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Freitag, 19. April 2019

Der Reichsrat Emanuel De Geer

Emanuel De Geer wurde am 19. Oktober 1748 als Sohn eines Fabrikbesitzer geboren und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1764 wurde er Fähnrich der Leibgarde, aber schon sieben Jahre später gab er dann seinen Dienst auf um bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika Kammerherr zu werden. In den kommenden Jahren hatte er mehrere diplomatische Aufträge, bis er 1786 dann von Gustav III. als Reichsrat zurück nach Stockholm gerufen wurde. Als intelligenter Politiker entdeckte er sehr bald, dass der König den Reichsrat auflösen wollte um nur einige Getreue um sich zu sammelt. Im Jahr 1787 bat er daher um seinen Abschied und konnte damit jede Konfrontation mit Gustav III. vermeiden.

Politisch nimmt Emanuel De Geer eine gewisse Sonderstellung am Hof ein, da er an keinerlei Intrigen interessiert war und daher die vermutlich einzige neutrale Person war, die dem König nahestand. Gustav III. wollte diese Neutralität zu seinen Gunsten ausnutzen, erst indem er De Geer als Diplomat nach Haag schickte, damit dieser dort die politische Tendenz ausspioniere, später um De Geer zu einer Einflussnahme bei den Verwandten des Königs zu bewegen, da das eigene Geschlecht sich als die größte Gefahr für die Macht des Königs zeigte. Beide Aufträge erfüllte De Geer auf diplomatische Weise, ohne dass er jedoch auch nur für eine der Seiten Stellung nehmen musste.

Bevor sich Emanuel De Geer, der am 19 April 1803 starb, 1787 ganz aus der Politik zurückzog, kämpfte er auch noch gegen zwei andere Punkte, die er als schädlich für Schweden betrachtete. Zum einen wollte er den Pastoratverkauf durch Adelige unterbinden, die teilweise das gleiche Pastorat gegen viel Geld an mehrere Priester verkauften, obwohl nur ein Priester das Amt auch antreten konnte, zum anderen wollte er Gustav III. dazu bewegen die königlichen Alkoholbrennereien abzuschaffen, die der König ohne Beratung im Reichstag geschaffen hatte, sondern das Alkoholbrennen allgemein wieder zulassen, jedoch den Alkohol mit einer Steuer zu belegen. In beiden Fällen konnte De Geer nur teilweise von Erfolg reden.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1819: Der schwedische Fabrikant John Lenning
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. April 2019

Ministerpräsident Carl Axel Wachtmeister

Carl Axel Wachtmeister kam am 9. Mai 1754 als Sohn des Majors Carl Wachtmeister zur Welt und studierte an 1768 an der Universität Lund um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Drei Jahre später wurde Wachtmeister dann in der Staatskanzlei angestellt, wo er eine brillante Karriere machte, denn 1777 war Wachtmeister Revisionssekretär, zwei Jahre später war er Justizkanzler und mit 28 Jahren wurde er dann zu einem der Herren des Reiches ernannt. 1787 macht Gustav III. Wachtmeister dann zum Präsidenten des Landesgerichts und übertrug ihm die Überwachung der gesamten schwedischen Gesetzgebung.

Carl Axel Wachtmeister gehörte mit zu den engsten Vertrauten des Königs Gustav III., was sich, unter anderem, dadurch ausdrückte, dass er Wachtmeister 1789 als seinen Vertreter einsetzte für jenen Zeiten, in denen der König selbst abwesend war. Im gleichen Jahr ernannte Gustav III. Wachtmeister auch zum Kanzler der Universität Lund und ernannte ihn zum Justizrat im neu gegründeten Obersten Gerichtshof des Landes. Auch nach dem Tod des Königs behielt Wachtmeister das Vertrauen des Königshauses und die Vormundschaftsregierung des zukünftigen Königs Gustav IV. Adolf ernannte Wachtmeister zum Präsidenten des Gesetzeskommission.

Als Gustav IV. Adolf dann König wurde, versuchte Carl Axel Wachtmeister diesen zur Zurückhaltung in der Außenpolitik zu überzeugen, da er zum einen die Gefahr sah, die von Napoleon I. ausging, zum anderen Wachtmeister auch über den Widerstand gegen den König von Seiten Carl Johan Adlercreutz informiert war, der den König stürzen wollte. Wachtmeister gehörte letztendlich zu den wenigen Getreuen des Königs bevor dieser abgesetzt wurde. Da Carl Axel Wachtmeister, der am 5. April 1810 starb, nicht an Intrigen beteiligt war, erhielt er auch vom folgenden König, Karl XIII. das Vertrauen und wurde nach dessen Regierungsreform zum neu geschaffenen Amt des Ministerpräsidenten ernannt, ein Amt, das der Politiker jedoch nur noch kurze Zeit innehatte.


5. April 1501: Kort Rogge, Bischof in Strängnäs
5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1776: Der Politiker Nils Månsson i Skumparp
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. April 2019

Der Politiker Jacob Magnus Sprengtporten

Jacob Magnus Sprentporten kam am 11. Dezember 1727 im heute finnischen Nyland als Sohn eines Majors zur Welt und schloss sich im Alter von zwölf Jahren der militärischen Abteilung zum Bau von Festungsanlagen an. Sprengtporten arbeitete sich bis zum Fähnrich der Leibgarde hoch bis er 1744 bei Bau der Verteidigungsanlagen und der militärischen Verteidigung Finnlands eingesetzt wurde. Im Jahr 1755 wurde Sprengtporten nicht nur zum Kapitän ernannt, sondern er wurde auch in das königliche Amt zur Planung von Festungen versetzt, wo er unter Augustin Ehrensvärd auch an der Festung Sveaborg arbeitete.

Während des preußisch-schwedischen Krieges in Pommern, der 1757 ausbrach, erhielt Jacob Magnus Sprengtporten eine eigene Einheit, die man als den ersten Jägerverband Schwedens bezeichnen kann, und brachte der schwedischen Krone einige Siege, was ihm den Ruf eines hervorragenden Strategen brachte. Nach dem Sieg wurde Sprentporten königlicher Berater in Verteidigungsfragen und 1766 wurde der Feldherr nicht nur zum Freiherren ernannt, sondern er wurde auch Teil der Festungskommission, die die Verteidigungsmöglichkeiten Finnlands ausarbeitete und letztendlich den Vorschlag Sprengtportens übernahm.

Im Jahr 1772 arbeitete Jacob Magnus Sprengtporten, der am 2. April 1786 in Stockholm starb, gemeinsam mit Gustav III. und Johan Christopher Toll einen Revolutionsplan aus um dem König mehr Macht zu garantieren. Sprengtporten begab sich in diesem Zusammenhang nach Finnland um von dort aus das Militär zur Revolution zu bewegen. Der Plan zeigte sich erfolgreich, auch wenn Sprengtporten mit seinen Soldaten Stockholm nicht mehr zum vorgesehenen Zeitpunkt erreichte und Gustav III. daher die Stadt bereits selbst in seine Hände gebracht hatte. Sprengtporten hatte mit diesem Schritt jedoch die volle Gunst des Königs gewonnen und konnte das Militär weitgehend seinen Ideen anpassen, bis der Widerstand der Offiziere so groß wurde, dass selbst Gustav III. reagieren musste und Sprengtporten sich schließlich in die Pension zurückziehen müsste.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1857: Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström 
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Februar 2019

Der Künstler Peter Adolf Hall

Peter Adolf Hall kam am 23. Februar 1739 als Sohn eines Händlers und Politikers in Borås zur Welt und erhielt daher eine entsprechend gute Bildung, die es ihm erlaubte ab 1753 an der Universität Uppsala Medizin und Naturwissenschaft zu studieren, zur Zeit, als Carl von Linné an dieser Fakultät unterrichtete. Bereits 1755 begab sich Hall dann auf eine vierjährige Studienreise, die ihn vor allem auch nach an die Universität Greifswald führte, wo er seine Kenntnisse in Medizin erweitern wollte. Allerdings entdeckte Hall dort die Musik und die Malerei, die ihn bald mehr faszinierten als die Medizin.

Als Peter Adolf Hall daher 1760 nach Schweden zurückkehrte, hatte er eine solide Ausbildung als Miniaturmaler erworben und erhielt, dank seiner guten Verbindungen, zahlreiche Aufträge Adelige zu malen, unter anderem auch das Portrait des Kronprinzen Gustav, das für seine Braut, Sofia Magdalena von Dänemark, bestimmt war. Trotz dieses Erfolgs entschied sich Hall 1766 nach Frankreich zu gehen, wo er auch Kontakte zu Alexander Roslin aufnahm, der ihn in die Pariser Gesellschaft einführte. Dass Hall dann in Paris unmittelbar Erfolg hatte, lag wiederum an seiner persönlichen Technik innerhalb der Miniaturmalerei, denn er führte in Frankreich in diesem Kunstbereich die freie Pinselführung ein, auch wenn dies nicht von allen französischen Künstlern positiv gesehen wurde.

