Montag, 20. Juni 2011

Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden

Am 20. Juni 1810 wurde auf offenen Straßen der schwedische Reichsmarschall Axel von Fersen auf Grund von Gerüchten während eines Leichenzuges vom Volk attackiert, misshandelt und schließlich gelyncht. Der sogenannte Fersenska mordet gehört zu den aufsehenerregendsten Morde der schwedischen Geschichte, zumal es sich später herausstellte, dass die Gerüchte aus der Luft gegriffen waren.

Die Ursache des Gerüchtes war, dass Karl XIII., der kinderlos war, und daher keinen Thronfolger hatte, den dänischen Prinzen Carl August als Nachfolger einsetzte. Am 28. Mai 1810 verstarb jedoch der Prinz nach einem Schlaganfall. Da Axel von Fersen gegen eine konstitutionelle Monarchie war und den Kronprinz Gustav als Nachfolger wollte und nicht Carl August, verbreitete sich in Stockholm das Gerücht, dass er den dänischen Prinzen aus diesen Motiven heraus vergiftet hätte.

Nach dem Mord wurden nahezu tausend Personen über den Tathergang befragt, ohne dass man jedoch den Vorgang wirklich aufklären konnte, da auf den Straßen ein Chaos herrschte. Ein Teil der Bevölkerung hoffte durch die Ereignisse auf eine schwedische Revolution, und der andere Teil wollte der gustavianischen Monarchie den Garaus machen, wobei selbst die königstreuen Bürger noch auf zwei verschiedenen Seiten standen. Hinzu kam auch, dass der freie Alkoholausschank an diesem Tag alle Stockholmer in einen euphorischen Zustand versetzte.

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Copyright: Herbert Kårlin

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