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Dienstag, 23. April 2019

Der Erzbischof Erling Eidem

Erling Eidem kam am 23. Aril 1880 als Sohn eines Großhändlers in Göteborg zur Welt und besuchte erst die Universität Göteborg bevor er 1903 seine Studium an der Universität Lund fortsetzte um dort 1907 seine Kandidatur in Theologie, vier Jahre später seine Lizenz in Theologie und 1813 den ersten Doktorgrad zu erreichen. Im Jahr 1913 wurde Eidem Dozent an der Universität Lund und 1918 Assistent an der Universität Uppsala. Einige Jahre später erhielt Eidem die Kirchengemeinde Gårdstånga und wurde Professor in Exegenik an der Universität Lund. 1932 wurde Erling Eidem dann zum Erzbischof ernannt.

Als Erzbischof nahm Erling Eidem eine gewisse Sonderstellung ein, denn er vertrat die klassische Richtung der Kirche, kam jedoch in seinen Werken der modernen Richtung entgegen und lehrte dabei eine sehr subjektive Gottesbetrachtung, was sich sehr deutlich in seinem Buch Den lidande Guden zeigte, das geradezu ein Klassiker der Religionsauffassung wurde, da Eidem die Frage der Moral ins Zentrum setzte, und dabei auch die Mystik der Religion benutzte. Mit 50 Jahren gab Eidem seine Aufgabe als Erzbischof ab und war damit der erste Erzbischof Schwedens, der seit der Reformation sein Amt nicht bis zum Lebensende ausfüllte.

Erling Eidem war aber auch noch in einem anderen Punkt nicht in voller Linie konsequent, denn er war Vertreter der nationalistischen Bewegung Schwedens und wollte die konservativen Werte und Traditionen stützen, bekämpfte jedoch den Nationalismus und die Judenverfolgung in Deutschland, wobei er in diesem Punkt nicht nur die protestantische Kirche wegen ihrer Passivität kritisierte, sonder versuchte am 2. Mai 1934 auch Hitler persönlich umzustimmen, was er hinterher als Desaster bezeichnete. Die Berichtserstattung Eidems, die dieser auf der Rückreise verfasste, wurde in Schweden erst 1976 veröffentlicht, obwohl er in diesem Bericht Adolf Hitler als Person sehr klar schilderte.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1879: Der schwedische Schriftsteller Ane Randel
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Januar 2019

Die Schriftstellerin und Priesterin Vibeka Olsson

Vibeka Olson kam am 24. Januar 1958 als Tochter eines Schriftstellerpaares auf Lidingö zur Welt und schrieb mit 17 Jahren, noch bevor sie ein Theologiestudium begann, einen Jugendroman mit dem Titel Ulrike och Kriget, einen Roman, der ein blind an den Nazismus glaubendes Mädchen schildert, das die gesamte Propaganda der Zeit als Wahrheit nimmt. Im zweiten Band erlebt Ulrike dann das Nachkriegsdeutschland mit seiner Armut und kämpft nur noch ums Überleben. Auch wenn die beiden Bände noch keine große literarische Leistung sind, so zeigen sie dennoch bereits den Weg zur Gedankenwelt Olssons in späteren Werken.

Nach ihrem Theologiestudium wurde Vibeke Olsson Priesterin bei der Baptistenkirche und begann für mehrere religiöse Zeitschriften innerhalb der schwedischen Freikirchen zu schreiben, ohne indes ihre Karriere als Schriftstellerin zu unterbrechen. Bis 1982 beschäftigt sich Olsson literarisch nahezu ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen, ohne bereits den stark christlichen Einschlag anzunehmen, den ihre folgenden Werke, die im Römischen Reich handeln, einnehmen. Identisch bei allen Büchern Olssons ist indes, dass immer Frauen die „Helden“ der Handlungen sind und mehr das Seelenheil finden als das irdische Glück.

Zwischen 1982 und 1997 schreibt Vibeke Olsson zahlreiche Bücher, die überwiegend das Leben von Sklavinnen und deren Familien darstellen, die alle zum christlichen Glauben finden, aber deswegen letztendlich von den ungläubigen Römern verfolgt werden. Ein Teil dieser Romane handelt erneut in Deutschland, das in jeder Zeit zum Römischen Reich gehörte. Nach diesen Roman folgt ein Zyklus mit Arbeiterromanen, die das Leben des Mädchen Bricken ab ihrem zehnten Jahr zeigen, und schließlich einer 50-jährigen Frau enden. Bei den  im nordschwedischen Sägewerksmilieu spielenden Romanen ist das Arbeiterdasein bedeutender als die Religion, die indes immer im Gedankenkreis Olssons vorhanden ist.


24. Januar 1652: Gränna im Småland erhält die Stadtrechte
24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1861: Die schwedische Künstlerin Hellewi Kullman
24. Januar 1874: Die Künstlerin Olga Milles 
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau
24. Januar 1969: Das Ansichtsregister der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. April 2017

Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache

Als der Bischof und Reformator Mikael Agricola am 9. April 1557 im Alter von 50 Jahren auf der Heimreise von den Friedensverhandlungen mit Ivan IV. verstarb, ging er nicht nur in die schwedische Geschichte ein, sondern auch in die finnische, da er als der Gründer der finnischen Schriftsprache gesehen wird. Agricola hatte sich, im damaligen schwedischen Reich, nämlich für die finnische Sprache eingesetzt, obwohl er selbst ursprünglich schwedisch sprach. Bis heute konnte man nicht erfahren auf welche Weise er damals die Sprache des dortigen Volkes lernte, sicher ist jedoch, dass er die Grundregeln für das Finnische festlegte.

Mikael Agricola war der Sohn eines Landwirts, der, katholisch erzogen wurde, sehr bald jedoch zum protestantischen Glauben fand und 1529 Sekretär des Bischofs Martin Skytte in Åbo (Turku) wurde. Nach einigen Jahren begann Agricola dann ein Theologiestudium, unter anderem unter Martin Luther, in Wittenberg. Nach Erhalt des Magisters kehrte der Theologe nach Åbo zurück und wurde dort zum Rektor der Kathedralschule ernannt. 1548 wurde Agricola dann der Assistent des Bischofs Martin Skytte und, als dieser zwei Jahre später starb, wurde er zum ersten protestantischen Bischof auf finnischem Raum ernannt.

Vermutlich um die ländliche Bevölkerung der schwedischen Provinz Finnland zu erreichen, lernte Agricola spätestens um diese Zeit die finnische Sprache und veröffentlichte bald darauf die ersten gedruckten Bücher in finnischer Sprache. Da sein erstes Buch ein Lesebuch für Grundschüler war, das in ganz Finnland benutzt wurde, gefolgt von christlichen Werken und Gebeten, entstand damit eine Norm der finnischen Sprache. Bereits 1544 veröffentlichte Mikael Agricola ein umfassendes Gebetsbuch, 1548 übersetzte er das Neue Testament, und 1551 veröffentlichte er ein Psalmbuch. Auch wenn Agricola bei den grammatischen Strukturen auf die schwedische Sprache baute, so gelang es ihm dadurch dennoch in nur wenigen Jahren, neben Latein, Schwedisch und Deutsch die Grundlagen für die Sprache des dortigen Volkes zu schaffen und damit eine breite Schicht der Bevölkerung zu erreichen.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. April 2017

Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor

Joseph Magnus Stäck kam am 4. April 1812 als Sohn eines Händlers und Perückenmachers in Lund zur Welt und schrieb sich nach der Hochschulreofe an der Latinskola an der Universität Lund ein um Arzt zu werden. Sehr bald ging Stäck dann jedoch zur Theologie über und legte anschließend sowohl das Philosophieexamen als auch jenes in Theologie ab. Mit den beiden Diplomen in der Tasche gewann dann jedoch plötzlich sein Hobby die Oberhand und Stäck schrieb sich 1832 an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er 1840 als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde und zwölf Jahre später eine Professur erhielt.

1842 erhielt Joseph Magnus Stäck eine Reisestipendium, das es ihm ermöglichte innerhalb von fünf Jahren sein Kunststudium in München, Venedig, Rom und schließlich auch in Paris zu vervollständigen. Sämtliche Gemälde, die er in diesen Ländern malte, schickte er nach Schweden um sie an Mäzene, private Sammler und den Kunstverein Stockholms zu verkaufen. Vom frühen Erfolg des Künstlers zeugen auch seine Ausstellungen, denn bei der Ausstellung der Akademie im Jahre 1840 waren neun seiner zwölf Gemälde vor der Eröffnung der Ausstellung verkauft und drei Jahre später konnte bei der Eröffnung der Ausstellung keines seiner 13 Ausstellungsstücke mehr erworben werden, da sämtliche Gemälde bereits verkauft waren.

Noch 1848, als Joseph Magnus Stäck nach Stockholm zurückkehrte, wurde er zum Hofmaler ernannt und vier Jahre später erhielt er den Titel eines Professors. Auch wenn Stäck selbst, der am 21. Februar 1868 in Stockholm starb, seine Gemälde nicht als hohe Kunst betrachtete und heutige Kunstkritiker keine Entwicklung in seinen Bildern finden, sondern mehr eine gleichbleibende hohe Technik, war Stäck Mitte des 19. Jahrhunderts einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler Schwedens. Nur wenige Jahre vor seinem Tod verbrachte Stäck noch eine längere Zeit in einer schwedischen Künstlerkolonie in Düsseldorf, in der Hoffnung wieder inspiriert zu werden, aber es entstanden nur noch sehr wenige Bilder, die in keinem Punkt als herausragend bezeichnet werden können.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius

Als Petrus Kenicius am 3. Februar 1636 in Uppsala starb, ging er als einer der konservativsten Erzbischöfe in die Geschichte Schwedens ein, der sich dafür eingesetzt hatte die Macht des Königs zu stärken, religiöse Bildung des Volkes ins Zentrum jeder Bildung zu stellen und der sich weigerte Kindern unter acht Jahren das Abendmahl zu erlauben wenn diese nicht nachweisen konnten dass sie den gesamten Katechismus kannten und seinen Sinn verstanden hatten. Kenicius gehörte auch zu jenen Kirchenfürsten, die der Meinung waren dass alle Entscheidungen in Kirchenfragen nur von der Priesterschaft kommen konnten.

Petrus Kenicius war 1555 als Sohn eines Händlers, der die Rechte hatte mit den Samen Handel zu treiben, in Baggböla bei Umeå geboren worden und schrieb sich nach der Hochschulreife in Gävle an der Universität Uppsala ein um dort Theologie und Philosophie zu studieren. 1582 wurde Kenicius zum Priester geweiht, mit dem Gedanken dass er anschließend die Priesterlaufbahn in Umeå beginnen solle. Kenicius fand dies wenig lockend und begab sich statt dessen erst an die Universität in Rostock, anschließend jene in Wittenberg, wo der Theologe 1587 den Magister ablegte, um in Deutschland die damals protestantisch dominierende Theologie zu studieren.

Die historische Bedeutung von Petrus Kenicius ist indes nicht beim Erzbischof zu suchen, sondern in seiner Eigenschaft als Prokanzler der Universität Uppsala, denn erst unter Kenicius erlangte die Universität ihren heutigen Ruf. Gemeinsam mit Laurentius Paulinus Gothus und Johannes Svenonis Raumannus verfasste Kenicius die Statuten der Universität, er war der Initiator für die Doktorpromotion in Uppsala und er verbot private Kollegien. Hinzu kommt sein Streben um religiöse Bildung, denn Petrus Kenicius veröffentlichte ein ABC-Buch, einen Katechismus, führte einen allgemeinen Gebetstag für Bildung ein und schuf  einen Erinnerungstag zur Reformation. Petrus Kenicius gehörte auch zur sehr einflussreichen Gruppe der Theologen, die sich sehr deutlich gegen die neue Liturgie von Johan III. aussprachen.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. Dezember 2016

Der Erzbischof und Universitätsrektor Erik Benzelius

Erik Benzelius der Ältere kam am 16. Dezember 1632 unter dem Namen Erik Jakobsson als Sohn eines Schöffen bei Luleå zur Welt, wobei Benzelius bereits als Kind nach Uppsala kam und dort vom Onkel, der keinerlei Erben hatte und die Begabung des Kindes fördern wollte, erzogen wurde. In Uppsala nahm der spätere Erzbischof auch seinen Familiennamen an, eine Abwandlung seines Heimatortes Bensbyn. Die ersten Jahre studierte Benzelius insbesondere alte und orientalische Sprachen, um sich jedoch später der Theologie zuzuwenden.

Im Jahre 1660 promovierte Erik Benzelius als Magister in Philosophie und noch im gleichen Jahr wurde er Privatlehrer der Söhne von Magnus De La Gardie. Als Benzelius drei Jahre später mit einem der Söhne De la Gardies eine Studienreise antrat, besuchte er Universitäten in Deutschland, Frankreich, England und anderen Ländern um in Giessen in Theologie zu disputieren. Auch wenn Benzelius während dieser Studienreise mit verschiedenen religiösen Strömungen in Berührung kam, so wollte der Theologe, im Gegensatz von Haquin Spegel und Jesper Svedberg, keinerlei Reformation durchführen, sondern keine der dogmatischen Grenzen der Religion überschreiten. Nach seiner Rückkehr nach Schweden wurde Benzelius zum Professor an der Universität Uppsala ernannt und zum Priester geweiht.

Ab dem Jahr 1675 vertrat Erik Benzelius den Priesterstand im Reichstag und übernahm mehrere bedeutende Aufträge, was auch dazu führte, dass der Theologe 1687 zum Bischof des Stiftes Strängnäs gewählt wurde, was ihm auch die Aufgabe brachte den Kronprinzen, den späteren Karl XII., in Theologie zu unterrichten. In dieser Zeit verfasste Benzelius auch ein Handbuch für Predigten, das rund hundert Jahre lang das Standardwerk zukünftiger Priester wurde. 1700 wurde Erik Benzelius, der am 17. Februar 1709 im Alter von 76 Jahren in Uppsala starb, zum Erzbischof ernannt und damit auch zum Vizekanzler der Universität Uppsala, eine Zeit in der er insbesondere gegen den wachsenden Pietismus kämpfte.


16. Dezember 1520: Hemming Gadh wird auf Schloss Raseborg hingerichtet
16. Dezember 1857: Die Västra Stambanan zwischen Göteborg und Stockholm
16. Dezember 1946: Benny Andersson, weitaus mehr als nur ein ABBA-Mitglied
16. Dezember 1997: Die schwedische Sängerin Zara Larsson
16. Dezember 2008: Erdbeben in der schwedischen Region Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 29. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johannes Canuti Lenaeus

Johannes Canuti Lenaeus wurde am 29. November 1573 in Lena im Uppland als Sohn eines Hofpredigers geboren und studierte nach dem Besuch der Kathedralschule in Uppsala ab 1597 Theologie und Philosophie an der Universität Uppsala. Nach zwei Jahren in Uppsala wechselte Lenaeus für einige Jahre an die Universität in Wittenberg, da dort die neusten philosophischen Strömungen unterrichtet wurden. Gleichzeitig mit Johannes Rudbeckius wurde Lenaeus jedoch zwei Jahre später nach Schweden zurückgerufen um zu erklären welche tatsächlichen Beziehungen er zu den mutmaßlichen Feinden von Herzog Karl, dem späteren Karl IX. hatte.

Johannes Canuti Lenaeus und Johannes Rudbeckius, die beide gleichzeitig Professoren an der Universität Uppsala waren, gehörten zur Gruppe der Neoaristotelisten und widersetzten sich daher der Gruppe der konservativen Gruppe an der Universität, was sich insbesondere auch dadurch ausdrückte, dass Lenaeus die staatliche und die kirchliche Macht trennen wollte und auch davon ausging, dass die reine Logik auch innerhalb der Theologie ihre Gültigkeit habe. Diese damals moderne Warte innerhalb der Theologie machte Lenaeus weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und sein Werk De Veritate et Excellentia Christianae Religionis, Brevis informatio im Jahre 1638 wurde daher in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Obwohl Johannes Canuti Lenaeus sich gegen den Versuch des Königs und des Adels wehrte, die mehr Einfluss auf die Kirche ausüben wollten, und obwohl der Theologe kein echter Neuerer der Lehre war, gilt er als eine wichtige Figur während des Beginns der Großmachtszeit Schwedens, da er zu jenen Personen gehörte, die mit der früheren konservativen Strömung der Theologie abgeschlossen hatten. Trotz bedeutenden Widerstands wurde Lenaeus 1647 zum Erzbischof Schwedens ernannt und stand damit auch dem Königshaus nahe. In der Eigenschaft als Erzbischof krönte der Theologe auch Königin Kristina und Karl X. Gustav. Nach seinem bedeutendsten Werk De jure Regio, zeigte ihm zwar Königin Kristina vorübergehend die kalte Schulter, da sich Lenaeus in diesem Werk für die konstitutionelle Theokratie ausgesprochen hatte, aber da das Werk von sämtlichen Priestern des Landes, die nicht in den Adelsstand aufgenommen worden waren, als Meisterwerk betrachtet wurde, war der Erzbischof ab dieser Zeit gewissermaßen unantastbar und ein wichtiges Bindeglied zwischen Adel und Volk.


29. November 1772: Der schwedische Philosoph Carl Mesterton
29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 26. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johan August Ekman

Johan August Ekman wurde am 26. November 1845 als Sohn eines Husaren im Leibregiment in Hjälstad geboren und wuchs daher in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Auch wenn der Vater geplant hatte seinem Sohn eine bessere Bildung zu beschaffen als er selbst aufwies, zeigten sich im Gymnasium bald Probleme, denn um seine Studien finanzieren zu können, musste der junge Ekman jüngeren Schülern Nachhilfeunterricht geben und die eigenen Studien etwas vernachlässigen. Auf Grund seiner hohen Intelligenz gelang es Ekman jedoch 1865 die Hochschulreife in Skara abzulegen um anschließend ein theologisches Studium an der Universität Uppsala zu beginnen.

Auch die Studien in Uppsala zogen sich für Johan August Ekman hin, denn nun musste er, neben seinem Studium, als Privatlehrer arbeiten. Bereits 1873 wurde Ekman zum Priester geweiht, drei Jahre später schloss er das Studium mit einer Kandidatur ab und 1893 legte er dann auch seine Doktorarbeit vor. Nachdem Ekman einige Jahre lang als Theologieprofessor an der Universität Uppsala gearbeitet hatte, wurde er 1898 zum Bischof in Västerås ernannt und nur zwei Jahre später zum Erzbischof Schwedens. Auch wenn diese Beförderungen ihren logischen Weg gingen, so hatte Ekman in diesen Jahren mit mehreren beruflichen Rückschlägen zu tun, da man an seiner Einstellung zur klassischen Theologie, die jedes Neudenken ablehnte, teilweise zweifelte.

Mit der Ernennung von Johan August Ekman zum Bischof wurde der Theologe gleichzeitig Vizekanzler der Universität Uppsala und erhielt das Pastorat Billing, Ämter, die er bis zu seinem Tod am 30. November 1913 in Uppsala innehatte. Im Gegensatz zu der Mehrheit der schwedischen Erzbischöfe war Ekman kein Veränderer und nutze seinen Einfluss auch nicht politisch aus, sondern verband Menschlichkeit mit einem tiefen religiösen Bibelglauben, wobei Ekman allerdings auch das Problem hatte dass gerade um diese Zeit der Einfluss eines Erzbischofs sowohl in den Schulen als auch an der Universität abnahm, da man davon ausging dass kirchliche Gedanken von weltlichen Gedanken getrennt werden mussten. Als Schriftsteller setzte sich Ekman dafür ein Glaube, Kirche und Wissenschaft zu vereinen, denn er ging davon aus dass sich diese drei Gebiete ergänzen und sich in keinem Punkt widersprechen.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1803: Die schwedische Schriftstellerin Wilhelmina Ståhlberg
26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die Erweckungsbewegungen
26. November 1939: Die Götaälvbron in Göteborg als Bindeglied
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1952: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm
26. November 1970: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 10. November 2016

Der Theologe und Erzbischof Laurentius Paulinus Gothus

Laurentius Paulinus Gothus kam am 10. November 1565 als Sohn eines Goldschmieds und Bürgermeisters in Söderköping zur Welt, wo er auch studierte bis er zur Hochschule des Graubrüderklosters auf Riddarholmen in Stockholm wechselte um dort Theologie zu studieren.1588 vervollständigte Gothus dann seine Studien in Rostock und fügte der Theologie auch Astronomie hinzu, ein Fach, das man um diese Zeit in Schweden nicht studieren konnte. In Rostock schloss sich der Theologe auch dem in Schweden wenig geachteten Ramismus an, was Gothus bei seinem Aufstieg als Theologe erheblich bremste.

Im Jahre 1593 wurde Laurentius Paulinus Gothus zum Professor in Theologie und Astronomie an der Universität Uppsala ernannt und errang dadurch sehr hohes Ansehen, wobei Gothus auch als der erste Professor in Astronomie an der Universität gilt. Fünf Jahre später ließ sich Gothus zum Priester weihen und 1606 erhielt er, neben seiner Aufgabe als Professor, auch ein Pastorat in Näs. Ab dieser Zeit wurde Gothus mehrmals als Bischof vorgeschlagen, aber bis 1608 stolperte er jedes Mal über politische Hürden. Schließlich wurde  Laurentius Paulinus Gothus jedoch zum Bischof im Stift Skara ernannt und 1617 gehörte er zu den ersten vier Personen, die an der Universität Uppsala zum Doktor in Theologie promovierten.

In seiner Rolle als Professor in Theologie, und zeitweise auch als Rektor, der Universität Uppsala hatte Laurentius Paulinus Gothus eine bedeutende Macht und prägte damit sehr deutlich die noch sehr junge Glaubensrichtung. Dies ging letztendlich so weit dass der Theologe sämtliche als von ihm als heidnisch eingestufte klassische Literatur verbannte und nur noch Vergil und Cicero Gnade fanden. Um das literarische Manko auszugleichen schrieb Gothus dann ein 3700 Seiten dickes Werk zur christlichen Ethik. Auch seine zahlreichen anderen Werke zeugen von der Idee eines bereinigten Protestantismus in dem Volksglauben nichts zu suchen hat. Für Ketzer wollte der Theologe sogar die Todesstrafe einführen. Gothus war es auch der die Macht der Bischöfe beschnitt um seinen eigenen Einfluss zu steigern. Laurentius Paulinus Gothus, der am 29. November 1648 in Uppsala starb und wenige Jahre vorher noch zum Erzbischof ewrnannt wurde, gilt als des ideologische Gegenstück zu Johannes Rudbeckius, der in jener Epoche versuchte die klassische theologische Lehre aufrecht zu halten.


10. November: Die Feier des Martinstags (Mårtensafton) in Schweden
10. November 1495: Dorothea von Brandenburg wird Königin in Schweden
10. November 1594: Katarina Vasa, der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
10. November 1835: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
10. November 1910: Biotopia, das Biologische Museum in Uppsala
10. November 1911: Christian Lundeberg wird Ministerpräsident Schwedens
10. November 1928: Beppe Wolgers, der Schriftsteller und Künstler mit dem Vollbart
10. November 1981: Der schwedische Musiker und Sänger Brolle
10. November 1991: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. Mai 2016

Der schwedische Theologe Jordan Edenius

Als Jordan Edenius am 20. Mai 1666 im Alter von nur 41 Jahren in Börje starb, hatte er eine außerordentliche Karriere hinter sich, da er am 11. September 1624 als Sohn eines armen Bauern in Brunskog im Värmland zur Welt gekommen war und damit die Bildung im Familienhaus als sekundär angesehen wurde. Sehr früh muss sich daher die Intelligenz des jungen Edenius gezeigt haben, so dass er von mehreren Seiten unterstützt wurde um sich 1641 an der Universität Uppsala einschreiben  zu können. 1652 legte Edenius dort auch sein Magisterexamen ab und begann eine wissenschaftliche Karriere.

Eine sehr wichtige Rolle für die Zukunft Jordan Edenius spielte vermutlich auch die Tatsache, dass er bereits im Alter von 14 Jahren auf verbale und schriftliche Weise den Unwillen der Värmländer gegen die neu eingeführten Zölle ausdrückte und damit das Sprachrohr der Bevölkerung wurde. Dies macht Edenius auch zu einem der ersten Schriftsteller Värmlands und zeigt eine sehr frühe hohe Bildung, die er nur über die Kirche erlangt haben konnte. Gleichzeitig zeigt dieses Engagement dass Edenius eine relativ fortschrittliche Einstellung seiner Zeit hatte, was sich später auch in seinen Schriften auswirkt, die kaum den konservativen Einstellungen jener Zeit folgten.

Nach seinem Magister an der Universität Uppsala wurde Jordan Edenius 1656 Studienrat an der philosophischen Fakultät der Universität, der eine Studienreise durch mehrere Länder folgte, und nur drei Jahre später wurde er zum Professor ernannt und erhielt gleichzeitig die Kirchengemeinde Börje als Priester. 1661 erhielt Edenius den Doktortitel in Theologie. Edenius, der als Opponent der Lehrmeinungen von Georg Stiernberg gilt, hatte breite Kenntnisse in theologischen Fragen und die Fähigkeit eine Meinung auch schriftlich gut auszudrücken, ohne je in die Polemik zu verfallen. Auf Grund seines frühen Todes konnte er leider nur sehr wenige theologische Schriften veröffentlichen.


20. Mai 1938: Einar Bergh und die Säffle-Oper
20. Mai 1940: Verner von Heidenstam und der Umbruch in eine neue Zeit
20. Mai 1948: Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa
20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens
20. Mai 1964: Die schwedische Polizei wird verstaatlicht
20. Mai 2010: Das Fotomuseum Fotografiska in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Der Politiker, Erzbischof und Vizeuniversitätskanzler Carl von Rosenstein

Carl von Rosenstein starb am 2. Dezember 1836 im Alter von 70 Jahren auf seinem Gut Brunna bei Uppsala nahezu vergessen und nahe dem persönlichen Konkurs, obwohl er nur wenige Jahre vorher noch eine der wichtigsten Rollen Schwedens eingenommen hatte, als Erzbischof Königin Desideria krönte, Kronprinz Oscar verheiratete und zwei künftige König in der Schlosskapelle in Stockholm getauft hatte. Möglicherweise hing sein Niedergang mit seinem steigenden Konservativismus zusammen, dass er kinderlos war und seine Ehefrau zudem an einer Geisteserkrankung litt. Die einzige Ehre, die Rosenstein letztendlich mit ins Grab nahm, war seine Mitgliedschaft in der Svenska Akademien.

Carl von Rosenstein, ursprünglich Carl Aurivillius, war am 13. Mai 1766 als Sohn eines Mediziners in Uppsala zur Welt gekommen, wurde jedoch, da seine Eltern sehr bald nach seiner Geburt starben, von seinem Großvater mütterlicherseits, dem berühmten Arzt Nils Rosén von Rosenstein, erzogen. Als der Großvater im Jahre 1773 geadelt wurde, adoptierte er Rosenstein, der dadurch ebenfalls in den Adelsstand gelangte, was ihm eine sichere Zukunft garantierte. Ungewöhnlich war, dass Carl von Rosenstein bereits im Alter von sechs Monaten an der Universität Uppsala eingeschrieben wurde und mit 20 Jahren, im Beisein von Gustav III. den Magistergrad erhielt.

Im Anschluss studierte Carl von Rosenstein erst klassische Literatur, wechselte dann jedoch zur Theologie über und 1790 wurde er Dozent für Theologie. Bald darauf wurde er Feldpriester und er schloss sich den modernen Strömungen des Landes an. Als Theologe versuchte Rosenstein in diesen Jahren einen Kompromiss zwischen der konservativen schwedischen Religion und der Erleuchtungsbewegung zu finden, was er jedoch Jahre später bereute um sich dann den konservativen Strömungen anzuschließen und sich bis zum Äußersten als königstreu zu zeigen. Als Rosenstein 1809 zum Bischof im Stift Linköping ernannt wurde, kam er automatisch in den Reichstag und gewann auch politischen Einfluss. Sein mehrfach bedeutender politischer Einsatz führte dazu, dass Rosenstein 1819 zum Erzbischof ernannt und damit gleichzeitig der Vizekanzler der Universität Uppsala wurde, was allerdings auch mit dem langsamen Niedergang von Rosenstein verknüpft war.


2. Dezember 1766: Schweden verfügt über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1933: Der Schauspieler, Dichter und Revueschreiber Kent Andersson
2. Dezember 1941: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens
2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis
2. Dezember 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. November 2015

Der schwedische Philosoph Carl Mesterton

Als Carl Mesterton am 29. November 1772 im heute finnischen Åbo (Turku) starb, galt er als einer der bedeutendsten Philosophen des Nordens, da er insbesondere in Finnland das Interesse für Philosophie wecken konnte, auch wenn er seinen Lehrstuhl in Philosophie gegen Ende seines Lebens gegen einen in Theologie eintauschte und teilweise von seiner ursprünglichen Lehre Abstand nahm. Der einstige revolutionäre Philosoph Mesterton ist heute in nahezu allen Ländern vergessen.

Carl Mesterton, der schottische Ahnen hatte, war 1715 in Göteborg zur Welt gekommen und hatte 1738 an der Universität Lund seinen Magister in Philosophie abgelegt, um jedoch anschließend noch weitere fünf Jahre an holländischen und deutschen Universitäten zu verbringen um sich mit den dortigen philosophischen Strömungen vertraut zu machen. Im Jahre 1746 wurde Mesterton dann zum Professor in Logik und Metaphysik an der Königlichen Akademie in Åbo ernannt und sechs Jahre später promovierte er dann an der Universität Uppsala und erwarb dadurch seinen Doktortitel in Theologie, der er sich ab 1767 ganz zuwandte.

Der große Erfolg Carl Mestertons in der Philosophie lag darin, dass er sich während seines Aufenthalts in Deutschland mit der Philosophie Christian Wolffs vertraut gemacht hatte, einem in Deutschland sehr umstrittenen Philosophen, der Gott in seiner Lehre ausklammerte und alles mit einer eindeutigen logischen Linie erklärte die geradezu mathematischen Strukturen folgt. Da Wolff die Meinung vertrat, dass selbst eine heidnische Religion zu hohem ethischen Denken und Verhalten führen kann, war dieser philosophische Zweig für den Norden wie geschaffen, da hier zu dieser Zeit heidnisches Gedankengut dem christlichen sehr nahe lag und eine klare Logik nach dem Rationalismus in der Wissenschaft häufiger vertreten wurde als göttlichen Einflüsse als einzig leitende Linie. Nur dank der Wolffschen Philosophie gelang es im damaligen Finnland wirklich Interesse für Philosophie zu wecken.


29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 20. Juli 2015

Der schwedische Mystiker Waldemar Rudin

Waldemar Rudin wurde am 20. Juli 1833 in Östra Rud in Östergötland geboren und studierte ab 1851 Theologie an der Universität Uppsala, wo er 1857 auch seinen Doktor in Philosophie ablegte. Rudin zeigte in dieser Zeit eine starke Neigung zur Theosophie Luthers, was den Theologen auch zur Fosterlandsstiftelse führte, die den Ideen Rudins weitaus näher kamen als jene der damaligen offiziellen Lehrender in Uppsala, Stockholm und Lund. Auf seiner nahezu fanatischen Suche nach Gott entfernte sich Rudin jedoch bereits nach wenigen Jahren auch von der Lehre der Fosterlandsstifeltesen und 1869 musste er, statt der Vorstand der Stiftung zu werden, diese verlassen.

Bereits im Herbst des Jahres 1869 wurde Waldemar Rudin vorübergehend Komminister in der Klara Versammlung in Stockholm und drei Jahre später wurde er zum Dozent in Ästhetik an der Universität Uppsala ernannt, der Universität, an der er später Professor in Exegetik wurde und als ordentlicher Professor einen starken Einfluss auf die theologische Entwicklung Schwedens bekam. In diesen Jahren führte Rudin auch eine neue Form des Predigens ein, denn er verband die theologische Lehre mit Referenzen zur aktuellen Literatur jener Zeit und er folgte mehr und mehr den Bibeltheorien Württembergs, die damals die protestantische Theologie Deutschlands prägte, was den beiden Hauptströmungen der schwedischen Theologie jedoch entgegenlief.

Waldemar Rudin, der am 2. Januar 1921 in Stockholm starb und 1896 in die Svenska Akademien aufgenommen worden war, ging in der Theologie immer seinen eigenen Weg und war einer der ersten Theologen Schwedens, die die Kirche von der Politik unabhängig machen wollten und davon ausgingen, dass die Lehre der Kirche weniger bedeutend ist als der persönliche Weg des Einzelindividuum, das letztendlich immer den richtigen Weg wählen wird, wenn auch erst nach zahlreichen Fehlschritten. Für Rudin war die Priesterweihe unwichtig und die kirchliche Lehre keine absolute Wahrheit, Meinungen, die geradezu als revolutionär zu sehen sind, jedoch dem Einfluss und dem Werdegang des Theologen nicht schadeten.

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Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 26. April 2015

Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg

Otto Myrberg wurde am 26. April  1824 in Göteborg geboren und wollte sich ursprünglich der Musik widmen, was ihm jedoch auf Grund eines Nervenleidens bald unmöglich wurde. Aus diesem Grund entschied er sich dann für die Laufbahn eines Priesters, aber nach seinem Examen als Theologe an der Universität Uppsala führte ihn der Wissensdrang weiter zur Wissenschaft. 1851 wurde  Myrberg Doktor der Philosophie und ein Jahr später wurde er zum Dozenten in Theologie an der Universität ernannt. Im Laufe der Jahre erhielt der Theologe Professuren in unterschiedlichen theologischen Bereichen und stand gleichzeitig einer Religionsgemeinschaft vor.

