Posts mit dem Label Freiheitszeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freiheitszeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 2. November 2015

Carl Gustaf Malmström und die Freiheitszeit Schwedens

Carl Gustaf Malmström kam am 2. November 1822 auf Gut Holmstorp in Tysslinge in bürgerlichen Verhältnissen zur Welt. Als sein Vater im Jahre 1836 starb, musste das Gut jedoch verkauft werden und die Familie geriet in schwierige finanzielle Verhältnisse. Bereits seine Hochschulreife konnte Malmström 1840 nur dadurch ablegen indem er regelmäßig Nachhilfeunterricht bot um bei der Versorgung der Familie helfen zu können. Aus Geldmangel war es Malmström dann auch nicht möglich unmittelbar ein Studium an der Universität Uppsala zu beginnen, sondern er arbeitete weiterhin als Privatlehrer, erwägte unterschiedliche Berufswege und entschloss sich letztendlich doch für ein Studium, das ihm 1849 auch eine Dozentur in Geschichte einbrachte.

Bereits während seines Studiums hatte sich der sehr gläubige Carl Gustaf Malmström mit der Kirchengeschichte Schwedens beschäftigt, was sich die kommenden Jahre darin ausdrückte, dass der Geschichtswissenschaftler zahlreiche kleinere Werke zu diesem Thema veröffentlichte. Ab 1852 übernahm Malmström dann auch die Tidskrift för litteratur, die jedoch sehr kurzlebig war, da es nahezu unmöglich war hierfür Autoren zu finden. Im gleichen Jahr begann der Historiker seine über ein Stipendium finanzierte Studienreise nach Frankreich, Dänemark und England um dort Material über die schwedische Freiheitszeit zu sammeln, eine Aufgabe, die Malmström geradezu hervorragend ausführte.

Ab 1855 veröffentlichte Carl Gustaf Malmström sein monumentales Werk Sveriges politiska historia från Karl XII:s död till stats hvälfningen 1772, die bis heute einmalige politische Geschichte zur Freiheitszeit Schwedens, die unter Geschichtswissenschaftlern nach wie vor als Standartwerk betrachtet wird. Als 1877 der letzte der sechs Bände erschien, zeigte sich, dass es Malmström, der am 12. September 1912 in Danderyd starb, gelungen war eine gesamte Epoche der schwedischen Geschichte logisch und klar zu behandeln, was bis dahin noch nie einem Wissenschaftler gelungen war. Dieser Arbeit verdankte es Malmström auch, dass er 1877 zum Professor in Geschichte an der Universität Uppsala ernannt wurde und ein Jahr später in die Svenska Akademien gewählt wurde.


2. November 1846: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
2. November 1866: Rutger Sernander, Botaniker, Archäologe und Geologe
2. November 1887: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

2. November 1890: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin
2. November 1961: August Strindberg und Harriet Bosse
2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Februar 2012

Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung

Am 12. Februar 1771 starb der schwedische König Adolf Fredrik an einem Schlaganfall im Stockholmer Schloss, der nach Aufzeichnungen von Johan Gabriel Oxenstierna auf eine Lebensmittelvergiftung oder zu viel und zu fettes Essen zurückzuführen sein soll. Der König hatte kurz vor seinem Tode Hummer, Kaviar, Bückling, Fleisch, Kohl und anderes mehr gegessen, bevor er die Mahlzeit noch mit „hetvägg“, also Semlor, abschloss. Nur kurz nach diesem ausschweifenden Essen starb Adolf Fredrik einen, nach Oxenstierna, nicht sehr rühmlichen Tod.

Adolf Fredriks Nachfolger, Gustav III., verweilte zum Zeitpunkt des Todes in Paris, wo er vom Leben am Hofe, der Oper und dem Theater profitierte. Erst einen Monat nach dem Verscheiden von Adolf Fredrik erhielt er während eines Opernbesuches die Todesnachricht, woraufhin er unmittelbar nach Schweden zurückkehrte und ein Jahr später durch einen Staatsstreich der Freiheitszeit Schwedens ein Ende setzte und die absolute Macht über das Land übernahm.

Auch wenn Adolf Fredrik selbst nur durch Intrigen an die Macht kam, so spielte er als König nur eine sehr geringe Rolle für die Geschichte Schwedens, da er sich nicht nur von seiner Frau, Lovisa Ulrika von Preussen, massiv beeinflussen ließ, sondern auch ein Spielball der verschiedenen Parteien war und es nie verstanden hatte ein so großes Reich wie Schweden zu regieren. Während seiner Regierungszeit wurde Schweden eher von den Wünschen der Nachbarländer beeinflusst als dem Willen des Königs.

12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Januar 2012

Carl von Linné, der bedeutendste Botaniker Schwedens

Am 10. Januar 1778 starb der schwedische Botaniker Carl von Linné in Uppsala, der Mann, der dafür bekannt ist die Pflanzenwelt nach ihrem Sexualsystem eingeteilt zu haben. Vieles im Leben dieses Mannes, der in der ganzen Welt bekannt ist, weicht von der üblichen Norm jener Zeit ab, denn bereits seinen Namen schuf sich der Wissenschaftler selbst, denn eigentlich wurde er Carl Nilsson genannt. Als er jedoch in Lund sein Studium begann, erinnerte er sich an die Linde im Garten des Elternhauses und nahm als Familiennamen die lateinische Abwandlung des Namens, Linnaeus, an, was, nachdem er in den Adelsstand aufgenommen wurde, zu „von Linné“ wurde.

Linné beschäftigte sich jedoch nicht nur mit Pflanzen, sondern wollte das gesamte Leben, inklusive der Mineralien, in ein eindeutiges System einordnen, wobei er mit diesem Streben so weit ging, dass er vom damaligen Erzbischof der Gottlosigkeit angeklagt wurde, was Linné zu einem der ersten bedeutenden Atheisten Schwedens abstempelte. In diesem Rahmen muss man auch Linnés Gedanken zur Rassenbiologie betrachten, nach der es insgesamt fünf Menschenrassen gab, die man sehr eindeutig definieren konnten und unter denen die Europäer die einzigen waren, die über den anderen Rassen standen und über wissenschaftliches Denken verfügten.

Ohne die Leistung Carl von Linnés zu mindern, muss man auch bedenken, dass zwar Linné die Ordnung von Pflanzen und Tieren schuf und zahlreichen Gewächsen ihre Namen gab. Er hat sich jedoch dabei sehr großzügig seiner sehr zahlreichen Schüler bedient, die im Gegensatz zu ihm, die ganze Welt bereisten um dort in Europa unbekannte Pflanzen für ihn zu sammeln und zu untersuchen, die Linné dann in sein System einordnete und ihnen dabei auch den Namen verlieh. Nur seine Schüler bereisten die anderen Kontinente und waren auch regelmäßig ein Teil der wissenschaftlichen Besatzung der Schiffe der schwedischen Ostindien-Kompanie, was durch die Epoche der schwedischen Freiheitszeit (Frihetstiden) gefördert wurde.

10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin