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Freitag, 24. März 2017

Die Opernsängerin Eufrosyne Abrahamson

Eufrosyne Abrahamson kam am 24. März 1836 als Tochter einer Kaufmannsfamilie mit dem Familiennamen Leman zur Welt und begann mit sechzehn Jahren bei Julius Günther eine Ausbildung als Sängerin. 1955 kamen Abrahamsons ersten Konzerte und am 16. Mai 1855 sang die Opernsängerin als Pamina in der Zauberflöte. Noch im gleichen Jahr entschloss sich Abrahamson nach Paris zu gehen um bei Gilbert-Louis Duprez ihre Gesangsausbildung zu beenden, gleichzeitig aber auch um in den Pariser Salons und den Kirchen der französischen Hauptstadt aufzutreten.

Nach Ende ihrer Ausbildung wurde Eufrosyne Abrahamnso beim Teatre de Oriente in Madrid engagiert um dort als Elvira in Giuseppe Verdis Oper Ernani aufzutreten. Nur ein Jahr später hatte die Opernsängerin die Spitze ihrer Karriere erreicht und ging nach Wien um dort die bekanntesten lyrischen Szenen jener Zeit zu singen. Bereits am 1. April 1859, gerade einmal 23 Jahre alt, sollte Abrahamson dann in Wien ihre letzte große Gesangsrolle präsentieren, nämlich als Adalgisa in Vincezo Bellinis Oper Norma, denn im Herbst des gleichen Jahres heiratete die Opernsängerin August Abrahamson und beendete damit gleichzeitig ihre Karriere.

Während ihrer Ehe widmete sich Eufrosyne Abrahamson insbesondere der Wohltätigkeit und der Kunst, abgesehen von einigen kleineren Auftritten in Göteborg, wo sich das Ehepaar niedergelassen hatte. Auch die Wahl in die Musikalische Akademie im Jahre 1868 konnte die Sängerin nicht zur Opernbühne zurücklocken und nur ein Jahr später starb die Opernsängerin. Nach ihrem Tode vermachte der Ehemann 25.000 Kronen, was heute rund 16 Millionen Kronen entspräche, der Musikakademie. Das Geld sollte der Ausbildung von Talenten dienen.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1938: Die schwedische Künstlerin Ulrica Vallien
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Stiftung Arbetarbostadsfonden

Am selben Tag als man in Stockholm die Genesung des Königs Oscar I. mit einem großem Feuerwerk feierte, also am 9. Februar 1853, wurde der Grundstein für die Stiftung Arbetarbostadsfonden gelegt, der bis heute in der schwedischen Hauptstadt Wohnungen ausschließlich an Arbeiter vermietet, vorausgesetzt sie haben keine Schulen und ein Einkommen, das dreimal so hoch ist wie die festgesetzte Miete. Gegenwärtig handelt es sich um 1415 Wohnungen in Stockholm, was dazu führt dass die Chance dort eine Wohnung zu finden allerdings sehr gering ist.

Arbetarbostadsfonden ist Schwedens älteste Stiftung, die Wohnungen baut und verwaltet, allerdings nur in Stockhom aktiv ist. Das Geld für die Stiftung in Höhe von 15.200 Reichstalern kam durch eine Sammlung zustande, da sehr viele wohlhabende Stockholmer um diese Zeit die Bewegung unterstützen wollten die Slums der schwedischen Hauptstadt zu beseitigen, was nur möglich war den Ärmsten der Stadt eine Wohnung zu beschaffen. Das erste Haus des Arbetarbostadsfonden entstand nur wenig später am Rande Södermalms und bot die ersten 16 Wohnungen für Arbeiterfamilien, die jeweils einen Raum und eine Küche hatten. Seit 1926 gehört dieses erste Haus der Stiftung der Stadt Stockholm und wurde natürlich modernisiert.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Arbetarbostadsfonden, trotz zahlreicher Probleme des Wohnungsbaus, denn auch wenn das Ziel eine Art Gleichstellung von Arbeitern und Bürgern hinsichtlich der Wohnungen als Ziel gesehen wurde, so stiegen die Baupreise im Zentrum der Stadt so bedeutend an, dass die Stiftung beim Kauf der Grundstücke oder Gebäude immer weiter an den Stadtrand gedrängt wurde. Seit 2006 ist der Arbetarbostadsfonden nun eine private Stiftung, was für die Mieter erhebliche Vorteile mit sich bringt, denn dadurch müssen sämtliche Einnahmen in der Stiftung bleiben damit mit diesem Geld der Unterhalt und die Reparationen finanziert werden können.

