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Samstag, 24. Februar 2018

Der Erzbischof Uno von Troil

Uno von Troil wurde am 24. Februar 1746 als Sohn eines Hofprediger in Stockholm geboren und schrieb sich 1757 an der Universität Uppsala ein um dort Philosophie zu studieren und sich auf die Priesterlaufbahn vorzubereiten. 1770 wurde von Troil dann in Västerås zum Priester geweiht und begann seinen Aufstieg, denn nachdem er drei Jahre später noch Regimentspfarrer wurde, wurde er bereits 1775 zum Hofprediger ernannt, fünf Jahre später war er Bischof in Linköping und 1786, im Alter von 40 Jahren wurde von Troil, der wenige Jahre vorher bereits Doktor in Theologie geworden war, zum Erzbischof ernannt.

Uno von Troil hatte seine extrem schnelle Karriere vermutlich geplant und sich bei seiner Ausbildung stark an die Interessen von Gustav III. angepasst, der zwar erst 1772 zum König gekrönt wurde, was jedoch seit einigen Jahren erwartet worden war. Von Troil machte nämlich, wie üblich zu jener Zeit, nach seinem Studium eine ausgedehnte und mehrjährige Studienreise bei der er in Deutschland, England und Frankreich Kontakte mit der modernen, philosophischen Elite schuf und in Frankreich vor allem mit Rousseau, d'Alambert und Diderot Kontakte aufnahm, sich also eng mit der Aufklärung vertraut machte, jener Richtung, der sich auch Gustav III. näherte, ohne jedoch die Verbindungen von Troils zu haben.

Ob Uno von Troil tatsächlich religiös war, ist bis heute umstritten, da er sich in allen Punkten mehr den philosophischen Strömungen näherte als den theologischen, auch wenn er bei der Neufassung des Psalmbuches und des Kirchenbuches einen sehr großen Eifer zeigte, um jedoch aus den Werken nahezu jedes Fremdwort zu verbannen und die Texte seinem eigenen philosophischen Denken anzupassen, was auch erklären kann, warum er keinerlei Interesse an einer, im Grunde notwendigen, Bibelübersetzung zeigte, da es um jene Zeit unmöglich gewesen wäre eine philosophische Bibel zu verfassen. Da Uno von Troll am 27. Juli 1803 im Alter von 57 Jahren starb, konnte er jedoch nicht alle geplanten politischen und religiösen Änderungen verwirklichen.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1457: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
24. Februar 1673: Die barocke Ervalla Kyrka
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1741: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
24. Februar 1910: Der schwedische Fußballklub Malmö FF
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung
24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. März 2016

Die Kinderzeitschrift Kamratposten

Am 16. März 1892 gründete die Lehrerin und Frauenrechtlerin Stina Quint die Zeitschrift Folkskolans barntidning, die in einem Rhythmus von drei Wochen erschien und sich an die Altersgruppe zwischen acht und 15 Jahren richtete. Nach der Idee von Quint sollte diese Zeitschrift eine Art unendliches Buch sein, denn beim Inhalt handelte es sich, neben Rätseln, vor allem um Erzählungen bekannter Schriftsteller, die die Kinder im Gottesglauben stärken sollten, aber zur Liebe zur Heimat und dem Tierschutz anhalten sollte, und natürlich die Gefahr von Alkohol hervorzuheben hatte. Sehr wichtig war Quint auch die Sparte mit Leserbriefen, deren Antworten alle mit Nisse tidningstomte unterzeichnet waren.

Stina Quant und ihre Nachfolger gaben die Folkskolans barntidning bis 1930 mit Unterstützung des Königshauses heraus, verkauften sie dann jedoch an den Verlag Åhlén & Åkerlund, der später im Zeitschriftenkonzern Bonnier aufging. Unter dieser Regie wurden bald die ersten Seiten farbig und gleichzeitig begann auch Astrid Lindgren regelmäßig für die Kinderzeitschrift zu arbeiten, die bis 1950 das ursprüngliche Konzept aufrecht hielt, sich dann allerdings den moderneren Strömungen anpasste und auch den Namen vom Folkskolans barntidning in Kamratposten änderte.

