Posts mit dem Label Parteivorsitzende werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Parteivorsitzende werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 14. April 2016

Anna Kinberg Batra, Vorsitzende der Moderaterna

Anna Kinberg Batra kam am 14. April 1970 als Anna Kinberg in einer sehr gut situierten Familie in Stockholm zur Welt und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in den Niederlanden, überwiegend jedoch in Stockholm. Kinberg Batra besuchte den naturwissenschaftlichen Zweig im Gymnasium, studierte jedoch nach ihrer Hochschulreife Französisch und Holländisch. Nach Abschluss dieses Studiums besuchte die Politikerin die Handelshochschule in Stockholm, wo sie ihr Studium im Jahre 2000 als Diplomkauffau abschloss. Neben ihrer politischen Tätigkeit arbeitete sie von 2000 bis 2005 in der Werbebranche und anschließend ein Jahr an der Stockholmer Handelskammer.

Weitaus wichtiger als eine Karriere in der Wirtschaft war Anna Kinberg Batra indes die Politik, denn bereits 1983 trat sie dem Jugendverband der Moderaterna (MUF) bei und 1993 wurde sie, ohne politische Ausbildung, von Carl Bildt in der Regierungskanzlei als politische Beraterin beschäftigt. Seit dieser Zeit hatte Batra Kinberg dauerhaft wichtige Rollen innerhalb der Partei, wobei sie zum Aufstieg auch gerne Methoden der Werbung verwendete, die nicht unbedingt von Seriosität sprechen. Nachdem ihre Aussage im Jahre 1998, dass Stockholmer cleverer seien als Landbewohner, nicht sehr gut ankam, versprach sie  bei der Parlamentswahl 2002 Nacktbilder und Geheimnisse ihres Sexlebens. Diese Werbung reichte zwar nicht ganz für den Einzug ins Parlament, aber machte Kinberg Batra berühmt, auch wenn das Nacktbild nur ein kleines Stück Haut war, das man dem Körper nicht zuordnen konnte und die Geheimnisse des Sexlebens sich als Tipps für Unternehmer herausstellten.

Erst 2006 wurde die Politikerin Anna Kinberg Batra dann ins Parlament gewählt, neben ihrer Wahl in den Stadtrat von Nacka, und wurde erst die Vorsitzende des Europa-Ausschusses, später des Finanzausschusses, und ab 2010 auch Gruppenführerin der Moderaterna. Als Fredrik Reinfeldt nach dem Wahlverlust 2014 unmittelbar von seinem Amt als Parteivorsitzender zurücktrat, wurde Kinberg Batra zu seinem Nachfolger gewählt. In dieser Rolle vertrat die Politikerin die Moderaterna bei allen Verhandlungen mit der Regierung Löfven und konnte auch einige wichtige Punkte der Partei innerhalb der neuen Regierung durchsetzen. Auch bei ihrer Vorbereitung auf die kommende Wahl, entdeckt man sehr viel Werbeverhalten Kinberg Batras, da ihre Ideologie zu sein scheint alle Maßnahmen des linken Flügels PR-mäßig zu diskreditieren und durch wage Versprechen die Wähler der extrem rechten Bewegung Schwedens zu gewinnen.


14. April 1552: Der schwedische Reformator Laurentius Andreae
14. April 1891: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
14. April 1924: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1954: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 2. Februar 2015

Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen Partei

Karin Söder, geborene Bergenfur, musste am 2. Februar 1987 aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt als Vorsitzende der schwedischen Zentrumspartei (Centerpartiet) zurücktreten, ging jedoch dennoch in die politische Geschichte Schwedens ein, da sie nur zwei Jahre vorher die erste Frau des Landes geworden war, die den Vorsitz einer schwedischen Partei übernommen hatte, nachdem sie bereits vorher als erste Frau Schwedens zur Außenministerin ernannt worden war und später auch als Sozialministerin aktiv war.

