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Dienstag, 9. Mai 2017

Der Architekt und Künstler Egon Møller-Nielsen

Egon Møller-Nielsen kam am 9. Mai 1915 als Sohn eines Ingenieurs in Kopenhagen zur Welt, legte dort im Jahr 1934 sein Abitur ab und studierte anschließend drei Jahre lang Skulptur und Architektur an der dänischen Kunstakademie. In den Jahren 1938 und 1939 arbeitete Møller-Nielsen dann in einem Architekturbüro in Helsingfors (Helsinki), um jedoch bei Kriegsausbruch nach Stockholm zu ziehen und dort in einem Architekturbüro zu arbeiten, ohne jedoch seine künstlerische Ausbildung als Skulpteur ganz zur Seite zu lassen.

Auch wenn Egon Møller-Nielsen sowohl in Helsinki als auch in Stockholm auch als Architekt aktiv war, so waren seine Leistungen in diesem Bereich beschränkt, da sich Møller-Nielsen weitaus mehr für die Landschaftsarchitektur, insbesondere jedoch die Integration von Kunst im öffentlichen Milieu interessierte. Im Jahr 1949 schuf der Künstler daher im Humlegården in Stockholm die erste an Kinder gerichtete Skulptur, die den Namen Tufsen erhielt. In dieser rundlichen Skulptur, in der Kinder spielen konnten, brachte Møller-Nielsen gleichzeitig die Geschichte der Menschheit durch die Integration von Muscheln, Steinen und anderen Gegenständen unter, die vor allem die Fantasie der Kinder anregte.

Auch als Skulteur ging Egon Møller-Nielsen, der am 27. September 1959 in Stockholm starb, einen sehr eigenen Weg, der auch mit seiner Tätigkeit als Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs zu tun hatte und ihn lange Zeit von seinen Künstlerfreunden in Dänemark abgeschnitten hatte. In zahlreichen seiner Werke sind daher Eindrücke dieser Zeit verarbeitet, die er, als Gegenpol, mit idyllischen, prosaischen Elementen verknüpft. Møller-Nielsen, der auch nach Kriegsende weiterhin in Schweden blieb und auch an der künstlerischen Zeitschrift Prisma mitarbeitete, war während der letzten beiden Jahre seines Lebens auch als Hautlehrer für Skulptur am Konstfack in Stockholm beschäftigt.


9. Mai 1767: Der Uhrmacher Jean Fredman bleibt der Nachwelt erhalten
9. Mai 1845: Der schwedische Erfinder Gustaf de Laval
9. Mai 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. Mai 1945: Beda Hallberg und der Kampf gegen die Tuberkulose
9. Mai 1947: Penicillin in Schweden
9. Mai 1958: Das Moderne Museum (Moderna Museet) in Stockholm
9. Mai 2006: TV6, der Fernsehkanal für Männer bis 45

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. April 2017

Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller

Ragnar Ring kam am 11. April 1882 in Kinnarumma im Västra Götaland zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im Småland. Nach seiner Hochschulreife in Växjö im Jahre 1901 verließ Ring jedoch das Småland um in Stockholm eine militärische Karriere zu beginnen. Schon 1905 wurde Ring dann Unterleutnant und begann eine Weiterbildung an der Kriegsschule Karlberg. Hier zeigte sich erstmals eines der Talente Rings, denn er komponierte während der Ausbildung den Walzer Karlsbergsboston, der nur wenig später zum ständigen Repertoire des Musikkorps KKS wurde.

Im Jahre 1906 wurde Ragnar Ring dann ins Regiment im Västernorrland versetzt, wo er zwei Jahre später zum Leutnant ernannt wurde. In diesen Jahren nahm der Rang dann das Pseudonym Lasse Rang an um, neben der militärischen Karriere, auch Feste zu arrangieren und vor allem um für die Härnösand-Posten und das Sollefteå-Bladet zu schreiben. In der Eigenschaft als Journalist fiel Ring 1912 dann dem Regisseur Mauritz Stiller auf, der ihn bat das Manuskript zu einem Film über die ersten Kriegshunde Schwedens zu schreiben, den Film När larmklockan ljuder. Diese Arbeit sollte die Zukunft Lasse Rings bedeutend beeinflussen.

Auch wenn Ragnar Ring weiterhin im Militärdienst blieb, so arbeitete er zwischen 1912 und 1918 immer wieder als Drehbuchautor für Svenska Biografen und die schwedische Niederlassung von Pathé Frères. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien dann auch der erste Roman Rings, Madame de Menasjévitj, der stark autobiographisch war und vor allem ein Rückblick auf die Geschehnisse am Torne älv war. Ab dieser Zeit widmete Ragnar Ring immer mehr Zeit dem Film und, nach seinem Rückzug aus dem Militärdienst im Jahre 1923, begann er auch als Regisseur zu arbeiten, wobei er sich hierbei vor allem für den frühen Werbefilm einsetzte. Insgesamt verwirklichte Ring über 1000 Werbefilme für die schwedische Industrie, unter anderem den mittlerweile restaurieren Film Herr och Frau Stockholm über das Kaufhaus PUB des Jahres 1920, in dem auch Greta Garbo eine Rolle spielt. Ragnar Ring starb am 1. August 1956 in Stockholm.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. Februar 2016

Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs

Am Abend des 22. Februar 1944 vernahmen die Bewohner in Stockholm und Strängnäs plötzlich lautes Fluggeräusch war, und wenig später fielen dann die ersten Bomben auf die nicht verdunkelten Städte. Wie sich später zeigte, hatten in dieser Nacht russische Bomber ihre Last nicht nur über Finnland abgeworfen, sondern auch über Schweden, wobei diese Last in Strängnäs sehr nahe der Kasernen abgeworfen wurde und in Stockholm mehrere Gebiete davon betroffen waren. Der Angriff kam ohne jede Vorwarnung und ohne dass Schweden offiziell in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war.

Nach offiziellen Angaben war in dieser Nacht ein Luftangriff auf das finnische Åbo (Turku) geplant, wobei 220 russische Flugzeuge nach Finnland geschickt wurden und der massive Angriff Finnland zu einem Friedensvertrag mit der Sowjetunion zwingen sollte. Obwohl an diesem Tag ausgezeichnetes Flugwetter herrschte, hatten einige der Flugzeuge Schwierigkeit mit der Navigation und kehrten kurz nach dem Start wieder nach Leningrad zurück. Nach ebenfalls offiziellen Angaben hatten auch die anderen Bomber Schwierigkeiten ihre Route zu halten, was wiederum dazu führte, dass nicht nur Åbo, sondern mehrere Teile Finnlands, aber auch Åland und ein Teil Schwedens bombardiert wurden.

Bis heute ist nicht klar was die Ursache für die Bombardierung von Stockholm und von Strängnäs war und ob sie absichtlich oder versehentlich geschah. Die russische Seite behauptete in jedem Fall dass die mit kyrillischen Zeichen versehenen Bomben nicht aus Russland stammten, da nie ein russisches Flugzeug über Schweden war. Von schwedischer Seite gibt es bis heute mehrere Theorien, denn der Angriff kann auch eine Warnung gewesen sein um zu verhindern dass man von Stockholm aus deutsche Truppen nach Finnland reisen lässt, es war möglich dass man damit die Freilassung eines russischen Spions, der in Schweden gefangen genommen worden war, erwirkt werden sollte, und auch Navigationsprobleme können nicht ausgeschlossen, obwohl allen russischen Piloten bekannt war, dass in Finnland ein Verdunklungsgesetz bestand, Stockholm und Strängnäs jedoch voll beleuchtet waren.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juli 2015

Der Untergang der M/S Luleå

Die M/S Luleå wurde am 17. Juni 1922 von den Götaverken in Göteborg zu Wasser gelassen und war nach der Endstation der Eisenbahnlinie für die Erzverladung getauft worden. Der Frachter sollte auch insbesondere zum Transports von Eisen und Erz angewandt werden, einer Aufgabe, der er nahezu 20 Jahr lang diente. Geliefert wurde die M/S Luleå am 23. September des gleichen Jahres an den schwedischen Industriekonzern Grängesbergsbolaget mit Hauptsitz in Stockholm. Der Konzern war bis 1958 auch der Haupteigner des heute staatlichen Bergbauunternehmens LKAB.

De Geschichte der M/S Luleå war von Beginn an mit gewissen Unglücken verbunden, denn nur ein Tag vor dem Stapellauf fiel ein Segelmacher vom Mast und verletzte sich schwer und bereits 1927 kollidierte der Frachter mit dem norwegischen Dampfer Queens County. In den Folgejahren kam es dann zu weiteren Kollisionen. Als die M/S Luleå 1940 von einer Reise nach Rio de Janeiro zurückkehrte, war sie eines der letzten Schiffe, die noch vor der Okkupation Norwegens schwedisches Wasser erreichten, damit jedoch innerhalb der sogenannten Skagerraksspärran eingeschlossen war.

Der Schicksalstag für die M/S Luleå kam dann am 11. Juli 1942, als das Schiff im Konvoi von 28 Fahrzeugen Eisenerz nach Deutschland transportieren sollte, denn plötzlich sah der Steuermann des Frachters ein Torpedo auf die M/S Luleå zukommen. Auch wenn das unmittelbar eingeleitete Ausweichmanöver nicht mehr glückte, so konnte der Steuermann noch vor der Explosion die Motoren stoppen. Auch wenn das Schiff innerhalb von nur zwei Minuten sank, so rettete die schnelle Entscheidung das Leben mehrerer Besatzungsmitglieder, die sonst von den Propellern des Schiffe in die Tiefe gezogen worden wären. Nach aller Wahrscheinlichkeit stammte das Torpedo vom russischen U-Boot S-7, das allerdings entkommen konnte. Nach dem Untergang der M/S Luleå wurde die schwedische Ostküste  vermint um Feinden den Zugang zu versagen.


11. Juli 1709: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
11. Juli 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juli 1927: Dénis Lindbohm und die Science Fiction Bewegung in Schweden
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist, ein Kämpfer für die Freiheit
11. Juli 1979: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Juni 2015

Das Tragen politischer Uniformen wird verboten

Als das schwedische Parlament am 10. Juni 1933 ein Gesetz verabschiedete, das das Tragen jeder politischen Uniform verbot, sollte dieses Gesetz, das am 1. August des gleichen Jahres in Kraft trat, nur bis 1935 gelten, aber das veränderte Weltbild führte dann dazu, dass das Gesetz auf unbegrenzte Zeit ausgedehnt wurde. In der Tat blieb dieses Gesetz dann bis 2002 in Kraft und verbot nicht nur Uniformen, sondern auch das Tragen jedes deutlichen Kennzeichen, das die Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe darstellt. Schweden war damit eines der ersten Länder weltweit, die ein entsprechendes Gesetz verabschiedeten.

Bevor das Gesetz in Kraft trat, hatten die meisten politischen Gruppen Schwedens eine Kleidung, die die Zugehörigkeit zur Partei ausdrückte, was jedoch kaum Probleme verursachte, bis die nazistischen Gruppen Schwedens ihre Uniformen nach deutschem Vorbild wählten. Mit Auftauchen mehrere extrem rechter Gruppen vermehrten sich die Schlägereien und Gewalttätigkeiten auf den Straßen der schwedischen Städte, wobei die Konfrontation teilweise auch zu Verletzten führten. Die Regierung sah daher nur die Lösung das Tragen von politischen Uniformen und anderer politischer Kennzeichen zu verbieten, damit linke und rechte Gruppen nicht mehr auf Anhieb zu erkennen waren.