Peter Adolf Hall sollte in Paris bleiben, dort heiraten und wurde nach bereits drei Jahren auch in der dortigen Kunstakademie aufgenommen. Der absolute Durchbruch kam für Hall im Jahr 1769, als er im Salon de Paris das Portrait des Dauphin Ludvig, dem späteren König Ludwig XVI., ausstellte. Nach dieser Ausstellung wurden Hall die beiden Ehrentitel peintre du Cabinet du Roi und peintre des Enfants de France verliehen. Hall malte in dieser Zeit jedes Jahr etwa 70 Gemälde und hatte ein bedeutendes Einkommen, was sich jedoch nach dem Sturm auf die Bastille änderte, denn 1791 musste er in aller Eile Frankreich verlassen, seine Familie zurücklassen und nach Belgien flüchten. Bereits am 15. Mai 1793 starb Hall dann in Liège.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1868: Hjalmar Molin, Architekt und Künstler
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1917: Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. Februar 2019

Der Künstler Adolf Ulrik Wertmüller

Adolf Ulrik Wertmüller kam am 18. Februar 1751 als Sohn des königlichen Leibarztes als Ulric Adolph Wertmüller in Stockholm zur Welt. Als Mitglied der gehobenen bürgerlichen Klasse erhielt Wertmüller nicht nur eine gute Grundbildung, sondern auch die Genehmigung Kunst zu studieren. Unter Pierre Hubert L'Archevêque wurde der junge Mann insbesondere als Bildhauer ausgebildet, wobei er jedoch nach sechs Jahren als Lehrling und Helfer von L'Archevêques zur Malerei überging, die in jener Zeit weitaus mehr Einkommen versprach als die Bildhauerei.

Nachdem er eine kürzere Zeit im Atelier von Lorens Pasch dem Jüngeren studiert hatte, ging Adolf Ulrik Wertmüller 1772 nach Paris, wo er von Alexander Roslin unter die Fittiche genommen wurde und unter Joseph-Marie Vien Historienmalerei studierte. Als Vien dann als Kunstlehrer nach Rom ging, folgte ihm Wertmüller, was zu seiner produktivsten Zeit als Künstler führte. Aus finanziellen Gründen musste der Künstler jedoch 1779 nach Frankreich zurückkehren um sich dort als Porträtmaler zu verdingen. Als Wertmüller dann 1783 einige seiner Werke im Salon de Paris ausstellte, zeigte sich, dass seine Portraits kaum überzeugten, im Gegensatz zu seinem Gemälde „Ariadne auf Naxos“, ein Gemälde, das er im Auftrag des schwedischen Ministers Gustaf Philip Creutz gemalt hatte.

Dieses Gemälde machte Adolf Ulrik Wertmüller bekannt und führte dazu, dass der Künstler auch in die französische Kunstakademie aufgenommen wurde. Creutz bestellte bei Wertmüller dann ein Portrait Ariadnes, das er dem schwedischen König Gustav III. schenkte und den König begeisterte. Der König ernannte Wertmüller zum Hofmaler, er wurde Mitglied der schwedischen Kunstakademie und er erhielt den Auftrag Marie-Antoinettes Portrait zu malen. Beim Salon de Paris 1758 wurde das Portrait von der Kunstwelt schlecht bewertet und auch Marie-Antoinette zeigte sich damit unzufrieden. Wertmüller blieb noch einige Jahre in Frankreich, kehrte jedoch, nach einem Aufenthalt in Spanien und in Amerika, 1796 zurück nach Schweden, wo er jedoch den Anschluss an die neuen künstlerischen Strömungen verpasst hatte und, auf Grund von Intrigen, weder eine erhoffte Professur, noch aber Aufträge erhielt. Adolf Ulrik Wertmüller ging erneut nach Amerika, konnte jedoch auch dort keinen Fuß mehr fassen und starb am 5. Oktober 1811 in Wilmington, Delaware. Die bedeutendsten Gemälde des Künstlers sind in den größten Museen Schwedens zu finden.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1635: Der Reichsrat Johan Göransson Gyllenstierna
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1862: Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Februar 2019

Der Reichskanzler Graf Fredrik Sparre

Fredrik Sparre kam am 2. Februar 1731 als Sohn einer Generalleutnants und Regierungspräsidenten in Stockholm zur Welt und schrieb sich im Alter von 14 Jahren an der Universität Uppsala ein, wurde 1747 bereits Kanzleijunker und ein Jahr später Hofintendant. Seine Karriere setzte mit gleicher Geschwindigkeit fort, denn mit 40 Jahren war Sparre bereits Reichsrat und Gouverneur des Kronprinzen, des späteren Königs Gustav IV. Adolf. Sparre stand damit dem Königshaus sehr nahe und konnte teilweise auch über die Geschichte Schwedens entscheiden.

Auch wenn Fredrik Sparre, nach dem Mord an König Gustav III., als Reichskanzler an der politischen Spitze Schwedens stand und damit eine nahezu uneingeschränkte Entscheidungsgewalt hatte, führte der pedantische Sparre seine Aufgabe kaum zum Vorteil Schwedens, denn dem Politiker fehlte sowohl die Voraussicht, als auch das Urteilsvermögen, denn er erkannte weder die Intrigen, noch die ausländische Beeinflussung seiner Entscheidungen. Dies beweisen vor allem seine zahlreichen Aufzeichnungen, die in umständlicher Weise jede Kleinigkeit seiner Handlungen wiedergeben.

