Samstag, 24. August 2013

Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens

Carl Ludvig Granlund hatte das Pech, dass er nicht nur in einer armen Familie in Skattlösberg in Dalarna aufwuchs, sondern er wurde auch als überflüssiger Esser betrachtet und litt unter Dyslexie, was auch dazu führte, dass er den Katechismus nicht lesen konnte und dadurch nicht konfirmiert wurde, ein Problem, das in jener Zeit weitreichende Folgen hatte, da man dadurch geradezu als gottlos betrachtet wurde und jeder Art von Verfolgungen ausgesetzt war.

Carl Ludvig Granlund, der auch unter dem Spitznamen Gardist-Kalle bekannt war, wurde von der Nachwelt als der letzte Wegelagerer Schwedens bezeichnet ohne dass dies allerdings je belegt werden konnte. Er selbst hatte bei seinem Mordprozess im Jahre 1919 erklärt, dass er sich seinen Unterhalt seit den frühesten Jahren als Wegelagerer in Bergslagen verdient hatte, was auch allen glaubhaft vorkam, zumal in jenen Tagen Raub und Überfälle an den Wegen der Region sehr üblich waren.

Bedeutend Aufmerksamkeit erregte Carl Ludvig Granlund jedoch erst als er am 24. August 1901 seinen Nachbarn Johan Berglund ermordete, ein Mord, der ihm mangels Beweisen nicht nachgewiesen werden konnte, ihn aber dennoch 15 Monate ins Gefängnis brachte, da er auch versuchte die Frau Berglunds zu vergewaltigen. Als man jedoch am 19. Juli 1916 Per Johan Hedberg erschossen fand, wandte sich das Schicksal gegen Granlund, der erneut der Hauptverdächtige für den Mord war. Am 22. Juli des gleichen Jahres gab Gardist-Kalle dann nicht nur den Mord an Hedberg zu, sondern auch jenen an Berglund zu, wobei er in beiden Fällen Eifersucht als Motiv angab. Das Gericht in Ludvika verurteilte Granlund dann zu lebenslanger Haft, die er in Långholmen abdiente.


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Copyright: Herbert Kårlin

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