die bis zu den 30er Jahren die bedeutendste Zeitung Göteborgs war, sich jedoch, in den Augen Bonniers, zu weit links bewegte. Als die GP jedoch auch 1872 den Konkurrenten nicht verdrängt hatte, verkaufte Bonnier seine Aktien an Fredrik Åkerblom, was zwar diese Zeitung aus dem späteren Bonnier-Konzern nahm, ihr jedoch das Überleben bot und zu langsam steigenden Auflagen führte. Dass die GP um diese Zeit den Markt nicht übernehmen konnte, lag allerdings daran, dass Åkerblom nicht nur der Skandinavismus nahe lag, sondern er der GP auch eine extrem konservative Richtung gab.

Erst als Harry Hjörne am 29. April 1926 die Göteborgs-Posten übernahm, musste die  Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning eine harte Konkurrenz spüren, was wiederum daran lag, dass Hjörne stark auf Sport setzte und Politik nahezu nebensächlich wurde. Hjörne gelang es dadurch die Arbeiter anzusprechen ohne tatsächlich eine Arbeiterzeitung liefern zu müssen. Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich die Göteborgs-Posten durch den massiven Aufkauf anderer Zeitungen zur  Stampen Media Group und entwickelte sich mit  einer Auflage von über 400.000 Exemplaren zur auflagenstärksten Zeitung Westschwedens, deren Einfluss allerdings bis ins Mälartal reicht. Während die GP sich ab der Nachkriegszeit einen liberalen Anstrich gab, macht sie seit 2014 einen Rechtsruck um kapitalstärkere Leser zu erreichen, da die Einnahmen der GP nicht vom Verkauf der Zeitung, sondern von der Werbung kommen.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 26. April 2013

Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)

Harry Hjörne wurde am 26. April 1893 in Vancegan in Illinois geboren, kam jedoch bereits im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern zurück nach Schweden, wo die Familie jedoch die amerikanische Kultur weitgehend aufrecht hielt. Hjörne wuchs daher mit teilweise amerikanischem Denken auf, was ihn nicht nur prägte, sondern ihm später auch bei seinem Aufstieg im Pressewesen von Vorteil sein sollte. Hinzu kam, dass Harry Hjörne sehr früh mit der Arbeiterbewegung und dem Bestreben der Volksbildung in Berührung kam. Durch diese Mischung und ein enormes Arbeitsvermögen war seine Berufswahl nahezu logisch, er wurde Journalist.

Harry Hjörne erkannte auch sehr früh wie wichtig Bildung war und besuchte daher Abendschulen, Vorträge und las eine beachtliche Menge an Büchern. Die Anstrengung lohnte sich und bald war Hjörne Journalist für die Zeitung Norra Skåne in Hässleholm, wo sich die Familie mittlerweile niedergelassen hatte. Einige Jahre lang schrieb er für die dortige Zeitung über alles, was man in einer Zeitung lesen konnte. Der  wahre Aufschwung kam dann jedoch 1918, als Hjörne zur Tageszeitung GP (Göteborgs-Posten) kam, denn auch wenn er dort anfangs nur als einer von mehreren Journalisten arbeitete, so schuf er sich in Göteborg Kontakte, engagierte sich in Vereinen und er stieg stufenweise nach oben.

Im Jahre 1926 war nicht nur die Arbeitslosigkeit in Schweden auf einem Rekordniveau, auch die Presse kämpfte mehr und mehr ums Überleben. Die GP sollte in diesem Jahr auf Grund der geringen Leserzahl ganz eingestellt werden. Der damals 33-jährige Harry Hjörne sah nun seine Chance gekommen und er übernahm die Zeitung bevor sie den Todesstoß erhalten hatte. Im Gegensatz zu allen anderen Zeitungen jener Zeit führte Hjörne am Arbeitsplatz dann die Mitbestimmung ein und er besprach jeden Schritt mit seinem Personal. Sehr schnell erkannte er auch das Interesse der Bevölkerung für Sport, erhöhte die Auflage indem er über das Leben des Volkes schrieb und kirchlichen Fragen eine Platz gab. Indem die GP unter Harry Hjörne Nachrichten und Informationen für alle bot, gelang es ihm die Goteborgs-Posten damit zur größten Tageszeitung Schwedens, Stockholm ausgenommen, zu machen. Harry Hjörne starb am 16. Februar 1969 im Alter von 75 Jahren in Göteborg wo später ein zentraler Platz nach ihm benannt wurde.


26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö 
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

Copyright: Herbert Kårlin