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Mittwoch, 28. Dezember 2016

Der schwedische Komponist Johan Wikmanson

Johan Wikmanson kam am 28. Dezember 1752 als Sohn eines Färbers in Stockholm zur Welt. Auch wenn die Familie nach einer Krise der Färbereien relativ arm war, durfte der junge Wikmanson die Klara Schule besuchen in der Musik eine wichtige Rolle spielte. Da Wikmanson ein sehr gutes Gehör hatte und sich in Musik auszeichnete, wurde er von den Lehreren besonders gefördert und lernte von Henrik Philip Johnsen auch Klavier und Bass spielen. Trotz der musikalischen Begabung des Jungen wagten die Eltern nicht auf eine musikalische Karriere zu setzen, sondern schickten Wikmanson für eine Lehre zu einem Instrumentenbauer in Kopenhagen.

Da er jedoch in Kopenhagen nur ausgenutzt wurde, begann Johan Wikmanson dort Klavier zu unterrichten und konnte das Geld für die Rückkehr nach Stockholm erarbeiten. Zurück in der Heimatstadt wurde Wikmanson 1771 als Organist bei der Holländischen Kirche angestellt und zehn Jahre später auch bei der Storkyrkan in Stockholm. Der Musiker erkannte selbst seine Schwächen in der Musiklehre und studierte dadurch selbst die Werke Bachs und erhielt später Unterricht von den beiden Hofkomponistendes Königs Gustav III., die ihm auch beibrachten eigene Musikstücke zu komponieren. Da man als Musiker in jener Zeit relativ wenig verdiente, wurde Wilkmanson dann bei der königlichen Nummernlotterie angestellt, was ihm genügend Einkommen bot um eine Familie zu gründen und ein angemessenes Leben zu führen.

Auf Grund seiner zahlreichen öffentlichen Aufträge fragt man sich heute wie Johan Wikmanson, der am 10. Januar 1800 starb, noch Zeit fand für seine eigenen Kompositionen, die ihn zu einem der bedeutendsten Komponisten Schwedens machten, denn insbesondere seine Streichquartette, die jenen Haydns sehr nahe kommen, zeigen von einem außerordentlichen Musikgefühl. Erst gegen Ende seines Lebens wurde Wikmanson endgültig für seine musikalischen Leistungen belohnt, denn 1788 wurde er in die Königliche Musikalische Akademie gewählt und 1797 zum Direktor der Unterrichtsanstalt der Akademie ernannt, wo er auch Musiktheorie unterrichtete.


28. Dezember: Der Tag der unschuldigen Kinder in Schweden
28. Dezember 1858: Der schwedische Künstler Richard Bergh
28. Dezember 1890: Die Beerdigung des Schauspieler Gösta Ekman
28. Dezember 1919: Der schwedische Physiker Janne Rydberg
28. Dezember 1963: Der Film 491 wird in Schweden verboten
28. Dezember 1979: Die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 20. April 2015

Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung

Als am 20. April 1535 in Stockholm plötzlich fünf kleinere Sonnen um die Sonne erschienen, ein Phänomen, das man heute als Nebensonnen oder Wettersonnen (Parhelion) bezeichnet, so wurde dies im damaligen Volksglauben als schlechtes Vorzeichen gewertet und die Bevölkerung der schwedischen Hauptstadt strömte in Scharen zur Kirche um zu hören wie Olaus Petri dieses Omen deute, der natürlich erklärte, dass dies auf die politische Lage zurückzuführen sei und der Bevölkerung nichts geschehen würde wenn sie sich auf Gott besinnen würde.

Olaus Petri hatte damit, ohne den Namen ausdrücklich zu nennen, die Schuld an diesem üblen Vorzeichen Gustav Vasa aufgelastet, der sich den Hass Gottes auf sich gezogen habe, weil er den katholischen Glauben verboten habe und zudem die Besitztümer der katholischen Kirche und der Klöster eingezogen hatte. Auch wenn das Himmelphänomen zwei Stunden später wieder verschwand und sich die Bevölkerung langsam wieder beruhigte und nach Hause ging, so sah Olaus Petri seine Chance und entschied sich das Ereignis zu verewigen damit die Stockholmer auch in Zukunft die Religion als ihr Heil und die Politik als Gefahr betrachten sollten.

Olaus Petri beauftragte umgehend einen Maler damit das Himmelsphänomen auf einem möglichst großen Gemälde festzuhalten, das anschließend in der Storkyrkan in Stockholm aufgehängt wurde. Um die Bedeutung der Kirche hervorzuheben, ließ Olaus Petri die Kirche Stockholm dominieren und das königliche Schloss Tre Kronor wurde zu einer Nebenrolle verurteilt. Es war daher nicht verwunderlich, dass Gustav Vasa dieses Bild als Provokation betrachtete, denn schließlich sollte der König als die leuchtende Sonne betrachtet werden, die nun jedoch als Bedrohung gesehen wurde. Das Gemälde führte daher zu einer längeren Auseinandersetzung zwischen Olaus Petri und Gustav Vasa, ohne dass dies jedoch für eine der Seiten ernsthafte Folgen gehabt hätte.


20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien 
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts 
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden 
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger 
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens 
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 1. September 2012

Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung

Am 1. September 1625 brach in einer Brauerei bei Kåkbrinken in der Altstadt Stockholms (gamla stan) ein Brand aus, der in kurzer Zeit die südwestliche Altstadt in Schutt und Asche legte. Da in diesem Abend ein starker Wind vom Mälaren kam, war es sehr schwierig den Brand zu löschen und zweimal entzündete sich selbst die Deutsche Kirche, die jedoch glücklicherweise beide Male wieder gelöscht werden konnte. Als der Brand vom Brandwächter in der Storkyrkan Stockholms aus entdeckt wurde, arbeiteten nur zwei Frauen in der Brauerei denen man unmittelbar die Schuld am Brand geben wollte.

Natürlich wollte man später wissen wie es zu diesem Großbrand kommen konnte, da man dachte alle Vorsichtsmaßnahmen gegen Brände in Stockholm getroffen zu haben. Der erste Gedanke war natürlich, dass die beiden Frauen den Brand durch eine Nachlässigkeit verursacht hatten. Mangels Beweis wurden die beiden jedoch nach einem Monat Haft wieder frei gelassen und es kam der Gedanke auf, dass der Schornstein nicht ordnungsgemäß gegen Brand gesichert war. Da auch dies nicht mehr zu beweisen war, klagte man die Feuerwehr an zu langsam am Brandort gewesen zu sein und schließlich hieß es auch noch, dass der Brandwächter auf dem Turm der Storkyrkan den Brand zu spät gemeldet habe. Letztendlich wurde jedoch niemand vor Gericht gestellt und die Ursache blieb ein Rätsel.

Allerdings sollte der Brand auch eine positive Wirkung zeigen, denn unmittelbar nach dem Brand wurden alle Schornsteine Stockholm auf ihre Brandsicherheit überprüft und jedes Gebäude musste über die Vorläufer der heutigen Brandlöscher verfügen. Anschließend bestimmte der König, dass die Altstadt neu geplant werden musste, wodurch sie ihre heutiges Straßensystem bekam. Zudem mussten alle Neubauten in Stein erfolgen und durften nicht mehr aus Holz errichtet werden. Auf diese Weise entstand dann auch die erste Paradestraße Stockholms, die Stora Nygatan, die damals allerdings noch Stora Konungsgatan hieß. Auch die Lilla Nygatan geht auf die Zeit nach dem Großbrand zurück.


1. September 1736: Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze
1. September 1958: Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö
1. September 1982: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm 

Copyright: Herbert Kårlin