Otto Myrberg folgte während der Anfangsjahre der damals anerkannten Lehre Luthers, wenn auch unter starkem Einfluss von Sören Kierkegaard, Johann von Hofman und Johann Tobias Beck, aber bereits nach wenigen Jahren lehnte er sich nahezu gegen jede der zulässigen Richtungen ab, weswegen ihm auch ein Lehrstuhl in Lund verweigert wurde. Myrberg schuf seine persönliche Lehre und wollte die Theologie von der theoretischen Lehre und philosophischen Auslegung zur einfachen und klaren Deutung der Bibel zurückführen, denn in seinen Augen hatte sich die akademische Theologie zu weit von der ursprünglichen christlichen Lehre entfernt.

Um seine vereinfachte Theologie zu verbreiten, griff Otto Myrberg zur Literatur und entwickelte sich zum meist schreibenden Theologen seiner Zeit, der sowohl Büchern herausgab als auch in Zeitschriften aktiv war und dabei auch Poesie verfasste und Werke über Propheten und Theologen übersetzte. Das Hauptwerk Myrbergs war dann jedoch im Jahre 1890 die gesamte Übersetzung des Neuen Testaments, das er versuchte in einer möglichst verständlichen Sprache wiederzugeben. Der Widerstand gegen den Theologen von allen Seiten war jedoch so groß, dass es ihm, trotz seiner umfassenden Veröffentlichungen, nie gelang wirklich Einfluss zu gewinnen und seine theologische Linie durchzusetzen.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

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Freitag, 3. Oktober 2014

Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson

Malena Ivarsson wurde am 3. Oktober 1949 als Magdalena Ivarsson als Tochter eines Priesters in Lund geboren und wuchs daher in einem Milieu auf in dem das Wort Sex nicht existierte. Unter dem Einfluss ihrer Eltern und ihrer Großeltern, bei denen Ivarsson ihre Sommerferien verbrachte, war es daher auch nahezu selbstverständlich, dass auch die Jugendlich im Grunde die Theologie als ihr Ziel ansah und Priesterin werden wollte, mit der Idee dabei anderen in schwierigen Momenten zur Seite stehen zu können.

Nach ihrem Abitur begann Malena Ivarsson daher selbstverständlich Theologie zu studieren, aber als sie immer mehr daran zweifelte ob man als Priester wirklich anderen helfen kann, wechselte sie zur Soziologie. Nach dem Abschluss des Studiums und noch während ihres Praktikums im Sozialamt in Malmö kam jedoch die Ernüchterung, denn sie stieß auf abgebrühte Angestellte, die sich kaum um das Schicksal der Bedürftigen kümmerten. Das Ergebnis war, dass Ivarsson diese Situation bereits mit 24 Jahren nicht mehr verkraftete und nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie landete, gemeinsam mit Drogenabhängigen, Alkoholikern und anderen Personen, denen man dort so wenig helfen konnte wie ihr selbst.

Nach ihrer Entlassung suchte Malena Ivarsson ein Ziel in ihrem Leben und wollte erst recht anderen helfen. Die junge Frau begann nun als Lebensberaterin bei verschiedenen Zeitschriften zu arbeiten und machte in Kopenhagen eine Ausbildung zur Sexologin. Auf diesem Weg kam Ivarsson dann zum Fernsehen, als Ratgeber für sexuelle Probleme. In dieser Rolle wurde sie in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt, da man Ende der 80er Jahre in Schweden bei weitem noch nicht reif für eine Konfrontation mit Sex und sexuellen Problemen war, aber jeder Skandal willkommen war. Da sich Ivarsson für die Sendungen provokativ kleidete und Sexspielzeug neben ihr lag, wurde die Sendung Fräcka fredag ein enormer Erfolg, aber musste auf den Druck mehrerer Seiten dennoch nach nur sieben Sendungen eingestellt werden und Ivarsson kehrte zurück zu den Zeitschriften und war mehrere Jahre lang Sexualratgeberin der weniger schockierenden Sendung Sköna Söndag.


3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1853: Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

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Donnerstag, 11. September 2014

Der schwedische Erzbischof Henrik Reuterdahl

Henrik Reuterdahl wurde am 11. September 1795 als Sohn eines Perückenmachers in Malmö geboren, verlor jedoch seinen Vater bereits im Alter von neun Jahren und die Mutter als er 13 Jahre alt war. Reuterdahls Glück war jedoch, dass sein Vater finanzstarke Kunden gehabt hatte, die es dem Jungen durch Spenden dennoch ermöglichten eine gute Schulbildung zu erhalten. Als sich Reuterdahl dann 1811 an der Universität Lund einschrieb um dort Geschichte und Philosophie zu studieren, musste er seinen Unterhalt allerdings als Nachhilfelehrer verdienen.

Trotz dieser Schwierigkeiten und dem Zeitmangel gelang es Henrik Reuterdahl 1817 sein Hauptstudium mit den besten Noten des Jahrgangs abzulegen. Noch im gleichen Jahr promovierte Reuterdahl mit einer Arbeit über Esaias Tegnér zum Magister in Philosophie und nach einer weiteren Disputation gelang es ihm als Dozent an das theologische Seminar in Lund zu kommen. Diese Tätigkeit und vor allem die enge Zusammenarbeit mit seinem Vorgesetzten Martin Erik Ahlman sollten für die Zukunft Reuterdahls extrem bedeutend werden, denn in nur wenigen Jahren entwickelte er sich zu einem der aufstrebendsten Theologen des Landes.

Ab dieser Zeit verfasste Henrik Reuterdahl unzählige Arbeiten über Religion und die Kirchengeschichte Schwedens, die jedoch alle von einer sehr konservativen Haltung des Autors zeugen, der später in die Svenska Akademien aufgenommen und ab 1856 Erzbischof des Stiftes Lund wurde. In seiner Stellung vertrat Reuterdahl auch die Priesterschaft innerhalb des Ståndsriksdagen, einem Parlament in dem vier Stände vertreten waren, darunter die Priesterschaft. Unter seiner Zeit als Erzbischof wurde diese Regierungsform allerdings abgeschafft und die Kirche erhielt mit dem Kyrkomötet (Konzil) ein eigenes „Parlament“ in dem alle kirchenpolitischen Fragen geklärt wurden und den Einfluss Reuterdahls etwas stärkte.


