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Freitag, 3. Oktober 2014

Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson

Malena Ivarsson wurde am 3. Oktober 1949 als Magdalena Ivarsson als Tochter eines Priesters in Lund geboren und wuchs daher in einem Milieu auf in dem das Wort Sex nicht existierte. Unter dem Einfluss ihrer Eltern und ihrer Großeltern, bei denen Ivarsson ihre Sommerferien verbrachte, war es daher auch nahezu selbstverständlich, dass auch die Jugendlich im Grunde die Theologie als ihr Ziel ansah und Priesterin werden wollte, mit der Idee dabei anderen in schwierigen Momenten zur Seite stehen zu können.

Nach ihrem Abitur begann Malena Ivarsson daher selbstverständlich Theologie zu studieren, aber als sie immer mehr daran zweifelte ob man als Priester wirklich anderen helfen kann, wechselte sie zur Soziologie. Nach dem Abschluss des Studiums und noch während ihres Praktikums im Sozialamt in Malmö kam jedoch die Ernüchterung, denn sie stieß auf abgebrühte Angestellte, die sich kaum um das Schicksal der Bedürftigen kümmerten. Das Ergebnis war, dass Ivarsson diese Situation bereits mit 24 Jahren nicht mehr verkraftete und nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie landete, gemeinsam mit Drogenabhängigen, Alkoholikern und anderen Personen, denen man dort so wenig helfen konnte wie ihr selbst.

Nach ihrer Entlassung suchte Malena Ivarsson ein Ziel in ihrem Leben und wollte erst recht anderen helfen. Die junge Frau begann nun als Lebensberaterin bei verschiedenen Zeitschriften zu arbeiten und machte in Kopenhagen eine Ausbildung zur Sexologin. Auf diesem Weg kam Ivarsson dann zum Fernsehen, als Ratgeber für sexuelle Probleme. In dieser Rolle wurde sie in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt, da man Ende der 80er Jahre in Schweden bei weitem noch nicht reif für eine Konfrontation mit Sex und sexuellen Problemen war, aber jeder Skandal willkommen war. Da sich Ivarsson für die Sendungen provokativ kleidete und Sexspielzeug neben ihr lag, wurde die Sendung Fräcka fredag ein enormer Erfolg, aber musste auf den Druck mehrerer Seiten dennoch nach nur sieben Sendungen eingestellt werden und Ivarsson kehrte zurück zu den Zeitschriften und war mehrere Jahre lang Sexualratgeberin der weniger schockierenden Sendung Sköna Söndag.


3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1853: Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. April 2014

Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens

Beatrice Ask wurde am 20. April 1956 in Sveg im Härjedalen geboren und studierte nach ihrer Hochschulreife internationale Wirtschaft an der Universität Uppsala, ein Studium, das sie jedoch nie abschloss. Über ihren frühen politischer Werdegang ist wenig bekannt, denn wirklich in Erscheinung tritt Ask erst im Jahre 1984, als sie Sprecherin des Jugendverbands der Moderaterna wurde, was ihr sehr schnell zum Aufstieg in der Partei verhalf, denn schon 1888 war Beatrice Ask für die Schulbildung in Stockholm verantwortlich, ohne je eine pädagogische Bildung erhalten zu haben.

Allein ihr Amt in Stockholm qualifizierte Beatrice Ask dafür im Jahre 1991 Kultusministerin Schwedens zu werden. Auf diese Zeit geht eine der wichtigsten Reformen des Schulwesens zurück, denn Ask legte unter der Regierung Carl Bildts die Reform der Freischulen vor. Ab dieser Zeit werden Privatschulen Schwedens mit staatlichen Geldern unterstützt, was sich letztendlich in ein sehr heißes Eisen verwandelte, da dadurch auch Schulen geschaffen wurden, die über Riikokapitalgesellschaften staatliche Gelder steuerfrei in Steuerparadiese schaffen können ohne eine hohe Qualität an Ausbildung bieten zu müssen.

Im Laufe der Jahre wechselte Beatrice Ask von der Schulbildung zum Justizausschuss über und entwickelte sich zwischen 2003 und 2006 zur Sprecherin der Moderaterna in Rechtsfragen. Nahezu logisch war es dann, dass Ask im Jahre 2006 unter Fredrik Reinfeldt zur Justizministerin ernannt wurde, was die Bevölkerung Schwedens erstaunte, denn damit war Ask, historisch gesehen, die dritte Person, die ohne Jurastudium zur Justizministerin ernannt wurde, also ohne über den nötigen Hintergrund zu verfügen. In dieser Eigenschaft versuchte Ask mehrmals die Pressefreiheit zu begrenzen und wollte männlichen Sexkäufern ein buntes Kuvert ins Haus schicken, damit Briefträger und Familie erfahren, dass der Betroffene Sex gekauft hatte. Trotz mehrerer dieser juristisch sehr zweifelhaften Vorschläge wurde Beatrice Ask grundsätzlich von Fredrik Reinfeldt in vollem Umfang geschützt. Beim Regierungswechsel im Oktober 2014 musste Beatrice Ask ihr Amt an Morgan Johansson der Sozialdemokraten abgeben.


20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1795: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien 
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts 
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden 
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger 
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin