Dienstag, 5. März 2013

Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios

Als Ludde Gentzel am 5. März 1963 in Göteborg starb, verschwand nicht nur ein Schauspieler und ein Sänger, der einst als Friseur und Perückenmacher arbeitete, aber seinen Beruf aufgab als er 1905 das erste Mal mit einer Operettengesellschaft zur Haarpflege und Verwandlung der Schauspieler und Sänger unterwegs war, sondern es verschwand auch eine Legende des schwedischen Radios der die Hörer Ende der 30er und zu Beginn der 40er Jahre vor das Gerät lockte und damit in Schweden unsterblich wurde.

Ludde Gentzel war am 17. Januar 1885 in Jönköping zur Welt gekommen und bekam nach mehreren kleinen Auftritten im Jahre 1909 unter Axel Engdahl einen festen Vertrag als Schauspieler, Sänger in Revuen und als Komödiant, was wiederum 1916 zum ersten Filmvertrag führt und Gentzel unter Georg af Klercker in Nattens barn einen Kellner und ein Jurymitglied spielte. Von 1934 bis zu seiner Pension im Jahre 1957 war Ludde Gentzel dann dem Stadttheater in Göteborg treu, wo er auch unter Ingmar Bergman in Macbeth mitwirkte, ohne jedoch andere Aktivitäten, ebenfalls in Göteborg, aufzugeben.

Auch wenn Ludde Gentzel nicht in Göteborg geboren wurde, so zählt er zu jenen Personen, die den Göteborger Humor zur Perfektion beherrschten und sehr viel zu seinem außerordentlichen Ruf beitrug. Diese Art des Humors trat besonders bei der Radioserie Optimisten och Pessimisten deutlich hervor, bei der Gentzel den Optimisten spielte. Diese  Sendungen wurden einmal die Woche übertragen und gehörten zu den meist gehörten Sendungen der 40er Jahre, da das Publikum nicht nur auf die positiven und negativen Argumente wartete, die teilweise auch einen politischen Einschlag hatten, sondern auch auf jedes Thema neugierig waren.


5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla 
5. März 1922: Der Vasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

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