9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. März 2016

Die Stockholmer Stadtbibliothek

Bereits im Jahre 1728 stiftete der Journalist Andreas Geist seine gesamte und sehr umfangreiche Buchsammlung der Stadt Stockholm um damit den Grundstock für eine Stadtbibliothek zu bieten. Das Projekt wurde nie verwirklicht und erst 1869 entstanden dann in der schwedischen Hauptstadt die ersten Bibliotheken der Kirchengemeinden, gefolgt von Arbeiterbibliotheken und Volksbibliotheken. Nach 1910 kam der Gedanke eine Stadtbibliothek zu gründen, erneut auf, aber auch auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts zögerten die Stadträte, mit dem Ergebnis dass erst am 31. März 1928 die Stockholmer Stadtbibliothek eröffnet werden konnte.

Dieses Mal kam die Initiative zur Gründung einer Stadtbibliothek von der Stiftung Knut und Alice Wallenberg, die der Stadt im Jahre 1918 eine Million Kronen zu diesem Zweck zur Verfügung stellte, unter der Voraussetzung, dass die Stadt das Grundstück für den Bau des Gebäudes zur Verfügung stellt und aus einer weiteren Stiftung 575.000 Kronen für die Bibliothek vorsieht. Der Stadtrat zögerte dennoch und erst als die Stiftung Wallenberg weitere 130.000 Kronen stiftete, entschied man sich in Stockholm eine Stadtbibliothek zu bauen. Bei der Einweihung am 31. März 1928 waren Gäste wie Prinz Eugen, Knut Wallenberg und Otto Bonnier anwesend um den Wert dieser von Stockholmern lang ersehnten Bibliothek hervorzuheben.

Bereits von Beginn an war der Stadtarchitekt Gunnar Asplund mit dem Bauprojekt betraut, zumal er um diese Zeit auch an einem Bebauungsplan um den Observatorielunden arbeitete, wo sich heute auch die Stadtbibliothek befindet. Die Inspiration für den Bau, der noch Züge des nordischen Klassizismus trägt, jedoch bereits zum Funktionalismus neigt, kam aus den USA und vor allem der Rotonde de la Villette in Paris. Die Mischung der architektonischen Stile wurde später international als Swedish Grace bezeichnet, da die Stadtbibliothek in Stockholm ein Vorbild für zahlreiche schwedische Bauten wurde, unter anderem auch für die Stadtbibliothek in Örebro. Noch heute spricht man in Stockholm bisweilen nicht von der Stadtbibliothek, sondern vom Asplundhuset, eine Name, der an den Architekten erinnern soll.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. September 2015

Die schwedische Stiftung Contra

Um durch Meinungsbildung die freie Marktwirtschaft zu fördern und alle sozialistischen Ideen zu bekämpfen, wurde am 14. September 1974 von drei aus der Demokratiska Allians ausgeschlossenen Politikern die Stiftung Contra in Stockholm gegründet, eine Stiftung, die mittlerweile eine Zeitschrift herausgibt und einen Buchverlag besitzt. Die drei Gründer der Stiftung waren aus der antikommunistischen Partei ausgeschlossen worden, weil ihr Gedankengut in den extrem rechten Gruppierungen Schwedens zu suchen waren und sie daher selbst den Zielen einer antikommunistischen Partei schaden konnten.

Der Grundgedanke der Stiftung ist jede sozialistische Bewegung zu bekämpfen, da jeder kollektive Gedanke die Demokratie des Westens untergrabe, sowie das individuelle Recht des Einzelnen und die freie Wirtschaft außer Kraft setze. Nach Contra sollen schwedische Politiker ausschließlich mit Ländern zusammenarbeiten, die die Ideale der westlichen Länder vertreten, was auch in Schweden jede sozialdemokratische oder linke Regierung ausschließt. Das Steuerelement eines Staates muss, nach Contra, die Marktwirtschaft sein, die grundsätzlich nationale Interessen im Vordergrund sehen muss.

Da sich die Stiftung Contra, die von der Stiftung Expo als rechtsextrem bezeichnet wurde, immer nur gegen den Kollektivismus ausspricht und die sogenannten westlichen Werte hervorhebt, wollte selbst der Europäisch Gerichtshof bisher der Stiftung Contra keinen klaren extrem rechten Stempel aufdrücken. Obwohl Contra gegen das Aufnehmen von Flüchtlingen in Schweden ist, Rassismus als Kollektivverhalten bezeichnet und Feminismus in diesem Rahmen ebenfalls als Gefahr für die westliche Gesellschaft betrachtet, ist der Absatz der Zeitschrift und der Verkauf der Bücher auf eine kleinere Gruppe an Schweden begrenzt, die in Schweden die sogenannten nationalen historischen Werte hervorheben und sich daher im rechten konservativen Flügel bewegen.


14. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert 
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee 
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 17. April 2015

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg

Als das Sahlgrenska Universitetssjukhuset, kurz SU, am 17. April 1900 in Göteborg eingeweiht wurde, hatte es 350 Zimmer und war das modernste Krankenhaus des Nordens, obwohl die Röntgenabteilung, mehrere spezialisierte Abteilungen und die moderneren Labors erst Jahre später integriert oder hinzugefügt wurden. Es sollte sogar noch einen Monat dauern bevor die ersten Kranken in den Betten zu finden waren, da die Einweihung noch kurz vor der Fertigstellung erfolgte. Der Name des heutigen Universitätskrankenhauses entstand sogar erst am 17. Dezember 1936, denn bis dahin hieß die Einrichtung noch Allmänna och Sahlgrenska sjukhuset i Göteborg.

Die Geschichte des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses geht jedoch viel weiter zurück, denn das erste Krankenhaus Göteborgs wird bereits im Jahre 1665 genannt, jedoch erst als Nicolaus Sahlgren am 8. Dezember 1772 testamentarisch eine Stiftung hinterließ nach der die Stadt Göteborg einen Teil seiner Hinterlassenschaft für eine „nützliche“ Einrichtung anwenden sollte, entstand in der damaligen Sillgatan, der heutigen Postgatan, ein zweistöckiges Krankenhaus in dem am 11. März 1782 die ersten Patienten aufgenommen wurden.

Bald war jedoch auch dieses Krankenhaus zu klein geworden und dank neuer Spenden konnte 1823 ein neues Krankenhaus entstehen, das jedoch bereits 32 Jahre später erneut zu klein war und durch einen Neubau ersetzt wurde. Weitere 30 Jahre später war selbst diese Einrichtung wieder zu klein und nach jahrelangen Diskussionen im Stadtrat entschied sich Göteborg ein Krankenhaus zu bauen, das nach einer Übergangszeit über 600 Betten verfügen sollte. Dieser Neubau entstand dort, wo man noch heute das Sahlgrenska findet, das größte Krankenhaus Nordeuropas mit insgesamt 2100 Betten, verteilt auf 165 Abteilungen und teilweise einem Blick auf den Botanischen Garten der Stadt.


17. April 1742: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
17. April 1870: Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Januar 2015

Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier

Jeanette Bonnier wurde am 23. Januar 1934 als Tochter des Buchverlegers Albert Bonnier in Stockholm geboren und besitzt ein Zehntel des Gesamtkapitals des Bonnierkonzerns. Die mittlerweile 80-Jährige ist nicht nur eine der reichsten Personen Schwedens, sondern verfügt bis heute über eine ungemeine Macht, da sie als Vorstandsmitglied der Dagens Nyheter, des Expressen und der Svensk Filmindustri das schwedische Denken maßgeblich beeinflussen kann, obwohl Jeanette Bonnier kaum in der Öffentlichkeit auftaucht.

Jeanette Bonnier begann nach ihrer schulischen Ausbildung im Jahre 1952 als Journalistin beim Expressen zu arbeiten um einige Jahre später Reporterin beim Veckojournalen und anschließend beim Bildjournalen zu werden. Einige Jahre lang besaß die kunstinteressierte Bonnier auch eine erfolgreiche Kunstgalerie in New York, ohne jedoch die journalistische Arbeit ganz aufzugeben. Eine Wende in ihrem Leben kam als die einzige Tochter Maria aus der zweiten Ehe 1985 im Alter von 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam.

Nach dem Tod der Tochter gründete Jeanette Bonnier die Maria Bonnier Dahlins Stiftung, die wiederum an Erinnerung der Tochter 2006 die Bonnier Kunsthalle in Stockholm errichten ließ. Sowohl die Stiftung als auch die Kunsthalle hat das Ziel jungen schwedischen Künstlern bei ihrer Entwicklung zu helfen. Journalisten der Dagens Nyheter erzählte Bonnier im Jahre 2014, dass ihre nahen Verwanden der Familie Bonnier auf keinen Fall ihren Anteil am Unternehmen erben werden, sondern sie eine Stiftung damit einrichtet die allein mit den Zinsen des Kapitals Künstler, Forscher und verfolgte Journalisten unterstützen wird.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets 
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 19. Dezember 2014

Die Knut und Alice Wallenberg Stiftung

Am 19. Dezember 1917 gründeten der Finanzmann Knut Wallenberg und seine Ehefrau Alice Wallenberg, geborene Nickelsen, eine gemeinnützige Stiftung mit einem Kapital von 20 Millionen Kronen, das in den folgenden 30 Jahren durch weitere Schenkungen immer wieder erhöht wurde und heute die größte Stiftung der Finanzfamilie Wallenberg ist. Im Jahre 2005 belief sich das Kapital der Stiftung bereits auf 42 Milliarden Kronen, die wiederum im Investmentunternehmen Investor, und beim Flugunternehmen SAS investiert sind.

Die Idee für die Stiftung hatte Knut Wallenberg vermutlich bereits im Jahre 1906, als er einer der Initiatoren für die Gründung des Vereins für eine Handelshochschule war und drei Jahre später erreichte dass in Stockholm die private Handelshochschule gegründet wurde, eine der ersten Wirtschaftshochschulen im nordischen Raum und die erste ihrer Art in Schweden. Die Stiftung Knut und Alice Wallenberg wird bis heute mehrheitlich von Mitgliedern der Familie Wallenberg verwaltet, was natürlich auch einen gewissen Einfluss auf die Hochschule beinhaltet.

Knut und Alice Wallenberg hatten in den Statuten der Stiftung als Hauptziel die Förderung der Wissenschaft festgehalten, insbesondere jedoch geschrieben, dass ein bedeutender Anteil der Stiftung der Finanzierung der Handelshochschule in Stockholm dienen soll. Eine der ersten bedeutenden finanziellen Einsätze sollte dann die Einrichtung einer Professur in Nationalökonomie werden, heute Nationalökonomie und Bankwesen. Diese private Professur wird auch heute noch von der Knut und Alice Wallenberg Stiftung getragen. Als bisher letzter Professor wurde 1995 Jörgen W. Weibull ernannt.


19. Dezember 1666: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
19. Dezember 1880: Die Caroli kyrka, die Deutsche Kirche in Malmö
19. Dezember 1893: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
19. Dezember 1954: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und die Antidemokratie

19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden
19. Dezember 2011: Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile
Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 5. November 2014

Gustaf Fredrikson, vom Schauspieler zum Theaterdirektor

Als Gustaf Fredrikson, besser bekannt als Frippe Fredrikson, am 5. November 1921 auf Gut Höstsol, einem Altersheim für Schauspieler, bei Stockholm, starb, konnte er auf 56 Jahre als Schauspieler zurückblicken, denn noch 1918 wirkte Fredrikson in der Rolle des Kammerherrn Emil von Schinkel im Film Mästerkatten i stövlar mit, dem einzigen Film in dem der Schauspieler je mitwirkte. Im gleichen Jahr veröffentlichte der 86-jährige auch sein autobiographisches Buch Teaterminnen.

