Montag, 5. September 2011

Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Das Tortenwerfen gehört in Schweden zu den ältesten Traditionen, auch wenn dies früher mehr humoristisch als politisch gesehen werden musste. Allerdings wurden cremige Torten nicht nur von Clowns benutzt, sondern auch bei Auseinandersetzungen unter Nachbarn und selbst von Hofnarren, deren Rolle es war den König oder andere hochgestellte Personen einer vorübergehenden Lächerlichkeit auszusetzen. Heute ist das Tortenwerfen jedoch auch in Schweden oft ein politischer Ausdruck.

Am 5. September 2001 musste diese Erfahrung auch der schwedische König Carl XVI. Gustaf machen, als er gemeinsam mit seiner Frau das Vogelschutzgebiet auf Getterön bei Varberg besuchte. Gerade als der König wieder ins Auto steigen wollte, gelang es einem 16-jährigen, allen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz, sich so weit dem König zu nähern, dass er diesem, vor den Augen von hunderten von Besuchern der Insel, eine Erdbeertorte direkt ins Gesicht werden konnte.

Als der 16-jährige unmittelbar nach der Tat von den Sicherheitskräften der Säpo überwältigt und auf den Boden gedrückt wurde, fragte ihn der König noch, ob er verletzt worden sei, was sowohl ironisch als auch ernst gemeint gewesen sein kann. Der Streich des Jugendlichen, der damit seine Meinung zur Monarchie in Schweden ausdrücken wollte, gehört mit zu den größten Verbrechen, die man in Schweden begehen kann und hätte mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe enden können. Die Richter zeigten sich jedoch milde, so dass er mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen davon kam.

5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
5. September 1987: Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere 

Copyright: Herbert Kårlin

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