Kamratposten, die heute ein relativ bescheidenes Dasein führt und Kindern mittlerweile vor allem von Eltern und Verwandten geschenkt wird, hatte seinen größten Erfolg ab 1969, als die Zeitschrift Kamratposten die Sexologin
Maj-Briht Bergström-Walan für eine regelmäßige Spalte gewinnen konnte, die bedeutend zur Aufklärung in dieser Altersgruppe beitrug und heute unter Kropp & Knopp weitergeführt wird. Kamratposten richtet sich heute vor allem an die Altersgruppe zwischen sechs und dreizehn Jahren, kann sich jedoch auch mit neueren Konzepten nur noch schwer durchsetzen. Kamratposten gehört zu den wenigen Zeitschriften Schwedens in denen man keine Werbung findet, wobei Bonnier die Rentabilität zum einen im Verkauf von Abonnements, aber auch im Angebot von Produkten, die die entsprechende Altersgruppe ansprechen, sieht.

16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Oktober 2014

Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson

Malena Ivarsson wurde am 3. Oktober 1949 als Magdalena Ivarsson als Tochter eines Priesters in Lund geboren und wuchs daher in einem Milieu auf in dem das Wort Sex nicht existierte. Unter dem Einfluss ihrer Eltern und ihrer Großeltern, bei denen Ivarsson ihre Sommerferien verbrachte, war es daher auch nahezu selbstverständlich, dass auch die Jugendlich im Grunde die Theologie als ihr Ziel ansah und Priesterin werden wollte, mit der Idee dabei anderen in schwierigen Momenten zur Seite stehen zu können.

Nach ihrem Abitur begann Malena Ivarsson daher selbstverständlich Theologie zu studieren, aber als sie immer mehr daran zweifelte ob man als Priester wirklich anderen helfen kann, wechselte sie zur Soziologie. Nach dem Abschluss des Studiums und noch während ihres Praktikums im Sozialamt in Malmö kam jedoch die Ernüchterung, denn sie stieß auf abgebrühte Angestellte, die sich kaum um das Schicksal der Bedürftigen kümmerten. Das Ergebnis war, dass Ivarsson diese Situation bereits mit 24 Jahren nicht mehr verkraftete und nach einem Nervenzusammenbruch in der Psychiatrie landete, gemeinsam mit Drogenabhängigen, Alkoholikern und anderen Personen, denen man dort so wenig helfen konnte wie ihr selbst.

Nach ihrer Entlassung suchte Malena Ivarsson ein Ziel in ihrem Leben und wollte erst recht anderen helfen. Die junge Frau begann nun als Lebensberaterin bei verschiedenen Zeitschriften zu arbeiten und machte in Kopenhagen eine Ausbildung zur Sexologin. Auf diesem Weg kam Ivarsson dann zum Fernsehen, als Ratgeber für sexuelle Probleme. In dieser Rolle wurde sie in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt, da man Ende der 80er Jahre in Schweden bei weitem noch nicht reif für eine Konfrontation mit Sex und sexuellen Problemen war, aber jeder Skandal willkommen war. Da sich Ivarsson für die Sendungen provokativ kleidete und Sexspielzeug neben ihr lag, wurde die Sendung Fräcka fredag ein enormer Erfolg, aber musste auf den Druck mehrerer Seiten dennoch nach nur sieben Sendungen eingestellt werden und Ivarsson kehrte zurück zu den Zeitschriften und war mehrere Jahre lang Sexualratgeberin der weniger schockierenden Sendung Sköna Söndag.