Nur kurz nachdem das Gesetz in Kraft getreten war, traf sich eine Gruppe der nazistischen Bewegung mit Birger Furugård und sämtliche Personen trugen bei diesem Treffen blau-gelbe Armbinden. Der anschließende Polizeieinsatz und die entsprechenden Geldstrafen führten in Schweden zu einer heißen Diskussion, denn gleichzeitig hatte die Polizei die Augen vor einer linken Demonstration geschlossen bei der alle Teilnehmer eine rote Armbinde trugen. Dies war dann auch der Grund, warum die nazistischen Gruppen Schwedens davon sprachen verfolgt zu werden und behaupteten, dass das Gesetz nur geschaffen wurde damit sie ihre Unterstützung der deutschen Politik jener Zeit nicht mehr öffentlich zeigen konnten.


10. Juni 1815: Emilie Risberg und der historische Roman Schwedens
10. Juni 1926: Die schwedische Schauspielerin Brita Borg
10. Juni 1982: Prinzessin Madeleine feiert ihren 30. Geburtstag
10. Juni 1982: Laleh Pourkarim, als Musikerin bekannt als Laleh
10. Juni 2005: Svinesundsbron, die Grenze zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 4. April 2015

Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers

Arne Hülphers wurde am 4. April 1904 in Trollhättan geboren, wuchs jedoch die ersten Jahre seines Lebens im finnischen Åbo (Turku) auf. Einige Jahre später zog die Familie nach Stockholm, wo Hülpher auch seine Hochschulreife machte und die ersten Schritte in der Musik unternahm. Ab 1924 studierte Hülphers Musik an der musikalischen Akademie in der schwedischen Hauptstadt, wobei er sein Studium 1928 mit dem Examen eines Musikdirektors abschloss.

Wie für so viele Musiker jener Zeit, half das Examen Arne Hülphers nur sehr wenig, dann die ersten Jahre musste er in Tanzlokalen und als Unterhaltungsmusiker nahezu jeden Auftrag akzeptieren, der ihm angeboten wurde. Erst als Hülphers 1933 im Kaosorkestern aufgenommen wurde, ging der Weg des Musikers aufwärts, denn nur ein Jahr später konnte er das Orchester übernehmen, wobei er ihm dann den Namen Fenixorchester gab. Die Aufträge nahmen zu und durch Auftritte in den schwedischen Volksparks wurde das Orchester landesweit bekannt.

Auch während des Zweiten Weltkriegs spürte Arne Hülphers kaum einen Niedergang und sein Orchester spielte, neben Tanzmusik, auch in zahlreichen Revuen. Ab 1937 wurde Hülphers vor allem in Deutschland bekannt, was allerdings dazu führte, dass er sein schwedisches Orchester auflöste um mit verschiedenen deutschen Orchestern zu spielen. Auch wenn Hülphers in den Folgejahren sowohl in Deutschland als auch in Schweden spielte, wurde sein deutsches Engagement von vielen Seiten kritisiert. Hülphers war in jenen Jahren jedoch auch in den rechtsextremen Kreisen Schwedens zu finden, die für die deutsche Politik eintraten. Als Hülphers 1956 Zarah Leander heiratete, begleitete er seine Frau bei ihren zahlreichen Auftritten auch als musikalischer Begleiter und wirkte als Dirigent für die Begleitorchester.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar 
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands 
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur 
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt 
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin 
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens 
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt 
4. April  1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 27. Februar 2015

Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus

Am 27. Februar 1869 wurde von Erik Bernhard Thorsell, dem Besitzer eines Flussfrachters, die Ångfartygsaktiebolaget Motala Ström gegründet. Thorsell war um diese Zeit der einzige, der noch an die Rentabilität des Flussverkehrs in Schweden glaubte, denn die Reeder und  die Banken Schwedens setzten um diese Zeit auf die Eisenbahn, zumal 1862 die Västra Stambanan in Betrieb genommen worden war. Das Frachtschiff, das Thorsell daher günstig gekauft hatte, sollte daher ein neuer Anfang für den Verkehr auf dem Göta Kanal werden.


Im Winter 1868/69 baute Thorsell seinen Frachter um. Der Kapitän setzte einen stärkeren Motor ein und ließ 48 Kabinen bauen, denn seine Idee war den Transport von Waren mit dem Passagierverkehr zu verbinden. Die Idee zeigte sich erfolgreich, denn schon 1871 ließ Thorsell ein weiteres Schiff bauen, das er nach dem Kanalbauer Baltzar von Platen taufte und nur ein Jahr später benötigte sein Unternehmen weitere zwei Schiffe, darunter die Juno mit der man noch heute den Göta Kanal bereisen kann, auch wenn das Schiff mehrmals etwas modernisiert wurde.

