Posts mit dem Label Ostindien-Kompanie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ostindien-Kompanie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 10. Januar 2012

Carl von Linné, der bedeutendste Botaniker Schwedens

Am 10. Januar 1778 starb der schwedische Botaniker Carl von Linné in Uppsala, der Mann, der dafür bekannt ist die Pflanzenwelt nach ihrem Sexualsystem eingeteilt zu haben. Vieles im Leben dieses Mannes, der in der ganzen Welt bekannt ist, weicht von der üblichen Norm jener Zeit ab, denn bereits seinen Namen schuf sich der Wissenschaftler selbst, denn eigentlich wurde er Carl Nilsson genannt. Als er jedoch in Lund sein Studium begann, erinnerte er sich an die Linde im Garten des Elternhauses und nahm als Familiennamen die lateinische Abwandlung des Namens, Linnaeus, an, was, nachdem er in den Adelsstand aufgenommen wurde, zu „von Linné“ wurde.

Linné beschäftigte sich jedoch nicht nur mit Pflanzen, sondern wollte das gesamte Leben, inklusive der Mineralien, in ein eindeutiges System einordnen, wobei er mit diesem Streben so weit ging, dass er vom damaligen Erzbischof der Gottlosigkeit angeklagt wurde, was Linné zu einem der ersten bedeutenden Atheisten Schwedens abstempelte. In diesem Rahmen muss man auch Linnés Gedanken zur Rassenbiologie betrachten, nach der es insgesamt fünf Menschenrassen gab, die man sehr eindeutig definieren konnten und unter denen die Europäer die einzigen waren, die über den anderen Rassen standen und über wissenschaftliches Denken verfügten.

Ohne die Leistung Carl von Linnés zu mindern, muss man auch bedenken, dass zwar Linné die Ordnung von Pflanzen und Tieren schuf und zahlreichen Gewächsen ihre Namen gab. Er hat sich jedoch dabei sehr großzügig seiner sehr zahlreichen Schüler bedient, die im Gegensatz zu ihm, die ganze Welt bereisten um dort in Europa unbekannte Pflanzen für ihn zu sammeln und zu untersuchen, die Linné dann in sein System einordnete und ihnen dabei auch den Namen verlieh. Nur seine Schüler bereisten die anderen Kontinente und waren auch regelmäßig ein Teil der wissenschaftlichen Besatzung der Schiffe der schwedischen Ostindien-Kompanie, was durch die Epoche der schwedischen Freiheitszeit (Frihetstiden) gefördert wurde.

10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. November 2011

Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde

Am 10. November 1835 starb Anders Ljungstedt in der portugiesischen Kolonie Macao, ein Mann, der zwar 1759 in Linköping geboren wurde und im Laufe seines Lebens in vieler Hinsicht einzigartige Leistungen für Schweden vollbrachte, aber im Grunde nur seine Jugend in seiner Heimat verbracht hat, denn bereits kurz nachdem er sein Studium in Uppsala beendet hatte, ging er als Lehrer nach Russland. Als er nach zehn Jahren zurück nach Schweden kam, so beschäftigte in König Gustav IV. Adolf als russischen Dolmetscher, bis Anders Ljungstedt, vier Jahre später, erneut auf Reisen ging.

1798 stellte ihn die Schwedische Ostindien-Kompanie im chinesischen Guangzhou an, um dort für die Gesellschaft die Handelsgeschäfte zu führen. Als die Ostindien-Kompanie 1813 aufgelöst wurde, blieb Anders Ljungstedt erst noch zwei Jahre in China, um dann anschließend nach Macao umzuziehen und dort eine eigene Handelsgesellschaft aufzubauen. Einen Großteil seines Einkommens floss unmittelbar zurück nach Schweden, weil er damit in Linköping eine Schule aufbaute, die heute, zu seiner Erinnerung, Anders Ljungstedts Gymnasium heißt.

Anders Ljungstedt kehrte nach seinem Umzug nach China nicht mehr nach Schweden zurück, sondern begann sich intensiv für die Geschichte Macaos zu interessieren. Seine private Forschung führte dann zum ersten nicht von China oder Portugal gefärbten Geschichtswerk über Macao, wofür er auch geschichtliche Dokumente benutze, die später verloren gingen, so dass alle Forschung über Macao seit dieser Zeit auf Anders Ljungstedt zurückgeht. Ander Ljungstedt liegt in Macao begraben, wo 1997 dann selbst eine Straße in Macao nach ihm benannt wurde.

10. November: Die Feier des Martinstags (Mårtensafton) in Schweden
10. November 1584: Katarina Vasa und der Übergang in ein neues Königsgeschlecht 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Juli 2011

William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg

Am 3. Juli 1811 starb William Chalmers, der vor allem durch die Gründung der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg bekannt wurde, die jedoch bei ihrer Einweihung am 5. November 1829 noch die Bezeichnung Chalmerska Slöjdskolan trug und armen Kindern in Göteborg eine grundlegende Ausbildung bot, oder, wie William Chalmers es in seinem Testament ausdrückte, dort lesen und schreiben lernen konnten.

William Chalmers, der väterlicherseits aus Schottland stammte, erwarb seinen Reichtum durch die Ostindiska Kompaniet (Ostindien-Kompanie) und war dort bis zum Konkurs der Gesellschaft leitender Direktor. Nach der Auflösung der Firma gründete er, zusammen mit Peter Bagge, die Trollhätte sluss och kanal, wobei eine der Schleusen auch nach den beiden Gründern benannt wurde.

Die heutige Technische Hochschule Chalmers ist bis heute eine Stiftung, die auf William Chalmers zurückführt, auch wenn sich die Ausbildungsrichtung mehrmals veränderte. Aus der Schule für arme Kinder entwickelte sich 1882 die Chalmers Tekniska Läroanstalt, eine technisch eingerichtete Schule, die 1914 das Chalmers Technische Institut wurde und sich 1937 schließlich zur Chalmers Technischen Hochschule entwickelte, die weltweit einen guten Ruf trägt und deren Abschluss eine Anstellung garantiert.

3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl 


Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Juni 2011

Die Götheborg legt wieder in Göteborg an

Am 9. Juni 2007 kehrte die Götheborg, ein Nachbau des im Jahre 1745 an der Hafeneinfahrt gesunkenen Ostindienseglers, von einer fast zweijährigen Reise nach China zurück in ihren Heimathafen in Göteborg. Diese China-Reise, zu der die Götheborg am 2. Oktober des Jahres 2005 aufgebrochen war, war die erste große Reise des Dreimasters, wobei der Segler der gleichen Strecke folgte, die einst das Original der schwedischen Ostindien-Kompanie nahm.


Die Ostindiefararen Götheborg ist weltweit das größte Segelschiff in Holzbauweise, das für Fahrten auf allen Ozeanen zugelassen ist. Das Original, das Jahrhunderte lang auf dem Grund vor Göteborg lag, wurde erst 1986 geborgen und enthüllte, da das Schiff gerade mit voller Last aus China kam, sehr viele Geheimnisse über die Aktivitäten der Ostindien-Kompanie. Auch wenn vom ersten Moment an der Gedanke gewachsen war, das Schiff nachzubauen, wurde erst 1995 mit den Arbeiten begonnen. Acht Jahre später konnte das Schiff dann zu Wasser gelassen werden.

Der Nachbau erforderte den Einsatz von historischem Werkzeug und Material, das man zum Teil in Europa nicht mehr fand. Einige Kleinigkeiten der Götheborg mussten auch den heutigen Seefahrtbestimmungen und der Größe der Besatzung angepasst werden, was jedoch in meisterhafter Weise geschah und selbst an Bord nicht sichtbar ist. Bevor die Götheborg im folgenden Jahr zur Olympiade in London aufbrechen soll und dann ein Jahr später auch Amerika ansegelt soll, kann sie in Göteborg von den Besuchern der Stadt besucht und besichtigt werden.

9. Juni 1960: Eva Dahlgren, mehr als ein musikalisches Symbol Schwedens
9. Juni 1962: Die Rennstrecke Knutstorp in Skåne

Copyright: Herbert Kårlin