Gustaf Fredrikson, der am 31. Juli 1832 in Stockholm geboren wurde, hatte seine Karriere als Schauspieler am 4. November 1862 im Dramaten eingeleitet und wurde dort bereits im darauffolgenden Jahr fest angestellt. Als jedoch der schwedische Reichstag im Jahre 1888 sämtliche Subventionen für die Oper und das Dramaten strich, stellte Fredrikson das eigene Auftreten an die zweite Stelle und er übernahm
, im Auftrag eines Vereins den er mit gegründet hatte, die Leitung des Dramaten, von 1904 bis 1907 sogar vollkommen unter eigener Rechnung. In dieser Zeit kamen die Einnahmen vor allem über Tourneen, die die Truppe des Theaters im nordischen Raum unternahm.

Als das Dramaten 1907 in die neuen Räume umzog und das klassische Theater Gustaf Fredriksons in die Ära August Strindberg überging, verließ der Schauspieler das Dramaten. Im Jahre 1912 vermachte Fredrikson dann sein gesamtes Vermögen, inklusive seiner Möbel und seiner Kunstsammlung, einer damals noch geplanten Stiftung, die 1918 ein Gut kaufte, das sich anschließend zum Altersheim Höstol verwandelte und Schauspielern im höheren Altern eine Ruheplatz und die eventuell nötige Pflege bietet. Noch heute wird Höstol oft als das Altersheim von Gustaf Fredrikson bezeichnet.


5. November 1829: Die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg
5. November 1879: Die Guttempler-Loge Schwedens wird in Göteborg gegründet
5. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
5. November 1932: Sonora, das schwedische Label für Schallplatten

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. August 2014

Das Vermächtnis von Charlotta Lovisa von Kræmer

Charlotta Lovisa von Kræmer, bekannt als Lotten von Kræmer, wurde am 6. August 1828 in Stockholm geboren und wuchs als Tochter des Freiherren von Kræmer, eines bedeutenden Regionalpolitikers, im Schloss Uppsala auf, wo sie von Professoren und Dozenten der Universität Uppsala eine hervorragende Bildung erhielt. Sehr früh lernte von Kræmer die Dichter Erik Gustaf Geijer und Per Daniel Amadeus Atterbom kennen, die regelmäßig im Elternhaus verkehrten und vermutlich auch den Grundstein für die Jugendliche legten, die sehr bald ebenfalls Schriftstellerin werden wollte.

Ab 1847 zeigte sich, dass Lotten von Kræmer auf Grund von Scharlach langsam das Gehör verlor. Dennoch kam es 1855 noch zu einer heimlichen Verlobung zwischen dem Ästetikprofessor Sten Johan Stenberg und von Kræmer, die die Dichterin und Frauenrechtlerin jedoch 1870 auflöste, da sie um diese Zeit kaum noch etwas hörte und ihr Verlobter ihre politische und soziale Aktivität zu verhindern versuchte. Anschließend lebte von Kræmer ausschließlich für ihre Reformideen und setzte sich vor allem für das Wahlrecht der Frauen ein. Herausragend war dabei auch, dass von Kræmer bereits 1872 einen Fond ins Leben rief um weibliche Studenten in Uppsala mit einem Stipendium zu stützen.

Nach dem Tode des Vaters erbte Lotten von Kræmer geradezu ein Vermögen, das sie jedoch zum großen Teil für die geplanten sozialen Reformen einsetzte und dabei auch mehrere radikale Zeitschriften und fortschrittliche Vereine finanziell unterstützte. Kurz vor ihrem Tod gründete Lotten von Kræmer noch die literarische Vereinigung Samfundet De Nio, der sie in Form einer Stiftung auch ihr gesamtes Vermögen hinterließ. Der Samfundet De Nio fördert insbesondere Werke zur Friedenspolitik und zu Fragen des Rechtes der Frauen, wobei von Kræmer bereits bei der Gründung der Stiftung festlegte dass vier der neun Sitze an Frauen gehen müssen und vier an Männer. Nur einer der Sitze kann völlig frei vergeben werden. Das erste Werk, das die Stiftung 1918 veröffentliche, waren die gesammelten Schriften der Gründerin.