Durch sehr viel Werbung gelang es Thorsell die Reise auf dem Göta Kanal zu einer internationalen touristischen Attraktion zu machen, was jedoch mit den beiden Weltkriegen zu einem immensen Rückschlag führte, denn in diesen Jahren lag sowohl der Transportverkehr als auch der Tourismus brach. 1957 musste die Reederei, nach einer kurzen Erholung, dann den Konkurs beantragen und nur dank der Initiative des Reeders Helge Källsson, der die Schiffe aufkaufte und die Rederiaktiebolaget Göta Kanal gründete, konnte der touristische Verkehr wieder aufwärts gehen. Aber ab Ende der 80er Jahre kam erneut eine Krise und Källson suchte einen Käufer, was jedoch mit größeren Problemen verbunden war, da er ausländische Investoren ablehnte. Im Herbst 2000 kaufte dann jedoch die Strömma Turism och Sjöfart AB sämtliche Schiffe und organisiert seit dieser Zeit im Sommer touristische Erlebnisreisen auf dem Göta Kanal.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting 
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens 
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet 
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 8. Januar 2015

Briefzensur in Schweden

Die Geschichte Schwedens während des Zweiten Weltkriegs wird bis heute kaum behandelt, da man ungern über „jüdische Pässe“, „Lager“ oder auch „deutsche Truppentransporte“ innerhalb Schwedens Grenzen sprechen will. Noch weniger findet man in schwedischen Büchern über die Briefzensur, die das Parlament bereits ab dem 8. Januar 1940 genehmigte, neben dem Recht im Bedarfsfall Privatfahrzeuge der Bürger zu beschlagnahmen. Vor allem die Briefzensur ist im Grunde eine etwas heiße Angelegenheit, da König und Regierung meinungsmäßig auf der Seite Hitlers standen und die Neutralität vor allem deswegen gewählt wurde um weiterhin Eisen nach Deutschland und Kugellager nach England liefern zu können.

Ob die Akten über die am 8. Januar 1940 eingeführte Briefzensur nach Ende des Weltkriegs je an die Öffentlichkeit gelangt wären, ist heute nicht mehr zu beurteilen, denn um diese Zeit war eine bekannte Schriftstellerin Schwedens in der sogenannten snuskavdelningen beschäftigt, die später von ihren Erfahrungen berichtete, nämlich Astrid Lindgren. Während eines Radiointerviews im Jahre 1993 erzählte Lindgren sehr ausführlich von ihrer damaligen Arbeit und das vom Staat lang gehütete Geheimnis trat damit an die Oberfläche.

Wie umfassend allerdings die Briefzensur war, ist bis heute nicht ganz geklärt, denn sicher ist nur, dass jedes Propagandamaterial von und und nach Deutschland kontrolliert wurde und jeder Brief, der an Konsulate und Botschaften anderer Länder gerichtet war erst über den Tisch des schwedischen Geheimdienstes ging. Die Briefzensur war jedoch nur der Beginn der Überwachung und der Steuerung der schwedischen Meinungsbildung, denn ein Jahr später wurde auch die Pressefreiheit massiv eingeschränkt und das Verbreiten jeder Nachricht die dem Land Schaden zufügen könne, wurde verboten, was jedoch nur bedeutete, das Zeitungen beschlagnahmt wurden, die sich kritisch zu Deutschland stellten.


8. Januar 1810: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
8. Januar 1864: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur 
8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden
8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt in Spanien 
8. Januar 1994: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus 
8. Januar 2007: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Januar 2014

Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940

Am 26. Januar 1940 wurde auf Beschluss des schwedischen Königs das SIS, das Statens Informationsstyrelse, das an diesem Tag zwar bereits in seiner Gesamtheit vorgelegt wurde, jedoch erst zum 1. Februar 1940 in Kraft trat, eingerichtet. Das SIS war im Grunde dem Außenministerium unterstellt, arbeitete jedoch sehr eng mit der Verteidigung zusammen. Ziel dieses Amtes war bei der Bevölkerung eine klare Meinung zu den Kriegsereignissen zu bilden, damit Schweden nicht in den Krieg gezogen werde, sich aber auch positiv zu den Ideen Hitlers stelle.

Tatsächlich entschied jedoch das SIS über alles was in Schweden öffentlich geäußert wurde und in der Presse zu lesen war. Jeder Artikel musste vor der Veröffentlichung vorgelegt werden und erhielt dann vom SIS die Freigabe oder wurde verboten. Unter den Journalisten erhielt das Amt, das bis 1945 aufrecht gehalten wurde, sehr schnell die Bezeichnung „Nicht-Informationsamt“, da sie gezwungen waren Tatsachen zu verschweigen und die Bevölkerung belügen sollten, was sogar so weit ging, dass das Amt und die damalige Samlingsregering behaupteten, dass man Übergriffe und Mord von deutscher Seite im Kriegsfall anders zu bewerten habe als zu Friedenszeiten.

In den fünf Jahren in das Statens Informationsstyrelse existierte, wurde die kritische Presse in jeder Weise unterdrückt, wobei Zeitungen mit kritischen Artikeln nicht nur beschlagnahmt wurden, sondern es wurde Transportverbote ausgesprochen, die Wirtschaft durfte in unbeliebten Media nicht mehr werben und das Reaktionsgebäude der Norrskensflamma wurde sogar angezündet. Regelrecht verfolgt und bedroht wurde in dieser Zeit Torgny Segerstedt, dem Herausgeber der Göteborgs handel- och Sjöfartstidning, der sich so wenig wie möglich um die Verbote des SIS kümmerte. Bedeutend für die Stellung Schwedens jener Zeit war auch, dass das Statens Informationsstyrelse regelmäßig aktiv wurde wenn Deutschland einen Artikel oder eine Zeitung kritisierte, was als deutliches Zeichen dafür gesehen wird, dass Schweden sich während des Zweiten Weltkriegs nie neutral verhalten hat.


26. Januar 1763: Karl XIV. Johan (Jean Bernadotte) kommt in Pau zur Welt 
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller 
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln 
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern 
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. November 2013

Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt

Am 24. November 1944 wurde die Fähre S/S Hansa während ihrer Passage von Nynäshamn nach Visby von einem russischen Torpedo getroffen und sank nach einer Explosion in nur wenigen Minuten. Unter den 86 Personen, die sich in dieser Nacht an Bord befanden, konnten nur zwei gerettet werden. Wenn man die Menge der Toten rechnet, so war dies die größte Seekatastrophe Schwedens zwischen dem 17. Jahrhundert und dem Untergang der Estonia am 28. September 1994.

