Montag, 27. Juni 2011

Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin

Am 27. Juni 1902 wurde der letzte Schwede, Sven Anders Hedin, in den Adelsstand erhoben, obwohl die schwedischen Könige noch bis zur Regierungsreform im Jahre 1975 das Recht hatten jemanden zu adeln. Am 1. Juli 2003 wurden in Schweden dann auch die letzten Privilegien des Adelstandes abgeschafft, auch wenn der Adelstand bis heute weiterhin besteht und nach wie vor vererbt wird.

Sven Anders Hedin (1865 - 1952) war einer der bedeutendsten Entdecker Schwedens und erforschte insbesondere Zentralasien. Hedin war der erste Forscher, der Tibet auf die Weltkarten brachte, das bis dahin nur ein weißer Fleck war. Obwohl er als Maßstab die Schrittlänge von Kamelen nahm, zeichnen sich seine Karten noch heute als relativ exakt aus. Seine Reisen und Entdeckungen machten Sven Anders Hedin zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum vermutlich bekanntesten Schweden seiner Zeit.

Trotz seiner großen Entdeckungen fiel Hedin nach dem Zweiten Weltkrieg in Ungnaden beim schwedischen Volk, da er als großer Freund Deutschlands sowohl den Ersten als auch den Zweiten Weltkrieg verteidigte. Dass er sämtliche Verschwörungstheorien gegen Hitler als Wahrheit betrachtete und nach dem Tode Hitlers diesen als „den größten Mann, den die Weltgeschichte je hervorbrachte“ bezeichnete, machte ihn in Schweden letztendlich zur persona non grata. Noch heute wird Sven Anders Hedin in Deutschland positiver gesehen als in seinem Heimatland.

27. Juni 1995: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
27. Juni 2003: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby 

Copyright: Herbert Kårlin

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