6. August 1932: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden 
6. August 1968: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom 
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström 
6. August 1986: Beppe Wolgers, der Schriftsteller mit dem Vollbart

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Mittwoch, 16. April 2014

Henric Westman und die Stadt Linköping

Als Henric Westman am 16. April 1937 im Linköpinger Stadtteil Valla starb, gab es kaum eine Person in Linköping, die nicht zumindest den Namen dieses Mannes kannte und noch heute gibt es keinen Besucher der Stadt, der nicht in irgendeiner Weise an Henric Westman erinnert wird, da dieser einer der bedeutendste Mäzene Linköpings war und seine Stiftungen noch heute einen Teil des Stadtbildes prägen. Kaum ein Besucher der Stadt wird das Valla Fritidsområde mit seinen Museeen und den historischen Bauwerken auf der Seite liegen lassen, das auf die Spenden Westmans zurückgeht.

Henric Westman war am 17. Dezember 1853 in einer sehr wohlhabenden Familie geboren worden und begann im Jahre 1873 ein Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch bereits nach zwei Jahren aufgab um eine militärische Karriere zu beginnen, die er dann jedoch ein Jahr nach dem Tod des Vaters im Jahre 1889 ebenfalls aufgab. Ab 1890 widmete sich Westman ganz dem sehr ausgedehnten landwirtschaftlichen Gut und engagierte sich in seiner Freizeit in den künstlerischen und historischen Vereinigungen Linköpings.

Ab 1903 beginnt Henric Westman die Stadt Linköping in Form von Stiftungen zu unterstützen, aber ihr auch sein persönliches künstlerisches Ideal aufzudrücken, denn insbesondere der Ida Westmans Fond und der Westman-Wernerska Fond, die heute über ein Kapital von knapp 300 Millionen Kronen verfügen, richten sich an die künstlerische Ausschmückung Linköpings durch Künster des Östergötland. Das bedeutendste Werk, das Westman finanzierte, ist der Folkungabrunnen auf dem Stora Torget (Marktplatz) in Linköping, der an das Folkungaätten, also die Zeit zwischen 1250 du 1364, erinnern soll und von Carl Milles geschaffen wurde, einem Künstler, der jedoch kaum eine Verbindung zur Region hatte.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch 
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden 
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. April 2013

Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter

Abraham Rydberg kam am 3. April 1780 in einer sehr einfachen Familie zur Welt und musste sich daher sein Studium in Uppsala durch eine parallele Tätigkeit als Privatlehrer bei einem Großhändler verdienen, was jedoch den Vorteil hatte, das er dabei auch vieles erfuhr was mit dem Handel in Verbindung stand. Nach Abschluss seines Studiums ging Rydberg nach Stockholm, wo er erst bei einem Reeder und Eisenexporteur beschäftigt wurde und sich ab 1809 selbst als Reeder niederließ und dabei zu großem Reichtum gelangte.

Während der Choleraepidemie im Jahre 1834 schrieb Abraham Rydberg sein Testament und gründete eine Stiftung in der er eine bedeutende Summe festlegte und die die Aufgabe hatte eine moderne Navigationsschule in Stockholm zu schaffen. Noch zur Lebenszeit von Rydberg konnte die Rydbergska Stiftelsen einen Teil der Ideen des Reeders verwirklichen, denn er schuf eine Seefahrtschule in der Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren eine kostenlose Ausbildung als Seemann erhielten. Für die Ausbildung stiftete Rydberg insgesamt drei Schulfahrzeuge auf denen bis zu 120 Schüler ausgebildet werden konnten.