Nach dem Untergang tauchten sehr viele Fragen zum Schicksal der S/S Hansa auf, die jedoch alle sehr lange unbeantwortet blieben, denn das Wrack der Fähre wurde erst 1988 gefunden, der Grund der Beschießung wurde von der schwedischen Verteidigung geheim gehalten und was mit den 23 während des Zweiten Weltkriegs versenkten schwedischen Fahrzeuge geschah erklärte der deutsche Forscher Dr. Jürgen Rohwer erst im Februar 1964, der auch aufdeckte, dass die S/S Hansa vom russischen U-Boot K-51 versenkt worden war.

Die Katastrophe der S/S Hansa war indes vorprogrammiert, da Schweden mit Deutschland zahlreiche Abkommen geschlossen hatte, unter anderem Eisenerz lieferte, aber auch, bei einer notwendigen Evakuation, für den Transport von deutschen Soldaten aus Finnland und dem Baltikum zuständig war. Die versenkte S/S Hansa hatte zudem 2500 Kilogramm Sprengstoff an Bord, obwohl bei Passagiertransporten nur maximal 500 Kilogramm zulässig waren. All diese Voraussetzungen machten das schwedische Schiff zu einem Feind Russlands und legalisierte daher während des Krieges den Abschuss der Fähre, deren Auftrag in dieser Nacht nie aufgedeckt wurde.


24. November 1741: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden 
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. November 2013

Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen

Während die Kinderhilfsorganisation Save the Children bereits am 29. Mai 1919 von Eglantyne Jebb gegründet wurde, entstand die schwedische Organisation Rädda Barnen erst am 5. November 1919 unter der Initiative von Elin Wägner, Ellen Palmstierna und Gerda Marcus, wobei man in Schweden um diese Zeit vor allem an die notleidenden Kinder dachte, die nach dem Ersten Weltkrieg in extremer Armut lebten. Die internationale Ausrichtung begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Informationsfluss besser lief und allgemein bekannt wurde, dass Kinder in sehr vielen Ländern unter einer sehr großen Not litten.

In den 70er Jahren kam dann die große Änderung für Rädda Barnen, die sich in diesem Jahrzehnt in eine internationale Hilfsorganisation verwandelte. Da man nun davon ausging, dass Kinder in der Dritten Welt weitaus mehr Hunger leiden als in Schweden, gingen die Gelder ab diesem Zeitpunkt überwiegend in Entwicklungsländer, auch wenn es noch Jahre dauern sollte bis dort eine sinnvolle Struktur aufgebaut werden konnte, die auch garantierte, dass die Summen wirklich nur Kindern zu Gute kamen und nicht Kriege damit finanziert wurden.

Die zweite Wende für Rädda Barnen kam dann im Jahre 1989, als die UN die Konvention zum Recht der Kinder unterzeichnete, denn ab den 90er Jahren kämpfte die Organisation Rädda Barnen dann, gemeinsam mit 26 weiteren nationalen Organisation, die das gleiche Ziel vertreten, vor allem für die Rechte der Kinder und arbeitet sehr eng mit der UN zusammen. In Schweden selbst setzt sich Rädda Barnen in den letzten Jahren verstärkt für die Rechte von einsam kommenden Flüchtlingskindern ein, die oft Opfer von Kriminellen werden und auch von Regierungsseite mit großem Misstrauen behandelt und betrachtet werden.


5. November 1829: Die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg 
5. November 1932: Sonora, das schwedische Label für Schallplatten

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. September 2013

Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig

Noch heute sind viele Fragen zur sogenannten Horsfjärdskatastrofen am 17. September 1941 offen und niemand weiß so genau, ob durch einen Unfall oder ein Attentat mehrere Kriegsschiffe, die sich an diesem Tag in den Schären vor Stockholm aufhielten, gesunken sind, denn auch wenn der Verdacht des Attentats noch heute dominiert, so gibt es keine Beweise und die technischen Möglichkeiten jener Zeit erlaubten es auch nicht klare Hinweise für einen Unfall oder ein Attentat zu finden.

Tatsache ist, dass international bekannt war, dass sich an diesem Tag einige der wichtigsten Kriegsschiffe Schwedens vor Stockholm befanden um an einer Übung teilzunehmen. Sicher ist auch, dass die Fahrzeuge mit Torpedos versehen waren. Erstaunlich ist dabei, dass alle drei Schiffe, die gleichzeitig an der Übung teilnehmen nahezu gleichzeitig sanken, denn erst verzeichnete man eine Explosion auf der HMS Göteborg und nur wenige Sekunden später auch auf der HMS Klas Horn. Durch die Explosionen trat Öl aus, das in Brand geriet und damit auch die HMS Uggla versenkte. Insgesamt kamen dabei 33 Seeleute um.

An einem Attentat waren 1941 mehrere Länder interessiert, insbesondere die Alliierten und die Sowjets, denn die schwedischen Kriegsfahrzeuge schützten die Eisentransporte nach Deutschland, die Hitler dringend für die Herstellung von Waffen benötigte. Es war daher logisch, dass mehrere Länder ein großes Interesse daran hatten, die schwedische Flotte zu schwächen, da ein Teil der Macht Deutschlands ausschließlich den schwedischen Erzlieferungen zu verdanken war. Da eine offene Kriegshandlung wegen der sogenannten Neutralität Schwedens kaum zu verantworten war, nahm man bereits 1941 an, dass daher die Sprengung der Schiffe geplant war.


17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum 
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Juni 2013

Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland

Am 19. Juni 1942 legte der schwedische Dampfer S/S Ada Gorthon in Luleå ab um Eisenerz nach Deutschland zu transportieren. Als das Schiff gegen Mittag des 22. Juni 1942 vor Öland war, wurde es plötzlich von zwei unbekannten U-Booten angegriffen und mit einem Torpedo versenkt. Da das Schiff innerhalb weniger Sekunden sank, starben 14 Besatzungsmitglieder und nur acht weitere Seemänner konnten sich an Land retten. Obwohl offensichtlich war, dass russische U-Boots das Torpedo abgefeuert hatte, was sich später durch Torpedoteile eindeutig beweisen ließ, erklärte sich die Sowjetunion unschuldig und teilte mit, dass es sich beim Abschuss um eine deutsche Provokation gehandelt hätte.

Die S/S Ada Gorthon war in keiner Weise für den Krieg gebaut, sondern entstand im Jahre 1918 in Holland, erhielt den Namen S/S Signe und konnte nach der Fertigstellung auf Grund des Ersten Weltkriegs nicht geliefert werden. Erst 1919 nahm der Dampfer dann seinen Dienst in Helsingborg auf. Noch im gleichen Jahr wurde das Schiff verkauft, erhielt für kurze Zeit den Namen Vettern und wurde erneut verkauft um in Norrköping den Namen S/S H. Unér zu erhalten, ohne jedoch unmittelbar wieder in Betrieb genommen zu werden, bis die Firma AB Gefion in Helsingborg den Dampfer kaufte und in S/S Ada Gorthon umbenannte. Unter dieser Reederei sollte das Schiff dann im Jahre 1942 auch verloren gehen.

Die Begegnung vor Öland war jedoch nicht die erste Kriegshandlung in die die S/S Ada Gorthon unfreiwillig verstrickt wurde, denn als sie am 8. April 1940 in Bergen lag und nach England aufbrechen wollte, okkupierte Deutschland Norwegen, was dazu führte, dass der Dampfer die Waren nicht mehr nach England liefern konnte, sondern das Schiff, von der deutschen Marine eskortiert, in Emden ankam und die Last dort gelöscht wurde. Dort wurde die S/S Ada Gorthon anschliessend mit Koks beladen, der für Halmstad bestimmt war. Dass das Schiff von den Deutschen nicht beschlagnahmt wurde, lag vor allem daran, dass das Land schwedisches Erz benötigte und diese Lieferungen nicht in Gefahr bringen wollte. Aber gerade eine Ladung Erz sollte dann auch das Verhängnis des Dampfers werden.


22. Juni 1622: Umeå, die schwedische Stadt der Birken 
22. Juni 1932: Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Mittwoch, 16. Januar 2013

Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an

Im Winterkrieg 1939/40 entstanden im Norden mehrere Hilfsorganisationen, die das Ziel hatten finnische Kinder aus Kriegsgebieten in Sicherheit zu bringen. Die Mehrheit dieser Kinder kamen nach Schweden, aber auch Norwegen und Dänemark, die später in den Zweiten Weltkrieg einbezogen wurden, nahmen zu Beginn einen Teil dieser Kinder auf. Der erste Zug mit den sogenannten finnischen Kriegskindern kam am 16. Januar 1940 in Haparanda an.

Insgesamt kamen zwischen 1940 und 1944 rund 72.000 finnische Kinder mit einem Namensschild um den Hals in Schweden an. Jene, die nach Haparanda kamen, hatten das Glück, dass sie sich zumindest bis zur Verschickung in andere Gegenden Schwedens noch verständigen konnten. Jene, die mit dem Boot in Stockholm ankamen und nicht aus den schwedischsprachigen Teilen Finnlands kamen, konnten nur Zeichen der Erwachsenen interpretieren und wussten oft nicht einmal, dass sie in einem anderen Land angekommen waren.

Von den 72.000 Kindern kehrten, aus sehr verschiedenen Gründen, etwa 15.000 nicht mehr in die Heimat zurück. Einige lebten nach dem Ende des Krieges weiterhin bei Pflegefamilien, andere wurden adoptiert oder waren bis sie erwachsen waren in einem Kinderheim untergebracht. Für Kinder, die sehr jung nach Schweden gekommen waren und fünf Jahre später wieder nach Finnland zu ihren Eltern zurückkehrten, war die Rückkehr erneut ein Schock, denn sie konnten sich mit ihren Eltern nicht mehr verständigen und landeten in einer unverstandenen Kultur. Die Geschichte dieser Kinder wird in mehreren Filmen und Büchern sehr deutlich geschildert.


16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den schwedischen Autoren 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. November 2012

Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen

Nur wenige Monate nachdem die Britin Eglantyne Jebb die Organisation Save the Children gegründet hatte um gegen die Handelsblockaden des Ersten Weltkriegs zu kämpfen, da dies die Ursache dafür war, dass drei Millionen Kinder in Europa Hunger leiden mussten, gründete Ellen Palmstierna am 19. November 1919 in Stockholm die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen, auch wenn die Ambition dieser Organisation in diesem Moment noch nicht so umfassend war wie jene von Eglantyne Jebb.

Ellen Palmstierna fand unmittelbar Unterstützung bei den Journalisten Gerda Marcus und Elin Wägner, die sich bereits einen Namen als sehr emanzipierte Frauen gemacht hatten. Zu Beginn der Aktivität wollte Rädda Barnen vor allem die Not schwedischer Kinder lindern, eine Einstellung, die sich jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg änderte, da den drei Frauen, auch durch eine bessere weltweite Berichtserstattung, klar wurde, dass Kinder auf der ganzen Welt nahezu schutzlos waren und von keinem Gesetz wirklich geschützt wurden.