11. September 1380: Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht 
11. September 1656: Königin Ulrika Eleonora von Schweden 
11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben 
11. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 28. August 2014

Der unvergessene Bischof Jesper Swedberg

Jesper Swedberg kam am 28. August 1653 auf Gut Sveden bei Falun zur Welt und wurde 1666, im Alter von 13 Jahren, von seinem Vater an die Universität Uppsala geschickt. Aus unbekannten Gründen wechselte Swedberg jedoch bereits drei Jahre später zur neu gegründeten Universität Lund, die zum einen in Glaubensfragen weitaus offener war als jene in Uppsala, zum anderen fand er dort jedoch auch einen entfernten Verwandten, der Professor für östliche Sprachen war. Fünf Jahre später kehrte der Student dann jedoch nach Uppsala zurück wo er 1682 die Prüfung zum Magister in Philosophie ablegte. Ein Jahr später ließ sich Swedberg zum Priester weihen und weitere zwei Jahre später wurde der Theologe zum Kavalleriepriester ernannt. Dieses Amt trat er jedoch erst nach einer ausgedehnten Studienreise durch mehrere europäische Länder an.

Anschließend ging die Karriere von Jesper Swedberg rapide nach oben, denn 1692 wurde der Priester als Professor an die Universität Uppsala berufen und weitere zwei Jahre später war Swedberg der führende Theologieprofessor der Universität und Dompropst. So nebenbei wurde der Theologe dann auch verantwortlich für sämtliche Priester der amerikanischen Versammlung und 1702 war Swedberg außerdem noch Bischof des Bistums Skara und damit einer der bedeutendsten Theologen Schwedens, auch wenn ihm dies die Feindschaft und den Neid sehr vieler anderer Bischöfe des Landes brachte.

Diese Feindschaft verhinderte letztendlich auch dass die bedeutendsten Ideen von Jesper Swedberg, trotz der Unterstützung durch König Karl XI., auf der Strecke blieben, da die vom ihm neu übersetzte Bibel zu seiner Zeit mehrheitlich abgelehnt wurde und das Psalmenbuch, das er erneuert veröffentlichte, wurde auf Druck zahlreicher anderer Bischöfe beschlagnahmt. Immerhin wurden später einige seiner Psalmen in einem nicht von ihm verlegten Psalmbuch aufgenommen und noch in der heutigen Ausgabe ist er mit einigen Psalmen vertreten. Mehr Erfolg hatte der Kirchenmann jedoch mit der Vereinheitlichung der schwedischen Sprache, denn er veröffentlichte ein gesamtes Wörterbuch und eine Grammatik, die weit verbreitet wurden. Jesper Swedberg, der Vater des legendären Emanuel Swedenborg, versuchte auch die zahlreichen Aposteltage der schwedischen Kirche abschaffen, da er der Meinung war, dass diese Feiertage für die Bevölkerung ohnehin nur Sündentage seien. Aber auch hier konnte sich der Theologe nicht durchsetzen.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 1740: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
28. August 1875: Der finnlandschwedische Dichter Jacob Tegengren
28. August 1882: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 25. Februar 2014

Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen

Gustaf Emanuel Beskow wurde am 25. Februar 1834 geboren und hatte sich mit 16 Jahren für eine militärische Karriere entschieden. Allerdings verließ er dann die Kriegsakademie in Karlsberg bereits wenig später um 1852 ein Studium in Theologie an der Universität Uppsala zu beginnen, das er 1857 abschloss, allerdings ohne sich unmittelbar zum Priester weihen zu lassen. Nach einer Bedenkzeit von zwei Jahren wurde Beskow dann jedoch Priester und er begann in verschiedenen Versammlungen in Stockholm als Vikar zu arbeiten.

Sehr früh hatte Gustaf Emanuel Beskow allerdings seine eigenen Idee zu einer religiösen Versammlung und seine für die damalige Zeit sehr moderne Einstellung ermöglichtem ihm das Geld dafür zu sammeln um zuerst ein Grundstück zu kaufen und dann auf diesem eine Kirche zu bauen, die Blasieholmskyrkan, die er nach der Fertigstellung im Jahre 1868 der Kirchenstiftung spendete, was ihm allerdings auch dazu verhalf, dass er vom König Karl XV. beauftragt wurde dort die Hochmessen zu halten, beziehungsweise diese dauerhaft dort einzurichten. In gewisser Weise besaß Beskom daher eine „eigene“ Kirche in Stockholm, was ihm eine große Freiheit in der Verbreitung des christlichen Glaubens bot. Die Blasieholmskyrkan wurde 1964 nach ihrem Verkauf abgerissen.

Aber Gustaf Emanuel Beskow verwirklichte noch einen weiteren seiner Träume, denn bereits 1867 öffnete er die Beskow-Schule (Beskowska skolan), eine private Eliteschule in der bis 1968 ausschließlich Jungen aus der gehobenen Gesellschaftsschicht aufgenommen wurden. Nicht verwunderlich ist daher, dass man unter den Schülern Namen wie Olof Palme, Gustaf V., Verner von Heidenstam, Sven Hedin und zahlreiche andere bedeutende Namen der schwedischen Geschichte und dem kulturellen Leben findet. Erst 1976 wurde der Schulbetrieb in der Beskow-Schule, in der heute die Volksuniversität untergebracht ist, eingestellt.


25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele 
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
25. Februar 1931: Der schwedische Architekt Ove Hidemark
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus 
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland

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