Parallel zu dieser Seefahrtausbildung stiftete Abraham Rydberg auch der Stockholmer Grosshandelssocietet eine bedeutende Summe für den Bau eines Hotel de Ville, wobei er hierbei jedoch die Bestimmung des Gebäudes nicht klar definierte und nach der Auslegung der Verantwortlichen für den Bau sowohl ein Rathaus sein konnte als auch ein Wirtshaus oder eine Mischung aus beidem. Letztendlich wurde das Geld für den Bau des ersten Hotels Stockholms verwendet, dem Hotell Rydberg, das von 1857 bis 1914 eine Art Vergnügungszentrum der Stadt wurde, das von allen Journalisten und Schriftstellern der Zeit besucht wurde.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Januar 2012

Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan


Am 16. Januar 1936 wurde die Stiftung Solstickan gegründet, die durch den Verkauf von Streichholzschachteln Kindern und alten Menschen eine Hilfe bieten wollte. Die Streichholzschachteln sind zu erkennen an einem weißen Jungen und dem Teil einer Sonne in der oberen linken Ecke, einer Grafik, die der Stiftung mittlerweile Einnahmen von 100 Millionen Kronen gebracht hat und dem Künstler gerade einmal 200 Kronen, obwohl es wohl kaum ein Kunstwerk gibt, das so bekannt und so oft verbreitet wurde wie jenes auf den blauen Streichholzschachteln.

Einar Nerman, der vor allem für seine Karikaturen von Künstlern bekannt wurde, stand beim Entwurf der Streichholzschachteln unter Zeitdruck und nahm daher eine seiner früheren Zeichnungen als Vorbild, nämlich Tummelisa (Däumelinchen), eine Illustration für das Märchen von H. C. Andersen. Allerdings machte er das Mädchen im Märchen zu einem Jungen und die Fackel wurde durch die Sonne ersetzt. Bereits im Februar des gleichen Jahres wurden dann die ersten Streichhölzer in diesen Schachteln verkauf und im Oktober waren 170.000 Kronen auf dem Konto der Stiftung eingegangen.

Mit den Einnahmen des Jahres 2011 wurde die Forschung über Kinder, die jeder Art von Gewalt ausgesetzt sind, finanziert, um Wege zu finden, wie diesen Kindern sinnvoll geholfen werden kann und welche vorbeugenden Maßnahmen man gegen die Übergriffe einsetzen kann. 150.000 Kronen gingen, in Form des Solstickanpreises, an Königin Silvia, da sie sich für das Los von Kindern einsetzt. Wie bereits im Jahre 2012 sollen auch die Einnahmen des Jahres 2013 vor allem Projekte stützen, die die Lebenssituation und die Gesundheit der älteren Bevölkerung Schwedens untersuchen und verbessern.

16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Juli 2011

William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg

Am 3. Juli 1811 starb William Chalmers, der vor allem durch die Gründung der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg bekannt wurde, die jedoch bei ihrer Einweihung am 5. November 1829 noch die Bezeichnung Chalmerska Slöjdskolan trug und armen Kindern in Göteborg eine grundlegende Ausbildung bot, oder, wie William Chalmers es in seinem Testament ausdrückte, dort lesen und schreiben lernen konnten.

William Chalmers, der väterlicherseits aus Schottland stammte, erwarb seinen Reichtum durch die Ostindiska Kompaniet (Ostindien-Kompanie) und war dort bis zum Konkurs der Gesellschaft leitender Direktor. Nach der Auflösung der Firma gründete er, zusammen mit Peter Bagge, die Trollhätte sluss och kanal, wobei eine der Schleusen auch nach den beiden Gründern benannt wurde.

Die heutige Technische Hochschule Chalmers ist bis heute eine Stiftung, die auf William Chalmers zurückführt, auch wenn sich die Ausbildungsrichtung mehrmals veränderte. Aus der Schule für arme Kinder entwickelte sich 1882 die Chalmers Tekniska Läroanstalt, eine technisch eingerichtete Schule, die 1914 das Chalmers Technische Institut wurde und sich 1937 schließlich zur Chalmers Technischen Hochschule entwickelte, die weltweit einen guten Ruf trägt und deren Abschluss eine Anstellung garantiert.

3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl 


Copyright: Herbert Kårlin