Fredrik Sparre hat in der Geschichte Schwedens nie den Platz erhalten, der ihm im Grunde auf Grund seiner Macht und seines Einflusses zustand. Die Ursache dafür ist vermutlich auch in seiner Persönlichkeit und seiner pedantischen Natur zu suchen, denn immer wieder traf Sparre auch unüberdachte Entscheidungen und er wollte auch nach Außen zeigen, dass er eine wichtige Persönlichkeit war, was nicht nur der kleine Körperwuchs erschwerte. Fredrik Sparre, der am 30. Januar 1803 starb, lebte ständig weit über seinen Verhältnissen und hinterließ nach seinem Tode eine große Anzahl an Schuldscheinen, die man lediglich auf Grund seiner hohen Stellung nie präsentiert hatte. Die Verschuldung und seine Eitelkeit waren dennoch allgemein bekannt und schadeten seinem Ruf.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1870: Die Schriftstellerin Julia Svedelius
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. Januar 2019

Der schwedische Künstler Elias Martin

Als Elias Martin am 25. Januar 1818 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, galt er als einer der bekanntesten Maler seiner Zeit, obwohl er zur kleinen Gruppe der Künstler gehörte, die Probleme mit Proportionen hatten, was man bis heute auf sehr unterschiedliche Weise, positiv oder negativ, interpretiert. Trotz dieses Mangels muss man auf der positiven Seite sehen dass Martin den englischen Stil der Aquarellmalerei und der dortigen Kupferstiche nach Schweden brachte und damit die Kunst Schwedens bereicherte.

Elias Martin war am 8. März 1739 in einer wohlhabenden Familie in Stockholm zur Welt gekommen. Da sein Vater als Möbelschnitzer auch für das Königshaus arbeitete, standen Martin ebenfalls alle Türen offen. Nach seiner Ausbildung beim Vater, wurde der spätere Künstler Architekturzeichner bei Henrik af Chapman und begann als Zeichenlehrer zu arbeiten. Um sich als Landschaftsmaler und Porträtist auszubilden, ging Martin 1766 nach Paris, stellte dort jedoch sehr schnell fest, dass ihm der dort vorherrschende Klassizismus nicht zusagte. Elias Martin zog daher nach London und wurde dort 1770 in der Royal Academy of Arts als Mitglied aufgenommen. Während der zehn Jahre in England perfektionierte er die dortige Aquarelltechnik und unterrichtete im Kupferstich.

Als Elias Martin 1880 nach Schweden zurückkehrte, hatte der Künstler einen Ruf erworben, der ihm dazu verhalf bereits ein Jahr später Mitglied der Kunstakademie in Stockholm zu werden und von König Gustav III. einen bedeutenden Auftrag zu erhalten, nämlich eine Gravurserie Svenska Vuer zu schaffen, die zu den bedeutendsten Arbeiten des Künstlers zählt. Während seines Künstlerlebens verwirklichte Martin auch etwa 200 Ölgemälde unter denen insbesondere das Portrait seines Freundes Carl Michael Bellman, das im Nationalmuseum zu finden ist, eine besondere Rolle einnimmt. Die Bekanntheit des Künstlers hängt allerdings auch mit den engen Beziehungen zum Königshaus zusammen, denn noch im Alter von 70 Jahren wurde er von Gustav IV. Adolf mit einem Landschaftsbild beauftragt.


25. Januar 1622: Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip
25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
25. Januar 1865: Der Schriftsteller und Politiker Carl Henrik Anckarsvärd
25. Januar 1870: Der schwedische Mathematiker Helge von Koch 
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung
25. Januar 1922: Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden
25. Januar 1923: Arvid Carlsson und der Nobelpreis in Physiologie oder Medizin
25. Januar 1931: Der schwedische Musiker Stikkan Anderson kommt zur Welt
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus
25. Januar 1956: Der berühmte Alkoholhändler Ivan Bratt stirbt in Bettna
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher
25. Januar 1957: Die ersten Massenimpfungen gegen Polio in Schweden
25. Januar 1967: Das U-Boot HMS Sjöormen wird zu Wasser gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Januar 2019

Die Opernsängerin Elisabeth Forsselius

Elisabeth Forsellius kam am 23. Januar 1771 vermutlich als Tochter eines Finanzbeamten als Elisabeth Forsell auf die Welt, wobei weder über ihre Kindheit, noch ihre Ausbildung etwas bekannt ist. Die Biographie von Forsellius beginnt daher mit ihrem ersten Vertrag an der Oper in Stockholm im Jahre 1783, das heißt im Alter von nur zwölf Jahren. Die Schauspielerin und Sängerin erwarb dort ihre grundlegenden Bühnenerfahrung, wechselte jedoch 1786 zum Munkbroteatern, wo sie erste Erfolge als Sängerin feierte und 1787 wurde die Künstlerin dann von Adolf Fredrik Ristell für das Bollhuset verpflichtet.