Karin Söder war am 30. November 1928 in Frykerud im Värmland zur Welt gekommen und arbeitete nach ihrem Studium erst als Lehrerin, auch wenn sie sich sehr früh auf eine politische Karriere vorbereitet hatte, im Einklang mit den Ideen ihres Ehemanns und Generaldirektors Gunnar Söder, der sich stark für die Zentrumspartei einsetzte. Dennoch sollte Söder erst 1971, im Alter von 43 Jahren, erstmals in das schwedische Parlament gewählt werden, um dort jedoch sehr schnell aufzusteigen, denn bereits fünf Jahre später wurde die Politikerin bereits zur Außenministerin ernannt.

Als Karin Söder zur Parteivorsitzenden gewählt wurde, war die Zentrumspartei stark zersplittert und hatte auf Grund der Zusammenarbeit mit den Christdemokraten (Kristdemokraterna) 13 Plätze im Parlament verloren. Thorbjörn Fälldin, vorhergehender Vorsitzender der Partei, der den konservativen Flügel der Centerpartiet vertrat, wurde zum Rücktritt gezwungen um eine Erneuerung der Partei zu ermöglichen, unter der Führung von Karin Söder. Söder hatte sich um diese Zeit bereits durch zwei Aktionen deutlich hervorgehoben, denn sie galt als Befürworterin der Abrüstung und hatte sich stark gegen die in den USA geplante Neutronenbombe ausgesprochen und sie hatte es durchgesetzt, dass die staatlichen Alkoholverkaufsstellen Systembolaget am Samstag schließen mussten. Bevor Söder jedoch die Zentrumspartei wirklich erneuern konnte, musste sie wegen eines Gehirntumors von ihrem Amt zurücktreten. Karin Söder starb am 19. Dezember 2015 im Alter von 87 Jahren in Täby bei Stockholm.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens 
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre 
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes 
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger 
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens 
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 7. Dezember 2014

Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens

Gudrun Schyman war 1993 die Erneuerin der Linken Schwedens geworden, die sich kurz zuvor vom Kommunismus abgewandt hatten und führte die Partei innerhalb von sieben Jahren zu einer Wählerunterstützung von zwölf Prozent. Auf Grund von Steuerproblemen musst Schyman jedoch 2003 den Vorsitz der Partei abgeben und am 7. Dezember 2004 verließ sie ohne jede Vorankündigung die Partei, ohne jedoch ihren Sitz im Parlament aufzugeben, was eine deutliche Spannung zwischen der Politikerin und den Linken verursachte.

Das Absprung von Gudrun Schyman war jedoch vorauszusehen, denn bereits die letzten Jahre als Parteivorsitzende kümmerte sie sich kaum noch um das Gesamtprogramm der Linken, sondern arbeitete nahezu ausschließlich für die Rechte der Frau. Ihr Kampf für die Rechte der Frauen waren auch der Grund dafür, dass sie ihren Platz im Parlament nicht den Linken zurückgab, denn nur als Parlamentsmitglied hatte sie die Chance eine neue Karriere innerhalb der Politik vorzubereiten, was letztendlich auch zur Feministischen Initiative führte, die immer noch vor allem von den Linken Stimmen abzieht.

Kaum ein politisches internes Ereignis wurde während der letzten Jahre so stark diskutiert wie der Rückzug Gundrun Schymans von den Linken, vielleicht gerade deswegen, weil Schyman während der Sitzung bei der sie ihr Parteibuch abgab, ermahnt wurde nicht nur für die Gleichstellung der Frau einzutreten, sondern die gesamte Linie der Linken im Parlament zu vertreten, eine Forderung, die Schyman für ausgeschlossen hielt, da sie der Meinung war, dass die Partei ihre Forderungen zur Gleichstellung nicht revolutionär genug durchsetzt. Nach dem Rücktritt Schymans benötigten die Linken Jahre um wieder das Vertrauen der Wähler aufbauen zu können.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 1979: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin