Mittwoch, 3. August 2011

Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm

Am 3. August 1883 wurde in Stockholm der Vergnügungspark Gröna Lund eingeweiht, das erste Tivoli Schwedens. Der Deutsche Jacob Schultheiss hatte damals das Grundstück gemietet um dort Karusselle und andere Vergnügungseinrichtungen zu installieren. Den Namen zu seinem Vergnügungspark entlieh er einem Garten in Djurgården. Bis 2001 blieb dann die Anlage in Händen der Familie Schultheiss-Lindgren. Seit zehn Jahren geht Gröna Lund nun jedoch im Konzern Parks & Resorts Scandinavia ein.

Gröna Lund von der Nybroviken aus gesehen

Der Vergnügungspark Gröna Lund liegt mitten im Stockholmer Stadtteil Djurgården und besteht, wie der Konkurrent Liseberg in Göteborg, nicht nur aus Vergnügungsanlagen, sondern auch aus mehreren Bühnen, Glücksrädern, Restaurants und einer Tanzbahn. Die permanente Konkurrenz zwischen den beiden Vergnügungsparks lassen heute jedoch kaum noch Unterschiede und persönliche Zeichen von Gröna Lund oder Liseberg erkennen, wenn man davon absieht, dass Liseberg über mehr Attraktionen verfügt als Gröna Lund.

Im Vergnügungspark Gröna Lund, der durch die sogenannte Spanische Treppe (Spanska Trappan) in zwei Teile geteilt ist, findet man über 30 Attraktionen, 16 Fünfkampf-Spiele, rund 20 Stellen für einfaches Essen und sechs Restaurants. Der Vergnügungspark hat jedes Jahr zwischen April und September offen, wobei der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände bereits im Jahre 2009 eingestellt wurde, da er mit jenem im Göteborger Liseberg nicht Stand halten konnte. Allerdings bietet das Skansen, das sehr nahe liegt, weiterhin einen jährlichen Weihnachtsmarkt in sehr interesanter Atmosphäre.

3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. August 2011

Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins

Der Vorname Katarina gehört noch heute zu den häufigsten 25 weiblichen Vornamen Schwedens, auch wenn man hierzu nicht nur Katarina, sondern auch die Abwandlungen Katrin, Karin, Katja und Kajsa rechnet. Um jedoch seinen Namenstag am richtigen Tag zu feiern, muss man wissen nach welcher Katarina man seinen Namen erhielt, denn am 2. August wird nur Katarina von Vadstena gefeiert und nicht Katarina von Alexandrien.

Katarina von Vadstena war die Tochter der Heiligen Birgitta, die als Gründerin des Klosters Vadstena betrachtet wird, wobei die Tochter im Jahre 1350 ihrer Mutter nach Rom folgte und dort mit ihr in Armut und in klosterähnlicher Weise lebte. Nach dem Tod der Heiligen Birgitta brachte Katarina von Vadstena die Reliquien der Mutter zurück nach Schweden, kehrte dann jedoch anschließend zurück nach Rom um dort die Formalitäten für die Ordensgründung zu regeln. Ähnlich ihrer Mutter hatte auch Katarina von Vadstena zahlreiche Eingebungen und wurde am 1. August 1489 selig erklärt.

Vadstena, ein Ort am Weststrand des Sees Vättern, war bereits zur schwedischen Eisenzeit bewohnt und ab 1100 eine wichtige Etappe auf dem Pilgerweg nach dem norwegischen Trondheim mit dem Heiligen Olav. Das Birgitta Kloster wurde 1346 an der Pilgerstraße gegründet, jedoch bereits 200 Jahre später von Gustav Vasa geschlossen und einige Jahre später mussten auch sämtliche Nonnen das Kloster verlassen. Erst 1954 konnte das Vadstena-Kloster, mit Ausnahme der Klosterkirche, wieder seine ursprüngliche Bestimmung finden und 1991 bekam die wenige Jahre vorher als Pax Mariae Kloster ernannte Einrichtung wieder eine Priorin. Das Kloster bietet heute auch touristische Übernachtungsmöglichkeiten.

2. August 1794: Kaffee wird in Schweden verboten
2. August 1951: Freddie Wadling, vom Punk zur Ballade 

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Montag, 1. August 2011

Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Am 1. August 1929 kamen mit der M/S Sassnitz 885 Rückwanderer aus Gammelsvenskby in der Ukraine in Trelleborg an. Seit dem 22. Juli waren die Exilschweden mit dem Roten Kreuz unterwegs, das für den Transport zuständig war. Die meisten der Rückwanderer ließen sich auf Gotland nieder und etwa 70 gingen nach Kanada. 240 unter ihnen fühlten sich in Schweden jedoch als Fremde und kehrten nach einiger Zeit in die Ukraine zurück.

Die sogenannten Svenskbyborna wohnten bis 1781 im schwedischen Dagö, mussten jedoch, als Russland das Gebiet in sein Reich einverleibte, in die Ukraine umziehen, wo sie den Ort Gammelsvenskby gründeten. Dort behielt die Bevölkerung, die überwiegend aus Bauern bestand, die schwedische Sprache und das Brauchtum bei, was den Ort zu einer „schwedischen Insel“ im russischen Reich machte.

Als Russland dann den Grund von Gammelsvenskby kollektivieren wollte, entschieden sich die Bewohner zurück nach Schweden zu gehen. Die Heimreise ermöglichte ihnen eine Geldsammlung in Schweden, wobei der Fond insgesamt eine Million Kronen einbrachte, was für die Reise, die neuen Unterkünfte und den Kauf von landwirtschaftlichen Grund ausreichte. Die Geschichte der Svenskbyborna kann man heute noch im Svenskbygården in Visby auf Gotland verfolgen, wo auch regelmäßig Veranstaltungen zu diesem Thema angeboten werden.

1. August 1557: Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte
1. August 1593: Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität

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Sonntag, 31. Juli 2011

Karl Gerhards Revue „Lite Gullregn“ erregt in Schweden Aufsehen

Am 31. Juli 1940 hatte Karl Gerhards stark antinazistische Revue „Lite Gullregn“ im Folkan (Folkteatern) am Östermalmtorg in Stockholm seine Uraufführung. Während einer Reise nach Moskau hatte Karl Gerhard das Lied „Den ökända hästen från Troja“ entdeckt, das er in seiner Revue integrierte und das noch heute als sein Meisterstück gegen die nazistische Bewegung in Deutschland gesehen wird.

Bereits wenige Tage nach der Uraufführung, wurde Karl Gerhard ins Außenministerium gerufen, weil Deutschland, das er als „dom“ (sie) bezeichnete, diesen Teil nicht mehr in der Revue sehen wollte, da es die deutsch-schwedische Freundschaft belaste. Karl Gerhard weigerte sich dem Außenminister Folge zu leisten, aber als er wieder am Theater ankam, wurde ihm von zwei Polizisten ein Schreiben überreicht, das sich auf ein altes Gesetz stützte und ihm verbot das Lied weiterhin vorzuführen.

Karl Gerhard arbeitete daraufhin die Revue etwas um, verzichtete zwar auf das Lied, präsentierte jedoch daraufhin das Trojanische Pferd mit einem Maulkorb auf der Bühne und las an Stelle des Lieder das königliche Verbot vor. Da das Gesetz jedoch nur für das Theater und die Aufführungen in Stockholm galt, konnte Karl Gerhard seinem Publikum in Göteborg ab 1941 im Storan wieder die ursprüngliche Version bieten und Achilles, wie er Hitler nannte, konnte dieses Mal kein neues Verbot erreichen.

31. Juli 1966: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
31. Juli 1968: Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen 

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Samstag, 30. Juli 2011

Ingmar Bergman macht schwedischen Film zum Exportschlager

Ingmar Bergman, der eigentlich Ernst Ingmar Bergman hieß, starb am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren auf der Insel Fårö, einer Insel im Nordosten Gotlands, die allein durch den legendären Filmer Schwedens seine heutige Bekanntheit erreichte. Die Insel mit rund 550 Bewohnern war seit den 60er Jahren die Heimat Bergmans und auf ihr drehte er auch mehrere seiner Filme.

Ingmar Bergman hatte während der Sommermonate eine andere wichtige Figur der schwedischen Geschichte als Nachbar, denn der Ministerpräsident Olof Palme verbrachte dreißig Jahre lang seine Ferien auf Fårö. Ingmar Bergman entdeckte den Charme der Insel während seiner Dreharbeiten von „Såsom i en spegel“ (Wie in einem Spiegel) im Jahre 1961, dem ersten Film, den er auf Fårö drehte.

Seine Faszination zu Fårö drückt sich auch in seinen Filmen „Persona“, „Skammen“ (Schande) und „En passion“ (Passion) aus, die er ebenfalls auf der Insel realisierte. Dort entstanden weiterhin zwei seiner Dokumentarfilmen und Teile seines Meisterwerkes „Scener ur ett äktenskap“ (Szenen einer Ehe).

Ingmar Bergman wurde auf dem Friedhof in Fårö begraben, wo sein Grabstein etwas abseits der anderen Gräber zu finden ist. Nach seinem Tode gründete Gotland auf Fårö die Bergman Stiftung zur Erinnerung an den großen schwedischen Künstler, die sich in den Gebäuden des Filmers befindet. Jedes Jahr veranstaltet die Stiftung eine Bergman-Woche mit Filmen, Vorträgen, Seminaren und Ausflügen zur Erinnerung an Ingmar Bergman.

