Donnerstag, 7. März 2013

Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde

Als man am 7. März 1932 im Haus von Hjalmar von Sydow in Stockholm drei Tote fand, nämlich den Politiker selbst, seine Köchin Karolina Herou und seine Haushälterin Ebba Hamn, so stellte man sehr schnell fest, dass die drei erschlagen worden waren und ein Bügeleisen, die vermutete Waffe, fehlte. Die Nichte des Politikers, die ebenfalls im Haus wohnte und die Toten entdeckt hatte, gab der Polizei dann den entscheidenden Tipp, der zu den Tätern führte.

Der Tat dringend verdächtig waren der Sohn des Politikers, Fredrik von Sydow und dessen Frau Ingun, deren Spur die Polizei erst in Stockholm und dann in Uppsala noch am gleichen Tag folgte. Das Ehepaar kam gegen 22 Uhr mit drei Freunden im Restaurant Gillet in Uppsala an um dort zu Abend zu essen. Als die Kellner das Ehepaar diskret bitten sollte zu Besuchern in der Halle zu kommen, erschoss Fredrik von Sydow zuerst seine Frau und anschließend sich selbst und die beiden entgingen dadurch der Mordanklage.

Das Motiv für die Tat konnte nie herausgefunden werden, so dass die verschiedensten Gerüchte die Oberhand gewannen, unter anderem der Drogenmissbrauch und die Schulden von Fredrik von Sydow. Wie jeder mysteriöse Mord, so wurde auch dieser nie vergessen, denn bereits 1933 präsentierte Sigfrid Siwertz im Lorensbergsteatern in Göteborg das Stück Ett brott, das von der Tat inspiriert war. Ein Jahr später wurde es im Dramaten gespielt und 1940 wurde der Mord verfilmt. Noch 2004 erschien von Helena Henschel das Buch I skuggan av ett brott und 2006 war der Mord die Basis für ein Drama am Stadttheater in Uppsala.


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Copyright: Herbert Kårlin

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