Samstag, 19. April 2014

Der schwedische Bischof Johan Wingård

Johan Wingård wurde am 19. April 1738 in Kville im Bohuslän geboren und studierte nach seiner Hochschulreife in Göteborg an der Universität Uppsala Philosophie. Sein Aufstieg begann im Jahre 1767, als er Hofpredikant beim schwedischen Kronprinzen Gustaf, dem späteren Gustav III., wurde und sechs Jahre später auch Beichtvater und Oberhofprediger bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika, denn in dieser Zeit konnte der Priester und Philosoph im Königshaus sehr wichtige Kontakte knüpfen, die über seine gesamte Zukunft entscheiden sollten.

Johan Wingåd blieb bis 1780 in Stockholm, wo er ein Jahr früher auch seinen Doktor in Theologie abgelegt hatte, um jedoch anschließend als Bischof nach Göteborg zu kommen. Dort ernannte Wingård nicht weniger als 14 Proste, was eine erstaunliche Menge war, ihm jedoch jede Menge an Freizeit ließ. Als man dann in Göteborg einen Domprosten suchte, ließ Wingård seine Beziehungen am Hof spielen und suchte diese Stelle direkt über den König. Ohne dass dann gewählt wurde, erhielt der Bischof daher auch diese Stelle verliehen. Durch diese Manipulation, die man in Göteborg kaum schätzte, konnte sich Wingård seine finanzielle Zukunft sichern und wurde zu einem der am besten bezahlten Kirchenfürsten Schwedens.

Aber auch der Schutz des Königs konnte allerdings nicht verhindern, dass sehr bald bissige Karikaturen mit Johan Wingård als Hauptfigur in ganz Schweden auftauchten und er nicht gerade als gutes Beispiel für einen Bischofs galt. Auf Grund seines guten Verhältnisses zum König wurde Wingård bei der Gründung der Svenska Akademien auch direkt als Mitglied eingesetzt. Während der Reichstage zwischen 1778 und 1800 war Wingård zudem ein Abgeordneter des Priesterstandes und konnte bei zwei heimlichen Ausschüssen auch die Politik des Landes teilweise beeinflussen. Wingård starb am 12. Januar 1818 im Alter von 79 Jahren in Göteborg.


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Copyright: Herbert Kårlin

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