3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1853: Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. Februar 2013

Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens

Als am 15. Februar 1819 Jacob Axelsson Lindblom, der damalige Erzbischof des Stiftes Uppsala, starb, so hatte er nicht nur eine ungewöhnliche Karriere gemacht, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Svenska Kyrkan geleistet. Lindblom hatte als erster Bischof Schwedens keinerlei theologische Bildung und übernahm bereits als Priester die Aufklärungstheorien Deutschlands als Basis seiner Lehre, was allerdings nur durch die Unterstützung des Königs Gustav III. möglich war, der Lindblom sehr früh eine Spitzenposition in der Kirche geben wollte.

Aber auch ohne theologisches Studium zeigte sich Jacob Axelsson Lindblom äußerst aktiv, denn bereits 1797, also zehn Jahre nach seiner Priesterweihe, erschien unter Lindblom Schwedens erste theologische Zeitschrift Journal för prester in der er seine Thesen, die überwiegend auf die Philosophie von Emanuel Kant aufbauten, weit verbreiten konnte und selbst einen Einfluss im Reichstag errang. Hinzu kommt, dass er eifrig an Psalmen arbeitete und sowohl im Psalmbuch von 1819 als auch jenem von 1937 vertreten ist.

Jacob Axelsson Lindblom hatte sehr früh verstanden, dass der Glaube nicht nur mündlich überliefert werden kann, sondern die Gläubigen und Priester schriftliche Werke benötigten, die ihnen die Leitlinien der Religion aufzeigen. Unter seiner Leitung als Erzbischof entstand daher eine Handbuch der protestantischen Kirche, ein neuer Katechismus und ein neues Psalmbuch. In seiner Eigenschaft als Erzbischof vertrat Lindblom in der Regierung auch den Priesterstand und unterschrieb die Regierungsreform aus dem Jahre 1809.


15. Februar 1950: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. November 2012

Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens

Am 17. November 1924 wurde Maj-Briht Bergström-Walan in Stockholm geboren, eine Frau, die ursprünglich zur Hebamme und Verhütungsberaterin ausgebildet war, danach klinische Psychologie studierte und ab Ende der 50er Jahre als Experte für Sexualkunde im Auftrag des Stockholmer Schulamts vor allem Lehrer auf den Unterricht in Sexualkunde vorbereitete. Maj-Briht galt um diese Zeit als die einzige Fachkraft Schwedens auf diesem Gebiet, zumal es ein Berufsbild für ihre Aufgabe noch nicht gab.

Dass ausgerechnet Maj-Briht Bergström-Walan sich für Sexualkunde einsetzte und innerhalb weniger Jahre die maßgebliche Führungsrolle auf diesem Gebiet einnahm, ist in gewisser Weise erstaunlich, denn sie war nie auf der Linie der Sozialdemokraten, die sich in jener Zeit für Sexualunterricht in der Schule einsetzten und gehörte während der 50er Jahre einer konservativen Freikirche an in deren Sinne ihre Mutter sie auch erzogen hatte. Vielleicht lag diese Entscheidung daran, dass noch während der 60er Jahre niemand sich für die sexuelle Aufklärung in Schweden öffentlich einsetzen wollte und Maj-Briht diese Lücke sah und einnahm.

Mit der Woge der sexuellen Befreiung der 60er Jahre wurde Maj-Briht Bergström-Walan dann an allen Fronten eingesetzt. Sie schrieb Aufklärungsbücher, Schulbücher zur Sexualkunde, erklärte im Fernsehen ihre Theorien, wurde für die Aufklärungsspalten von Expressen und der Kamratposten Ratgeber und antworte auf die Fragen der Leser. Die logische Folge war, dass Maj-Briht im Jahre 1970 das Svenska Sexualforskningsinstitutet gründete und, unter anderem, Forschungen über Transvestie machte. Die erste Sexologin Schwedens hat mit ihrer kontinuierlichen Arbeit die gesamte Aufklärung Schwedens bis heute maßgeblich geprägt. Maj-Briht Bergström-Walan starb am 25. August 2014 im Alter von 89 Jahren.


17. November 1587: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung
17. November 1877: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
17. November 1967: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
17. November 1971: 35 Jahre "Hem till byn" im schwedischen Fernsehen

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 12. August 2012

Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Kerstin Thorvall wurde am 12. August 1925 in Eskilstuna geboren und hatte sehr früh den Wunsch das Elternhaus zu verlassen, denn als der manodepressive Vater im Jahre 1936 starb und Kerstin gerade einmal 11 Jahre alt war, begann ein Verhältnis mit der Mutter, das nur aus Spannungen und Konflikten bestand. Unmittelbar nach ihrem Abitur zog Kerstin Thorvall daher nach Stockholm, wo sie auf der Hochschule für Design Beckman eine Ausbildung als Modezeichnerin machte.

Da ihr jedoch die Arbeit als Modezeichnerin wenig zusagte, begann Kerstin Thorvall ab den 50er Jahren Bücher und Zeitschriften zu illustrieren und bald auch humoristische Beiträge für die Frauenzeitschriften „Veckorevyn“ und „Damernas Värld“ zu schreiben. Ihre literarische Karriere begann dann im Jahre 1959, als Bonniers sie beauftragte das Jugendbuch „Boken till dig“ zu schreiben. Diesem Werk folgten mehrere Jugend- und Kinderbücher, wobei Kerstin Thorvall jedoch auch weiterhin an Illustrationen arbeitete, unter anderem für Astrid Lindgrens Buch „Kalle Blomkvist och Rasmus“.

Vor allem in den 70er Jahren verursachte Kerstin Thorvald dann eine Art Moralpanik in Schweden, da sie sehr freizügig über die sexuelle Befreiung der Frau, insbesondere aber Jugendlicher, schrieb. Obwohl oder gerade weil Kerstin von den Frauenbewegungen abgelehnt wurde, weil sie in ihren Büchern keine politische Position einnahm und sämtliche Kritiker ihre Werke als Skandal bezeichneten, wurden die Bücher zu Bestsellern und waren der Anfang der sogenannten „Bekännelselitteraturen“, die in Schweden bis heute Bestseller schafft. Ab den 90er Jahren überzeugten Thorvalds Bücher dann allerdings selbst die Kritiker. Kerstin Thorvall starb am 9. April 2010 im Alter von 84 Jahren in Stockholm.


12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransport

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Mai 2012

Karolina Widerström, die erste Ärztin Schwedens

Obwohl es Frauen ab 1870 erlaubt war sich an schwedischen Universitäten einzuschreiben und auch Medizin zu studieren, dauerte es bis zum 26. Mai 1888, dass auch die erste Schwedin alle Hürden genommen hatte um als Ärztin anerkannt zu werden. Im Alter von 32 Jahren präsentierte sich Karolina Widerström, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen, im Karolinska Institutet in Stockholm zur Abschlussprüfung, wobei sie sich entschlossen hatte sich auf Frauenkrankheiten zu spezialisieren.

Aber auch wenn Karolina Widerström eine Praxis hatte, so war ihr wichtigstes Ziel die Vorbeugung bei Frauenkrankheiten, die sie in gewisser Weise in Zusammenhang mit einer notwendigen Sexualaufklärung sah, da sich zu jener Zeit sehr viele Geschlechtskrankheiten auf Grund von schlechter Hygiene und Unkenntnissen der weiblichen Anatomie verbreiteten. Sie forderte ebenfalls eine gesündere Kleidung für Frauen, die die Verbreitung von Bakterien weniger fördert.

Bei ihren Bemühungen um sexuelle Aufklärung hatte sie zum Ziel gemacht sowohl Mädchen als auch Jungen so früh wie möglich aufzuklären, was in jenen Jahren mit großen Widerständen verbunden war. Immerhin gelang es Karolina Widerström ab 1887 ihre Kenntnisse in weiblicher Hygiene, also den Schutz vor Krankheiten, die Funktion des weiblichen Körpers und den Schutz vor Schwangerschaft an Lehrerinnen und Mädchen der Oberstufe weitergeben zu dürfen. 1907 war dann Sexualunterricht in allen Stockholmer Mädchenschulen Pflicht und 1921 hatte die Bewegung das ganze Land erreicht, allerdings immer noch beschränkt auf die Mädchenschulen.