30. Juli 1796: Nils Nordlander, ein Priester gründet die Stadt Skellefteå
30. Juli 1875: Karl Gustav Ossiannilsson, ein Literat der Widersprüche

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Freitag, 29. Juli 2011

Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis

Am 29. Juli 1900 wurde Olof Edvin „Eyvind“ Verner Johnson in Svartbjörnbyn im Norden Schwedens geboren und schuf aus seinen beiden Vornamen Edvin und Verner den Vornamen Eyvind unter dem er auch bekannt wurde. Eyvind Johnson wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf und musste sich sein Leben ab dem 14. Lebensjahr selbst verdienen. Dieses Erlebnis findet man in seinem „Personligt Dokument“ von 1932 ausführlich beschrieben.

Als linker Autor des Vorkriegsschwedens nahm Eyvind Johnson eine klare Position gegen den Nationalsozialismus ein. Von 1942 bis 1945 war er selbst Redakteur der norwegischen Widerstandszeitung „Håndslag“ und arbeitete für die Zeitschrift „Nordens Frihet“. Seine Einstellung zum Krieg spiegelt sich vor allem in seinen Werken „Nattövning“ und den drei Romanen über Krilon. Im Gegensatz zu anderen Autoren seiner Zeit verurteilte Eyvind Johnson jedoch nicht nur die rechte Diktatur, sondern auch die kommunistische Bewegung in der Sowjetunion und in Schweden. Johnson stellte sich mit seinen Meinungen grundsätzlich auf die Seite der Sozialisten.

Auch wenn Eyvind Johnson viele seiner Werke in eine geschichtliche Umgebung setzt, so bezieht er sich in ihnen mehr auf die selbst erlebte Gegenwart und kritisiert ein Schweden, das sich während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der deutschen Großmacht verblenden ließ. Indem er die Ereignisse als Parabel aufarbeitete, wurde er auch von den rechten Lesern Schwedens geschätzt, vielleicht aber auch deshalb, weil viele seiner Leser die Rückkehr von Odysseus nicht im Zweiten Weltkrieg suchten. Eyvind Johnson erhielt 1974, gemeinsam mit Harry Martinson, den Nobelpreis für Literatur und war von 1957 bis zu seinem Tod am 25. August 1976 Mitglied der Svenska Akademien.

29. Juli 1806: Uddevalla im Bohuslän brennt nieder
29. Juli 1971: Die schwedische Sängerin Lisa Ekdahl

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Donnerstag, 28. Juli 2011

Botvid, ein vergessener Name Schwedens

Am 28. Juli feiert in Schweden Botvid seinen Namenstag, ein Name, den man heute kaum noch in Schweden findet. Bereits 2009 fand man im ganzen Land nur noch 193 Personen, die diesen Namen trugen und kaum einer hatte ihn als ersten Vornamen. Dabei geht der Vorname Botvid, der soviel wie „den der Wald heilt“ bedeutet, auf einen Heiligen zurück, dem die Botkyrka in der Nähe Stockholms geweiht wurde, der der Schutzheilige des Södermanslands ist und nach dem eine wichtige Quelle in der Nähe von Salem benannt wurde.

Als der Heilige Botvid gegen 1120 starb, baute sein Bruder an der Stelle, an der man heute die Botkyrka findet, eine Stabkirche aus Holz, die bereits in kurzer Zeit ein wichtiger Wallfahrtsort Schwedens wurde. Nur wenige Jahrzehnte später, im Jahre 1176, wurde die Stabkirche von der Botvidkyrka durch eine Steinkirche in romanischem Stil ersetzt in der man auch die Reliquien des Heiligen Botvid findet. Nach der Legende wurde der Heilige von einem Sklaven getötet, den er erst kurz zuvor freigekauft hatte. Der Heilige Botvid wird im allgemeinen immer mit einem Fisch und einer Axt dargestellt, die mit den Legenden, die um ihn kreisen, verbunden werden.

Nicht sehr weit von der Bovidkyrka entfernt, jedoch bereits in der Gemeinde Salem, liegt dann auch die Botvids Quelle an der man den gut erhaltenen Runenstein Söderbystenen findet. Da die Botvids Källan zum Wasserschutzgebiet des Bornsjöns gehört, ist es verboten aus ihr Wasser zu schöpfen. Die Botvik Quelle ist eine artesische Quelle, die etwa sieben Liter Wasser pro Sekunde gibt, das eine kleine Lagune bildet. Das Wasser ist sehr reich an Eisen und wird ebenfalls mit einer Legende, die um den Heiligen Botvig kreist, verbunden.

28. Juli 1900: Die schwedische Kinderbuchautorin Edith Unnerstad
28. Juli 1963: Der schwedische Illusionist Joe Labero 


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