Sonntag, 16. Dezember 2012

Hemming Gadh wird auf Schloss Raseborg hingerichtet

Hemming Gadt wurde am 16. Dezember 1520 auf dem finnischen Schloss Raseborg im Alter von 80 Jahren hingerichtet, da Kristian II., dem Gadt vorher bei der Eroberung Stockholms geholfen hatte und damit von der schwedischen Seite auf die dänische übergelaufen war, ihm nicht mehr vertraute. Unmittelbar nach dem Stockholmer Blutbad schickte er daher Abgesandte zu Gadt, der sich im Auftrag Kristian II. in Finnland aufhielt, um diesem den Hals abzuhacken, was eine übliche Hinrichtung dieser Zeit war.

Hemming Gadt hatte ursprünglich in Rostock studiert und eine hervorragende kirchliche Karriere zu erwarten. So sollte er unter anderem im Jahre 1491 Domprost in Linköping werden, was bedeutet hätte, dass er später zum Bischof aufgestiegen wäre, aber Gadt, der als Verschwender bekannt war, machte es mit diesem Dienst wie mit einigen anderen, die ihm vorher angeboten worden waren, er verkaufte ihn. Als Sten Sture ihn 1501 dann dennoch zum Bischof in Linköping machen wollte, verweigerte ihm der Papst die Ernennung, sondern sprach sogar den Kirchenbann gegen Gadt aus, da dieser Kirchengelder veruntreut hatte.

Dass ihm Kristian II. wenig Vertrauen schenkte, lag allerdings auch am sonstigen Leben von Hemming Gadt, denn Gadt war in zahlreiche ungereimte militärische Handlungen verstrickt, es lag ein Mordverdacht auf ihm und auch sonst hielt der Kirchenmann sehr wenig von den Regeln der Kirche, denn er besuchte regelmäßig Kneipen, war ständiger Gast in Bordellen und trat eher wie ein Wegelagerer auf als ein Diener der Kirche. Um sich sein Leben so angenehm wie möglich einzurichten, nahm er es auch nie so genau wie er an die dazu nötigen Summen kam.


16. Dezember 2008: Erdbeben in der schwedischen Region Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

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