26. Mai 1879: Der Streik von Sundsvall, der erste Großstreik Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc, Autor und Literaturwissenschaftler

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. Februar 2012

Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung

Am 24. Februar 1933 gründete Elise Ottesen-Jensen in Schweden den Reichsverband für sexuelle Aufklärung, was für die Tochter eines Priesters, der wiederum mit der Tochter eines Bischofs verheiratet war, in dieser Zeit mehr als nur ungewöhnlich war und Elise Ottesen-Jensen endgültig zum schwarzen Schaf der Familie machte, aber auch eine Folge der extremen religiösen Erziehung des Elternhauses war.

Der Reichsverband für sexuelle Aufklärung (RFSU) war vom ersten Tag an eine parteiübergreifende und nicht religionsgebundene Lobbyorganisation, die drei Freiheiten als Basis sah: Die Freiheit zu sein, die Freiheit zu wählen und die Freiheit Vergnügen zu haben. Der Reichsverband für sexuelle Aufklärung sieht als wichtigste Aufgabe in neutraler Weise über Sex und Verhütung aufzuklären, insbesondere auch in Schulen, da Sexualität eine persönliche Frage ist, die nicht mit religiösen Tabus angegangen werden darf, die die Freiheit des Menschen einschränken.

Allerdings forderte der RFSU nicht nur eine Aufklärung, sondern setzte sich auch vom ersten Tag für das Recht auf Abtreibung ein und erzog zur Toleranz der Homosexualität, da Elise Ottesen-Jensen auch davon ausging, dass die Partnerwahl eine persönliche Freiheit ist und von niemandem, der offen ist, verurteilt werden darf. Ein wichtiger Punkte für den Verband ist ebenfalls über jede Art von Verhütungsmöglichkeit zu sprechen und über ansteckende sexuelle Krankheiten zu informieren, da nur eine offene und allgemeine Diskussion darüber die Ausbreitung dieser Krankheiten verhindern kann. Im Laufe seiner 79-jährigen Geschichte konnte der Verband auf zahlreiche Gesetzesänderungen einwirken und Sexualerziehung in schwedischen Schulen einführen.

24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. März 2011

Revolution in Schweden

Am 13. März 1809 drang ein Gruppe von Offizieren in das Stockholmer Schloss ein und verhafteten ihren damaligen König Gustav IV. Adolf, ein Ereignis, das in der schwedischen Geschichte als die unblutige Revolution bezeichnet wird und tiefgreifende Veränderungen der schwedischen Gesellschaft und der schwedischen Politik mit sich brachte.

Die Ursachen für die Revolte, die zur Absetzung des schwedischen Monarchen führten, waren vielschichtig, denn Schweden führte in diesen Jahren Krieg gegen Frankreich, Russland, Dänemark und Norwegen, was zu einer katastrophalen Finanzlage des Landes führte. Als Napoleons Truppen dann auch noch schwedischen Boden betraten, wurde der König für die Situation Schwedens verantwortlich gemacht, der dieser jede politische Veränderung des Landes und Verhandlungen verhinderte.

Die Verhaftung des Königs Gustav IV. Adolf sollte nicht die Monarchie in Schweden ersetzten, führte jedoch dazu, dass nun König und Adelsschicht sich die Macht teilten und das Land daher nicht mehr von einer einzigen Person gesteuert wurde, eine Situation, der sich Gustav IV .Adolf mit aller Macht widersetzt hatte. Die parallel stattfindende Aufklärungs-Bewegung in ganz Europa hatte mit diesem Staatsstreich nichts zu tun, führte jedoch auch in Schweden zu einem Wandel der Gesellschaft.

13. März 1942: 17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing 

Copyright: Herbert Kårlin