Dienstag, 27. August 2013

Gustav III. schafft in Schweden die Tortur ab

Die Tortur war auch in der Geschichte Schweden ein übliches Mittel um einen Täter zu einem Geständnis zu bringen. Auch wenn man hierbei vor allem an die Hexenprozesse denkt, obwohl die Tortur in Schweden bei dieser Art von Prozessen nur selten angewandt wurde, so verwendete man sie ständig bei Verrätern und jenen, die sich gegen das jeweilige Königshaus stellten, denn das Ergebnis einer Tortur war vorhersehbar und daher das einfachste Mittel sich eines Störenfrieds zu entledigen und dabei auch noch die Unterstützung des Volkes zu haben.

Den von Olaus Petri aufgezeichneten Domarregeln (gerichtliche Durchführungsverordnung) kann man entnehmen, dass Gustav Vasa den Missbrauch der Tortur einschränken wollte und diese nur noch bei Staatsverrat zuließ. Unter Erich XIV. waren sie ein übliches Verhörsmittel und unter Karl XI. war Tortur ebenfalls ein häufiges Mittel gegen „Staatsfeinde“. Selbst als 1734 jede Tortur in Schweden gesetzlich verboten wurde, ließ man eine Hintertür offen, denn bei schweren Verbrechen war man der Überzeugung, dass nur die Tortur die Wahrheit an den Tag fördern konnte.

Erst am 27. August 1756 fertigte dann König Gustav III. einen königlichen Brief aus, der jede Tortur untersagte und nach dem alle Geräte, die bis dahin zur Tortur angewendet wurden, vernichtet werden mussten. Was für die damalige Zeit nahezu wie eine Revolution wirkte, ist heute natürlich mit etwas anderen Augen zu sehen, denn die „schwere Gefängnisstrafe“ wurde durch dieses Schreiben nicht aufgehoben, was bedeutete, dass Gefangene immer noch in Eisen geschlagen in einem Verlies hängend zu einem Geständnis gezwungen werden konnten oder auch eine Gefängnisstrafe bis zum Bekenntnis der Tat ausgesprochen wurde. Diese Bestimmung wurde erst am 12. September 1868 abgeschafft.


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Copyright: Herbert Kårlin

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