Sonntag, 7. August 2011

Anna Månsdotter und die Todesstrafe in Schweden

Am 7. August 1890 wurde Anna Månsdotter im Gefängnis von Kristianstad als letzte Frau Schwedens hingerichtet. Der Scharfrichter Albert Gustaf Dahlman war, da der erste Hieb nicht richtig saß, gezwungen dreimal die Axt zu betätigen bis der Kopf von Anna Månsdotter vom Rumpf getrennt war. Aber auch nach ihrem Tode blieb Anna Månsdotter im Gespräch, denn ihre Todesmaske kann im Stockholmer Polizeimuseum besichtigt werden und mehrmals wurde die Geschichte der Mörderin verfilmt, letztmals im Jahre 1986 für das schwedische Fernsehen.

Die anfängliche Geschichte von Anna Månsdotter, die mit 48 Jahren hingerichtet wurde, unterschied sich kaum von anderen Frauen des Landes, denn sie war mit einem 13 Jahre älteren Mann verheiratet und hatte drei Kinder geboren, von denen nur ein Sohn, Per Nilsson, am Leben blieb. Anna hatte sich von der Ehe ein sorgenloses Leben erwartet, das sich jedoch zu einem Leben mit ständigen Schulden und in Armut entwickelte. In dieser Situation entfernte sie sich immer mehr von ihrem Mann und näherte sich dem Sohn.

Auch wenn der Prozess viele Fragen offen ließ, so stellte sich heraus, dass Per Nilsson und Anna Månsdotter, die auch ein sexuelles Verhältnis miteinander hatten, gemeinsam den Mord an Pers Ehefrau Hanna Johansdotter geplant hatten und Anna, nachdem sie die Frau seines Sohnes erwürgt hatte, den Mord als Unfall kaschieren wollte. Als man Hanna fand, glaubte man daher zuerst auch, dass die junge Frau die Kellertreppe hinabgefallen sei und sich dabei das Genick gebrochen habe. Vor Gericht gaben die beiden Täter jedoch die Tat zu und wurden zum Tode verurteilt. Während Anna Månsdotter hingerichtet wurde, wurde das Urteil Pers in lebenslanges Zuchthaus mit Schwerstarbeit umgewandelt.

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Copyright: Herbert Kårlin

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