Nur ein Jahr später gründete Gustav III. unter Ristell das Dramaten und Elisabeth Forsellius wurde damit nicht nur ein Pioniermitglied des Dramaten, sondern übernahm dort auch die Leitung der Schauspielerkooperative, die allerdings vom ersten Tag an den Ruf hatte kaum objektiv zu sein, sondern von Manipulation und Einfluss gesteuert zu werden. Auch wenn Forsellius bis 1810 fest mit dem Dramaten verbunden war, so stand sie auch der Oper weiterhin als Sängerin zur Verfügung.

Elisabeth Forsellius galt als gute Sängerin, aber insbesondere als exquisite Schauspielerin der Komödie, wobei sie sich hier insbesondere Rollen junger Männer und sehr junger Frauen erhielt. Ihr Ruf und ihr gesellschaftlicher Einfluss verhinderte allerdings auch den Aufstieg anderer Künstler, denn nicht nur Forsellius versuchte sich in den Vordergrund zu drücken, sondern auch das Dramaten konnte mit ihrem Namen ein bedeutendes Publikum anziehen. Wie zu jener Zeit üblich beim Schauspielberuf, so wurde Forsellius im Jahr 1810, also im Alter von 39 Jahren pensioniert und verließ damit die Bühne. Forsellius starb am 15. Februar 1850, zwei Jahre nachdem ihr um 15 Jahre jüngere Mann Johan Jacob Fahlgren, ebenfalls ein Schauspieler und Opernsänger, gestorben war.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1573: Die Schlacht bei Schloss Lode
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
23. Januar 1910: Der schwedische Gewerkschaftsbund Kommunal
23. Januar 1926: Das Elitegymnasium Sigtunaskolan
23. Januar 1934: Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2018

Der Kriegsherr Johan af Puke

Johan af Puke kam am 16. Februar 1751 als Sohn eines Militärs zur Welt, wuchs jedoch ab seinem fünften Jahr in großer Armut mit seiner Mutter auf, da der Vater 1756 wegen einer Konspiration hingerichtet worden war. Als af Puke zehn Jahre alt war, schrieb er sich als Jungmatrose bei der Marine im Karlskrona ein, um dann 1765 als Bootsmann seinen regelmäßigen Dienst aufzunehmen. Ab 1770 diente af Puke erst für die holländische Flotte, anschließend für die Briten und, als er 1777 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Leutnant der schwedischen Kriegsmarine ernannt.

Der erste Krieg, an dem Johan af Puke dann auf schwedischer Seite teilnahm, war der Krieg gegen Russland, der 1788 ausbrach und zwei Jahre dauern sollte. Af Puke ging bei diesem Krieg vor allem damit in die Geschichte ein, dass die schwedischen Schiffe bei Viborg von der russischen Flotte in einer Bucht eingeschlossen worden war, woraufhin er von König Gustav III. gebeten wurde unter dem Einsatz seines Lebens den Ausbruch zu leiten, was der Kriegsherr auch tatsächlich verwirklichte, obwohl der Feind in der Übermacht war. Dieses Ereignis ging als der Viborgska gatloppet in der schwedischen Geschichte ein.

Nur neun Jahre später nahm Johan af Puke am nächsten Krieg teil, dem Finnischen Krieg, als er 1812, gegen Ende des Krieges, den Oberbefehl über die Flotte hatte, mit dem Auftrag den russischen Stärken bei Umeå in den Rücken zu fallen. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen von Gustaf Wachtmeister, der die Truppen führte, musste af Puke jedoch unverrichteter Dinge zurückkehren. Johan af Puke, der am 21. April 1816 in Karlskrona starb, wurde 1813 Generalmajor und erhielt, in Hinsicht auf einen geplanten Feldzug gegen Norwegen, den Auftrag die schwedische Westküste auf eine Verteidigung vorzubereiten. Dies war af Pukes letzter militärische Einsatz, den zwei Jahre später nahm er vom Kriegsdienst abschied, nur ein Jahr vor seinem Tod.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. März 2018

Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes

Der Künstler und Architekt Johan Eric Rehn kam am 18. Mai 1717 als Sohn eines Vogts in Stockholm zur Welt und schrieb sich sehr früh in den der Ingenieurseinheit der schwedischen Verteidigung ein, wo er, neben dem Rang eines Leutnants, auch eine Ausbildung als Baumeister zum Bau von Befestigungen erhielt. Im Jahr 1940 erhielt Rehn ein Stipendium, das ihm ermöglichte die Gravur in Paris zu studieren. Bereits 1945 wurde er jedoch vom Architekten Carl Hårleman zurück nach Schweden gerufen um Muster für die Seiden- Leinen- und Wollfabriken zu schaffen. Rehn ließ sich dabei von den neusten französischen Mustern beeinflussen, die er allerdings dem schwedischen Bedarf und den Geräten der schwedischen Manufaktur anpasste.