Die schwedische Organisation Rädda Barnen verfügt gegenwärtig über etwa 260 lokale Vereine mit insgesamt rund 90.000 Mitgliedern. Die Arbeit richtet sich immer mehr auf eine politische Lobbyarbeit aus, wird aber durch Veranstaltungen ergänzt, die die schwedische Bevölkerung auf das Los der Kinder dieser Welt aufmerksam machen soll. In den letzten Jahren beschäftigt sich Rädda Barnen auch immer mehr mit den Problemen von einsam kommenden Flüchtlingskindern und unterstützt Kinder, die sich nach einem Ausweisungsbeschluss illegal in Schweden aufhalten.


19. November 1915: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas
19. November 1973: Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. November 2012

Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie

Am 6. November 1964 starb Hans von Euler-Chelpin im Alter von 91 Jahren in Stockholm. Euler-Chelpin war 1873 im deutschen Augsburg geboren und studierte erst an der Kunstakademie in München Farbenlehre bevor er anschließend zwei Jahre lang Chemie in München und Berlin studierte und in diesem Fach auch promovierte. Ab 1897 arbeitete Hans von Euler-Chelpin an der Universität Stockholm, wo er bis zum Leiter des Instituts für Biochemie emporstieg und einen maßgeblichen Einfluss auf die Forschung der schedischen Hochschulen bekam.

Obwohl Euler-Chelpin bereits 1902 die schwedische Staatsangehörigkeit annahm, beteiligte er sich auf deutscher Seite aktiv am Ersten Weltkrieg, war Mitglieder einer Vereinigung, die später die Hitlerregierung in Deutschland förderte und er hielt während des gesamten Zweiten Weltkriegs sehr enge Verbindungen zu den Machthaber und der politischen Elite Deutschlands. Diese rechte Einstellung verhinderte jedoch nicht, dass er 1943 dem jüdischen Chemiker George de Hevesy, der sich damals in Kopenhagen aufhielt, vermutlich das Leben rettete indem er ihn als Mitarbeiter in sein Institut nach Stockholm holte.

Hans von Euler-Chelpin erhielt im Jahre 1929, gemeinsam mit Arthur Harden, den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die alkoholische Gärung und seine Forschung über die Enzyme. Allerdings hatte der Chemiker einen bedeutenden Stab an Mitarbeitern und Studenten, die ihn bei der Forschung unterstütze, so dass seine persönliche Leistung nicht festzustellen ist. Seine Arbeiten veröffentliche Euler-Chelpin grundsätzlich in deutscher Sprache, die für ihn bis zu seinem Lebensende die Sprache der Wissenschaft war.


6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. September 2012

Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen

Am 14. September 1933 wurde der schwedische Flugzeugträger HMS Gotland in Göteborg zu Wasser gelassen, genau ein Jahr bevor das Fahrzeug geliefert wurde und zum Einsatz kam. Das Deck des Flugzeugkreuzer war für bis zu acht Flugzeugen geplant, die mit Hilfe eines mit Druckluft betriebenen Katapults gestartet wurden. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, gehörte die HMS Gotland zu den modernsten Kriegsschiffen, die in Europa zum Einsatz kamen.

Als der Zweite Weltkrieg dann tatsächlich ausbrach, war die Gotland der einzige für Kriegsfälle vorbereitete Kreuzer Schwedens. Als jedoch am 9. April 1940 die deutsche Invasion von Dänemark und Norwegen einsetzte, war der Flugzeugträger gerade zu einer Wartung in der Werft in Stockholm, also weit entfernt vom Schauplatz. Als die HMS Gotland dann jedoch im Mai 1941 die deutschen Kreuzer Bismarck und Prinz Eugen auf dem Weg nach Norwegen entdeckte, beobachteten sie die beiden Kreuzer aus sicherer Entfernung und informierten davon auch die britische Marine, was letztendlich dazu führte, das die Bismarck versenkt wurde.

Obwohl die HMS Gotland erst 1934 eingesetzt wurde, schritt die militärische Entwicklung so schnell voran, dass der Flugzeugträger und insbesondere die auf ihm stationierten Flugzeuge bereits 1944 vollkommen unmodern waren. Ab dieser Zeit wurden dann bei Fahrten des Schiffes keinerlei Flugzeuge mehr mitgeführt und der Flugzeugträger wurde nur noch für lange Reisen und die Ausbildung von Kadetten eingesetzt. Ab 1956 war die Gotland nur noch in Bereitschaft und am 1. Juli 1960 wurde sie ausrangiert. Bereits 1962 wurde das Schiff in Ystad verschrottet.


14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. April 2012

Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

Am 26. April 1998 starb Sven Olov Lindholm im Alter von 95 Jahren in Salem. Sven Olov Lindholm war vermutlich der bedeutendste Vertreter der extrem rechten Bewegungen Schwedens und derjenige, der die nationalsozialistische Bestrebung in Schweden am deutlichsten und auch am wirksamsten vertreten hat, auch wenn er, selbst als Vorsitzender der Svensk socialistisk samling (SSS) nie den Einfluss errang, den andere Führer nationalsozialistischer Parteien in Europa gewannen.

Sven Olov Lindholm schloss sich bereits 1927 der damals neu gegründeten Partei SFKO (Sveriges Fascistiska Kamporganisation) an, die bedeutend von Konrad Hallgren, einem deutschen Unteroffizier, gesteuert war. Um jedoch seiner eigenen politischen Linie folgen zu können, brach er 1933 mit der mittlerweile zu SNSP umbenannten Partei und gründete die NSAP (Nationalsocialistiska Arbetarepartiet), die der Ideologie Hitlers sehr nahe kam. Allerdings hatte die Partei bei den Parlamentswahlen nur einen mäßigen Erfolg, da die Mitglieder und Anhänger der Partei überwiegend sehr jung waren und das Wahlalter in Schweden noch bei 23 Jahren lag.