Nach seiner Rückkehr aus Paris beschäftigte sich Johan Eric Rehn allerdings nicht nur mit der Musterzeichnung, sondern er entwarf auch kunstindustrielle Gegenstände für Juweliere, Kunsthandwerker und die Porzellanfabrik Rörstrand. So nebenbei entwarf er noch Tapenvorlagen, verwirklichte Gravuren und unterrichtete den Kronprinz Gustav III. und seine Brüder im Zeichnen. In der von Hårleman gegründeten Kunstakademie richtete er zudem eine Ausbildung für Graveure ein. 1755 reiste Rehn dann, gemeinsam mit Johan Pasch nach Italien, um dort, auf Kosten und im Auftrag von Königin Lovisa Ulrika 16 Monate lang die dortige Kunst zu studieren.

Auch wenn Johan Eric Rehn auch als Architekt tätig war und einige bedeutenden Gebäude der Zeit schuf, so wurde er vor allem als Innenarchitekt bekannt, da er von Königin Lovis Ulrika den Auftrag erhielt den Anbau des Schlosses Drottningholm zu dekorieren, Gustav III. ihn mit der Dekoration und Einrichtung von Teilen des Schlosses Gripsholm beauftragte und er schließlich auch noch zwei Räume des Stockholmer Schlosses ausstattete. Seine bedeutendste Leistung hierbei war, dass Rehn immer mehr vom Rokoko abging und, beeinflusst vom Louis-quatorze-Stil den gustavianischen Stil schuf, der mit der Regierungszeit von Gustav III. verbunden wird. Bedeutend war in diesem Zusammenhang auch, dass Johan Eric Rehn, der am 19. März 1793 starb, auch Professor an der Kunstakademie war, dieser Stil also eine ganze Linie an Architekten und Raumgestalter beeinflusste.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. März 2018

Der königliche Leibarzt Abraham Bäck

Abraham Bäck kam Mitte Oktober 1713 als Sohn eines Kaufmanns in Söderhamn zur Welt. Da sein Vater jedoch bereits 1720 starb, wurde er von der Großmutter mütterlicherseits erzogen, bis seine Mutter einige Jahre später einen wohlhabenden Mann heiratete. Dies erlaubte Bäck ab 1740 an der Universität Uppsala Medizin zu studieren. Nachdem Bäck dann zehn Jahre später Doktor in Medizin geworden war, unternahm er eine fünfjährige Studienreise, die ihn, unter anderem, auch an die Universität Leiden, nach Paris und nach Leipzig führte. Bereits in diesen Jahren wurde Bäck auch in die Akademie der Wissenschaften gewählt.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden versuchte Abraham Bäck Professor an der Universität Lund zu werden, wurde jedoch abgelehnt. Der Mediziner öffnete daher eine eigene Praxis in Stockholm und wurde 1749 zum königlichen Leibarzt ernannt. Diese Funktion hatte der Mediziner unter den Königen Fredrik I., Adolf Fredrik und Gustav III., sowie dessen Gemahlin Sofia Magdalena. Dass Bäck so lange im königlichen Dienst war, dürfte damit zusammenhängen, dass er zum einen sehr treffende Diagnosen stellte, zum anderen auch eine Behandlung eher zu früh als zu spät begann. Diese Informationen, inklusive der Krankheitsgeschichten kann man den Aufzeichnungen Bäcks entnehmen, der bestrebt war jede Kleinigkeit einer Beobachtung festzuhalten.

Die größte medizinische Leistung von Abraham Bäck, der am 15. März 1795 in Stockholm starb, war indes mit seinem Amt an der Wissenschaftsakademie verbunden, denn hier hatte er die Möglichkeit die gesamte medizinische Entwicklung zu beeinflussen und seine Erfahrungen im Ausland anzuwenden. Bäck setzte sich vor allem dafür ein ein Krankenhaus zu schaffen mit dem er mehrere Ziele auf einmal vereinen konnte. Zum einen konnten dort Chirurgen und Ärzte zusammenarbeiten, was bis dahin undenkbar war, zum anderen vereinfachte ein Krankenhaus auch die Ausbildung von Ärzten auf Grund der Erfahrungen, die die Studenten dort sammeln konnten. Mit Hilfe seines Freundes Carl von Linné legte Bäck zusätzlich einen Garten mit Medizinalpflanzen an, so dass sich Medikamente in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses befanden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1794: Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

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Sonntag, 4. März 2018

Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer

Ulrik Scheffer kam am 5. August 1716 als Sohn eines hohen Richters in Nyköping zur Welt und besuchte ab 1728 die Universität Uppsala um sich auf eine Laufbahn in der Administration vorzubereiten. Unmittelbar nach Studienabschluss wurde Scheffer daher auch im Kammerkollegium beschäftigt, wurde drei Jahre später zum Hofjunker ernannt und machte dann jedoch eine militärische Karriere, die ihn im Jahr 1750 zum Oberleutnant des Regiments im Jämtland führte. Nur ein Jahr später gab Scheffer die militärische Karriere wieder auf um sich der Reichstagspolitik zu widmen.

Die folgenden zwei Jahrzehnte arbeitete Ulrik Scheffer überwiegend als Diplomat in Frankreich, auch wenn er an mehreren Reichstagen teilnahm und einen bedeutenden Beitrag zum Frieden mit Dänemark und beim Unterzeichnen des Seeunionsvertrags mit Dänemark leistete. Diese Jahre spielten für Scheffer, der einer der bedeutendsten Gegner der Hutpartei war und sich beim Reichstag der Jahre 1765 und 1766 gegen die Kriegspolitik aussprach und dem Staat zu einer sparsamen Haushaltspolitik riet, beides Punkte, die gegen die Linie der Hutpartei gingen.

Als dann die Hutpartei für einige Zeit die Regierung übernahm, verlor Ulrik Scheffer seinen gesamten Einfluss, wurde jedoch 1771 von König Gustav III. an den Hof zurückgeholt und zum Kanzleipräsidenten ernannt. Für rund 15 Jahre war Scheffer gewissermaßen die rechte Hand des Königs, der volles Vertrauen in Scheffer hatte und ihm die gesamte Außenpolitik Schwedens überließ, was, trotz aller Konflikte und konjunkturellen Problemen dieser Zeit zum Frieden in Schweden führte, nicht zuletzt auch deshalb, weil er den freien Handel zwischen den nordischen Ländern und England durchsetzte. Als sich Gustav III. denn ab 1780 der Kriegspolitik öffnete, bat Scheffer um seinen Abschied, den ihm der König auch 1683 bewilligte. Ulrik Scheffer, der am 4. März 1799 auf seinem Gut starb, beschäftigte sich nach 1783 nicht mehr mit Politik.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

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Samstag, 24. Februar 2018

Der Erzbischof Uno von Troil

Uno von Troil wurde am 24. Februar 1746 als Sohn eines Hofprediger in Stockholm geboren und schrieb sich 1757 an der Universität Uppsala ein um dort Philosophie zu studieren und sich auf die Priesterlaufbahn vorzubereiten. 1770 wurde von Troil dann in Västerås zum Priester geweiht und begann seinen Aufstieg, denn nachdem er drei Jahre später noch Regimentspfarrer wurde, wurde er bereits 1775 zum Hofprediger ernannt, fünf Jahre später war er Bischof in Linköping und 1786, im Alter von 40 Jahren wurde von Troil, der wenige Jahre vorher bereits Doktor in Theologie geworden war, zum Erzbischof ernannt.

Uno von Troil hatte seine extrem schnelle Karriere vermutlich geplant und sich bei seiner Ausbildung stark an die Interessen von Gustav III. angepasst, der zwar erst 1772 zum König gekrönt wurde, was jedoch seit einigen Jahren erwartet worden war. Von Troil machte nämlich, wie üblich zu jener Zeit, nach seinem Studium eine ausgedehnte und mehrjährige Studienreise bei der er in Deutschland, England und Frankreich Kontakte mit der modernen, philosophischen Elite schuf und in Frankreich vor allem mit Rousseau, d'Alambert und Diderot Kontakte aufnahm, sich also eng mit der Aufklärung vertraut machte, jener Richtung, der sich auch Gustav III. näherte, ohne jedoch die Verbindungen von Troils zu haben.

Ob Uno von Troil tatsächlich religiös war, ist bis heute umstritten, da er sich in allen Punkten mehr den philosophischen Strömungen näherte als den theologischen, auch wenn er bei der Neufassung des Psalmbuches und des Kirchenbuches einen sehr großen Eifer zeigte, um jedoch aus den Werken nahezu jedes Fremdwort zu verbannen und die Texte seinem eigenen philosophischen Denken anzupassen, was auch erklären kann, warum er keinerlei Interesse an einer, im Grunde notwendigen, Bibelübersetzung zeigte, da es um jene Zeit unmöglich gewesen wäre eine philosophische Bibel zu verfassen. Da Uno von Troll am 27. Juli 1803 im Alter von 57 Jahren starb, konnte er jedoch nicht alle geplanten politischen und religiösen Änderungen verwirklichen.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1457: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
24. Februar 1673: Die barocke Ervalla Kyrka
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1741: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
24. Februar 1910: Der schwedische Fußballklub Malmö FF
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung
24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

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Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Uraufführung der Oper Thetis och Pelée

Zu seiner Krönung im Mai 1772 wünschte sich Gustav III. die Aufführung einer schwedischen Oper, da er die Oper als die höchste Kunst betrachtete. Problematisch war im Grund nur, dass es in Schweden um diese Zeit keine Opern gab, kein Opernkomponist existierte, kein Autor je ein Opernlibretto geschrieben hatte und es auch kein entsprechendes Orchester und keine Opernsänger gab, die nicht aus Frankreich oder Italien kamen. Gustav III. wählte daher einen Kompromiss, denn er beauftragte den Poeten Johan Wellander ein Libretto in Anlehnung an die französische Oper Thetis et Pelée zu schreiben und der in Schweden lebende Italiener Francesco Uttini sollte für die Musik verantwortlich sein. Beide sollten zudem Sänger suchen und ein Orchester aufbauen.

Da der König natürlich eine etwas andere Vorstellung als Wellander und Uttini hatte, kam erschwerend hinzu, dass die Arbeiten ständig den Wünschen des Königs angepasst werden mussten. Das Ergebnis davon war, dass diese Oper in schwedischer Sprache musikalisch sehr stark von der italienischen Oper beeinflusst war und die von Gustav III. gewünschten Bühneneffekte eine enorme Herausforderung für die Schauspieler waren und wenig mit der bis dahin bekannten französischen Oper zu tun hatten. Natürlich konnte auch der König bereits bei der Uraufführung die Schwächen seiner Thetis och Pelée sehen, und er befahl daher ständig Änderungen und Anpassungen, die es den Künstlern nicht leichter machten ein Meisterwerk zu schaffen.

Als Thetis och Pelé denn am 18. Januar 1773 im Bollhuset in Stockholm erstmals aufgeführt wurde, dauerte die Oper fünf Stunden und es traten, neben der Primadonna Elisabeth Olin und den anderen Sängern, auch 42 Choristen und 27 Tänzer auf. Auch wenn diese erste schwedische Oper kaum ein Meisterwerk war, so wurde sie allein im Frühjahr des gleichen Jahres 20 Mal bei voll verkauftem Haus aufgeführt, was allerdings nicht mit der Qualität zusammenhing, sondern weil sämtliche Arien in schwedischer Sprache gesungen wurden. Leider kann man sich heute nur noch eine wage Vorstellung von der Oper machen, da sowohl die Musik als auch die Kostüme nur teilweise überliefert wurden, im Gegensatz zum Libretto, von dem man sogar sieben verschiedene Versionen erhalten wurden.


18. Januar 1764: Der schwedische Erzbischof Samuel Troilius
18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1928: Das schwedische Folkhemmet als politische Bewegung
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 1964: Vi på Saltkråkan von Astrid Lindgren
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

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Freitag, 31. März 2017

Freiherr Gustaf Mauritz Armfelt

Gustaf Mauritz Armfelt wurde am 31. März 1757 als Sohn eines Generalmajors in Tarvasjoki in Finnland geboren und sollte daher ebenfalls eine militärische Karriere machen. Mit 13 Jahren schrieb sich Armfelt daher an der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) ein, besuchte anschließend die Admiralitätsschule in Karlskoga um bereits 1774 Gardefähnrich am königlichen Hof zu werden. Allerdings war er vier Jahre später dazu gezwungen das Land zu verlassen, da er an einem unerlaubten Duell beteiligt war. Armfelt ließ sich in Paris nieder, konnte jedoch schon 1780 wieder nach Schweden zurückkehren und seine militärische Laufbahn fortsetzen.

Die militärische Karriere sollte für Gustaf Mauritz Armfelt allerdings einen Umweg machen, denn auf Weg zurück nach Schweden besuchte er König Gustav III., der sich um diese Zeit in Belgien aufhielt, und wurde unmittelbar der Günstling des Königs, was eventuell mit seinem Aufenthalt in Paris zusammenhing, denn Armfelt wurde zwar auch mit militärischen Titeln überhäuft, aber seine Hauptaufgabe sollte die eines Theatermanns des Königs  sein. Armfelt wurde zum Direktor des königlichen Theaters und der königlichen Oper ernannt, sowie Mitglied der Musikalischen Akademie und der Schwedischen Akademie. In der Tat musste er bei dieser Position jedoch auch Theaterstücke schreiben, als Regisseur wirken und zudem selbst auf der Bühne stehen.

Erst ab 1788 musste Gustaf Mauritz Armfelt im Russischen Krieg wieder eine Rolle als Militär einnehmen, was dazu führte dass er nach Kriegsende vom König zum Generalmajor ernannt wurde. Die Karriere Armfelts sollte jedoch nochmals unterbrochen werden, denn nach dem Tod von Gustav III. war er an einer Konspiration gegen die Vormundschaftsregierung des zukünftigen Königs Gustav IV. Adolf beteiligt und musste, kurz vor einem Todesurteil, erneut das Land verlassen. Erst als Gustav IV. Adolf den Thron bestiegen hatte, konnte Armfelt zurückkehren und seine Laufbahn fortsetzen. Als jedoch Karl XIV. Johan, ein ehemaliger General Napoleons, König Schwedens werden sollte, legte Gustaf Mauritz Armfelt, der am 19. August 1814 in Sankt Petersburg starb, alle seine Ämter nieder um nach Finnland zurückzukehren.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1928: Die Stockholmer Stadtbibliothek (Stockholms stadsbibliotek)
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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