Sven Olov Lindholm hatte sehr schnell verstanden, dass er den deutschen Nationalsozialismus Schweden anpassen musste und änderte daher 1938 den Namen seiner Partei in SSS (Svensk socialistisk samling) und benutzte, statt dem deutschen Hakenkreuz, die Vasagarbe, aber die Änderungen kamen bereits zu spät, denn die Partei wurde bereits zu eng mit der Hitlerbewegung in Verbindung gebracht und verlor dann im Laufe des Zweiten Weltkriegs nahezu alle seine Mitglieder. Die SSS wurde 1950 aufgelöst. Sven Olov Lindholm schrieb dann noch mehrere Bücher zur extrem rechten Bewegung Schwedens, konnte aber seinen Erfolg der Vorkriegszeit nicht mehr wiederholen.


26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harr Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 24. April 2012

Die Hungerdemonstration in Stockholm

Das Jahr 1917 war in ganz Schweden von Hunger geprägt, da auf Grund des Ersten Weltkriegs immer weniger Waren ins Land kamen und die Regierung selbst Brot von einem Tag zum anderen rationierte. Da von den Einschränkungen überwiegend Arbeiter betroffen waren, begannen die linken Gruppierungen bald zu Demonstrationen aufzurufen und Brot zu fordern. Einige der im Grunde friedlichen Demonstrationen gingen dann jedoch in die Geschichte ein, so die Demonstration am 24. April 1917 am Gustav Adolf Torg in Stockholm.

Warum es zum Aufruhr der arbeitenden Bevölkerung kam, lag natürlich nicht nur am Hunger, sondern auch an der erfolgreichen russischen Revolution im März des gleichen Jahres und an der aufstrebenden sozialistischen Bewegung in Schweden. Warum in Stockholm die Forderungen scheiterten und der von den Arbeitern geforderte Generalstreik ausblieb, lag jedoch an der gespaltenen linken Bewegung, da sich die Sozialdemokraten nicht der extremen Linken anschließen und die extreme Linke von ihren Forderungen nicht abweichen wollte.

Als am 24. April dann ein Arbeiterzug, der von zahlreichen Frauen und Kindern begleitet war, Richtung Reichstag zog, wurden sie bereits von einer überwältigenden Polizei- und Militärmacht empfangen, die von der Demonstration Wind bekommen hatten. Noch bevor das Volk dann seine Forderungen vorbringen konnte, ging die berittene Polizei auf die Bürger Stockholms los und richtete mit ihren Säbeln und Reitpeitschen geradezu ein Massaker an. Eine kleine Gruppe an Demonstranten, die sich mit Steinen bewaffnet einen Weg durch die Polizeistärke bahnen konnte, wurde dann von der Reserve gewaltsam abgewehrt. Dass das Volk nicht einmal in den Reichstag eindringen wollte, das war Regierung, Militär und Polizei an diesem Tag egal. Nach den Unruhen war es das erste Mal, dass die Mehrheit der Arbeiter nicht auf Hjalmar Branting hören wollte, der sie beruhigen wollte und ihnen den Gewinn der Sozialdemokraten bei den nächsten Wahlen zusagte.

24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. März 2012

Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland

Am 15. März 1907 wurde Stina Hedberg in Karlstad geboren, eine schwedische Künstlerin, die, nach einem Gesangsstudium in lettischen Riga, unter dem Namen Zarah Leander bekannt wurde. Ihre Karriere begann im Jahre 1929, als sie in einer Revue von Ernst Rolf für die erkrankte Primadonna Margit Rosengren einspringen durfte und Greta GarbosVill ni se en stjärna“ interpretieren durfte, ein Lied, das ihr unmittelbar zum Durchbruch in Schweden verhalf.

Aber auch wenn Zarah Leander in Schweden einen gewissen Erfolg hatte, so begann ihr wirklicher Aufstieg erst ab 1936 als sie erst in Wien auf der Bühne stand, dann ihren ersten Film in Deutschland drehte und sich fest in Deutschland niederließ. In der Strömung des Nazideutschland wurde Zarah Leander zum Stern des deutschen Films, einem Idol, das die Deutschen vom Krieg ablenkte und nahezu jeden Deutschen in die Kinos zog. Lieder wie „Nur nicht aus Liebe weinen“ wurden Tag für Tag in den Radiostationen gespielt und ihre zehn Filme bei der UFA hatten einen Erfolg, der alle andere Filme, die während des Zweiten Weltkriegs gedreht wurden, in den Schatten stellte.

Auch wenn man nie erfahren konnte wie Zarah Leander zum Regime Hitlers stand und sie nur erklärte, dass sie dankbar dafür war, dass sie in Deutschland die anspruchsvollen Rollen bekam, die man ihr in Schweden verweigerte, so wurde sie bei ihrer Rückkehr nach Schweden im Jahre 1943 wie eine heiße Kartoffel behandelt und es dauerte nahezu zehn Jahre, bevor sie auch in Schweden wieder wirklich Fuß fassen konnte, trotz einem kurzen Erfolg, den sie bei einem Auftritt im Jahre 1949 in Malmö hatte. Viele Schweden haben der Künstlerin, die 1981 in Stockholm starb, ihren Aufenthalt in Deutschland zur Kriegszeit nie verziehen.

Dokumentation "Hitlers Frauen - Zarah Leander": Teil I, Teil II, Teil III


15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin